Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Entwicklung & Design

TYPO3: Kann Drupal 8 den Platzhirsch in Europa verdrängen?

    TYPO3: Kann Drupal 8 den Platzhirsch in Europa verdrängen?

Drupal 8 befindet sich in der Beta-Phase. (Bild: Drupal)

Traditionell war Drupal bislang in den USA stark, während in Europa allen voran TYPO3 stark vertreten ist. Mit Drupal 8 kommt in absehbarer Zeit eine grundlegend überarbeitete Version von Acquias Software auf den Markt. Welche Auswirkungen das auf den europäischen Markt haben könnte, lest ihr hier.

Enterprise Markt und total installierte Basis

Die Zahlen über die Marktanteile von Open-Source-CMS sind mit Vorsicht zu genießen. Zum einen unterscheiden sie sich von Dienst zu Dienst (CMS-Crawler, builtwith.com et cetera) erheblich, zum anderen verleiten sie den Leser, die falschen Schlüsse zu ziehen. Was uns ja grundsätzlich interessiert, sind die Websites von mittelständigen und großen Unternehmen. Alle Hochrechungen beinhalten jedoch sämtliche Installationen, das ist mit ein Grund warum zum Beispiel WordPress eine derart hohe Verbreitung aufweist; Müllers, Meiers und ja sogar Veuves Blog basieren darauf. Die Zahlen sind also durchaus korrekt. Relevant sind sie jedoch nicht, da die Verbreitung von Worpress im Enterprise-Segment unbedeutend ist (mit den obligaten Ausnahmen).

Im Enterprise-Segment ist TYPO3 CMS im europäischen Markt klar führend. In den Vereinigten Staaten übernimmt diesen Part Drupal. Auch wenn es durchaus Drupal-Installationen für größere Unternehmen in Europa gibt, konnte sich das System bis jetzt hier nicht im selben Maße wie in Amerika durchsetzen. Warum eigentlich?

drupal
Drupal bietet eigene Factsheets für CMOs und CIOs an. (Screenshot: Drupal)

Quartalsdenken vs. Investitionsdenken

In den USA sind die Lebenszyklen einer Website bedeutend kürzer. Das hat zum einen mit „Quartalsdenken“ der amerikanischen Wirtschaft zu tun. Jeder neue Marketingleiter, jeder IT-Leiter wird bald ein neues Webprojekt aufsetzen und Projekte werden allgemein in kürzerer Zeit abgeschrieben.

In Europa hingegen herrscht ein „Investitionsdenken“. Die Webplattform wird als Investition betrachtet, die weiterentwickelt wird. Während Drupal bislang de facto fast nicht aktualisierbar war, kann TYPO3 hier klare Vorteile aufweisen. In gewisser Weise entsprechen die Produkte den grundlegenden Mentalitäten, die in den jeweiligen Märkten vorherrschen.

Natürlich sind aber auch andere Gründe ausschlaggebend dafür, dass TYPO3 in den USA nicht stärkere Verbreitung fand. Zum einen ist da der Name für einen Englisch sprechenden Markt nicht ideal (Tippfehler3), zum anderen ist es auch nicht so, dass die Amerikaner europäische Entwicklungen begeistert aufnehmen. Doch gibt es auch prominente amerikanische Konzerne, die auf TYPO3 setzen.

Drupal 8 – der Gamechanger?

Fragt man deutsche Agenturen, warum sie bislang kein Drupal einsetzen, erhält man vielerorts die Antwort, dass die Code Qualität schlicht nicht ausreichend ist. Gerade auch TYPO3-Dienstleister sind auf ihren Qualitätsanspruch stolz und möchten dahingehend keine Kompromisse eingehen. Unterstützt wird dieser Anspruch durch die Nachfrage (Investitionsdenken), die ebenfalls Wert auf Qualität legt.

Qualität und Drupal?

Drupal 8 wurde komplett neu entwickelt und wie es scheint wurde die Qualität verbessert. So ist Drupal 8 komplett objektorientiert programmiert. Die Entwicklungsphase dieses Mammutprojektes, die sich nun schon seit März 2011 hinzieht, ist geprägt von der Implementation und zielgerichteten Umsetzung von neuen Features und Konzepten. Beobachtet man die (kommunizierten) Fortschritte, hat man den Eindruck, dass hier sorgfältig und bedacht gearbeitet wird. Das ist, mit Verlaub, aussergewöhnlich für eine amerikanische Software-Firma. Meist herrst eher eine „Release-over-Completion“-Mentalität. Die meisten europäischen Agenturen werden sich Drupal 8 daher genauer ansehen und es ist zu erwarten, dass die eine oder andere in Zukunft darauf baut. Das kann zum einen zu Lasten von TYPO3 gehen, primär jedoch die proprietären Systemhersteller treffen.

