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Neue Nutzungsbedingungen: Google sammelt deine Daten bald zentral

Neue Nutzungsbedingungen: Google sammelt deine Daten bald zentral

hat in einem Blogpost angekündigt, die Datenschutzbestimmungen und Nutzungsbedingungen seiner Dienste vereinfachen zu wollen. In diesem Zuge werden über 60 verschiedene Richtlinien auf eine einzige zusammengeschrumpft. Diese wird ab dem 1. März in Kraft treten. Zusätzlich werden nahezu alle Dienste – begonnen mit über Google+ bis hin zu Analytics und – zentral verknüpft, um eine User-Experience aus einem „Guss“ zu liefern. 

Neue Nutzungsbedingungen: Google sammelt deine Daten bald zentral

Google: Einheitliches Profil soll Suche verfeinern

Viele von uns nutzen verschiedene Google-Dienste, die im Augenblick nur sehr locker miteinander verknüpft sind. Ab März will Google alle Services enger miteinander verschmelzen. In diesem Prozess werden gegebenenfalls Informationen aus verschiedenen Google-Diensten zusammengeführt, sobald der User angemeldet ist, erklärt Google. Die Nutzung der Google-Produkte solle auf diese Weise noch unkomplizierter und intuitiver werden, heißt es. Was sich bereits auf optischer Ebene durch Vereinheitlichung des Designs der verschiedenen Dienste abzeichnete, wird nun auch rechtlich umgesetzt.

Als Beispiel für eine tiefere Verknüpfung der Dienste nennt Google eine stärker auf die Interessen des Users angepasste Suche. In den Suchergebnissen auf Google.com zeichnet sich die Tendenz bereits ab. Durch die Suche erhält der User nicht nur allgemeine Ergebnisse aus dem Netz, sondern auch aus persönlichen Inhalten, wie Empfehlungen und Fotos von Google+-Kontakten. Auch der Austausch von Daten zwischen Google Docs und Google Mail aber auch zwischen Google-Kontakten und dem persönlichen Kalender soll einfacher werden.

Aus der Verknüpfung der Dienste ergibt sich nicht nur für den User eine bessere Usability, auch für Google bringt es einige Vorteile. Denn auf diese Weise kann Google ein besseres Nutzerprofil erstellen und somit die Werbeeinblendungen, mit denen der Suchmaschinenriese sein Geld verdient, optimieren.

google privacy
Google: Eine Datenschutzrichtlinie und nur noch ein Profil für beinahe alle Dienste.

Es gibt kein Opt-out aus den neuen Google-Richtlinien

Praktisch gesehen führt an den neuen Nutzungsbedingungen sowie der Vereinheitlichung der Profile kein Weg vorbei. Entweder die User akzeptieren diese oder sie gehen. Google beteuert indes, dass die gesammelten Daten weder verkauft noch ohne Genehmigung der User an Dritte weitergegeben werden - einzige Ausnahme sei eine richterliche Anordnung. Zudem arbeite Google daran, bei der Erhebung der Daten transparent zu sein und bietet Usern entsprechende Einstellungsoptionen.

User, die sich nicht mit den neue Richtlinien anfreunden können, haben keine Option, die Konten separat zu halten. Ihnen bleibt entweder übrig, die neue Bestimmungen anzunehmen oder sich komplett von Google zu verabschieden. Für letzteres bietet Google mit der Data Liberation Front ein Tool an, mit dem User all ihre Daten lokal auf ihrem Rechner sichern können. Auch das Löschen aller Google-Konten ist möglich.

Was haltet ihr von Googles Schritt? Ist es aus eurer Sicht eine praktische Vereinfachung? Oder hat Google seinen Pfad des „Sei nicht böse“ verlassen und wir nun zur allwissenden Datenkrake?

Weiterführende Links: 

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14 Antworten
  1. von obstschale am 25.01.2012 (11:21 Uhr)

    Ich freue mich das zu hören. Ich denke Google verlässt keines wegs seinen "Sei nicht böse" Pfad. Ich persönlich vertraue Google mehr als Facebook, Microsoft oder Apple. Ich glaube Google nimmt die Privatsphäre und den Datenschutz sehr ernst.

    Des weiteren bekommen wir (User) ja auch was zurück und wenn ich dafür "personalisierte" Werbung bekomme, kann ich damit leben. Ich sehe wirklich die Vorteile, dass ich mit Mail, YouTube, dem Kalender und meinem Android Handy besser arbeiten kann.

    Zudem setzt Google glaub ich einen "Meilenstein" in sachen Rechtlinien. Weil wer hat schon Lust 60 verschiedene Papiere zu lesen wenn es auch nur mit einem geht. Google macht es somit nicht nur sich selber sondern auch den Juristen einfacher. (Da sollte sich Facebook mal eine Scheibe abschneiden)

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  2. von Johnny am 25.01.2012 (11:23 Uhr)

    Ein Grund mehr, nicht alle Dienste von Google zu nutzen. Stattdessen lieber einzelne, ausgewählte Produkte verwenden.

