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Offenheit, Transparenz und guter Kaffee: Innosabi-Gründerin Catharina van Delden über gute Mitarbeiterführung [Interview]

Offenheit, Transparenz und guter Kaffee: Innosabi-Gründerin Catharina van Delden über gute Mitarbeiterführung [Interview]

Im Rahmen der und der aktuellen Ausgabe des t3n-Magazins haben wir mit Leadern der Digital-Branche gesprochen – beispielsweise mit Catharina van Delden, Mitgründerin von Innosabi, einem Anbieter von Crowdsourcing- und Open-Innovation-Software. Ein Gespräch über Mitarbeitermotivation und -förderung und Softskills, die jede Führungskraft heute mitbringen muss.

Offenheit, Transparenz und guter Kaffee: Innosabi-Gründerin Catharina van Delden über gute Mitarbeiterführung [Interview]
(Foto: Shutterstock / bogdanhoda)

Die WhatsApp-Gruppe heißt „Innosabi Family“

Innosabi-Gründerin Catharina van Delden. (Foto: Innosabi)
Innosabi-Gründerin Catharina van Delden. (Foto: Innosabi)

Innosabi hat seinen Sitz in München und wurde im Dezember 2010 von Catharina van Delden, Jan Fischer, Hans-Peter Heid und Moritz Wurfbaum gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen 15 Mitarbeiter. Kunden von Innosabi sind unter anderem Haribo, Continental, Görtz, die dm-drogerie, Edeka oder Ford. Weitere mit Leadern aus der Digital-Branche wie etwa Julia Hartz von Eventbrite und Jeff Diana von Atlassian gibt es in der aktuellen Ausgabe des t3n-Magazins mit den Schwerpunkt „die neuen Chefs – Spielend führen statt streng regieren“.

t3n.de: Wie stellt ihr sicher, dass ihr eure Mitarbeiter entsprechend eurer Fähigkeiten fördert und fordert?

Catharina van Delden: Gerade ein junges Unternehmen wie Innosabi lebt davon, dass jeder Mitarbeiter seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg beiträgt. Das geht natürlich nur, wenn jeder seine individuellen Fähigkeiten ideal einsetzen kann. Oft erkennt man solche Fähigkeiten erst im Laufe der Zusammenarbeit oder Mitarbeiter entdecken sie selbst erst nach einiger Zeit. Damit wir uns dann als Unternehmen gemeinsam mit unseren Mitarbeitern weiter entwickeln können, sind unsere Aufgabengebiete und Zuständigkeiten im stetigen Wandel —nur wenige in unserem Team arbeiten noch an genau den Themen, für die wir sie anfangs eingestellt haben.

Wenn Mitarbeiter also von sich aus motiviert sind, das Unternehmen voranzubringen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit gegeben wird, individuelle Fähigkeiten zu erkennen und einzubringen, entsteht ein dynamischer Prozess, bei dem sich jeder Einzelne da einbringt, wo er am wertvollsten ist.

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t3n.de: Wie wichtig ist euch eure Unternehmenskultur?

van Delden: Der Erfolg von Innosabi baut darauf auf, dass jeder Einzelne seine Stärken für das Team einbringen kann. Das einfach nur zu sagen, reicht natürlich nicht. Eine solche Botschaft muss in der Unternehmenskultur verankert sein und von allen gelebt werden. In unserem schönen, großen Altbaubüro sind fast alle Flächen miteinander verbunden, sodass man sich auch bei wachsender Teamgröße immer als Teil einer eingeschworenen Gemeinschaft fühlt. Mein eigenes Bürozimmer hat auch keine Tür und liegt direkt in der Mitte des Büros auf dem Weg in die Küche – hier kommen alle regelmäßig vorbei!

Der Gemeinschaftsgedanke ist überall präsent, zum Beispiel haben wir im ganzen Büro Orte geschaffen, an denen man sich unkompliziert austauschen kann – dazu haben wir aus einem Hinterhof-Theater kleine Bistrotische und Stühle gekauft, die jetzt in jeder freien Ecke zum Austausch einladen. Außerdem sammeln wir uns immer wieder spontan in unserer gemütlichen Küche und bleiben da auch nach Feierabend zusammen – wie bei jeder guten Party! Das schafft eine Atmosphäre, die weit über die einer typischen Arbeitsumgebung hinaus reicht und uns alle verbindet.

t3n.de: Wie motiviert ihr eure Mitarbeiter?

„Wir leben eine Arbeitskultur, die geprägt ist von Spaß, Vertrauen und der Überzeugung, gemeinsam etwas Großes zu schaffen.“

van Delden: Der größte Antrieb der Mitarbeiter entsteht dann, wenn sie sich mit dem Unternehmen verbunden fühlen und intrinsisch motiviert sind, Innosabi vorwärts zu bringen. Aktiv motivieren ist in diesem Kontext eher zweitranging, vielmehr entsteht die Motivation aus vielen Faktoren, die die Identifikation mit dem Unternehmen und dem Team stärken. Diesen Spirit habe ich selbst noch in keinem anderen Unternehmen gesehen. Ich kenne allerdings auch kein anderes Unternehmen, bei dem alle Mitarbeiter gesammelt in der Mittagspause im Sommer in den Münchener Eisbach springen.

