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Karriere

Keine Programmierkenntnisse? So erfüllst du dir trotzdem den Traum vom Startup-Job

    Keine Programmierkenntnisse? So erfüllst du dir trotzdem den Traum vom Startup-Job

Das Büro von Airbnb in San Francisco. (Foto: Emily Hagopian)

Du interessierst dich für einen Job in einem Startup, hast aber keinerlei Programmierkenntnisse? Macht nix! Es gibt viele Möglichkeiten, sich in einem Tech-Startup unentbehrlich zu machen. Wir zeigen euch, wo und wie.

Auch wenn Programmierkenntnisse momentan als wichtigste Eintrittskarte in die Welt der coolen Jobs gehandelt werden: verzweifelt nicht, Kunsthistoriker dieser Welt! Auch für Geisteswissenschaftler und sonstige Nicht-Techies bieten sich in der boomenden Startup-Szene spannende Karriere-Optionen.

Karriere: In Startups werden auch Nicht-Techies gern genommen

Zum Beispiel bei BoxCryptor, einem Anbieter für Verschlüsselungs-Software aus Augsburg: „Wir haben zwar ein technisch sehr komplexes Produkt, richten uns aber vor allem an Nicht-Techies als Zielgruppe“, sagt CEO Andrea Pfundmeier, „deswegen beziehen wir immer auch Nicht-Informatiker ein – gerade wenn es um das Feedback zur Benutzeroberfläche, Usability oder um technische Erklärungen geht.“

Andreas Schroeter, CEO von wywy. (Foto: wywy)
Andreas Schroeter, CEO von wywy. (Foto: wywy)

Sie selbst hat Rechts- und Wirtschaftswissenschaften studiert, ihr Mitgründer Robert Freudenreich ist Informatiker. Für Pfundmeier ist die Kombination aus verschiedenen fachlichen Ausrichtungen im Gründerteam mit ausschlaggebend für den Unternehmenserfolg. Auch beim Ad-Tech-Startup wywy, das seinen Sitz in unmittelbarer Nähe der Münchner Theresienwiese hat, sind technologische Skills nicht die oberste Priorität bei Neueinstellungen. „Wissen und technisches Verständnis können wir vermitteln“, sagt Mitgründer und CEO Andreas Schröter – „die Einstellung eines Mitarbeiters lässt sich dagegen nur schwer ändern. Deswegen sind uns Motivation, Verantwortungsbewusstsein und der Wille zu lernen und weiterzukommen wichtiger als die bisherigen Erfahrungen.“

Programmierkenntnisse sind kein Muss, technische Affinität schon

Bei ResearchGate zum Startup-Job: Ijad Madisch begrüßt auch Nicht-Techies im Team. (Foto: ResearchGate).
Bei ResearchGate zum Startup-Job: Ijad Madisch begrüßt auch Nicht-Techies im Team. (Foto: ResearchGate).

Die Startup-Vertreter, mit denen wir gesprochen haben, sind sich allesamt einig: Zu einem erfolgreichen Digitalunternehmen gehört mehr als technologische Finesse. Deswegen begrüßen sie explizit auch Talente mit ganz anderen fachlichen Hintergründen in ihren Teams. Trotzdem sollten Bewerber sich zumindest ein Stück weit für technische Zusammenhänge interessieren.

„Bei uns sind alle ein bisschen technikverrückt“, sagt Ijad Madisch, CEO von ResearchGate. Auch bei Book A Tiger, dem Berliner Reinigungskraft-Vermittler, seid ihr nur richtig, wenn ihr „eine gewisse Affinität zu Themen wie Internet und Technologie“ mitbringt, sagt Mitgründer und COO Claude Ritter: „Wir wollen auf jeden Fall Mitarbeiter mit verschiedenen Backgrounds im Team haben, denn durch unterschiedliche Blickwinkel ist man einfach nicht so eindimensional unterwegs.“

„Wir wollen auf jeden Fall Mitarbeiter mit verschiedenen Backgrounds im Team haben!"

