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SOPA: Google, Facebook, Wikipedia und Co. planen Downtime als Protest

Aus Protest gegen die geplanten US-Gesetzesänderungen SOPA („Stop Online Piracy Act“) und Protect IP wollen große Internet-Unternehmen wie , , , und Co. offenbar gemeinsame Maßnahmen ergreifen – bis hin zur öffentlichkeitswirksamen Downtime. 

SOPA: Google, Facebook, Wikipedia und Co. planen Downtime als Protest

Internetkonzerne beraten gegen SOPA und Protect IP

Eine Welt ohne soziale Netzwerke, Suchmaschinen oder Online-Shops? Das ist sicherlich schwer vorstellbar für viele. Die zeitweise Abschaltung der eigenen Dienste wird in den Reihen von Google, Facebook, Wikipedia, Amazon, PayPal, Twitter, eBay und weiteren Web-Schwergewichten gerade deshalb als größtes Druckmittel auf die US-Politiker angesehen. Laut Branchenberichten wird genau das hinter den Kulissen besprochen. Die Nutzer sollen dann im Fall der Fälle auf eine Zensur-Warnung mit Hinweis auf die schwerwiegenden Folgen der geplanten Gesetzesänderungen stoßen, zusammen mit einer Aufforderung, den Kontakt zu den verantwortlichen Politikern zu suchen. Der dadurch entstehende Druck soll die politischen Entscheidungsträger von ihrem Vorhaben abbringen, gerade mit Blick auf die Präsidentschaftswahlen in den USA zum 6. November 2012.

Die Schwergewichte unter den Internetfirmen wappnen sich gegen die bevorstehende Gesetzesänderung des „Stop Online Piracy Acts“ der US-Regierung. (Foto: eleanor ryan / flickr.com, Lizenz: CC-BY-SA)

SOPA - Umstrittenes US-Copyright-Gesetz sorg für viel Wirbel

Als SOPA wird der „Stop Online Piracy Act“ Gesetzesentwurf abgekürzt, der es amerikanischen Copyright-Inhabern, der Medien- sowie Musikindustrie ermöglichen soll, die Verbreitung ihrer urheblich geschützten Inhalte zu unterbinden. Die geplante Gesetzesänderung basiert auf älteren Gesetzesvorlagen aus dem Jahr 2008, die sich auf den PRO-IP Act und den bereits erwähnten Protect IP Act beziehen.

Es ist vermutlich der bislang schärfste Eingriff, dem sich das Internet in seiner jetzigen Form ausgesetzt sieht und Gegner kritisieren den Entwurf als grobe Internet-Zensur und nicht mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit vereinbar. Befürworter sehen SOPA als einzige Möglichkeit, um Arbeitsplätze in den betroffenen Industrien zu sichern.

Der Gesetzesentwurf würde für alle Provider und Dienstleister bedeuten, ihre Services nicht länger zur Verfügung zu stellen, wenn direkt oder indirekt Urheberrechtsverletzungen über diese Kanäle begangen werden könnten. Wenn also ein Anbieter seine Server zur Verfügung stellt, verpflichtet er sich gleichzeitig zu gewährleisten, dass keine Urheberrechtsverletzungen begangen werden. Soziale Netzwerke würden sich einer Verletzung dieser Auflagen schuldig machen, wenn beispielsweise Videos mit urheberrechtsverletzenden Musikstücken auf ihren Servern zur Verfügung gestellt werden.

Was haltet ihr von den neuen Gesetzesentwürfen, die gerade diskutiert werden? Könnt ihr den Ärger der großen Internet-Firmen nachvollziehen oder sind die geplanten Copyright-Gesetze dringend notwendig?

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17 Antworten
  1. von René am 09.01.2012 (14:53 Uhr)

    DAS will ich sehen, dass ausgerechnet Google auch nur 1h freiwillig off geht … vorallem Adsense / Adwords … das wäre mal ein Understatement. Alles andere ist nur "heiße Luft".

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  2. von dani lifestyle am 09.01.2012 (16:04 Uhr)

    Macht ihr von t3n dann auch mit?

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  3. von Sönke am 09.01.2012 (16:46 Uhr)

    Ich könnte es mir schon vorstellen das sie das machen. Denn wenn das Gesetz wirklich in Kraft gesetzt wird dann kann Youtube dicht machen. Die können nicht jedes Video kontrollieren. Dann könnte auch Facebook keine Möglichkeit mehr bereitstellen Fotos hochzuladen und auch die Suche von Google wäre stark bedroht.
    Das ist meiner Meinung die bisher Größste Bedrohung des Internets.

