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E-Commerce

Online-Supermarkt: Vorreiter Rewe trifft auf die Realität

    Online-Supermarkt: Vorreiter Rewe trifft auf die Realität

Rewe kippt seine Preisgarantie. (Foto: © eyeQ - Fotolia.com)

Rewe Online, der E-Commerce-Ableger der Supermarkt-Kette Rewe musste sein Angebot an die Realität anpassen: Sonderangebote aus der Filiale sind nicht mehr im Shop erhältlich.

Rewe Online lieferte bisher alle Lebensmittel zum selben Preis wie in der örtlichen Filiale von Rewe. Was nicht unbedingt die Regel ist, manche Online-Lebensmittelmärkte liefern eher zu geringfügig höheren Preisen als im stationären Handel. Ohne großes Getöse hat Rewe jetzt seine Preisgarantie gekippt und passt gleichzeitig weitere Bedingungen offensichtlich neuen Realitäten an.

(Quelle: Rewe-Online)
(Quelle: Rewe-Online)

Rewe Online: Alles wie im Markt?

Lebensmittel online einkaufen könnte einer der Wachstumsmärkte der Zukunft sein. Rewe gehört zu den aktuellen Vorreitern für Online-Supermärkte. Die Verbindung von lokalem Supermarkt und Onlineshop gilt bei Rewe als besonders gut gelungene Verzahnung von Online- und Offline-Geschäft. Rewe Online liefert in einer stetig wachsenden Anzahl von Ballungsräumen Lebensmittel direkt aus der lokalen Filiale zum Kunden nach Hause. Zum Start hatte der Supermarkt mit dem Slogan „Preise wie im Markt“ geworben und verfolgte passend zu diesem Slogan auch sonst die Strategie, dem Kunden im Vergleich zum Markt ein möglichst identisches Einkaufserlebnis zu verschaffen.

Rewe kippt Preisgarantie „Preise wie im Markt“

Preise wie im Markt, zumindest dieses Versprechen ist jetzt gekippt worden, wie das Supermarktblog dank einer Leserin herausfand. Wie dort zu lesen ist, fiel bei der Lieferung auf, dass für zwei Getränkekisten wesentlich mehr berechnet wurde, als die Kundin erwartete. Grund für die Preisdifferenz: Die Getränke waren im Wochenprospekt im Angebot, wurden aber zum normalen Preis geliefert. Die erste Erklärung zielte anscheinend noch auf ein angedeutetes Versehen hin, weil der Kundenservice der Kundin die Differenz damit erklärte, dass nicht aus dem Laden, sondern aus einem separaten Lager, geliefert wurde. Bei der Erklärung blieb es aber nicht lange: 

„Einige Knaller-Angebotspreise aus dem wöchentlichen Rewe-Handzettel wurden vom Rewe Lieferservice nicht übernommen beziehungsweise nicht mitangeboten. Im Sinne einer konsistenten und transparenten Kommunikationsstrategie verzichtet Rewe Lieferservice deshalb auf den Slogan ‘Preise wie im Markt’ in der Kommunikation beziehungsweise Werbung.”

Rewe-Sprecher Thomas Bonrath | Supermarktblog.com 22.01.2015

Mittlerweile ist das „Preise wie im Markt“-Logo folgerichtig nicht mehr auf der Website zu entdecken und der Service wird so nicht mehr beworben. Der Rewe-Sprecher betonte aber „Das Gros der Preise ist mit denen im Supermarkt identisch”.

Notwendige Anpassungen an die Realität

Im Gegensatz zur Filiale scheinen die Mischkalkulationen zwischen Sonderangeboten und Impulskäufen nicht aufzugehen, jedenfalls lässt die Reaktion von Rewe darauf schließen, dass eventuell verstärkt Sonderangebote gekauft wurden. Da zusätzlich Aufschläge für Getränkekästen von einem Euro eingeführt wurden, scheint es fast, als würde der Onlinesupermarkt von Rewe als Ergänzungsmarkt genutzt und nicht als Vollsortimenter.

Zumindest könnte ein wirtschaftlich spürbarer Anteil der Kunden nur vereinzelte Sonderangebote oder schwere Getränkekisten bestellt haben. Denn eines der Hindernisse, das voraussichtlich den deutschen Durchschnittskunden am meisten vom Einkauf abhalten könnte, dürfte Rewe nicht ohne zwingenden Anlass errichten: höhere Preise als im Laden. Es bleibt zu hoffen, dass Rewe tatsächlich nur aus kalkulatorischen Gründen auf die Sonderangebote aus den Filialen verzichtet und die Preise ansonsten nicht anhebt.

Auch der Ansatz, die Bestellung jeweils direkt von der Filiale erledigen zu lassen, scheint eine Überholung nötig gehabt zu haben: Da Rewe vereinzelt wohl schon mit zusätzlichen Lagern arbeitet, scheint die Nutzung der örtlichen Filialstruktur nicht immer auszureichen. 

