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So entsteht unser Newsfeed: Der Facebook-Algorithmus im Detail

    So entsteht unser Newsfeed: Der Facebook-Algorithmus im Detail

Facebook-Newsfeed. #FLICKR#

Der Facebook-Algorithmus entscheidet darüber, welche Beiträge in unserem Newsfeed auftauchen. Worauf genau der Algorithmus dabei achtet, verraten wir euch in diesem Artikel.

Für Seitenbetreiber wird es mehr und mehr zu einer Herausforderung, im Newsfeed der eigenen Fans aufzutauchen. Was die zu sehen bekommen, entscheidet nämlich ein Algorithmus. Laut Angaben von Facebook soll er den „richtigen Menschen“ die „richtigen Inhalte“ zur „richtigen Zeit“ anzeigen. Wie das ganz genau funktioniert, ist leider nicht bekannt. Von Facebook und aus anderen Quellen kennen wir jedoch zumindest einige Faktoren, die einen mehr oder weniger starken Einfluss darauf haben, dass eure Beiträge auch gesehen werden. Im Folgenden versuchen wir daher zumindest ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und die öffentlich bekannten Faktoren zu erklären.

Newsfeed-Algorithmus: Welche Inhalte Facebook bei der Anzeige bevorzugt

Die Meldungen, die in deinen Neuigkeiten angezeigt werden, werden von deinen Verbindungen und Aktivitäten auf Facebook beeinflusst. Auf diese Weise siehst du mehr interessante Meldungen von Freunden, mit denen du am meisten interagierst. Außerdem kann die Anzahl der Kommentare und „Gefällt mir“-Angaben bei einem Beitrag sowie die Art der Meldung (z. B.: Foto, Video, Statusmeldung) dafür verantwortlich sein, welche Meldungen mit höherer Wahrscheinlichkeit in deinen Neuigkeiten angezeigt werden. Quelle: Facebook

Das obige Zitat aus der Hilfesektion von Facebook macht klar, dass die Anzahl von Likes und Kommentaren einen starken Einfluss darauf haben, ob ein Beitrag im Newsfeed eines Nutzers auftaucht. Seit einem Algorithmus-Update im September 2014 achtet Facebook aber auch darauf, wann die Likes und Kommentare entstanden sind. Entsteht ein Großteil davon kurz nach der Veröffentlichung, kann der Algorithmus annehmen, dass es sich um aktuelle Informationen handelte, die zu einem späteren Zeitpunkt potenziell weniger interessant sind. Andererseits sollen dadurch aber auch ältere Storys wieder nach oben gebracht werden, wenn der Algorithmus annimmt, dass ihre Relevanz nicht auf einen kurzen Moment beschränkt ist.

Auch ältere Storys tauchen regelmäßig im Newsfeed der Nutzer auf, wenn der Facebook-Algorithmus sie noch für relevant erachtet. (Grafik: Facebook)
Auch ältere Storys tauchen regelmäßig im Newsfeed der Nutzer auf, wenn der Facebook-Algorithmus sie noch für relevant erachtet. (Grafik: Facebook)

Facebook versucht außerdem zu erkennen, welche Themen gerade besonders heiß diskutiert werden. Wenn ein Beitrag dazu auf Facebook geteilt wird, soll er automatisch eine höhere Sichtbarkeit haben. Außerdem werden Link-Posts gegenüber geteilten Fotos, die einen Link enthalten, bevorzugt. Auch können Tags auf andere Facebook-Seiten die Sichtbarkeit bei den Nutzern erhöhen, die ebenfalls dieser Seite folgen.

Im Falle von Videos, die ihr auf Facebook hochladet, entscheidet neben Likes und Kommentaren auch die Anzahl der Views und wie lange die Nutzer sich euer Filmchen angeschaut haben.  Zumindest auf mobilen Endgeräten hat auch die Netzgeschwindigkeit des Nutzers Einfluss darauf, was im Newsfeed angezeigt wird. Erkennt Facebook eine langsame Verbindung, werden beispielsweise weniger Videos im Newsfeed des betroffenen Nutzers auftauchen.

