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Ist Klout illegal in der EU?

    Ist Klout illegal in der EU?

Klout gehört zu jenen Diensten, die versuchen die Aktivitäten eines Nutzers im Social Web durch eine Zahl auszudrücken, über die der Nutzer sich dann mit anderen vergleichen kann. Was viele Social-Media-Protagonisten toll finden, hat in Bezug auf die Einhaltung der Privatsphäre allerdings eine Schattenseite.

Klout sagt dir, wie erfolgreich du bist

Dienste wie Klout, Empire Avenue oder auch PeerIndex wollen das Bedürfnis der Social Media Aktivisten nach Vergleichbarkeit mit anderen befriedigen. Sie sind, wie die Social Networks selbst auch, kostenlos nutzbar und geben den Nutzern das Gefühl, sie bekämen damit quasi einen kumulierten Erfolgsquotienten an die Hand. Wie groß ist mein Einfluss im Social Web und wer steht (noch) über und wer (schon) unter mir? Die Dienste nutzen dafür die APIs der Social Networks und fordern den Zugriff auf die Daten von Facebook, Twitter & Co. gleich bei der Registrierung ein. Ist ja auch logisch, denkt man schnell, denn woher sollen Klout & Co. denn auch sonst wissen, wie erfolgreich man denn nun eigentlich ist.

Klout hat schon ein Profil für dich angelegt, bevor du den Dienst überhaupt kanntest.

Was genau nach dem erlaubten Zugriff auf die Daten von Facebook, Twitter & Co. geschieht, wird aber nicht erklärt. Schließlich werkelt im Hintergrund ja auch ein schützenswerter Algorithmus, der aufwändig programmiert wurde, um schließlich ein paar Zahlen in Form eines „Score“ zu produzieren. Und letztlich ist es ja das Ergebnis, das zählt. Doch zumindest bei Klout lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Klout nutzt nicht nur deine Daten

Solange ein Dienst Transparenz beweist und genau darlegt, welche Daten erhoben und wie sie genutzt werden, ist dagegen nichts einzuwenden. Zumal dafür ja auch die Erlaubnis der Nutzer notwendig ist. Anders sieht es immer dann aus, wenn Daten von Personen genutzt werden, die dafür nicht ihre Zustimmung erteilt haben. Und genau das ist bei Klout der Fall.

Wer Klout selbst nutzt, dem dürfte bei dem einen oder anderen Besuch auf der Klout-Seite auch schon mal ein Popup-Fenster aufgefallen sein. Darin heißt es dann, man würde beispielsweise Max Mustermann beeinflussen, doch der habe noch kein Profil. Klout schlägt dann vor, man solle den Max doch mal zu Klout einladen. Das wird dann sicher von vielen begeisterten Klout-Nutzern auch gemacht, denn schließlich winkt dadurch ein höherer Klout-Score, zumindest wird das mit der Meldung suggeriert.

So sieht einer dieser typischen Hinweise auf eine Person aus, die man laut Klout beeinflusst, die aber noch keinen Account aktiviert hat.

Ob man nun Einladungen verschickt oder nicht, ist aber gar nicht das Problem. Das liegt schon deutlich weiter zurück, denn wie ist es Klout eigentlich möglich, Profile von Personen anzulegen, die Klout gar nicht kennen und die die Plattform selbst auch nicht kennen dürfte? Und woher weiß Klout denn überhaupt, dass ich diese Personen beeinflusse? Und wie schafft es Klout dann auch noch, für Nicht-Mitglieder komplette Profile samt Bild zu erstellen und einen Score zu berechnen?

Die Antwort auf alle diese Fragen kann nur lauten: Klout nutzt alles an Daten, was aus den Social Networks herauszuholen ist. Das Ergebnis erinnert dann etwas an die Privatsphären-Problematik, die Facebook durch den Adressbuchabgleich geschaffen hat. Auch hier wurden Daten von Nichtnutzern dazu eingesetzt, Einladungen zu verschicken – und das, ohne dass die Facebook-User, deren Adressbücher als Datenquellen dienten, davon etwas mitbekamen.