Symfony und Drupal

Ein in meinen Augen geschickter Zug ist die Verwendung von Symfony-Komponenten in Drupal 8. Auch wenn dadurch Drupal 8 nicht komplett auf Symfony basiert, wird Drupal 8 doch zumindest teilweise interoperabel sein mit Symfony-Anwendungen

Funktionsumfang von Drupal 8

Drupal 8 wird gegenüber Drupal 7 mit umfangreichen Verbesserungen und neuen Features aufwarten. Dies verlängert die Entwicklungsdauer natürlich erheblich. Dass man dies in Kauf nimmt ist bewundernswert aber nicht weiter erstaunlich, denn Drupal 8 ist als Nachfolger der Version 7 deklariert. Das heisst, soll die neue Version ein Erfolg werden, müssen die Nutzer mindestens die bekannten Features in der bekannten Qualität wieder verwenden können. Acquia ist nicht zuletzt durch die massiven, venture-basierten Investitionen in Sales und Business-Development weiter erfolgreich und können so auch mit Drupal 7 laufend Marktanteile dazu gewinnen. Der fehlende Innovationsdruck (verglichen mit anderen Branchen) der CMS-Industrie lässt Acquia zudem genügend Freiraum und Zeit um das System in gefühlter Ruhe fertig zu entwickeln. Feature-Completeness wird am Markt ein enormer Vorteil sein. Sie wird in der Regel zumindest mittelfristig von Kunden höher bewertet als ein paar Killer-Features.

drupal-2
Drupal 8 will überzeugen. (Screenshot: Drupal)

Marketing und Business-Development Anstrenungen in EMEA

Es ist ein offenes Geheimniss, dass Acquia die Anstrengungen im Europäischen Markt verstärkt. Zwei Venture-Kapital Runden (Series F Round, NEA und Amazon). Die wirklichen Anstrengungen dazu werden wir erst sehen wenn Drupal 8 released ist. Acquia wird signifikant in den europäischen Markt investieren und versuchen „Gravity“ (wie es die Amerikaner nennen) zu generieren. Das wird die Nachfrage nach Drupal-Lösungen erhöhen, was wieder dazu führen wird, dass Agenturen mehr Gründe haben Drupal 8 in ihr Produktportfolio aufzunehmen. Dies wird ihnen leichter fallen als bei anderen Lösungen, da Entwickler mit Symfony Know-how relativ einfach mit Drupal 8 arbeiten können. Zumindest wird es ihnen nicht unsympatisch sein.

Die oben aufgeführten Punkte werden Drupal 8 im europäischen Markt pushen. Bislang verfügt Acquia noch über keine Niederlassung in Deutschland und noch immer sind 75 Prozent aller Acquia-Mitarbeiter (mittlerweile 575 Leute) in den Vereinigten Staaten. Um den europäischen Markt knacken zu können, benötigen sie jedoch eine Niederlassung in Deutschland. Ich denke, nach dem Release von Drupal 8 wird es nicht lange dauern bis wir diese sehen werden.

Wann wird Drupal 8 released?

Die Frage die viele umtreibt ist, wann Drupal 8 denn veröffentlicht wird. Geschickterweise begibt man sich damit nicht aufs Glatteis: Bisher wurde nur kommuniziert, dass Drupal 8 veröffentlicht wird, wenn es fertig ist. Die Definition von fertig ist nicht ganz klar. Aktuell ist Drupal 8 in der Betaphase. Die Release-Candidate-Phase soll erreicht werden, wenn alle kritischen Issues gefixt sind. Aktuell sind das noch 80. Das Log findet sich hier. Wird in derselben Geschwindigkeit gefixt wie bisher, wird Drupal 8 im ersten Halbjahr 2015 am Markt sein.

Ursprünglich publiziert von Alain Veuve.

Finde einen Job, den du liebst zum Thema TYPO3, PHP

26 Reaktionen
Johny
Johny

Wieso hat der Autor trotz der zahlreichen Kommentare, den Artikel nicht korrigiert? Er erweckt immer noch den Eindruck, als würde Drupal allein von Acquia entwickelt, was nicht im geringstem der Realität entspricht.

