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Cash für Gründer: Der große Guide zur Startup-Finanzierung

Cash für Gründer: Der große Guide zur Startup-Finanzierung

Gute Nachrichten für Gründer: Die Vielfalt der möglichen Quellen für die Startup-Finanzierung war nie größer als heute. Wir nennen euch die wichtigsten Anlaufstellen: von der Seed-Phase bis zum IPO.

Cash für Gründer: Der große Guide zur Startup-Finanzierung

Cash für Gründer. (Foto: Shutterstock.com)

Mit dem Entschluss, eine Idee ernsthaft zu verfolgen, fällt der Startschuss für ein Startup. Ohne Unterstützer wird es aber kaum erfolgreich werden. Zum Glück gibt es in jeder Entwicklungsphase eines Startups diverse Fördermöglichkeiten.

Erste Schritte: Die Seed-Phase

In der Seed-Phase, der Anfangsphase einer Unternehmensgründung, die auch unter den Oberbegriff Frühphase (Early Stage) gefasst wird, arbeiten die Gründer zunächst ihr Geschäftskonzept aus und entwickeln einen Prototypen. Egal, ob das Startup dabei schon formell existiert, also angemeldet und im Handelsregister eingetragen ist, oder noch heimlich im heimischen Wohnzimmer an der Idee gebastelt wird: Schon jetzt gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die eigenen Finanzen aufzubessern.

So bekommen viele Gründer Geldmittel von Verwandten und Bekannten im Rahmen einer „Family&Friends“-Finanzierung – als Darlehen oder auch im Austausch für Unternehmensanteile. Bei dieser Form der Startup-Finanzierung steht das Geld schnell zur Verfügung und lässt sich flexibel – und vielleicht sogar zinslos – zurückzahlen. Gleichzeitig müssen Gründer aufpassen, dass die geschäftliche Verbindung die persönliche Beziehung zum Geldgeber nicht belastet.

Lokale Förderer

Auch Startup- oder Business-Plan-Wettbewerbe können die Kasse klingeln lassen und sorgen nebenbei für erste Kontakte zu Medien und Investoren. Eine Liste der staatlich geförderten Wettbewerbe findet sich zum Beispiel hier, umfangreichere Linksammlungen hier oder hier. Mit dem EXIST-Stipendium des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie, das zusätzlich mit Mentoring und Networking-Möglichkeiten punktet, winkt ein staatlich gefördertes Programm für Gründer, und auch die EU fördert innovative IT-Startups: Bis zu 2,5 Millionen Euro gewährt sie im Rahmen des Horizont-2020-Projekts pro Startup.

Eine weitere wichtige Anlaufstellen in der Anfangsphase sind die örtlichen Industrie- und Handelskammern sowie die Wirtschaftsförderungsgesellschaften, die Gründern und jungen Unternehmen auf lokaler Ebene zur Seite stehen. Neben Existenzgründungsberatungen und Möglichkeiten zum Austausch mit Gleichgesinnten bieten sie auch Zugang zu Fördermitteln und oftmals eigene Wettbewerbe an.

Wirtschaftsförderungsgesellschaften wie etwa hannoverimpuls in der niedersächsischen Hauptstadt bieten Beratungen und Coachings, Zugang zu Finanzmitteln und je nach Standort weitere Hilfen für Gründer, etwa Coworking-Spaces oder Austauschprogramme. (Screenshot: hannoverimpuls)
Wirtschaftsförderungsgesellschaften wie etwa hannoverimpuls in der niedersächsischen Hauptstadt bieten Beratungen und Coachings, Zugang zu Finanzmitteln und je nach Standort weitere Hilfen für Gründer, etwa Coworking-Spaces oder Austauschprogramme. (Screenshot: hannoverimpuls)

Startup-Paten: Die Business Angels

Eine besondere Bedeutung für Startups in der Seed-Phase nehmen Business Angels ein. Sie investieren schon zu Anfang der Unternehmensentwicklung Beträge von bis zu einer Million Euro und stehen dem Gründerteam darüber hinaus mit ihrer Expertise und ihrem Netzwerk zur Seite. Die Beziehung von Startups zu ihrem Business Angel ist oft sehr persönlich: Der Investor agiert als Mentor und lässt seine Schützlinge an seinem Management- und Branchen-Know-how teilhaben. Nach Möglichkeit öffnet er ihnen außerdem die Türen bei weiteren Kapitalgebern. Im Gegenzug erhält er die Möglichkeit, auf die unternehmerische Entwicklung des Startups Einfluss zu nehmen und sichert sich in der Regel auch Unternehmensanteile. Viele Business Angels sind in Netzwerken organisiert. Das Business-Angel-Netzwerk Deutschland oder die Plattform AngelList sind als erste Anlaufstellen für die Recherche zu empfehlen.