Und Facebook spielt auch in Sachen Klout eine wichtige Rolle. Während Twitter eine öffentliche Plattform ist, bei der mit wenigen Ausnahmen alle Profile frei zugänglich sind, ist das bei Facebook anders. Hier haben nur Freunde untereinander Zugriff auf persönliche Daten in den Profilen. Es sei denn, man gewährt einem Dienst den Zugriff auf seinen Open Graph. Genau das nutzt Klout ziemlich umfänglich aus.

Es werden eben nicht nur die Zahl der Freunde und die Aktivitäten wie Likes und Comments verwendet, Klout schaut genauer hin. Wer bei einem Facebook-Freund auf der Pinnwand einen Kommentar hinterlässt, gerät gleichzeitig in den Radarstrahl von Klout, wenn der Freund seinen Klout-Account mit seinem Facebook-Profil verbunden hat. Natürlich ist ein Kommentar schon eine der Aktivitäten im Social Web, denen man ein gewisses Maß an Wert zuordnen kann, aber dabei bleibt es bei Klout nicht. Es scheint so, als reiche ein einfacher Pinnwand-Kommentar dazu aus, dass Klout ein komplettes Profil anlegt, das der unwissende „Nutzer“ nur noch per Einladung aktivieren muss.

„Jeder hat Klout“

Beim ersten Besuch von Klout wird man mit dem Slogan „Everyone has Klout - Discover Yours!“ empfangen. Das hört sich sogar sehr vertraut an, heißt es von Social Media Experten doch immer, es gebe kein Opt-out für Social Media - man könne sich höchstens dafür entscheiden, nicht hinzuhören. Klout treibt das mit dem Anlegen von Profilen für Nicht-Nutzer auf die Spitze. Besonders seit nicht nur öffentlich frei zugängliche Daten von Twitter einfließen, sondern auch nicht öffentliche Daten von Facebook. Das Ziel von Klout ist klar: Die Plattform soll wachsen und braucht möglichst viele Nutzerdaten, die dann an Werbekunden verkauft werden können. Das kann man dann auch so in den Nutzungsbestimmungen nachlesen. Dort heißt es unter anderem:

Use of Contact Information. In addition, we may use your contact information to market to you, and provide you with information about, our products and services, including but not limited to our Service.

Fazit: Ich lösche mein Klout-Profil!

Eigentlich schon interessant, dass im Falle von Klout die Diskussion um die Privatsphäre und Datensammelei von den USA zu uns herüberschwappt. Oft ist es eher anders herum, wobei viele der hiesigen Datenschutz-Diskussionen drüben nur für ein Stirnrunzeln sorgen. Warum Klout bei uns noch nicht für eine Kritikwelle gesorgt hat, sondern höchstens für ungläubiges Kopfschütteln über den Wert eines solchen Dienstes, bleibt unklar.

Der Optout zur Löschung des Klout-Accounts ist ganz unten in den Settings versteckt. Ein Klick auf den Link führt zu dieser Seite, auf der man unten rechts auf den Link (siehe Pfeil) und nicht auf den Button klicken muss.

Ich jedenfalls habe gerade mein Klout-Profil gelöscht. Wie andere Social Networks auch, die auf Expansion angewiesen sind, versucht Klout bis zum Schluss Zweifel beim Nutzer zu nähren, die ihn vielleicht im letzten Moment noch umstimmen. Und sogar ein Grund für das Abschalten muss man zwingend angeben. Übrigens gibt es die Möglichkeit zur Account-Löschung offiziell erst seit dem 1. November. Zuvor war dafür ein umständlicher Umweg über E-Mail notwendig.

Es ist geschafft...

Mir ist es sehr wohl bewusst, dass auch im Social Web nicht alles wirklich sozial ist und kostenlose Dienste nicht ohne Kosten betrieben werden können. Im gewissen Maße bin ich auch bereit mit meinen Daten zu bezahlen, aber bei den Daten meiner Kontakte wird für mich eine Grenze überschritten. So wie ich nicht möchte, dass über meine Kontakte Daten über mich erhoben und veräußert werden, möchte ich es auch keinem meiner Kontakte weiter zumuten, dass Klout über meinen Account Daten über sie sammelt.