Antworten
Markus

Also ich bin mit TYPO3 bisher eigentlich ganz gut gefahren und das auch Multilanguage. Denke, dass wir das auch so beibehalten werden. In Deutschland, bzw. im deutschsprachigen Raum ist TYPO3 ja eigentlich erste Wahl.

Antworten
eigentor
eigentor

Wat nen Flamewar. Disclaimer: bin auch aus dem Drupal-Lager. Beim Lesen erst der Kommentare und dann des Artikels würde ich sagen, die Wahrheit liegt in der Mitte.

@Alain: den Schuh, dass die Codequalität in Frage gestellt wird und das so klingt, als wäre es deine Meinung, musst du dir finde ich, schon anziehen. Das lese ich auch eher als eine Aussage, die sogar noch durch "von vielen bestätigt" untermauert wird.

Der Lapsus, Drupal würde von Acquia entwickelt, ist schon ein sehr großer. Allerdings könnte man manchmal den Eindruck bekommen und der Einfluss von Acquia ist auch sehr groß, was aber innerhalb der Community und sogar von Acquia selber kritisch gesehen wird.

Ansonsten finde ich den Artikel auch keinesfalls Anti-Drupal. Im Gegenteil wirft er einen frischen Blick, ohne zu Werbung oder reinem Gebashe zu verkommen. Man kann von einem Autor, der das System selber nicht intensiv benutzt, nicht erwarten, dass er tief in die Software eintaucht. Das ist ein Mörderaufwand, der nur in der praktischen Arbeit über Jahre stattfindet.

Man darf nicht übersehen, dass TYPO3 (und demnächst NEOS?) und Drupal um den gleichen Markt konkurrieren. Es kann kaum Frieden zwischen den Systemen geben, da es pragmatisch so ist, dass oft TYPO3-Agenturen gegen Drupal-Agenturen auf den gleichen Grossauftrag bieten. Gewinnt man den Auftrag, sieht man es auch als Sieg für "sein" System.

Wer die Grabenkämpfe als übertrieben empfindet, lese das ganz normale Apple vs. Android Geflame, wenn das Thema irgendwo aufkommt, dann erscheint es einem noch sehr moderat.

Antworten
mori
mori

Meiner Meinung ist einer der Hauptgründe für den mangelnden Erfolg von Drupal in Deutschland bzw. deutschsprachigen Raum v.a. die fehlenden professionellen Inhalte in der Landessprache. Es gibt zwar eine sehr gute aktive Community, aber viele Entscheider haben schlicht Probleme mit rein englischsprachigen Inhalten und ziehen bei der Wahl zwischen Englisch und Deutsch eben immer gerne noch Deutsch vor. Dadurch kann Typo3 immer noch stark punkten.

Von der Agenturseite ist schlicht auch der Aufwand ein Thema sich an ein zusätzliches neues CMS heranzuarbeiten, Wordpress kann hier auch nicht ignoriert werden. Zudem ist die internationale Konkurrenz nicht so groß wie bei Drupal.

Aktuell verstärkt Acquia auch sein Engagement speziell in Deutschland und sucht in München entsprechend Personal: https://www.linkedin.com/company/acquia/careers

Mit Deutschland.de, Hessen.de, NRW.de & Köln (nutzt sowohl Drupal als auch noch Typo3) ist Drupal jedenfalls schon mal in Regierungskreisen nicht unbeliebt. Toll finde ich dass mittlerweile sogar diverse Entwicklungen der Community zur Verfügung gestellt werden sollen: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/presse/offene-daten-koeln-1

Und das Drupal 8 leider immer noch unterwegs ist und wohl auch erst 2016 so richtig ernstzunehmend sein wird beschleunigt die Entwicklung für Drupal nicht unbedingt.

Ich jedenfalls werde vorerst weiter auf Drupal & Wordpress setzen.

Antworten
CanR
CanR

Ganz klar Processwire so viel simplicity bei absoluter Flexibilität und grandioser Skalierbarkeit in alle Richtungen :)

Antworten
Alain Veuve

Vielen Dank für die zahlreichen Kommentare. Gerne gehe ich auf ein paar Punkte ein. Vorausgeschickt vielleicht das hier:

Ein wenig Schmunzeln musste ich schon beim Kommentar ich wäre durch meine Tätigkeit im TYPO3 Kontext gewissermassen befangen und der Artikel wäre Anti-Drupal. In Tat und Wahrheit ist das ein ziemlicher Pro-Drupal Post, da er aufzeigt, dass Drupal gerade davor steht Europa zu knacken und dabei recht gute Chancen hat. Die Welt ist halt nicht Schwarz und Weiss und ich nicht so engstirnig als, dass ich den CMS Markt nur mit der TYPO3 Brille betrachten würde oder noch schlimmer, irgendein System für das einzig Wahre halten würde.