„Ein gutes analytisches Denkvermögen und die Eigenschaft, auch große Probleme strukturiert anzugehen und Stück für Stück zu lösen, sind bei uns aber auf jeden Fall ein Muss.“ Für Nicole Fischer vom Kölner Mobile-Advertising-Startup KissMyAds gehören eine schnelle Auffassungsgabe „auch für technische Zusammenhänge“ und analytische Kompetenzen ebenfalls zu den wichtigsten Einstellungskriterien.

Der Traum vom Startup-Job: Arbeitgeber wie Spotify bieten viel Raum für Kreativität und Weiterentwicklung. (Foto: Limor Garfinkle)
Der Traum vom Startup-Job: Arbeitgeber wie Spotify bieten viel Raum für Kreativität und Weiterentwicklung. (Foto: Limor Garfinkle)

Ohne Code-Kenntnisse zum Startup-Job: Diese Bereiche sind vielversprechend

Wenn ihr beim Wort „technikaffin“ also gedanklich nicht direkt aussteigt, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten für euch, an einen coolen Startup-Job zu kommen. Mit Kommunikationsstärke und Organisationstalent findet ihr zum Beispiel sehr gut über die Bereiche PR und Marketing oder über das Projektmanagement einen Einstieg in die Startup-Sphäre. Auch in der Kundenbetreuung oder im Vertrieb könnte sich ein Plätzchen für euch finden.

Startup-Karriere: KissMyAds freut sich auch über Nicht-Techies. (Foto: Nicole Fischer)
Startup-Karriere: KissMyAds freut sich auch über Nicht-Techies. (Foto: Nicole Fischer)

Bei ResearchGate sind fachfremde Talente zum Beispiel in den Bereichen Copyright und Design untergekommen – aktuell sucht das Team nach Verstärkung im Business Development. Die Campaign-Manager, die bei wywy zusammen mit den Werbekunden deren Kampagnen weiterentwickeln, brauchen ebenfalls keine Programmierkenntnisse. Und das Startup KissMyAds aus Köln braucht helfende Hände in der Partner- und Publisher-Betreuung: „Publisher- und Advertiser-Manager arbeiten gemeinsam an einer idealen Vernetzung des mobilen Traffics unserer Publisher mit den Angeboten unserer Advertiser. Gemeinsam geht es ihnen darum, dass für mobile Werbung das bestmögliche Publikum gefunden wird.“ Hierzu sucht Nicole Fischer vor allem Mitarbeiter, die sehr gut Deutsch und Englisch sprechen, Umsätze und aktuelle Trends nicht aus dem Blick lassen und eigenverantwortlich arbeiten können.

Startup-Jobs: Weiterbildung zum Engineer nicht ausgeschlossen

In vielen Startups sind die Stellenprofile ohnehin durchlässig und die Mitarbeiter bekommen eine Menge Raum, um sich weiter zu entwickeln. Die Dynamik am Arbeitsplatz ist in kleinen, jungen Unternehmen um einiges höher als in traditionell organisierten, größeren Firmen: Auch die Stelle als Büroassistenz kann schnell ein völlig anderes fachliches Profil entwickeln.

„Wir arbeiten super-kollaborativ, im Laufe der Zeit schnappt man also unweigerlich auch technisches Wissen auf.“

Das bedeutet auch: eure Chancen, euch persönlich weiterzuentwickeln und dabei doch noch ein paar der viel gepriesenen technischen Fähigkeiten mitzunehmen, sind in Startups besonders hoch. „Wir arbeiten super-kollaborativ, im Laufe der Zeit schnappt man daher unweigerlich auch einiges an technischem Wissen auf“, sagt Claude Ritter von Book A Tiger. Ein Marketing-Mitarbeiter von Boxcryptor, laut Uni-Zeugnis übrigens Sozial- und Kommunikationswissenschaftler, sitzt aktuell sogar an der Neuprogrammierung der Unternehmens-Homepage. „Er hat natürlich gewisse Vorkenntnisse aus dem technischen Bereich mitgebracht, aber wir haben ihn dazu ermutigt, sich im Bereich Programmierung noch weiterzubilden“, sagt CEO Andrea Pfundmeier. Das helfe schließlich beiden Seiten: „Er erweitert sein Profil und wir profitieren von einem Mitarbeiter, der über seinen Tellerrand hinausblickt und zum Multi-Talent wird.“

Andrea Pfundmeier von Boxcryptor: Startup-Jobs auch für Geisteswissenschaftler. (Foto: Boxcryptor)
Andrea Pfundmeier von Boxcryptor: Startup-Jobs auch für Geisteswissenschaftler. (Foto: Boxcryptor)

Und auch wywy bietet seinen Mitarbeitern regelmäßige interne und externe Trainings, um sich weiterzuentwickeln und jedem das richtige Handwerkszeug für seine Aufgaben an die Hand zu geben.