Bleibt die Frage, ob der Umgang mit den Nutzerdaten überhaupt rechtskonform ist. Da Klout ein amerikanisches Unternehmen mit Sitz in San Francisco ist, dürften die Daten, zu denen ja auch IP-Daten gehören, auf Server in den USA gespeichert werden. Zumindest das sollte die Datenschützer auf den Plan rufen, wie es bei Facebook und Google auch schon der Fall war.

Für Großbritannien hat Charlie Stross bereits klar gemacht, dass Klout gegen geltendes Recht verstoße und damit illegal ist.

Wie sieht es denn bei euch aus - werdet ihr euren Account auch löschen oder haltet ihr das für übertrieben?

Weiterführende Links zum Thema Klout und Privatsphäre:

Finde einen Job, den du liebst zum Thema Social Media, Redakteur

19 Reaktionen
Michael M. Roth

Vielen Dank an t3n für den Artikel!
Er ist schon ziemlich meinungsbildend, beeinflussend, wie Klout sagen würde.
Somit könnte er - Ironie des Schicksals - den Klout Score des Autors erhöhen;
wenn dieser sich nicht schon mit Macht, aber erfolgreich von diesem verabschiedet
hätte ;)

Wenn man eine Meinung, die oft auch emotional unterstützt oder gefördert wird,
artikulieren möchte, unterlässt man mitunter eine objektive und nuancierte Analyse
eines Sachverhalts, so wie von Dirk S. eingefordert. Sichtbarkeit oder Meinungsbildungspotential
können somit erhöht werden. Aber das ist kein Vorwurf, die Welt besteht
aus solchen artikulieren Meinungen und Meinungsmachern.

Mich selbst hat der Artikel weiter zum Nachdenken angeregt. Ich bekenne,
dass ich Klout-Fan bin, auf meinem Blog micialmedia.de habe ich kürzlich einen
Artikel geschrieben, wofür ich mir das letzte, sehr kontrovers diskutierte Update
bei Klout zum Anlass genommen hatte. Schon das Update hatte meine Affinität
in Frage gestellt. Aber auch das: Eine Real-Life-Situation. Man vertritt eine Meinung,
ein Überdenken dieser oder eine Korrektur ist nicht ausgeschlossen.
Im Gegenteil, diese Fähigkeit zeichnet einen lernfähigen Menschen aus.

Ich sehe in Klout nicht das, was viele darin sehen: Eine Art göttliche Beurteilung
oder eine Maßzahl, nach der man sein Handeln ausrichten müsste. Durchaus
empfinde ich die Inspirationen, die mit Klout gekommen sind, als hilfreich.
Nehmen wir Twitter. Da hat einer zehntausend Follower. Im ersten Augenblick
sieht das so toll und erfolgreich aus. Doch sein Klout Score ist bei 25, Wie kann das sein?
Ah, de Mann hat noch nie auf eine Mention reagiert, eine Frage geantwortet, eine
Diskussion ausgelöst. Schließlich hat jeder die Möglichkeit zu schauen, was er von Klout lernen
kann. Und was nicht. Ich vergleiche Klout gerne mit einer Schulnote für ein bestimmtes
Fach. Ein Fach könnte lauten: "Wie sehr gelingt es mir, reale Aktivitäten im Netz zu
viralisieren?". Es gibt einen Einfluss in der Realität, einen im Netz, einen zu bestimmten
Themen. Freilich sollte man sehr vorsichtig sein bei der Bewertung von diesbezüglichen
Bewertungsnoten. In der Schule hat uns eine 1 oder eine 5 nicht zwingend als Mensch
verändert, es ist zunächst eine Reflexion. Was wir daraus machen, bleibt bei uns.

Der Datenschutz und die Privatsphäre sind wichtige Punkte. Immer wieder scheint es so,
als ob wir Europäer da ein größeres Bewusstsein haben als die US-Amerikaner, die das
Internet mit ihren zahlreichen sozialen Netzwerken und Anwendungen ja dominieren.

Dass Klout, wie im Artikel beschrieben, von meinen Facebook-Freunden
(auch wenn sie sich selbst nicht bei Klout registriert haben) bzw. deren Kommentaren
Daten sammelt, das halte ich schon für sehr wichtig, dies herauszustellen.
Um so mehr, weil dies nicht transparent gemacht wird und somit vielen, wenn nicht
gar den meisten, die Klout den Zugriff auf das eigene Facebook-Profil gewähren,
*nicht* bewusst sein dürfte.