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6 Reaktionen
Timon
Timon

Ja, ich bin einer dieser Kunden. Ich habe vergangenen Samstag zum ersten Mal nach Hause liefern lassen. Ein Großeinkauf ist als ledige Person ohne Führerschein, und ohne Auto nur schwer zu bewerkstelligen. Also wollte ich sämtliche Getränke und andere größeren Produkte (Küchenrollen, Klopapier etc.) nach Hause liefern lassen, und nur noch kleine und frische Sachen selbst holen. Aber wie schon andere festgestellt haben, stellte ich auch schnell fest, dass es für Getränkekisten und Sixpacks (also auch bei 6 Einweg-PET-Flaschen) je 1€ Getränkezuschlag gab. Daher habe ich mich kurzfristig gegen REWE entschieden, und bin zum Real-Lieferservice gewechselt. Dieser hat zwar knapp 6€ Liefergebühren, aber bei 3 Wasserkästen, einem Kasten Bier sowie 12x 0,5l PET-Flaschen als auch 12x 1,0l PET-Flaschen rechnet sich das wieder, da es dort keinen Getränkezuschlag gibt. (= Das wären bei REWE 8€ Getränkezuschlag gewesen). Selbstverständlich habe ich am dem Samstagabend dem Lieferanten (DPD) beim Tragen der Produkte geholfen. Nun hoffe ich, dass ich damit einen Monat über die Runden komme, und dass ich dann am Monatsende wieder dort einkaufen werde. Vielleicht dann aber auch ein bisschen mehr - aber leider gibt es noch nicht alle Produkte aus dem Handel im Onlineshop.

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Kevin Soldato
Kevin Soldato

Hier in Bielefeld klappt es meistens und meistens hat man ein bis zwei Ersatzartikel. Ich hatte aber auch schon Wochen wo es keine gab. Mich hat es immer mal gejuckt nach der Lieferung in den Rewe Markt zu fahren in dem gepackt wurde um zu schauen ob der Artikel wirklich nicht mehr vorhanden ist. Teilweise ist mir das manchmal komisch vorgekommen. Ansonsten bin ich mit dem Lieferdienst bis jetzt recht zufrieden. Kann man auch nachlesen unter https://www.soldato.de/rewe-online-lieferdienst-bielefeld-getestet/

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Tobias Felbecker
Tobias Felbecker

Mein Kollege Jonathan hat sein Einkaufserlebnis bei Rewe als Erlebnisbericht niedergeschrieben: http://www.foryouandyourcustomers.com/2015/01/rewe/

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Andreas alias infosocke
Andreas alias infosocke

Ich habe rewe dabei erwischt, dass deren Preise im Onlineshop selbst nei Normalpreisartikeln überhalb der Supermarktpreise liegen. Auf Twitter habe ich diese damit konfrontiert,.worauf mein Tweet tags darauf unsichtbar wurde. Auch über die Suche ist er verschwunden, jedoch nicht gelöscht! Details gibt es in weiteren Tweets meinerseits zum Thema, die allesamt ebenfalls ignoriert, aber bisher nicht unsichtbar gemacht wurden. Siehe https://twitter.com/infosocke/status/560567079439708162 https://twitter.com/infosocke/status/560735634357116928
Bisher hat sich niemand der Story angenommen.

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Nils
Nils

rewe online ist stark gestartet und hat so stark nachgelassen, dass es in der aktuellen ausprägung nicht mehr lange halten dürfte. andauernd ersatzartikel oder nichtlieferung von bestellten artikeln - der gang zum supermarkt wird nicht verlässlich in die onlinewelt gebracht, sondern nur nach dem glücksprinzip nur zum teil ersetzt. als onlineshopper ist man gewohnt zu erhalten, was man bestellt. das ist bei rewe online (wie auch bei kaisers`bringmeister) nicht angekommen. das man zusätzlich auch (gerechtfertigte) liefergebühren zahlt, habt ihr im artikel unterschlagen, liebes tn3-team. denn damit sind die preise ja schon höher. erst wenn man komplett auf online-lager setzt, wird das modell sinnvoll und sogar über den preis attraktiv.

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Vomitorium
Vomitorium

Nils,
kann ich bei uns in München so nicht bestätigen:
Die Anzahl Ersatzartikel variierte immer - manchmal keiner, manchmal drei; was ich persönlich vertretbar fand.
Viel schlimmer waren wenn dann jene Ersatzartikel, Preisunterschied hin oder her, welche eine gänzlich andere Qualität hatten als das eigentlich bestellte... (es gibt bspw. bei Konserven durchaus massive unterschiede, und nein, nicht die teuren sind die besten ;-)

Liefergebühren von 5 EUR sind doch bei einer Bestellung von 70 - 80 EUR noch vertretbar? Wenn du selbst in den Markt müsstest, hättest du vermutlich auch nen vollen Einkaufs*wagen* (außer du kaufst nur Hochprozentiges für das Geld ;-), und den müsstest du dann auch nach Hause schleppen/fahren - ich sage mal, dass sich das relativiert.

Online-Lager:
Bin mir nicht sicher, ob sich das am Ende als so skalierungsfähig erweist, dass das dann wirklich funktioniert - wenn du das weiterspinnst, muss der Rewe-Fahrer in einem extrem konstruierten Beispiel bei jedem Haus halten und theoretisch alle Einkäufe aller Leute, die diese an dem Tag tätigen würden, ausfahren (bzw. dabei haben)...

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