Wenn ihr ernsthaft mit dem Gedanken spielt, zusätzlich zu eurer bisherigen Qualifikation programmieren zu lernen, solltet ihr euch gezielt in einem Startup bewerben, das solche Weiterbildungen explizit fördert. Boxcryptor etwa unterstützt die Mitarbeiter auch finanziell und während der Arbeitszeiten bei solchen Fortbildungen. Bei ResearchGate haben schon mehrere Mitarbeiter in nicht-technischen Bereichen angefangen, sich aber so sehr für die technischen Fachbereiche interessiert, dass sie mittlerweile selbst als Engineers tätig sind, erzählt Ijad Madisch. Die Senior Engineers bei ResearchGate unterstützen und begleiten solche Übergänge – „außerdem haben wir auch eine Gruppe, die sich alle zwei Wochen trifft, in der Nicht-Techies gemeinsam coden lernen.“

Worauf wartet ihr?

Fazit: Wenn ihr bei einem deutschen Tech-Startup durchstarten wollt, sind mangelnde Ausbildung und Expertise im technischen Bereich noch lange kein Showstopper. Nicht nur gibt es genug spannende Unternehmensbereiche, in denen Nicht-Techies einsteigen können, auch die firmeninternen Auf- und Umstiegschancen sind verlockend. Also – worauf wartet ihr noch? Vielleicht findet ihr ja in der t3n-Jobbörse den perfekten Startup-Job für euch!

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2 Reaktionen
Ribert
Ribert

Natürlich kann man sich seine Wünsche auch äußerst günstig mit Outsourcing verwirklichen :-)
Die Doku muss eben besser sein und Englisch ist Pflicht (Missverständnisse sind potenziell Höher), am Ende kommt aber das gleiche raus, nur eben viel viel viel günstiger.
Lohn in DE: 50€ - x€/h
Lohn in IN: 2$ - x$/h

Im niedrigen-mittleren Preissegment kann man da als Laie viel erreichen.

Antworten
Gute Idee
Gute Idee

http://t3n.de/news/it-gehaelter-2015-entwickler-597308/
http://t3n.de/news/entwickler-deutschland-verdienen-614031/
http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kaum-noch-Schrauber-Jobs-in-der-Unterhaltungselektronik-124610.html

Da studiert man vielleicht besser mal BWL oder Jura.
Irgendwo müssen ja die Einnahmen aus den Millionen- und Zillionen-Finanzierungs-Runden oder die Milliarden oder Zillionen aus dem Börsengang oder Aufkauf durch Yahoo, Facebook, Google, Microsoft... ja bleiben.
- Bei den Programmierern wohl wenig (siehe Link oben)
- Bei den Mindestlohn-Angestellten wohl auch nicht (siehe Team Wallraff und andere Reportagen)
Also welche Gruppe ist der Rest und was haben die wohl meist studiert ?
Na also.

Durch die Mindestlöhne sind die mehrjährigen Generation-Praktikum-Lebensläufe mit Praktikum jedes halbe Jahr bei einem anderen Konzern wohl nicht mehr möglich. Vielleicht also werden immer mehr BWLern und Geistes-Wissenschaftlern schneller klar das es zu viele studiert haben wenn man praktisch keine Praktika mehr bekommt und sich andere Firmen-Sorten (z.B. Startups) oder Beschäftigungen (Freiwilliges Soziales Jahr, Armee,...) suchen muss. Das man es schon ein halbes Jahr nach der Mindestlohn-Einführung merkt macht klar, das Ende des Jahres vielleicht eine Bildungsblase erkennbar wird...

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