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Startups: Wie man eine Idee findet, die wirklich Geld einbringt

Startups: Wie man eine Idee findet, die wirklich Geld einbringt

Dass innovative Ideen oft nicht die gewinnbringendsten sind, hat jetzt der Unternehmer und Berater Paras Chopra nochmals in seinem bekräftigt. Wer sich mit dem Gedanken eines trägt, das auch wirklich Geld abwirft, der wird in Chopras Artikel mit zahlreichen Hilfestellungen bei der Ideenfindung konfrontriert. Wir haben den als Serie angelegten Ratgeber genauer betrachtet und stellen ihn zusammenfassend vor.

Startups: Wie man eine Idee findet, die wirklich Geld einbringt

Marktorientierte Startup-Ideen

Paras Chopra sieht marktorientierte Startup-Ideen als erfolgreichere und gewinnbringendere Variante an. Sie seien im Vergleich zu innovativen, unbekannten und viel wollenden Ideen stets im Vorteil. Grundlegend sollte sich deshalb in der ersten Phase die Frage gestellt werden, was überhaupt eine passende, weil marktorientierte Startup-Idee ist und welche Charakteristika diese haben muss. Nach Chopra seien dies vor allem Ideen, die entweder

  • sich bereits als gewinnbringend erwiesen haben,
  • besonders das eigene Interesse erwecken,
  • den eigenen Fähigkeiten entsprechen.

Ist eine solche Idee und mit diesen Parametern gefunden, gilt es eine Nische in der gewählten Branche zu besetzen, zum Beispiel durch

  • ein Lösungsangebot in unterrepräsentierten Segmenten,
  • einfachere Lösungen,
  • billigere Lösungen und das Schaffen eines Massenmarkts.

Aus dieser Nische heraus kann man nach und nach expandieren, mit einem steten Auge auf den Branchenführer. Denn das Ziel müsse immer sein, sich an die Spitze des Marktes zu setzen.

Wie die richtige Startup-Idee finden, die auch Geld einbringt? Paras Chopra gibt in seinem Blog die Antwort. (Foto: qisur / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Startup-Ideen finden

Hier gelte nach Paras Chopra besonders: Zeit ist Geld. Wer ewig wartet, bis eine Idee ausgereift ist, oder diese überhaupt konkretisiert werden kann, der ist eigentlich immer zu spät drann. Chopra selbst habe fast nie einen erfolgreichen Unternehmer erlebt, der mit einer über Jahre entwickelten Idee Erfolg hatte. Warum also überhaupt erst eine Idee entwickeln?

Man müsse dies gar nicht tun, so Chopra. Und damit ist er nicht allein, geben doch auch die meisten gedruckten Businessratgeber stets den Rat, wenn sie die goldene Regel aufstellen: Wer denkt, er habe eine einzigartige Idee, irrt fast immer. Sollte es also besser heißen: Als Copycat zum Erfolg?

Um ein gewinnbringendes Startup auf den Weg zu bringen, würde sich das Kopieren bereits veröffentlichter Ideen besser eignen. Und dies sei schließlich das Konzept dieser Marktorientierung nach Chopra. Wer jetzt an dieser Stelle an Schlagworte wie „Konkurrierende Imitation“ denkt, liegt wohl voll auf seinem Kurs und seiner Augenhöhe, schließlich sind Biologismen ein wesentliches Merkmal amerikanischen Unternehmertums, beziehungsweis das der amerikanischer Prägung. Die Devise laute: Such dir einen wachsenden Markt aus und mach einfach ein besserers Produkt. Die Zutaten:

  • Wachsender Markt: Dieser habe meist überhaupt noch Lücken für Neueinsteiger, biete die nötigen Möglichkeiten einer Marktpositionierung und ein Marktführer sei oft noch nicht gefunden. Solche Märkte würden sich etwa in Incs Liste der 5.000 am schnellsten wachsenden Unternehmen ablesen lassen. „If they can do it, why can’t you?“
  • Interessanter Markt: Wenn ein Markt bereits aus eigenem Interesse attraktiv wird, dann sollte man sich dort versuchen. Schließlich gehöre auch Spaß zur Arbeit – neben Geld. „If you don’t see yourself passionate about it, don’t pick it!“
  • Chancengerechter Markt: Hier geht es nicht um gerechte, weil ethische Konkurrenzverhältnisse. Die Frage sei vielmehr, ob man als Unternehmer überhaupt eine Chance zum Einstieg habe. Hindernisse könnten zum Beispiele hohe technische Anforderung sein. Manchmal ist Rocket Science eben doch Rocket Science.

Chopra präzisiert abschließend auch einsteigerfreundliche Märkte, etwa SEO, Managment- und Produktivitäts-Tools oder E-Commerce-Angebote in der Touristik. Hier solle man sich am besten als erstes versuchen. Und auch Chopra ist so eingestiegen: Er ist Gründer und Entwickler eines A/B-Testing-Tools.

