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Porträt

Timebuzzer: Kasseler Startup erfindet Hotbutton für die Zeiterfassung

    Timebuzzer: Kasseler Startup erfindet Hotbutton für die Zeiterfassung
Der Timebuzzer funktioniert wie ein „Hotbutton“ in einer Quizsendung. (Foto: Timebuzzer)

Timebuzzer will die Zeiterfassung wieder cool machen. Auf der Cebit gehört das Startup aus Kassel zu den Besuchermagneten.

Auf den ersten Blick erinnert das Produkt von Felix Bopp an einen gewöhnlichen Türstopper. Doch das kreisrunde, schwarze Gerät ist per Kabel an einen Computer angeschlossen und wenn man mit der flachen Hand darauf drückt, beginnt die Unterseite plötzlich blau zu leuchten. Ab diesem Moment tickt die Uhr.

Bopp ist Gründer von Timebuzzer, einem Startup aus Kassel, das eine der unbeliebtesten Tätigkeiten in Agenturen und Konzernen wieder cool machen will: die Zeiterfassung. „45 Minuten fallen durchschnittliche jede Woche pro Mitarbeiter dafür an“, sagt Bopp im Gespräch mit t3n.de am Rande der Cebit. Gängige Lösungen, etwa durch den alleinigen Einsatz von Software, seien häufig zu ungenau.

Nach Angaben von Bopp müssen Unternehmen jährliche Umsatzeinbußen von 1,25 Prozent hinnehmen, weil gestellte Rechnungen aufgrund schlampig erfasster Zeiten reklamiert würden. „Aus Gesprächen mit Agenturen weiß ich, dass Vorgesetzte ihre Mitarbeiter immer wieder in den Hintern treten müssen“, sagt Bopp.

Zeiterfassung leicht gemacht

Der Timebuzzer sieht aus wie ein Türstopper. (Foto: Timebuzzer)

Mit dem Timebuzzer hingegen soll sich das ändern. Durch das Drehen des Buzzers können zuerst verschiedene Auftraggebern ausgewählt werden, die zuvor angelegt wurden. Ein weiteres Drücken öffnet eine Projektübersicht und zeigt einzelne Aufgaben an, die zeitlich erfasst werden sollen. „Beispielsweise Webseitendesign oder Excel-Programmierung“, sagt Bopp. Drückt man anschließend erneut auf den Buzzer, läuft die Zeit – und wird so auch später gestoppt.

Die so erfassten Zeitdaten werden in der Cloud konsolidiert und können dort ausgewertet und in Excel oder PDF exportiert werden. Nach Angaben von Bopp versteht sich Timebuzzer mit zahlreichen Drittanbieterlösungen für Projektmanagement oder Abrechnung. Es wird schnell klar: Die Bedienung mit dem Buzzer soll Spaß machen und zur Zeiterfassung motivieren.

Wie gut das schon funktioniert, zeigt sich für das Startup auch auf der Cebit. Dort hat Bopp einen Stand in Scale11 gemietet, der Startup-Halle der IT-Messe. Der leuchtende Button fällt auf, immer wieder bleiben Besucher interessiert stehen und stellen Fragen. Ein Sennheiser-Manager erkundigt sich etwa nach den Einsatzmöglichkeiten des Buzzers in Videokonferenzen. Bopp tauscht bereitwillig die Visitenkarte aus. „Genau die Partner, die wir brauchen“, sagt er.

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Timebuzzer noch in Betaphase

Der physische Timebuzzer ist an eine Cloud-Software angeschlossen. (Foto: TImebuzzer)

Noch steht das Startup aber ganz am Anfang. Die Idee hat Bopp, der sich früher mit einer IT-Beratung selbstständig gemacht hat, über einen Zeitraum von sieben Jahren entwickelt. Der Buzzer ist vollständig aus eigenen Mitteln finanziert und befindet sich derzeit noch ein einer geschlossenen Testphase. In den nächsten Wochen erst soll das Gerät in Serienproduktion gehen. Geld verdienen will Bopp sowohl mit der Hardware als auch der Software. Der Buzzer schlägt voraussichtlich mit einmalig 89 Euro zu Buche, die Zeiterfassungs-App soll zehn Euro monatlich kosten. Bis zum Ende des Jahres will Bopp nach eigenen Angaben eine vierstellige Zahl an Geräten verkaufen.