Wenn eure Freunde einen Beitrag liken oder kommentieren, könnte das ebenfalls Einfluss darauf haben, wie weit oben im Newsfeed der Beitrag angezeigt wird. Wenn ein Nutzer selbst viel mit einer Seite interagiert, wird er auch zukünftig häufiger Beiträge dieser Seite zu Gesicht bekommen. Auch ein möglichst vollständig ausgefülltes Seiten-Profil kann Einfluss auf die Sichtbarkeit haben. Außerdem kann es hilfreich sein, wenn eure Fanbase mit der einer anderen hochwertigen Facebook-Page große Überschneidungen aufweist.

Repräsentative Umfragen: Facebooks neuster Ranking-Mechanismus

Am ersten Februar 2016 hat Facebook bekanntgegeben, dass das Unternehmen auch repräsentative Umfragen durchführt, die Einfluss auf unseren Newsfeed haben. Hunderttausende Nutzer werden im Rahmen dieser Umfragen dazu angehalten, Einträge danach zu bewerten, wie gerne sie den jeweiligen Beitrag in ihrem Newsfeed sehen wollen. Anhand repräsentativer Samples errechnet ein Algorithmus dann, welche Beiträge ein Facebook-Nutzer wahrscheinlich gerne im oberen Bereich ihres Newsfeeds sehen würden.

Facebook schätzt also bei jedem Beitrag ab, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein Nutzer die Story hoch bewerten würde. Liegt die Wahrscheinlichkeit dafür ebenso hoch wie die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Nutzer mit einem Beitrag interagieren wird, zeigt Facebook das betreffende Posting im oberen Bereich des Newsfeeds an. Wie genau sich diese Änderung für einzelne Pages auswirken wird, lässt sich derzeit noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Seit Juni 2015 spielt auch die Zeit, die ihr zum Lesen eines Textes oder zum Anschauen eines Bildes aufwendet, eine Rolle. Scrollt ihr beispielsweise durch euren Newsfeed und stoppt eine Weile über einem Post, bevor ihr weiterscrollt, nimmt Facebook an, dass euch dieser Beitrag interessiert hat. Diese Information wird wiederum von Facebook gespeichert und hat Einfluss auf die Zusammensetzung des Newsfeeds.

Newsfeed No-Gos: Was Facebook seinen Nutzer lieber nicht zumuten will

[...] people tell us there are occasionally instances where photos or videos are uploaded to Facebook over and over again. We’ve found that people tend to find these instances of repeated content less relevant, and are more likely to complain about the Pages that frequently post them. Quelle: Facebook

Seit 2014 versucht Facebook, der Schwemme an sogenanntem „Linkbait“ Einhalt zu gebieten. Der Algorithmus soll solche Inhalte auf zwei Arten erkennen können: Zum einen identifiziert das soziale Netzwerk „Linkbait“, wenn viele Nutzer zwar auf einen Link klicken, aber direkt danach wieder auf Facebook aktiv sind und den Inhalt augenscheinlich nicht wirklich lesen. Auch wenn zwar viele Menschen auf einen Link klicken, aber nur sehr wenige diesen Link kommentieren oder liken, geht Facebook von Linkbait-Inhalten aus. Außerdem versucht Facebook, Videos und Fotos aus dem Newsfeed zu filtern, die immer und immer wieder hochgeladen werden. Seiten, die das machen, können mit einer geringeren Sichtbarkeit rechnen.

Newsfeed: Facebook ist kein Fan von Memes, Link- und Like-Baiting. (Screenshot: Facebook)
Newsfeed: Facebook ist kein Fan von Memes, Link- und Like-Baiting. (Screenshot: Facebook)

Reine Textbeiträge von Facebook-Seiten sollen nach Angabe von Facebook ebenfalls keine sonderlich hohe Reichweite haben. Die Anzeige von übermäßig werbenden Inhalten vermindert Facebook seit November 2014. Beiträge, die nur dazu dienen, Nutzer zum Download einer App oder zur Teilnahme an einem Gewinnspiel zu bringen, sollen also weniger prominent im Newsfeed auftauchen. Dasselbe passiert, wenn ihr Inhalte aus einer Facebook-Anzeige in einem regulären Beitrag erneut verwendet.

