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HTC stoppt Aktienhandel – Übernahme durch Google diese Woche?

    HTC stoppt Aktienhandel – Übernahme durch Google diese Woche?
Das HTC U11 ist das aktuelle Topmodell. (Foto: t3n)

HTC kämpft seit Jahren ums Überleben. Der Börsenwert ist so schlecht wie schon seit über zehn Jahren nicht mehr. Nun soll Google die Taiwaner retten. Die Ankündigung soll am 21. September erfolgen.

Ankündigung am 21. September: Google soll Teile von HTC übernehmen

Am Mittwoch hat die Taiwanische Börse (TWSE; Taiwan Stock Exchange) angekündigt, den Handel von HTC-Aktien ab dem 21. September zu stoppen. Das Unternehmen könne die Wiederaufnahme des Handels nach der Veröffentlichung der Informationen erneut beantragen. Wie Bloomberg-Reporter Tim Culpan auf Twitter schreibt, sei HTC-CEO Cher Wang in Taipeh, um am Donnerstag eine große Ankündigung zu vermelden. Weiter schreibt er, bei der Ankündigung soll es sich um die Übernahme durch Google handeln.

Neben Culpan meldet sich auch der notorische Tech-Leaker Evan Blass zu Wort, dem die Kopie einer Einladung zu einer Mitarbeiter-Versammlung HTCs am 21. September zugespielt wurde. Seinen Informationen zufolge werde Google bestimmte Teile von HTC übernehmen. HTC könne dabei als eigene Marke bestehen bleiben. HTC reagierte auf die Gerüchte mit der Ansage, man beteilige sich nicht an Spekulationen. Am Donnerstag wissen wir mehr.

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HTC geht es so schlecht wie lange nicht

Bei dem vor über 20 Jahren als OEM (Original Equipment Manufacturer) gestarteten Smartphone-Hersteller HTC sieht es alles andere als rosig aus. Schon seit Jahren machen dem Unternehmen die großen Player wie Samsung, Apple und weitere zu schaffen. Die letzten Top-Smartphones wie das aktuelle HTC U11 (Test) und das letztjährige HTC 10 waren zwar außerordentlich gute Geräte – kaufen wollte und will sie aber offenbar kaum jemand.

Die Veröffentlichung des aktuellen Finanzberichts zeigt erneut den dramatischen Zustand des Unternehmens: Der August war der schlimmste Monat seit 13 Jahren, der Umsatz fiel im Vergleich zum Vormonat um 51,5 Prozent und um 54,3 Prozent zum August 2016.

Das HTC U11 ist eigentlich ein sehr gutes Smartphone, es verkauft sich aber nicht. (Foto: t3n)

Ob ein neues „Killer-Smartphone“ für HTC die langfristige finanzielle Rettung bringen könnte, ist fraglich. Die Abspaltung eines Teils des Unternehmens wäre eine mögliche Option. Entsprechende Meldungen über den Verkauf der VR-Abteilung stehen seit Ende August im Raum. Angesichts dessen, dass dieser Teil des Unternehmens aber besser läuft als die Smartphone-Abteilung, wäre ein solcher Schritt unklug. Warum sollte sich ein Unternehmen von einer gesund laufenden Sparte trennen?

HTC: Kommt die Rettung durch Google?

Im August hieß es bereits in einem aus Taiwan stammenden Bericht der China Times, das Blatt für HTC könne sich bald wenden. Laut der Zeitung befände sich Google mit HTC in finalen Verhandlungsgesprächen. Dabei ziehe Google zwei Optionen in Erwägung: Entweder positioniere Google sich als strategischer Partner HTCs, oder HTC werde komplett übernommen. Die VR-Abteilung Vice sei dabei nicht Teil der Verhandlungen.

Die VR-Abteilung Vive von HTC soll nicht verkauft werden. (Foto: Jan Helge Petri)

Ganz uneigennützig wäre die Investition in HTCs Smartphone-Sparte nicht, schließlich entwickelt Google mit seiner Pixel-Sparte seit geraumer Zeit eigene Smartphones. Mit der engen Partnerschaft oder der Übernahme könnte Google auf die Expertise, Patente und Ressourcen HTCs zurückgreifen.

Die ersten beiden Pixel-Modelle sind im letzten Jahr übrigens mit HTC entstanden. In diesem Jahr sind die Taiwaner für mindestens eines der Smartphones verantwortlich, wobei gemunkelt wird, dass in beiden ein drucksensitiver Rahmen wie beim HTC U11 zu finden sein wird. Das zweite Modell soll von LG gebaut werden.

HTC: Google übernahm 2011 Motorola  und verkaufte den Smartphone-Pionier wieder

Das Google Pixel ist zusammen mit HTC entwickelt worden. (Foto: t3n)

Für Google wäre es der zweite Deal mit einem Smartphone-Hersteller. Zuletzt hatte das Unternehmen den Smartphone-Pionier Motorola 2011 für 12,5 Milliarden US-Dollar gekauft, um ihn drei Jahre später schon wieder an Lenovo für einen Appel und ein Ei abzustoßen. Damals ging Google es aber primär um Patente, um sich gegen Apple und andere Unternehmen in den mittlerweile weitgehend beendeten Patentkriegen zu schützen.

HTC und Google haben übrigens eine lange Geschichte: Das erste Android-Gerät überhaupt war das HTC Dream, das in Deutschland als T-Mobile G1 verkauft wurde. Das erste Smartphone von Googles Nexus-Familie, das Nexus One, stammte auch von den Taiwanern.

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