Inkubatoren und Accelerator

Accelerator-Programme und Inkubatoren, die Startups ebenfalls in der Frühphase unter die Arme greifen, sind in den letzten Jahren fast wie Pilze aus dem Boden geschossen. In unserer Bildergalerie findet ihr eine Auswahl der wichtigsten Förderprogramme für Startups in Deutschland:

In einem Accelerator sind vor allem Gründer richtig aufgehoben, die ihre Geschäftsidee schon deutlich entwickelt haben und nun Hilfe bei Konkretisierung und Umsetzung benötigen. Schafft ihr Team die Aufnahme in einen dieser „Startup-Beschleuniger“, erhalten sie in der Regel eine fünfstellige Anschubfinanzierung, ein mehrere Wochen oder Monate dauerndes Coaching, Büroräume und erste PR-Unterstützung. Dafür müssen sie allerdings auch Unternehmensanteile abtreten.

„Viele Inkubatoren werden von großen Konzernen unterstützt – diese ‚Corporates‘ verfolgen auch eigene Interessen.“

Inkubatoren helfen ebenfalls bei der Ausgestaltung des Geschäftsmodells, bieten Mentoring, Infrastrukturen und Geld. Hier ist die Beziehung zwischen Gründer und Förderer in der Regel noch enger als bei einem Accelerator. Die Aufnahme ist an strenge inhaltliche und formale Kriterien gekoppelt – Gründer erhalten deutlich höhere Finanzierungen, geben aber auch mehr Einflussmöglichkeiten an ihre Förderer ab. Kein Wunder: Gerade in der deutschsprachigen Szene werden viele Inkubator-ähnliche Programme von großen Konzernen betrieben oder unterstützt – und deren Interesse daran, ihr eigenes Geschäft durch die Beteiligung anzukurbeln und entsprechend mitzumischen, ist naturgemäß hoch. Gerade die Startup-Förderung durch die so genannten „Corporates“ hat in letzter Zeit enorm zugenommen, einzelne Programme unterscheiden sich in Art und Ausgestaltung enorm. Gründer sollten genau prüfen, ob das Angebot auch für ihr Startup vorteilhaft und wirklich schlagkräftig genug ist, um ihre Unternehmung deutlich voran zu bringen.

Vom Inkubator zum Company Builder

Startup-Finanzierung: Rocket Internet ist einer der bekanntesten Company Builder in Deutschland. (Screenshot: Rocket Internet)
Startup-Finanzierung: Rocket Internet ist einer der bekanntesten Company Builder in Deutschland. (Screenshot: Rocket Internet)

Manche Inkubatoren lassen übrigens auch gar keine externen Bewerbungen zu, sondern verfolgen nur inhouse entwickelte Ideen, wie etwa die LiquidLabs der Otto Group. In diesem Bereich ist der Übergang zu „Company Buildern“ wie Hitfox, Rocket Internet oder Project A Ventures fließend, die ausschließlich auf eigene Gründungsideen setzen und Teams bilden, um diese „auf die Straße zu bringen“. Einzig die Person des Gründers wird bei solchen Programmen in manchen Fällen aufgrund seiner operativen Expertise von außen ins Boot geholt. Insgesamt lässt sich hier allerdings keine starre Kategorisierung vornehmen – erscheint eine Kooperation lohnenswert, werden die beschriebenen Kriterien von einzelnen Company Buildern auch einmal aufgeweicht.