Als negatives Signal für den Newsfeed agiert die Verstecken-Funktion. Wie stark die sich auswirkt, variiert allerdings je nach Nutzer. Die meisten Facebook-User verstecken beispielsweise nur wenig Beiträge. Bei ihnen wertet Facebook es daher als sehr starkes Signal dafür, dass sie bestimmte Dinge nicht im Newsfeed sehen wollen. Eine kleine Anzahl von Nutzern setzt die Funktion allerdings beinahe ständig ein. Bei ihnen hat das Verstecken einzelner Beiträge daher deutlich weniger Einfluss darauf, ob ähnliche Inhalte zukünftig nicht mehr angezeigt werden.

Fazit: Wie sollten Facebook-Seitenbetreiber vorgehen, um im Newsfeed ihrer Fans aufzutauchen?

Facebook gibt Seitenbetreibern die folgenden Tipps, um im Newsfeed ihrer Fans sichtbar zu sein:

  • Erstelle zeitnahe und relevante Beiträge.
  • Baue Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei deinem Publikum auf.
  • Frage dich selbst: „Würden Menschen diese Inhalte mit ihren Freunden teilen und sie anderen Nutzern empfehlen?“
  • Denke darüber nach: „Würde mein Publikum diese Inhalte gerne in seinem Newsfeed sehen?“

Letztlich läuft alles darauf hinaus, dass Seitenbetreiber möglichst die Inhalte liefern sollten, die Nutzer auch sehen wollen, so vage die Hinweise auch klingen mögen. Logischerweise kann Facebook das am besten anhand von Likes und Kommentaren ablesen. Statt euer Publikum direkt dazu aufzufordern, solltet ihr versuchen, möglichst aktivierende Texte zu schreiben und ihnen auch inhaltlich einen möglichst großen Nutzwert zu liefern. Denn wenn ihr Content liefert, der eure Fans interessiert, werden sie auch damit interagieren.

Ihr solltet nicht vergessen, dass Facebook die Feinheiten des Newsfeed-Algorithmus regelmäßig anpasst. Über die wichtigsten Änderungen werden wir euch natürlich hier auf t3n.de auf dem Laufenden halten.

Zu guter Letzt solltet ihr auch einen Blick auf unseren Artikel „Der Kanal ist voll: Warum eure Facebook-Posts weniger Nutzer erreichen“ werfen, um zu verstehen, warum der Social-Media-Gigant überhaupt versucht, einen so großen Einfluss auf den Newsfeed seiner Nutzer auszuüben.

Letztes Update des Artikels: 2. Februar 2016

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3 Reaktionen
Dirim_Media
Dirim_Media

Ich find das gut, da die sinnlosen Beiträge auf Facebook immer mehr zunehmen. Viele Seitenbetreiber teilen Links mit einem interessanten Titel, klickt man auf diesen Link, wird man mit haufenweise Werbung bombadiert.

Antworten

Tomas Meier
Tomas Meier

.....soll er den „richtigen Menschen“ die „richtigen Inhalte“ zur „richtigen Zeit“ anzeigen.

Was im Umkehrschluss bedeuten könnte, dass reale Menschen eigentlich Abstand nehmen müssten von dieser Maschine welche ihnen "vorschreibt" was relevant ist und was sie zu lesen haben.

Antworten

www.quadronet.de
www.quadronet.de

Ich finde das sehr gut das Facebook hier eingreift, mit der Anzahl der sinnlosen Nachrichten in unserer Timeline macht es auf Dauer keinen Spaß mehr das alles zu lesen.
Dirk Wohlrabe - QUADRONET

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