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  3. von Copy & Print Weilburg am 25.01.2012 (12:24 Uhr)

    Eine Firma = Eine Richtlinie
    Die werden dadurch doch nicht mehr zur Datenkrake als bisher.
    Ich seh da keinen wirklichen unterschied.
    Es wird doch im Grunde transparenter und einfacher zu verfolgen was die wo wissen und machen.

    Andere Plattformen haben auch nur eine Regelung und nicht für jeden Dienst eine andere.

    Die Richtung ist schon völlig OK so.

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  4. von Frank am 25.01.2012 (13:37 Uhr)

    Das ist gar nicht ok, denn mit der Zustimmung geht auch eine Verknüpfung mit einem Plus-Account einher.
    Es ist also nicht mehr möglich, namenlos und geschäftlich neutral Google Analytics oder Android oder Webmaster-Tools zu benützen. Wer das bisher anonym nutzte, wird nun in den Social Media Topf geworfen der sich Google-Plus nennt.

    Wenn ich aber lediglich Analytics und Webmastertools benutze, habe ich nicht auch noch das Interesse, einen Google+ Account aufgezwungen zu bekommen. Und schon gar nicht mir Klarnamen. Ich möchte keinen öffentlichen Google+ Account haben, ich wollte nur ein paar Tools benützen, mehr nicht. Ich möchte nichts in Google+ schreiben, auch nicht einmal lesen, es interessiert mich nicht was dort geschrieben steht. Warum also sollte ich einen Google+ Account haben? Und warum sollte ich dann in neue Nutzungsbedingungen einwilligen, die mir nichts nutzen?

    Google weist einem wenigstens den richtigen Weg: Wer nicht zustimmt, kann gehen.
    Tschüss Google!

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  5. von obstschale am 25.01.2012 (13:40 Uhr)

    @Frank: Ich verstehe deine Aufregung nicht ganz. Niemand zwingt dich Google+ zu nutzen. Und wenn du vorher "nur" Analytics benutzt hast, dann ändert sich doch für dich nichts. Du gibt nicht mehr infos an Google und Google fordert dich doch auch nicht auf alles auf G+ zu posten. Oder verstehe ich das falsch?

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  6. von Frank am 25.01.2012 (13:49 Uhr)

    @obstschale: Teilweise, denn seit geraumer Zeit drängt mich Google bei jedem Login dazu, meinen Klarnamen anzugeben und auch Telefonnummer, um darüber meine Freischaltung zu gewähren.
    Daneben sind noch andere Angaben zu machen, die alle zum Google+ Account gehören.

    Bisher konnte ich diesen Anbiederungen einfach ausweichen und ignorieren, aber nun besteht Zwang.
    Zwang sowohl zum eröffnen des Google+ Accounts mit Angabe der Telefonnummer (nicht dass die geheim wäre, sie steht im Impressum, aber Google braucht die nicht zu haben) als auch Zwang zur Zustimmung der neuen Nutzungsbedingungen.
    Ich gebe also doch mehr Infos an Google ab, als sie vorher hatten. Ausserdem stehe ich dann mit Google+ Account in der Öffentlichkeit, obwohl ich gar keinen Account haben will.

    Das ist nicht mehr das Google das es einmal war, diese Methode ist neu, auch wenn schon lange davor gewarnt wurde, dass es mal zur Machtausübung kommen würde.
    "don't be evil" hat sich geändert, es geht nur noch um Machtausbau und mehr Geld. Das kann schon mal blind machen.

    Ausserdem, mann kann sich auch ganz gut ohne Facebook und Google+ austauschen :-)

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  7. von obstschale am 25.01.2012 (13:58 Uhr)

    @Frank: Das es jedem selber überlassen sein sollte ob er zu G+ oder Facebook geht, sehe ich genau so.
    Das Google jetzt so penetrant ist wusste ich nicht. Da ich halt ein Android Handy habe und auch bei G+ habe ich das nicht so mitbekommen.

    Ob Google wirklich so "evil" wird weiß ich nicht. Aber ich kann es auch nicht wirklich glauben. Aber natürlich bin und bleibe ich vorsichtig. Ich mach auch nicht alles öffentlich (aber anscheinend mehr als du ;) )

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  8. von Erik am 25.01.2012 (14:01 Uhr)

    Hi Obstchale, so wie ich den Artikel verstanden habe wäre das schon etwas grenzwertig. Stellt Euch vor Ihr benutzt tatsächllich "anonym" die Analytics-Sachen etc. Und wollt dann noch mit nem Android telefonieren. Unabhängig davon, versteht sich. Und bald also ist das verknüpft... an sich schonmal unschön. und dann hätte ich noch einen G+ Account, über den genau die ID ansprechbar ist, die meinem Telefon zugrunde liegt oder wie? (Also nicht meine persönlich, weil ich mir sowas nicht antue ;-)

    Hey Frank, suchen tue ich mit Ixquick, Web Analytics gibts auch Open Source (z.B. piwik), und fertig.