Bootstrapping: Finanzierungsform und Philosophie

Wer nicht bereit ist, schon in der Frühphase Unternehmensanteile und Mitspracherechte abzugeben, versucht die Startup-Finanzierung aus eigener Kraft. Das Bootstrapping, also der Aufbau eines Unternehmens ohne externes Kapital, ist mittlerweile weit mehr als eine alternative Finanzierungsform, ja fast schon eine Philosophie: Sie ermutigt Gründer, in kleinen Schritten beharrlich an ihrem Unternehmenstraum zu arbeiten, statt diesen früh an externe Geldgeber zu verkaufen.

(Bild: Oskar Herrfurth (gemeinfrei), via Wikimedia Commons)
(Bild: Oskar Herrfurth (gemeinfrei), via Wikimedia Commons)

Die Bezeichnung „Bootstrapping“ geht auf die Redewendung „To lift oneself up by one’s bootstraps“, also: sich an den eigenen Stiefelschlaufen hochziehen, zurück, die nicht nur in der IT, sondern auch in der Startup-Szene Verwendung findet. Ein möglicher Vorläufer: Der Lügenbaron Münchhausen soll sich samt Pferd an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen haben.

Die unmittelbaren Vor- und Nachteile leuchten ein: Beim Bootstrapping behalten Gründer die volle Kontrolle, ihr Startup kann allerdings in der Regel nicht exponenziell wachsen. Einige Gründer verfolgen ihre Bootstrapping-Philosophie mit Stolz, andere sind schlichtweg gezwungen zu bootstrappen, da sie in der Anfangsphase keinen interessierten Geldgeber finden. Bei aller Idealisierung des unabhängigen Gründers gilt: Während ein externer Investor vielleicht nicht in jeder Situation der passende Startup-Partner sein mag, ist seine Unterstützung vor allem in späteren Wachstumsphasen äußerst wertvoll.

Startup-Finanzierung mit der Crowd

Das Gegenteil vom Gründer als Einzelkämpfer ist die Finanzierung durch die Crowd: Hier eilt gleich ein ganzer Schwarm an Unterstützern zur Hilfe. Die einzelnen Crowd-Finanzierungsmodelle lassen sich dabei nicht immer trennscharf voneinander abgrenzen:

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  1. Beim Crowdfunding wird vornehmlich in ein konkretes Produkt oder Projekt investiert – neue Hardware etwa, aber auch Bücher, Kleidung oder Kunst. Geldgeber kann jeder sein, der möchte, dass das Produkt auf den Markt kommt. Für das frühzeitige finanzielle Engagement erhalten die Unterstützer (engl. „Backer“) oft Zusatzmaterial oder eine Erwähnung. Bekannte Crowdfunding-Plattformen in Deutschland sind Indiegogo, Startnext oder VisionBakery, seit Anfang Mai ist auch die „Mutter aller Crowdfunding-Plattformen“, Kickstarter, hierzulande aktiv.
  2. Beim Crowdinvesting (im englischen Sprachraum „equity-based Crowdfunding“) wird gezielt in Unternehmen, vornehmlich Startups, investiert. Durch eine Vielzahl an Investoren, die im Austausch für eine Beteiligung am Unternehmen kleine und mittlere Summen zur Verfügung stellen, kann hier auch ein stattlicher Betrag zusammenkommen. Die bekanntesten deutschen Plattformen sind Seedmatch, Companisto, Bergfürst oder Conda, aber es gibt noch zahlreiche weitere Anbieter. Die meisten Plattform-Betreiber prüfen das Geschäftsmodell eines Startups ganz genau, bevor sie es tatsächlich auf ihrer Seite vorstellen. Es gibt auch Plattformen, die eine Mischung aus Crowdfunding und Crowdinvesting anbieten, so etwa das auch in Deutschland aktive fundedbyme, das ursprünglich aus Schweden kommt. Beim „Curated Crowdfunding“ von Venturate dagegen investieren Klein-Investoren im Verbund mit professionellen Business Angels und VC-Firmen.
  3. Eine weitere Crowd-basierte Form der Kapitalbeschaffung ist Crowdlending: Hier wird der Kreditnehmer über das Netz mit passenden Kreditgebern, oftmals Privatpersonen, zusammengebracht. Plattformen wie auxmoney, finmar, das jüngst vom britischen Marktplatz Funding Circle übernommene Zencap oder Lendico vermitteln solche Kredite auf Peer-to-Peer-Basis, wobei Lendico sich eher an Privatpersonen richtet. Bei Auxmoney können Einzelpersonen, die sich selbstständig machen wollen, einen Existenzgründungskredit beantragen. Finmar dagegen ist auf Geschäftsprojekte spezialisiert, ebenso wie der Kreditmarktplatz Zencap, wo dank vieler kleiner Investoren Kredite bis zu 250.000 Euro zusammenkommen.

