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iPhone 5 Klone: Interessante Kopien aus Fernost

Das wird bekanntlich – wie viele andere Smartphones auch – in China zusammengebaut. Die Hersteller müssen dabei wohl in Kauf nehmen, dass ihre Geräte dreist kopiert werden. Das iPhone 5 wurde nun sogar schon vor dem Marktstart kopiert. Wir haben uns einmal umgesehen und zeigen euch die vier bekanntesten iPhone 5-Klone.

iPhone 5 Klone: Interessante Kopien aus Fernost

Zophone i5: Der Exaktste der iPhone 5-Klone

Das Zophone i5 gilt als einer der besten iPhone 5-Klone aus China. Bis auf das Fehlen von iOS 6 ist dem aus Fernost auf dem ersten Blick kein großer Unterschied zum Original anzusehen. Erst beim Blick auf die Rückseite wird die Herkunft klar, denn dort wurde das schmückende Apfellogo durch ein „ZO“ ersetzt und unten steht eben Zophone und nicht iPhone.

iPhone 5-Klone: Wer chinessche Schriftzeichen lesen kann, hat bei der Suche nach Klongeräten einen klaren Vorteil.

Die übrige Optik, der neue Formfaktor und sogar die Displayauflösung stimmen aber überein. Unter der äußeren Hülle werkelt ein 1,2 GHz starker Mediatek MT6577 Dual-Core-Prozessor mit einem GB RAM. Als verbautem Flashspeicher hat das Zophone i5 lediglich 4 GB an Bord, allerdings gibt es im Unterschied zum iPhone 5 einen microSD-Karten-Slot über den sich der interne Speicherplatz einfach erhöhen lässt. Dafür wird das Zophone i5 als einziger Klon mit der originalen Display-Auflösung von 1.136 x 640 beworben.

Natürlich muss man auch bezweifeln, dass die Performance des geklonten iPhones auch nur annähernd mit der des Originals mithalten kann. Dazu ist auch nicht geklärt, welche Android-Version zum Einsatz kommt. Der Preis wurde übrigens nicht geklont: Mit 160 Euro ist das Zophone i5 schon ein richtiges Schnäppchen.

Hier geht’s zur Website des iPhone 5 Klons Zophone i5…

Goophone i5: iPhone 5 Klon in bunt

Das iPhone 5 gibt es bekanntlich nur in schwarz oder weiß. Damit ist Apple relativ konservativ im Vergleich zu anderen Smartphone-Herstellern und auch gegenüber den Klonern aus dem Reich der Mitte. Mit dem Goophone i5 soll Ende November ein Klon auf den Markt kommen, der in vielen bunten Farben zu haben sein wird.

Wie beim Zophone i5 ist auch beim Goophone i5 das Gehäuse nahezu perfekt kopiert worden. Die Unterschiede finden sich im Inneren. Hier werkelt ein Quadcore Tegra 3 von Nvidia, der auf 1GB RAM zurückgreifen kann. Der interne Speicher ist 16 GB groß und lässt sich über den microSD-Kartenslot einfach erweitern. Die Display-Auflösung ist mit 960 x 640 Pixeln allerdings deutlich geringer als beim Original (1136 x 640).

Interessant ist beim Goophone i5 vor allem das Vorgehen der Kopierer. Statt auf das fertige Produkt von Apple zu warten, bedienten sie sich einfach an den zahlreichen Leaks und Mockups im Vorfeld der offiziellen Vorstellung. Dem Endprodukt hat es nicht geschadet, denn Goophone hat das Design sehr genau vorhergesehen. Als wäre das noch nicht dreist genug, gingen die Chinesen gleich in die Offensive und nutzten den Zeitvorsprung gegenüber Apple für die Patentierung des iPhone 5-Klon-Designs. Sollte Apple das iPhone 5 jemals nach China exportieren, kündigte Goophone eine sofortige Klage an.

Zur Herstellerseite des Goophone i5…

Hero H2000+: iPhone-Klon zum Schnäppchenpreis

Auch beim Hero H2000+ ist es auf den ersten Blick verblüffend schwer Unterschiede zum Original iPhone 5 zu erkennen. Enthüllt wird die wahre Identität des iPhone-Klons erst bei der Nutzung oder mit einem Blick auf die Rückseite, auf der natürlich das Apple-Logo fehlt. Beim Start erblickt der Nutzer dann die Oberfläche von Android 4.0.4.

Etwas gegeizt haben die Hero-Kloner bei einigen der verbauten Komponenten. So muss das vermeintliche iDevice mit lediglich 4 GB internem Speicher und 512 MB RAM auskommen. Immerhin gibt es auch beim Hero H2000+ den für die iPhone 5-Klone scheinbar obligatorischen microSD-Kartenslot, über den sich der interne Speicher erweitern lässt. Auch die Displayauflösung ist mit 800 x 480 Pixeln ganz sicher keine Retina-Auflösung. Als CPU kommt wie beim Zophone i5 ein 1,2 GHz starker Mediatek MT6577 Dual-Core-Prozessor zum Einsatz.

Das eigentliche Highlight des Hero H2000+ ist aber der Preis und die Verfügbarkeit: Während viele iPhone 5-Klone lediglich über Plattformen wie Alibaba.com oder direkt über den Herstellershop zu bekommen sind, lässt sich das Hero H2000+ über einen deutschsprachigen Shop bestellen. Der Preis: 159,99 Euro.