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  4. von Torsten am 09.01.2012 (17:41 Uhr)

    Genau so sollen sie´s machen!

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  5. von dr. motte am 09.01.2012 (18:18 Uhr)

    wer will solche gesetze? sollen facebook, wikipedia usw. die server abschalten! ich find das gut. ich unterstütze schon lange auch die stop acta initiative in europa! http://stopp-acta.info es wird zeit, daß sich bestimmte konzerne daran erinnern, daß das internet nicht ein raum ist, in dem willkürlich gehandelt werden kann und die privatsphäre geschützt gehört! die politik in den usa ist ja wie bekannt ist, von den konzernen gesteuert. und das nicht erst seit george w. bush. weltweit, also auch in europa und deutschland soll die totale überwachung der unbescholtenen bürger gestartet werden. wenn die masssendatenspeicherung auch in deutschland eingeführt wird, muß ich mir überlegen ob ich noch jemals von zu hause ins internet gehen werde. vielleicht wacht ja auch deutschland und seine datenschützer auf? interessant auch, das sich facebook gegen diese überwachung stellt, die ja von datenschutz aus provitgründen nichts halten. wer will denn diese überwachung eigentlich? alle diese kabel-deutschland's, telekom's und maxdome's dieser welt, weil sie profit wollen und "illegales" streaming verhindern wollen, weil das ihren profit schmälert. dr. motte sagt: "wer gesetze einführt, entzeiht dsich der verantwortung der aufklärung und schaft angst vor bestrafung. " die ideologie dazu kann man in michel foucault's buch "überwachen und bestrafen" nachlesen...

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  6. von Felix am 09.01.2012 (19:04 Uhr)

    alle meine privaten Projekte machen sofort mit! ;)

    btw.. USA O,o *kopfschüttel*

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  7. von Stefan am 09.01.2012 (19:17 Uhr)

    Tststs ... Gesetze von schlecht informierten Politikern, die dann im Internet Dinge einschränken ohne vorher über die Folgen nachzudenken.

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  8. von Matthias am 09.01.2012 (19:27 Uhr)

    Das Gesetzt klingt ja eher nach Deutschland! :-P
    Mich würde interessieren wie dies in der Praxis funktionieren soll, da das ohne automatisierte Inhaltskontrolle nicht möglich ist und wirklich viele Internet-Services dichtmachen können oder ihren Services massiv einschränken müssten. Meiner Meinung nach müssen solche Gesetzesentwürfe gewisse Praxis-Hilfen mit an die Hand geben, dabei würden sie dann selber mit den Kern-Problemen konfrontiert werden. Oder die sollen einen Copyright-Webservice oder so zur Verfügung stellen! ;-)

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  9. von Lukas am 09.01.2012 (20:00 Uhr)

    ...den verantwortlichen US-Amerikanischen Politikern wird der Protest, bzw. die "Downtime" äußerst egal sein! Wer in Legislaturperioden, die von Umweltkatastrophen, politischen Revolutionen und dem Ost-West-Welt Konflikt geprägt sind, etwas von Politik versteht, sollte wissen, dass es den Demokraten in den USA sprichwörtlich am A**** vorbeigehen wird, ob eBay für ein paar Stunden offline geht...

    Ansonsten gibts ein Daumen hoch für den Artikel! Sehr informativ...

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  10. von Olaf am 10.01.2012 (01:24 Uhr)

    Das wäre der absolute Doppeltraum!!!

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  11. von Jan am 10.01.2012 (01:58 Uhr)

    Wow, eine Welt ohne Google, FB & Co. das klingt eigentlich schon nach Stoff für einen modernen Katastrophenfilm! Das würde ich gerne mal erleben... Die Durchsetzung des Gesetzes halte ich aber für so gut wie ausgeschlossen, Big G, FB & Co. haben bald eine stärkere Lobby als die Film/Musikindutrie ;)

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  12. von rubyist am 10.01.2012 (02:08 Uhr)

    "...um Arbeitsplätze in den betroffenen Industrien zu sichern..."

    Eine Logik wie sie fast aus Deutschland hätte kommen können. Um einen Arbeitsplatz bei der Film- oder Musikindustrie, die es m.E. eh verdammt leicht hat Geld zu verdienen, zu retten werden gleich mehrere Arbeitsplätze aus dem Internetbereich geopfert?

    Ich verstehe es generell nicht, auf der einen Seite sehen wir Politiker die Lobeshymnen auf das ach so tolle und demokratieschaffende Internet singen um kurz darauf solche Gesetzesentwürfe vom Stapel zu lassen. Ich bin kein Psychiater, aber das deutet für mich stark auf Schizophrenie hin...