Kredite und Darlehen

Dass die neuen, crowdbasierten Finanzierungsformen so hohe Konjunktur haben, liegt auch daran, dass Gründern der Weg zu „klassischen“ Krediten und Darlehen bei ihrer Hausbank oft verstellt ist. Denn die von den Banken verlangten Sicherheiten können sie nur selten aufbringen. Einige spezielle Angebote richten sich allerdings explizit an Gründer.

Das StartGeld der nationalen Förderbank KfW zum Beispiel ermöglicht Gründern, Freiberuflern und kleinen Unternehmen, die seit weniger als drei Jahren am Markt aktiv sind, eine zinsgünstige Finanzierung von bis zu 100.000 Euro. Auch die Förderbanken der Bundesländer, etwa die NRW-Bank oder die Investitionsbank Berlin, haben ähnliche Angebote.

Zudem könnte sich der Weg zu einer Bürgschaftsbank lohnen: Die Funktion der Bürgschaftsbanken ist es, Selbstständigen, Freiberuflern und Kleinunternehmern die Kapitalaufnahme zu erleichtern. Dazu gewähren sie Bürgschaften, die bei der Kreditaufnahme als Sicherheit dienen. Jedes Bundesland hat eine eigene Bürgschaftsbank, eine Übersicht findet ihr hier.

Mikromezzaninkredite

(Grafik: Shutterstock.com)
(Grafik: Shutterstock.com)

Für die Mikromezzaninkredite hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des ERP-Sondervermögens den Mikromezzaninfonds (MMF) aufgelegt. Mezzanine Finanzierungen sind eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital. Bei Mitteln aus dem Mikromezzaninfonds, der schwerpunktmäßig soziale oder umweltorientierte Unternehmen, Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund fördert, agiert der Geldgeber als stiller Gesellschafter. Er erhält keine Stimmrechte und mischt sich operativ nicht ein.

Maximal 50.000 Euro können Gründer über den Mikromezzaninfonds erhalten, ohne Sicherheiten leisten zu müssen. Da die Fördersumme als Eigenkapital des Startups eingezahlt wird, kann dieses in der Folge auch leichter noch mehr Fremdkapital aufnehmen – immerhin kann es jetzt schließlich schon einen Grundstock an Kapital vorweisen. Die Beteiligung läuft für einen Zeitraum von maximal zehn Jahren, es werden acht Prozent Zinsen und eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 1,5 Prozent pro Jahr fällig. Beantragt werden Mittel aus dem Fonds über die mittelständische Beteiligungsgesellschaft im jeweiligen Bundesland, eine Übersicht über die Beteiligungsgesellschaften findet ihr ebenfalls beim Verband Deutscher Bürgschaftsbanken.

Early-Stage-VCs und Gründerfonds

Hohe Venture-Capital-(Risikokapital-)Summen kommen in der Startup-Frühphase eher nicht zum Einsatz: Die meisten VC-Firmen investieren erst, nachdem der Proof of Concept oder sogar der Markteintritt schon erfolgreich verlaufen sind. Ausnahmen bilden die Early-Stage-Investoren, in Deutschland beispielsweise Earlybird VC oder Point Nine Capital, aber auch Bertelsmann Digital Media Investments, E.Ventures oder Hasso Plattner Ventures.

Als öffentlich-privatwirtschaftliche Partnerschaft fördert der High-Tech-Gründerfonds Tech-Startups von einem frühen Zeitpunkt an. (Screenshot: HTGF)
Als öffentlich-privatwirtschaftliche Partnerschaft fördert der High-Tech-Gründerfonds Tech-Startups von einem frühen Zeitpunkt an. (Screenshot: HTGF)