Drupal vs TYPO3
------------------------
Die Headline des Artikels wurde von T3N selbständig erstellt und hat den Fokus auf Drupal vs TYPO3 gelegt. Darum ging es aber in meine ursprünglichen Post überhaupt nicht (http://www.alainveuve.ch/wird-drupal-8-fuer-den-europaeischen-markt-bedeuten/) sondern es ging darum was Drupal 8 für den europäischen CMS Markt bedeuten wird. In der Tat glaube ich, dass Drupal 8 einen recht grossen, für Drupal positiven Impact haben wird. An Bashing oder XY vs. XX habe ich kein Interesse. Es führt nirgendwo hin.

Codequalität
------------------
Ich würde mir nicht anmassen die Code-Qualität eines Systems mit anderen zu vergleichen. Es bringt auch überhaupt nichts, weil wir finden immer jemand der dies oder jenes besser findet und das auch durchaus stringent begründen wird. Vielmehr ist es so, dass ich durch meine verschiedenen Aktivitäten in regem Austausch mit Webagenturen in Europa stehe und wöchentlich neue Leute aus diesem Bereich kennen lerne - und ja natürlich sind da auch sehr viele TYPO3 - Agenturen dabei. Stellt man die Frage warum Drupal nicht im Produktportfolio ist, bekommt man oft die Antwort, dass man von der Qualität nicht überzeugt ist. Ich gebe dabei wieder was im Markt, wahrscheinlich zu unrecht, eine Mehrheit der Leute glaubt.

Installed Base
---------------------
Das Dilemma mit der Messung von repräsentativen Marktanteilen ist, dass es keine verlässlichen Daten gibt. All die genannten Dienste haben teilweise separierte Datenbasen und es gibt leider kein Portal oder Dienst der wirklich die ganze Welt zuverlässig erfassen würde. Im Team wo ich arbeite setzen wir uns damit schon lange auseinander und haben sämtliche verfügbaren Datenquellen kombiniert und versucht zu plausibilieren. Die Daten zeigen Drupal als weltweiten Marktführer (mit regional starken Unterschieden) gefolgt von Joomla und TYPO3. Dies im Enterprise Segment (grosse in der Regel börsenkotierte Firmen). Da die Kriterien für "Enterprise" nicht verbindlich sind, legt sich das jeder Hersteller gerne entsprechend zurecht. So kommt es, dass 7 Vendors von sich behaupten sie wären im Enterprise Segment führend. Alle haben sie recht, auch wenn es logischerweise nur einen geben könnte. Das ist Marketing.

Acquia und Drupal
---------------------------
Natürlich ist es rein formal total unkorrekt von Drupal als Acquias Software zu sprechen. Die Wahrnehmung im Markt (bei Grosskunden, Investoren, Analysten) ist jedoch eine komplett andere und Acquia tut glücklicherweise nicht gerade viel um das klarzustellen, denn es ist gerade im Pitch um Grosskunden und im Marketing ein riesiger Vorteil (zeige ich gern mal im Detail in einem anderen Post auf). Ganz ehrlich, und aus der TYPO3 Warte gesprochen; ich hab mir in den letzten 5 Jahren viele mal gewünscht wir hätten auch eine Acquia die dafür besorgt ist, dass wir im Markt das nötige Momentum kreieren können. Da ist nichts falsches dran und überhaupt nicht unfair. OpenSource 2015 ist nicht mehr OpenSource 2003.

Antworten
Viva.Plutonium
Viva.Plutonium

Ein sachlicher Vergleich wäre durchaus interessant gewesen, aber leider liegen den getroffenen Schlussfolgerungen einige grundlegende Fehlannahmen bezüglich Drupal zu Grunde, die sich trotz ihrer wirklich einfach nachweisbaren Falschheit, zu völlig falschen Resultaten führt. Ich kenne beide Systeme wirklich im Detail und habe sowohl mit Drupal, als auch mit TYPO3 komplexe Webseiten realisiert.