Solche Kleinigkeiten zeichnen Innosabi aus und sind für uns alle enorm wichtig. Wir unterstützen die intrinsische Motivation auch damit, dass die Mitarbeiter, die signifikanten Einfluss auf den Unternehmenserfolg haben und länger als ein Jahr dabei sind, die Möglichkeit bekommen, Employee-Stock-Options zu zeichnen. So wird Innosabi von „meinem Arbeitgeber“ immer mehr zu „meinem Unternehmen“. Doch nicht nur für direkt beteiligte Mitarbeiter gilt dieses Gefühl: Wir arbeiten an einer großen Vision, wir wollen mit unseren Tools die Art und Weise verändern, wie Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Hier Vorreiter zu sein und Neues schaffen zu können, motiviert das ganze Team ungemein.

Innosabi-Gründerin van Delden: „Unser Team besteht aus unglaublichen Kaffee-Nerds“

t3n.de: Was tut ihr, um eure Mitarbeiter im immer transparenter werdenden Arbeitsmarkt zu halten?

van Delden: Auch hier sind die Identifikation jedes Einzelnen mit dem Unternehmen und die gemeinsame Vision zentrale Faktoren. Unser Team hat eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet und sie „Innosabi Family“ genannt – ich glaube, das sagt schon alles. Hier schicken wir uns Updates aus unserem Arbeitsalltag – beispielsweise, wenn wir ein von uns mitentwickeltes Produkt im Supermarktregal sehen, wir einen neuen Kunden gewonnen haben oder uns einfach nur ein Kaffee besonders gut gelungen ist. Wir haben ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zueinander und leben eine Arbeitskultur, die geprägt ist von Spaß, Vertrauen und der Überzeugung, gemeinsam etwas Großes zu schaffen. Einen solchen Zusammenhalt gibt es in den wenigsten Unternehmen und alle im Team wissen zu schätzen, das wir hier bei Innosabi etwas Besonderes haben.

Nicht zuletzt: guter Kaffee! Unser Team besteht aus unglaublichen Kaffee-Nerds, und wer noch keiner ist, wird einer, wenn er zu uns kommt! Mit Siebträgermaschine, selbst geröstetem Kaffee und Festwasseranschluss; hier investieren wir richtig Geld – bald kommt ein Barista, um unserem Team eine Latte-Art-Schulung zu geben. Wer bei uns auf den Geschmack von gutem Kaffee gekommen ist, wird wohl so schnell nicht in einem Großkonzern mit Filtermaschine in der Kaffeeküche glücklich werden.

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t3n.de: Welche Softskills muss jede Führungskraft heute mitbringen?

van Delden: Wir erwarten von unseren Mitarbeitern, die Führungsverantwortung übernehmen, dass sie wie Unternehmer denken und die Gesamtvision des Unternehmens vorantreiben. Dabei hilft natürlich ein offener und konstanter Austausch mit uns Gründern, um die Vision auch mitgestalten zu können. Darüber hinaus müssen sie die Fähigkeit haben, diese Vision vorzuleben und für ihren jeweiligen Aufgabenbereich greifbar zu machen – sie müssen begeistern können und mit Liebe zum Detail umsetzen.

Alle unsere Team-Mitglieder sind Macher-Typen, das leben natürlich auch die Führungskräfte. Wer nur konzipieren, denken und analysieren will und keinen Spaß an der Umsetzung hat, wird bei uns keinen Spaß haben.

t3n.de: Wie wichtig ist es euch, eure Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungsfindungsprozessen zu involvieren?

van Delden: Wir haben eine sehr transparente und offene Arbeitskultur. Es wird offen über Zahlen, Erfolge und Misserfolge gesprochen – und offene Fragen werden in die Runde gestellt. Dafür haben wir keine festen Prozesse, sondern pflegen einfach einen konstant offenen Austausch. Diese Offenheit im Entscheidungsfindungsprozess und die Möglichkeiten, sich darin einzubringen, sind zentrale Bestandteile unseres Unternehmens. Ein Mitarbeiter kann schließlich nicht Innosabi als „sein Unternehmen“ wahrnehmen, wenn er nicht aktiv daran mitgestalten kann.

Außerdem wissen wir, dass unsere Mitarbeiter Insights und Perspektiven haben, die bei Entscheidungen enorm wichtig sind. Es sprechen ja nicht nur wir Gründer mit unseren Kunden. Bei einem kleinen, geschlossenen Kreis an Entscheidungsträgern besteht immer die Gefahr, manche Aspekte außer Acht zu lassen oder sich unnötig auf bestimmte Punkte festzufahren.

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