Zusätzlich bieten so genannte Gründerfonds wie der High-Tech-Gründerfonds finanzielle Unterstützung in der Early Stage. Der High-Tech-Gründerfonds (HTGF) etwa geht davon aus, dass gerade jungen Tech-Startups durch aufwändige Forschung und komplexe Prototypen schon in der Frühphase hohe Kosten entstehen. Hier setzt er an und gewährt Startups im Regelfall 500.000 Euro (die später auf bis zu zwei Millionen Euro aufgestockt werden können), Mentoring und Zugang zum breit gefächerten Netzwerk des Fonds. Gründer geben dafür 15 Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen ab, außerdem müssen sie einen Teil der Fördersumme zurückzahlen (die genauen Bedingungen findet ihr in diesem PDF des High Tech Gründerfonds). Der HTGF ist eine öffentlich-private Partnerschaft zwischen dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, der KfW-Bankengruppe und mehreren privatwirtschaftlichen Unternehmen. Er beschreibt sich selbst als Deutschlands größten und aktivsten Seed-Stage-Investor. Daneben gibt es aber auch noch viele regionale Gründerfonds.

Das „große Geld“: Die Series-A-Finanzierung

„In der Growth-Phase kommt es auf schnelle Marktdurchdring-ung an. Und die kostet in der Regel Geld.“

VC-Firmen dagegen steigen zumeist mit der Series-A-Finanzierungsrunde bei einem Startup ein, wenn dessen Produkt schon auf dem Markt ist und das Unternehmen erste Umsätze generiert. Um den Markt zu durchdringen und gegen den Wettbewerb zu bestehen, müssen Produktion, Vertrieb und Marketing in der jetzt anstehenden Wachstumsphase (Growth-Phase) schnell ausgebaut werden – und dazu braucht man Geld. Venture-Capital-Firmen, die in ihren Fonds die Gelder externer Geldgeber verwalten, können solche Summen aufbringen – sie investieren ab einer Million Euro und aufwärts. Dafür erhalten sie Unternehmensanteile und oftmals auch gewisse Mitspracherechte, zum Beispiel Plätze im Aufsichtsrat des Startups.

Neben VC-Firmen sind in dieser Phase auch die Risikokapital-Arme großer Konzerne oder die Beteiligungsgesellschaften der Förderbank mögliche Investoren. Die Wiederholungen einer solchen Finanzierungsrunde zu einem späteren Zeitpunkt, zum Beispiel wenn die Internationalisierung oder der Launch eines weiteren Produkts anstehen, ist üblich und wird dann als Series B, Series C und so weiter deklariert.

Von hier aus geht es für ein Startup weiter in die Later-Stage. Im optimalen Fall klettern jetzt nicht nur die Bezeichnungen der Finanzierungsrunden, sondern auch die einzelnen Deal-Volumen und die Unternehmensbewertung kräftig nach oben. In der Pre-IPO- oder Bridge-Phase wird schließlich der Börsengang vorbereitet. Die typischen in der Startup-Szene bekannten VC-Firmen zählen hier nicht mehr unbedingt zu den beteiligten Geldgebern: Corporate VCs spielen weiterhin eine Rolle, aber auch Emissionsgesellschaften, Investmentbanken und -fonds werden zunehmend wichtig.

Startup-Finanzierung: Zurzeit sind noch eher wenige deutsche Tech-Startups an der Börse in Frankfurt gelistet. (Foto: Matyas Rehak / Shutterstock.com)
Startup-Finanzierung: Zurzeit sind noch eher wenige deutsche Tech-Startups an der Börse in Frankfurt gelistet. (Foto: Matyas Rehak / Shutterstock.com)

Fazit: Startup-Finanzierung mit Durchblick

Zwar ist es nach wie vor nicht leicht, das eigene Startup finanziell auf sichere Beine zu stellen, doch die Zahl der Möglichkeiten für Gründer, Geld einzusammeln, war nie größer als heute. Insbesondere durch die Crowd sind zusätzliche Finanzierungs-Optionen hinzugekommen, die sich oftmals auch sehr gut mit den klassischen Risikokapital-Varianten kombinieren lassen. Auch von staatlicher Seite wird mittlerweile einiges dafür getan, dass gute Ideen tatsächlich zur Umsetzung gelangen. Für Gründer ist es daher wichtiger denn je, sich den bunten Strauß an Maßnahmen genau anzusehen und die passgenaue Kombination zu definieren. So können sie ihrem Finanzierungs-Glück am besten auf die Sprünge helfen.

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