„In Kassel entsteht gerade etwas“

Sollte sich der erhoffte Erfolg tatsächlich einstellen, wäre Timebuzzer wohl auch eines der bekanntesten Startups in Kassel. Eine Stadt, die man bislang kaum mit innovativen Neugründungen in Verbindung bringt. An einen Umzug nach Berlin oder Hamburg denkt Bopp aber nicht. Im Gegenteil: „Hier entsteht gerade so etwas wie eine kleine Startup-Szene“, sagt er.

Vor allem das ebenfalls in Kassel ansässige Drohnen-Startup Dedrone zeige, dass sich erfolgreiche Hardware in Verbindung mit Software auch außerhalb der einschlägigen Gründermetropolen entwickeln lasse. Das Unternehmen hat bereits mehr als 15 Millionen US-Dollar Risikokapital eingeworben und beschäftigt inzwischen auch Entwickler im Silicon Valley. „Vielleicht wäre das auch ein Modell für uns“, sagt Bopp.

Passend zum Thema: Cooles Zeiterfassungs-Gadget: So funktioniert Zei

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6 Reaktionen
Markus Gerke

Interessante Methodik, wirkt allerdings wie eine Anhängerkupplung beim Porsche. Und ich rede nicht vom Cayenne.

Viel interessanter ist da eher die Beta von Timely App – das so genannte "Memory". Mittels eines installierten Desktop-Widgets werden Zeiträume verschiedenster Aktivitäten erfasst. Verknüpft mit dem Mail Client, Moves (GPS), dem Google Kalender und Co. erhält man eine minutengenaue Übersicht über den geleisteten Kundenaufwand. Durch Wakatime kann ich zusätzlich sehen, wie lange ich auf welchen Websites war (Recherche-Zeit) oder wie lange ich an welcher Sketch-Datei gearbeitet habe. Zum Schluss lassen sich per Drag&Drop bzw. durch Markieren die jeweiligen Einheiten sammeln und einem Projekt zuordnen.

Einfacher und genauer kenne ich Zeiterfassung nicht.

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David

Spannendes Projekt. Zeiterfassung scheitert doch meistens an der Faulheit, Bequemlichkeit oder Komplexität des Systems. Ob es sich durchsetzt ist wiederum eine andere Frage. Aber das werden wir dann sehen. Gute Idee ist es jedenfalls.

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Ich
Ich

Hmmm... mal ehrlich, wofür brauche ich den Knopf? Reicht da nicht auch eine normale Maus? OK, Knopf mag "cooler" sein, aber im Grunde ist das doch eine Maus die mit einem Klick eine Aktion auslöst und dann kann man noch hoch und runter scrollen, oder? Bin gespannt ob das was wird. Aber mit Kabel?? Willkommen im neuen Jahrtausend.... Also Bluetooth sollte es schon sein...

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Benson
Benson

Wo Bluetooth ist da gibt es auch Hacker und leere Akkus...
Aber ich stimme absolut zu, dass den wahrscheinlich hohen Kosten physischer Button wohl eher sehr geringe Vorteile entgegen stehen. Vielleicht spart man einen Klick, aber ist DAS wirklich das Problem an der Stundenerfassung?

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peter
peter

Für IT-Leute nicht. Denk an Anwälte oder andere Freiberufler, die es nicht so mit Computern haben bzw. es analog besser nachvollziehen können. Im Alltag sparst du auch viel Zeit, wenn du quasi Makros anlegen und durch drehen auswählen kannst. Das könnte schon ziemlich geil sein.

Aber davon abgesehen... die App wird im Fokus stehen. Der Button ist vielleicht nur das MArketing-Instrument, mit dem sich die Jungs abheben wollen, oder eben, wie jetzt, vorab aufmerksamkeit generieren möchten. Hat geklappt.

Ich
Ich

Bluetooth Hacker im Büro?? Und leere Akkus gibts bei der Maus auch, trotzdem sieht man fast nur noch schnurlose. Welchen Anschluss hat denn der Knopf? Steht leider nicht im Artikel.... komisch :-( Ob die Zielgruppe überhaupt noch freie Ports am Macbook / Notebook hat?

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