Auch der Einwand von Dirk S. ist wichtig und richtig:
In den Privatsphären-Einstellungen bei Facebook kann man ja einstellen,
welche Daten von mir in den Facebook-Apps meiner Kontakte verwendet
werden dürfen.
Interessant wäre jetzt die Frage: Wie viel Prozent aller Facebook-User haben
dort schon mal rein geschaut?
Auch hier scheint eher der US-amerikanische Ansatz von Freiheit (der anderen,
auf meine privaten Daten zugreifen zu dürfen) zum Tragen zu kommen.
Denn - welch Wunder - wenn man in die Einstellungen schaut, sind per
Default und ganz salopp gleich mal überall die Häkchen gesetzt.
Die Apps meiner Kontakte (woher weiß ich überhaupt, welche Apps sie
nutzen und welche Daten diese Apps (von mir!!) sammeln) dürfen somit
auf so ziemlich alle Daten und Infos, die ich auf meinem persönlichen
Facebook-Profil von mir preisgebe, zugreifen. Bis zu jenem Tag, da
ich mir bewusst die Einstellungen anschaue und das eine oder andere
Häkchen entferne.

Wie bei ganz vielen anderen Diensten und Anwendungen im Internet
müssen wir also auch bei Klout kritisch hinterfragen, welcher Benefit
und welche möglichen "Kollateralschäden" mit der Nutzung verbunden
sind. Die Aufmerksamkeit des Internet-Nutzers bleibt gefordert.

Antworten
Sebastian Schneider

Vielen Dank für den Artikel, endlich hat auch mal jemand Klout von der anderen Seite betrachtet!

Antworten
Alex Kahl @probefahrer

Statt Profile zu löschen oder gleich von illegalen Diensten zu sprechen, sollte vielmehr über eine neue Form von Datenschutz und Privatsphäre nachgedacht werden.

Alle Theorien und Gesetze basieren auf analog. Ohne Netz und doppeltes Teilen. Klout gibt denenscheb doch letzten Endes nur was sie wollen: Eine einfach zu verstehende Abbildung ihres Web-Standpunktes.

Ob "belastbar" oder nach welchem Algorithmus berechnet spielt dabei doch nicht ernsthaft eine Rolle.

Klout zu verbieten, weil es mittlerweile überholte Datenschutzgesetze verletzt, ist so wie die Bild-Zeitung zu verbieten, weil sie doof macht. Und dieser Vergleich hinkt mit Absicht ;)

Antworten
Dirk S.

Ich würde gern mal ne Analyse und weniger Vermutungen und Spekulationen lesen ;)
Schaut mal hier: https://www.facebook.com/settings/?tab=privacy&section=apps

Einstellung: "How people bring your info to apps they use"

Da kann ich einstellen, welche Informationen über mich von anderen an Apps weitergegeben werden. Insofern hab ichs doch in der Hand, was Klout über mich von anderen Usern erfährt?

Antworten
Jan

Guter Artikel, der mir auch aus der Seele spricht. Ich habe bis jetzt kein Profil und werde auch nie eins bei Klout haben, aber allein die Vorstellung, dass ich da trotzdem schon präsent bin, ist wenig erfreulich.

Allein die Frage, ob Klout in der EU illegal ist, wird irgendwie nicht beantwortet, oder hab ich was überlesen? Gibt es dazu schon eine Entscheidung?

Antworten
Marc Thomalla

Ah, hier gehts wohl: http://klout.com/#/edit-settings/optout

(versteckt bei "Privacy" und dann ganz unten als Link)

Antworten
Marc Thomalla

Ja, der Button ist auch bei mir weg...

Antworten
kaffeeringe

Ich klick oben aufs Zahnrad und dann auf Profile Settings. Da kann ich dann aber ganz andere Sachen einstellen - meinen Namen usw. Und das auch nur speichern. Da ist nix mit Löschen.