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  9. von salcher am 26.01.2012 (11:25 Uhr)

    Leute, es geht nicht nur um die Wirtschaft. Wir werden entdemokratisiert. Zumindest im Moment. INDECT, ELENA, Vorratsdatenspeicherung ect. Was ich nicht verstehe ist, wie es Facebook und G+ geschafft haben, euch allen die Echtnamen zu entlocken. Prestigedenken? Publikationsgier? profilierungssucht? Das wird für viele in naher Zukunft böse nach hinten los gehen.

    Was Suchmaschinen betrifft gibt es derzeit nur zwei sichere, die von dritter Stelle (Europrise) zertifiziert sind. Ixquick und Startpage. Letztere gibt sogar ungefiltert die ergebnisse von Google wieder.

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  10. von Frank am 26.01.2012 (11:43 Uhr)

    @Obstschale
    Es gibt einen interessanten Artikel der Beschreibt was ich auch denke:
    http://www.tagseoblog.de/warum-ist-super-google-gefahrlich

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  11. von verpixelt am 02.02.2012 (12:36 Uhr)

    Ich verstehe die Aufregung über die Zusammenführung der Dienste nicht. Wir haben Google doch mit zu dem gemacht, was es jetzt ist. Google hat Anfragen mit Angeboten befriedigt und Neuerungen/Innovationen wurden von Millionen Menschen dankend angenommen. Wir reden hier von sehr vielen kostenlosen Diensten in finanzieller Hinsicht.
    Das wichtigste tool dürfte für alle wohl die Google Suche sein, dicht gefolgt von Youtube. Dir passt die Zusammenführung nicht, okay melde dich ab. Nimm deine komplette Daten mit und verlasse die personalisierte Suche und all die anderen nützlichen Dienste von Google. Es hat niemand gesagt, dass man die Google-Suche nicht mehr verwenden kann wenn man die policy nicht annimmt. Sollte das irgendwo passiert sein, stimmt das schlicht weg nicht. Ich kann auch ohne mich an zu melden bei Google suchen.
    Dass Google mit den Daten, die sie jetzt zusammenführen können, natürlich mehr Umsatz durch noch genauer personalisierte Werbung machen können ist doch nur logisch. Ich nehme mir die Freiheit zu behaupten, dass keiner von euch umsonst arbeiten möchte. Warum soll dann Google nicht auch versuchen, das beste aus seinen frei verfügbaren Diensten für sich raus zu schlagen.
    Dass diese Meinung nicht objektiv ist will ich nicht leugnen. Ich kann nicht behaupt einen Tag verbracht zu haben ohne etwas über Google gesucht zu haben. Ich bin sehr zufrieden mit Googles Diensten und ich habe die Freiheit zu entscheiden ob ich sie nutze oder nicht.

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  12. von verpixelt am 02.02.2012 (12:40 Uhr)

    @salcher was sind für dich sichere Suchmaschinen? Was ist an Google unsicher? Ich bin mir sehr sicher, dass ich darüber finde was ich suche und bin mir eben so sicher, dass wenn ich es eingeloggt machen, dass super toller Händler x, mir noch tolleres Produkt y passend zu meinen letzten Suchanfragen hat.

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  13. von Johannes Franke am 18.02.2012 (14:42 Uhr)

    Wer sich nicht die Mühe machen will die Nutzungsbedingungen selbst zu lesen, kann sie jetzt anhören: Wir haben uns die Mühe gemacht diese als literarisches Meisterwerk einzulesen.
    http://www.youtube.com/watch?v=1gsguUr7dag

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  14. von Struppi am 23.02.2012 (14:58 Uhr)

    Wo steht denn in den neuen Bestimmungen etwas davon, das Daten nur bei einem richterlichen Beschluss weitergegeben werden?

    Soweit ich das sehe gibt google die Daten nach eigenen Gutdünken weiter. Konkret steht dort

    http://www.google.de/intl/de/policies/privacy/preview/
    Wir stellen personenbezogene Daten unseren verbundenen Unternehmen, anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die diese in unserem Auftrag verarbeiten, auf Grundlage unserer Weisungen und in Übereinstimmung mit unserer Datenschutzerklärung sowie anderen angemessenen Vertraulichkeits- und Sicherheitsmaßnahmen.

    Wir werden personenbezogene Daten an Unternehmen, Organisationen oder Personen außerhalb von Google weitergeben, wenn wir nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen, dass der Zugriff auf diese Daten oder ihre Nutzung, Aufbewahrung oder Weitergabe vernünftigerweise notwendig ist, um

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