Konkurrenten versus eigene Startup-Idee

Hier liege der Schlüssel zum Erfolg: Viel Konkurrenz lasse auf einen gewinnbringenden Markt schließen. Man solle also besonders die Ideen verfolgen, die diese Konkurrenz haben. Dass diese bekanntlich nicht nur das Geschäft belebt, sondern auch der Marktpositionierung dienlich ist, sei ein weiteres Plus. Neue Ideen würden oftmals nicht oder nur schwer verstanden, bekannte hingegen schnell. Ausgewiesene Experten des anvisierten Marktes, etwa Tech-Blogger, könnten deshalb schnell Vergleiche mit bekannten Angeboten ziehen und die ihnen vorgestellte Idee, also das neue und ambitionierte Startup, besser illustrieren. Das sei die mächtigste Waffe, die eine marktorientierte Startup-Idee habe, so Chopra.

In der gewählten Nische die Konkurrenz nicht zu scheuen, sondern sie anzunehmen, setze den Erfolg in mindestens einem martkspezifischem Aspekt voraus:

  • Bediene deine Nische: Ist der Markt gewählt, sollte umgehend die wichtigste Information beschafft werden: Was wird wie angeboten? Wo gibt es Lücken? Was können bisherige Lösungen und vor allem, was können sie nicht? Auch ein Nische kann ein großer Markt sein – besonders für ein Startup unter dem Aspekt Umsatz. Hier heißt es Sondieren und mit aktiven Anbietern und Experten sprechen.
  • Kleine Unterschiede können entscheidend sein: Kunden sind meist mit ausladenden Benutzeroberflächen überfordert und die seien die Norm, so Chopras Ausgangspunkt. Deshalb könnte das Vereinfachen bestehender Lösungen ein erfolgversprechender Marktzugriff sein. „Ease-of-use“ sei ein Keyword, denn: Filesharing habe es bereits vor Dropbox gegeben und Social Networks vor Facebook. „Make it so simple that even a 5th grader can do it and you have a winner.“
  • Steige mit einer guten Preisgestaltung ein: Biete der gewählte Markt nur teure Lösungen an, dann könnte hier ein günstigere Lösung ans Ziel führen. Wenn sich die Möglichkeit biete, ein gleichwertiges Produkt zu einem geringeren Preis anzubieten, könnten sogar Marktführer vom Thron gestoßen werden, so Chopra.

Hier käme es schließlich auf die richtige Initialzündung an. Kunden müssten schnell gewonnen werden. Es gehe nicht darum, nur die gewählte Nische zu dominieren, sondern es müsse ganz klar auf die Marktbeherrschung abgezielt werden – und das ruhig langsam, aber kontinuierlich.

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3 Antworten
  1. von Fabian am 06.04.2011 (17:05 Uhr)

    Sehr interessanter Artikel, Danke.

    Dennoch würde ich anfügen, dass trotz allem auch immer etwas Glück dazu gehört. Man muss mit der richtigen Idee zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein.

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  2. von Flowsen am 06.04.2011 (18:10 Uhr)

    Den Abschnitt "Steige mit einer guten Preisgestaltung ein" ist natürlich so eine Sache. Steige in eine teure Branche ein, verkaufe billig und mach die Preise damit in der Branche kaputt… Gerade in Bereich Webentwicklung / Webdesign sehe ich das als Selbstständiger immer wieder mit welchen Preisvorstellungen die Kunden bei mir ankommen. Ich mache den Kunden damit kein Vorwurf, sie wissen es ja nicht besser.
    Wichtig finde ich es an dieser Stelle eine Lösung zu finden die für beide Seiten eine faire Lösung anbietet.

    @Fabian
    In der Tat, so ist es. Habe das selbst gemerkt, wir haben mit unserer CMS Lösung das Rad zwar nicht neu erfunden, aber haben damit eine Niesche entdeckt, in der das gefehlt hat. Zur rechten Zeit, am rechten Ort, bei der rechten Person! ;)

    Finde solche Themen um "Startup", "ideen" und "gutes Geschäftskonzept" grundsätzlich sehr interessant.

    Viele Grüße
    .Flowsen.

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  3. von Matthias @ lunchpin - Gastronomie Mobile… am 07.04.2011 (10:12 Uhr)

    Absolut interessanter und vor allem auch wichtiger Beitrag. In Europa allgemein und vor allem in Deutschland und Österreich gibt es keine wirkliche (Internet-) Startup Kultur, da ist es umso schwerer was hochzuziehen. Mit unserem eigenen Startup "lunchpin - die mobile Mittagskarte" hätten wir alle erwähnten Zutaten zusammen aber ohne entsprechenden Vertrieb und die richtige Kommunikation, was natürlich oft auch direkt viel Geld bedeutet, bleibt auch die beste Idee zur rechten Zeit am rechten Ort nur eine Idee. Auf jeden Fall sehr wichtig ist "Ease-of-use", da kann ich dem Autor voll und ganz zustimmen. Wir sind gespannt, in Kürze geht es bei uns auch in Deutschland los! Stay tuned!

    Viele Grüße

    Matthias

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