Antworten
Marc Thomalla

Hi Frank,

ich hatte mich bei FB löschen lassen, musste aus Berufswegen leider wieder "mitspielen".
Wieso ich raus war:

Teil 1: http://thomalla.biz/2011/01/12/wieso-ich-meinen-account-praktisch-bei-facebook-loschen-werde/

Danach: http://thomalla.biz/2011/02/23/facebook-selbstmord/

Und zum Schluss: http://thomalla.biz/2011/03/09/facebook-datenschutz-ade-endgultige-loschung-die-keine-ist/

Wie gesagt, G+ hat keinen Mehrwert für mich, XING sehr wohl. Extrem viel Business drüber gemacht.

Gruß
Marc

Antworten
Marc
Marc

Meinen Klout Account habe ich gerade vor einigen Tagen löschen lassen. Der Dienst taugt nichts, die Rankings bringen keine belastbaren Aussagen und außerdem ist es nach meinem Dafürhalten in D rechtlich zumindest fragwürdig.

G+ sehe und nutze ich etwas anders. Dort führen wir schon via Circles, Hangouts und Verlinkungen erste kleinere Unterrichte durch. Die Filtermöglichkeiten sind vielfältig und komfortabel, so dass das Netzrauschen draußen bleibt. Ja, klar: G+ ist nicht umsonst, wir, bzw. unsere Daten sind die Ware/Bezahlung.

Antworten
Frank

@Marc
Und das Thema Reichweite kann man auch aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachten: Diese t3n Webseite hier hat eine Reichweite von sagen wir mal ganze Internetwelt.
In Twitter hat sie eine Reichweite von 21.047 und einigen Retweetern.
In Google+ ist die Reichweite wie groß? Sind es die gleichen wie in Twitter? Und Facebook?

Und wie groß ist die Reichweite, wenn jemand in Twitter etwas tweetet mit Link zu Facebook oder Google+?
Ich werde den Teufel tun und Facebook entblocken, nur um irgendwas lesen zu können. Danach darf ich wieder deren Cookies löschen und neu blocken. Zuviel Aufwand, lieber verzichte ich darauf.
Vermutlich werden es wieder nur Facebook Mitglieder sein, die den Artikel bei Interesse auch lesen und freundlicherweise kommentieren oder liken können.

Das Gleiche bei Google+: Jedesmal wenn ich einen interessanten Link auf Google+ sehe, verkneife ich es, ihn anzuklicken, weil als Nichtmitglied von Google+ kann ich dort zwar lesen, aber nichts kommentieren. Dann verzichte ich lieber auf's Lesen, denn in Google+ sind sowieso nur etwas mehr als Dreizeiler zu finden (so meine Erfahrung).
Nur wer in Google+ ist, hat etwas davon.

Homogene Welt: Twitter --> Facebook ---> Google+ --->Twitter --->
Und oft sind es exakt die gleichen Leute wie auch in einem dieser Medien.
Es ist eine abgeschlossene Welt, ein Web 1.5, denn anders als hier auf dieser Seite wo jeder Besucher kommentieren kann, bewege ich mich bei Twitter, Facebook und Google+ in einem elitären Kreis Gleichgesinnter.

Hat das etwas mit Reichweite zu tun? Oder eher rühren im eigenen Saft?
Die gleichen Leute mit dreifachem Aufwand zu erreichen?
...ach ja, es gibt manche die ja noch Xing benützen, also vierfachen Aufwand betreiben.

Antworten
Herbert Peck (@MwieM)

Die früher möglichen Abmeldungen per E-Mail haben nur in soweit funktioniert, als ich keinen Zugang mehr zum Profil hatte. Die Daten wurden jedoch nicht gelöscht. Als ich mich am Monatsanfang über die Profilseite abgemeldet habe, habe ich zusätzlich eine E-Mail an Klout geschickt und mit Berufung auf EU-Recht die Löschung aller Daten, auch auf Seiten Dritter verlangt. Text kann man im Post auf meinem Blog nachlesen.

Antworten
Marc Thomalla

Guten Morgen Frank.

du sprichst mir aus der Seele.

"Ich bin mir sicher, dass ich inzwischen dem neuesten Trend angehöre: Nicht überall dabei zu sein."