Thunderbird i5

Den iPhone 5-Klon „Thunderbird i5“ gibt es ebenfalls über den deutschsprachigen CECT-Shop. Mit einem Preis von 229,99 Euro ist dieser chinesische Klon teurer als das Hero H2000+. Der Thunderbird i5 wird von einer Mediathek MT6575 CPU mit 1,0 GHz angetrieben und kann auf 512 MB RAM zurückgreifen. Der 16 GB große interne Speicher tröstet etwas über das Fehlen der Möglichkeit zur Speichererweiterung hinweg.

Das Highlight soll das Display sein, dass der Hersteller selbst als Retina-Display bezeichnet. Das ist bei einer Auflösung von 854 x 480 aber stark übertrieben, denn das Original schafft immerhin eine Auflösung von 1.136 x 640 Pixel. Damit erschöpfen sich aber auch schon die erwähnenswerten Komponenten. Nimmt man dann noch die verwendete Android-Version hinzu, so kann dieser iPhone 5-Klon kaum noch begeistern. Mit Android 2.3.6 kommt eine mittlerweile reichlich veraltete Version zum Einsatz, die das Klon-Gerät nicht gerade attraktiv macht.

Fazit: iPhone 5-Klone aus China sind reine Blender

Eigentlich wäre es schon interessant einen iPhone 5-Klon mit Android mit dem Original vergleichen zu können. Mit den verfügbaren geklonten Geräten aus China ist das aber nicht mal annähernd möglich. Den einzigen Vergleich, den man anstellen kann, ist ein optischer. Zumindest auf den Bildern sehen die Klone schon sehr gut aus und sind von ungeübten Augen auf dem ersten Blick kaum vom Original zu unterscheiden.

Geht es dann an deren Funktionalität, so fällt die Maskerade schnell zusammen. Weder die verbauten Komponenten bzw. die Ausstattung noch die verwendete Android-Versionen lassen einen vernünftigen Vergleich zu. Das war aber auch nicht zu erwarten.

Bleibt noch die Frage, warum Apple nicht stärker gegen diese Plagiate vorgeht - die Aussichten für erfolgreiche Klagen sollten nicht so schlecht sein.

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4 Antworten
  1. von Benny Lava am 13.11.2012 (16:24 Uhr)

    Wie armselig muss man sein, wenn man sich sowas kauft. Und ohne iOS ist das sowieso Elektronikschrott.

    Ich habe heute in einem Möbelladen die billige Kopie einer Designerlampe, die bei mir in der Wohnung hängt, gesehen. Der Kopierer hat nicht verstanden, was das Original ausmacht und hat in seiner Kopie ein paar Details übersehen. So ist dieses Billigteil für ein paar hundert Euro einfach nur Schrott, während beim Original für zweitausend Euro alle Details stimmig sind. Wer sich die billige Kopie kauft, erlebt einfach nicht die Schönheit, Eleganz und Vollendung des Originals. Man bezahlt eben nicht nur das Material, sondern auch die Kreativität des Designers.

    Wer sich diesen Müll kauft, erlebt einfach nicht die Vollendung des Original-iPhones.

    PS: Japan ist das Reich der aufgehenden Sonne. China ist das Reich der Mitte.

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  2. von Falk Hedemann am 13.11.2012 (16:43 Uhr)

    @Benny Lava: Da teile ich Deine Meinung zu 100 Prozent (übrigens auch was das Reich der Mitte angeht ;) ist korrigiert, danke). Was man sich dann aber doch fragen muss: Wer kauft solche Klone? In China werden ja nicht nur Smartphones geklont, sondern eigentlich alles, was sich auf dem Weltmarkt verkaufen lässt und eigentlich sollte sich herumgesprochen haben, dass diese Produkte in den seltesten Fällen an die Originale heranreichen. Würden sie aber nicht gekauft werden, so hätte sich da nicht eine so große Industrie gebildet.

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  3. von cephei am 14.11.2012 (05:00 Uhr)

    @Benny Lava
    Ich bin gerade in China, Thailand, Vietnam, Indonesien und Malaysia unterwegs. Die Leute hier haben schlicht und einfach nicht die Möglichkeit, sich ein iPhone jemals leisten zu können. Das iPhone kostet sind für einen gut Bezahlten Thailänder 3-4 Monatsgehälter.
    Soweit dazu "wie armselig man sein muss".

    Des weiteren habe ich hier Kopien gesehn, welche zwar nicht einem iOS gerecht werden, was eine 1:1 Kopie angeht, wenn man aber mit Android 4.1 zufrieden ist, was Millionen von Usern einem iOS vorziehen, dann sind diese Kopien m.M. nach genausogut wie ein HTC oder Samsung Device. Die werden bei uns auch für 400 Euro gehandelt.

    Gerade bei Samsung sollte man aber vorsichtig sein. Diese Geräte werden 1:1 kopiert und zum selben Preis hier verkauft wie in der Schweiz. Die DE Preise kenne ich nicht, aber die werden nicht grossartig abweichen.

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  4. von Die Katze am 16.11.2012 (12:47 Uhr)

    @ Benny Lava Armselig scheint mir ein hartes Wort. Schön, dass es genügend Menschen in Deutschland gibt, die sich eine 'Lampe' für 2000€ leisten können, nun da fällt ein iphone auch nicht mehr ins Gewicht. Da bekommt 'armselig' seine eigene Bedeutung.

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