    Generell hoffe ich das die Leute endlich aufwachen und erkennen, dass diese beiden Industrien ihre Finger überall mit drin haben und es sogar schaffen, das solche Gesetze überhaupt "angeregt" werden können. Ich persönlich kann die ganzen *Musikplayer einsetzen*-Junkies, sowieso nicht verstehen, die sich ihren Player immer mit der neuesten pseudo-musikalischen Diarrhoe vollstopfen, dabei Unsummen verpulvern und ständig mit den "Stöpseln" in den Ohren rumlaufen müssen...

    P.S.
    Ich weiß natürlich das auch Anbieter wie Facebook, Google und Co. keine Heiligen sind, aber Internetunternehmen sind (vor allem hier in Deutschland) immer der Schuldige, und werden eigentlich fast immer dazu verdonnert sämtliche unmündigen User (man könnte auch Vollpfosten sagen) vor sich selbst zu schützen. Die arme arme Film-/Musikindustrie dagegen wird vom Gesetzgeber meist in Schutz genommen, weil sie angeblich Tag und Nacht ausgeraubt wird und nach eigenem Bekunden kurz vor dem Ruin steht.

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  13. von rubyist am 10.01.2012 (02:09 Uhr)

    @Jan
    Also! Die Maya hatten doch Recht, die Welt wird 2012 untergehen (wegen hausgemachter Inkompetenz)... :-)

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  14. von Dennis am 10.01.2012 (11:05 Uhr)

    Toller Artikel. Ich bitte um die Downtime des gesamten Internets (alle wichtigen Seiten --> beinhaltet auch Pornoseiten, dafür wurde das Internet ja erfunden) für eine Woche. Dann sollen bitte alle auf die Straßen gehen und demonstrieren. Fakt ist, dass das mehr Aufmerksamkeit bekommen würde, als jede Naturkatastrophe, weil Sich mehr Leute mit dem Internet identifizieren als mit der Hungersnot in irgendeinem Land.

    Ich verstehe, dass sich eine Musik und Filmindustrie schützen möchte. Klar! Aber ich als deutscher IP User finde es sowieso einfach nur sch****, wenn mir irgendwo gesagt wird, du darfst das nicht sehen, weil du aus dem Land kommst (bzw. meine IP). Warum darf der Ami ein Musikvideo sehen und ich nicht.

    wenn die Amis solche Regulierungen wollen, dann bitte nur für Ihr land und ihre IPs. Heisst Amerika wird das 2te China. Ich als in Deutschlandlebender Mensch habe das Recht auf Informations und Meinungsfreiheit. MAcht für Amiland bitte ein "eigenes Informationszentrum" und dem Rest der Welt überlasst ihr das bestehende System...

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  15. von Wolf am 11.01.2012 (05:02 Uhr)

    Auf jeden Fall, aber etwas skalieren:
    Alle Seiten mal einen Tag.
    Alle Politiker- und Regierungsseiten Seiten in paar Tage länger.
    Und die Seiten der Musik- und Filmindustrie mal eine ganze Woche.
    Aber bitte auch die Server der Börsen nicht vergessen. Vielleicht reichen da schon 5 Minuten, um die restliche Wirtschaft daran zu erinnern, dass es das Geld der überwachten Bürger ist, mit dem dort gezockt wird.

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  16. von Roger am 12.01.2012 (00:19 Uhr)

    Es kann doch nicht sein dass ein paar mächtige Grosskonzerne die Freiheit des gesamten Internets massiv beschneiden nur um ein paar Arbeitsplätze zu sichern. Eines ist sicher: Wenn SOPA in dieser Form durchkommt gehen bestimmt viel mehr Arbeitsplätze verloren als durch diese hirnissige Initiative gerettet werden könnte. Die Musikindustrie soll sich darauf konzentrieren bessere Inhalte zu produzieren und aufhören die Schuld immer nur bei den ach so bösen Raubkopierern zu suchen- die durch die Einführung von SOPA sogar noch profitieren würden denn SOPA würde auf Kosten der Sicherheit des GESAMTEN INTERNET ins DNS System eingreifen! Deshalb kann man dazu nur eines sagen: STOP SOPA!

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  17. von okomann am 13.01.2012 (21:03 Uhr)

    Jahrelang haben die großen Medienkonzerne die Entwicklung im Internet verschlafen und jetzt, da sie wach werden, ist es zu spät und sie kommen sie mit dem Holzhammer und wollen alles einstampfen.

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