Ich bin auch kurz davor, Klout zu killen und mich auch bei Google+ zu verabschieden. Die Follower dort sind teilweise noch schlimmer als bei Twitter, Mehrwert habe ich bei Google+ gar keinen, außer ggf mehr Reichweite zu bekommen. Aber wozu? Man kann bei Google+ so krass beschei*en, das passt auf eine Kuhhaut mehr. Dazu werde ich die Tage noch was auf thomalla.biz bloggen.

Aber ich bin froh, nicht alleine zu sein, dem es so geht ;-)

Gruß und schönes WE,
Marc

Antworten
Frank

Sieht so aus, dass es langsam auch den eingefleischteren Social Media Nutzern dämmert, wohin der Zug geht. :-)

Klout ist nur ein Symptom der Auswüchse, insgesamt steuert das was wir unter Social Media verstehen, in die falsche Richtung.
Ich bin mir sicher, dass ich inzwischen dem neuesten Trend angehöre: Nicht überall dabei zu sein.
Es ist nicht hip, sich ausnehmen zu lassen wie eine Weihnachtsgans, für die kommerziellen Interessen der anderen, nur weil man nicht widerstehen kann.

Aber wer Klout sagt, muss auch Facebook und Google+ sagen.
Social Media wie es sich jetzt entwickelt, unterstützt nur den Drang zur Geschwätzigkeit der Menschen und sich in einem fiktiven Mittelpunkt wähnen zu wollen. Dabei nützen diese Dienste den Hang zur Bequemlichkeit aus, alles geht so einfach per Mausklick.

Wer sich die Strukturen dieser Dienste etwas genauer anschaut, kann sich ausmalen, dass ein Löschen von Profilen und Daten keinen Sinn macht, weil das Löcher in das Netz reißen würde. Wer selbst "Social Media" Datenbanken entwickelt und Einblick in mache Systeme hatte, weiß wie dort Daten gelöscht werden: "deleted" steht dann in einer Spalte neben dem Datensatz oder ganze Tabellen werden parallel als "gelöscht" Tabellen geführt, auf die man jederzeit zugreifen kann.
Würde Facebook alle meine Daten gelöscht haben, müssten bei anderen Usern ja Löcher auftauchen, wo zuvor noch mein Inhalt war.

Antworten
Falk Hedemann

@Kaffeeringe: Schau mal bitte in den Settings ganz unten, da sollte „If you would like to delete your account, click here.“ stehen. Der Screenshot zeigt dann schon die Seite nach dem Klick ;-)

Antworten
Kaffeeringe

Kann es sein, dass es den Menüpunkt zum Löschen nicht mehr gibt? Bei mir sieht die Seite anders aus.

Antworten
Sarah
Sarah

Ich habe ein Klout-Konto nur für unsere Firmenprofile, da ist es mir ehrlich gesagt eher egal. Es ist ganz nett, dem Chef ab und zu eine steigende Zahl zeigen zu können (ja, ich mache meine Sache gut, sehen Sie?).

Antworten
econcierge Gerry

Als Concierge und auch als eConcierge sehe ich das Vernetzen fuer notwendig - ich bin nun schon sehr lange dabei und weiss fuer mich zu entscheiden, wie ich beeinflusst werden kann. Wenn mein Nachfolger gefunden ist ziehe ich mich offline zurueck.

Ich habe die letzten 15 Jahren+ eine vermehrte "mal schnell machen" Mentalitaet beobachtet. Schnell mal anmelden, schnell mal buchen - vor allem ganz schnell mal anrufen. Es wird nicht gelesen und vor allem nicht mitgedacht. Ich kann nur auf die Blog-Kultur hinweisen. Es wird recherchiert, geschrieben und gelesen - auch verstanden. Schade nur, dass das Bloggen/Schreiben nur wenigen vergoennt ist. Es wird eher mal nur geklickt, aber nicht die Meinung geaeussert.

Schoen dass dieser Beitrag wieder auf das Mitdenken lenkt. Ich werde weiterhin die Vernetzungen nutzen - ist ja unser Concierge-Job. Privat kann das auch gemacht werden - jedoch nachdenken bevor geklickt wird.

Euer Concierge Gerry

Antworten

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