### Fehlannahme 1: Drupal Updates sorgen für mehr Aufwand, als bei TYPO3

Als erstes muss man wissen, dass eine Drupal Version immer mindestens 5 Jahre Jahre mit Patches versorgt wird und so ist es auch heute noch problemlos möglich ein Drupal 6 aus dem Jahr 2008 zu betreiben - so man denn möchte. Drupal 7, aus dem Jahr 2011, wird auch nach dem bald anstehenden Release von Drupal 8, noch weitere 2 bis 3 Jahre supportet. Diese Support-Zyklen sind, selbst für kritische Betrachter kein Argument, um vor einer Update-Gefahr bei Drupal zu warnen. Die meisten Webseiten leben, schon auf Grund der schnelllebigen Technologiewechsel im Webbereich, gar nicht so lange wie es diese Release-Zyklen einem anbieten. Module, also die Extensions von Drupal, sind innerhalb eines Release-Version immer kompatibel zum CMS-Core. Das Patchen des CMS innerhalb einer Release-Version kann dabei analog zu TYPO3 durchgeführt werden: Entweder man tauscht die Systemordner per Softlink auf die neuen Verzeichnisse innerhalb eines Repositoriums, oder man erstetzt die Ordner direkt. Anschliessend führt man die update.php aus und den Rest übernimmt das System. Nach 5 Minuten hat man so ganz simpel eine neue Systemversion.

Wenn man nun beispielsweise von Drupal 7 auf Drupal 8 wechseln möchte, so kann man ganz simpel, dem im core enthaltenen Migrationsassistenten verwenden. Dieser wandelt, wie bei einem OS X oder Ubuntu Update, das alte System in das neue Drupal 8 um.

Ganz ehrlich, deratige Vorgänge sind bei TYPO3 wesentlich komplexer und vor allem fehleranfälliger - ich denke da nur an tt_news...

### Fehlannahme 2: Die schlechte Codequalität von Drupal

Gerade bei diesem Argument könnte man meinen, es handele sich um einen spassigen Kommentar. Drupal hat in sich eine Code-Guideline, an die sich *jeder* Programmierer halten muss. Das geht von der Art wie man die Syntax aufzubauen hat (wie deklariert man etwas, wir müssen Namen vergeben werden, bis hin wie man Kommentare anzulegen hat), wie Funktionen zu verwenden sind und in welcher Form mit dem Core zu interagieren ist. Ein Drupal-Modul liest sich so wie ein anderes. Die Dokumentation sucht in der Welt der CMS ihresgleichen, wofür Drupal auch bereits mehrfach ausgezeichnet wurde. Auf jeder Modulseite kann man zudem sehen, ob eine Version sauber ist, wie viele Bugs gerade noch bearbeitet werden und vor allem auch, ob eine Erweiterung aktiv entwickelt oder supportet wird.

//Beispiel Modul, mit Code-Tracker rechts am Rand:
https://www.drupal.org/project/wysiwyg

Die Codequalität ist also alles andere als schlecht, sondern - gerade was die Erweiterungen betrifft - wesentlich besser dokumentiert und auch produziert. Das ein einfaches Update einer Extension - wie bei TYPO3 an der Tagesordnung - Anpassungen an der Webseite verlangen oder gar das System an sich instabil machen, weil der Entwickler der Erweiterung der Meinung war beispielsweise ein anderes Cache-handling zu verwenden, oder den Datentyp einiger Tabellen ändern zu müssen - so etwas gibt es bei Drupal, dank der strikten Vorgaben nicht. Gerade bei komplexen "gewachsenen" TYPO3 Instanzen kommt es bei Extension-Updates gerne mal zu unerwünschtem Nachentwicklungsbedarf. Wie filligran das ganze TYPO3-Konstrukt, mit all seinen sehr individuell geschriebenen Extensions ist, merkt man besonders, wenn man eine TYPO3-Seite von einem Server zu einem anderen geeigneten Server kopiert. Bei Drupal läuft die Seite nach dem Einspielen der Datenbank und der Dateistruktur auf Anhieb - ohne Anpassungen. Bei einer TYPO3-Seite muss man da oftmals deutlich tiefer Hand anlegen.

//Drupal API: Schauen Sie sich einfach den klaren Syntaxaufbau an. Man erkennt die saubere Nomenklatur auf Anbieb:
https://api.drupal.org/api/drupal

### Fehlannahme 3: Die Verbreitung der beiden Systeme

Es gibt im Internet eine ziemlich mächtige Referenzseite, die auf über 250 Millionen Webseiten, alle verwendeten Techniken misst. der Anteil von TYPO3-Seiten ist so gering, dass es in einem Vergleich aller CMS, bei den Top 10k Seiten, gar nicht mehr auftaucht!

http://trends.builtwith.com/cms

Grenzt man das Ganze auf reine OpenSource CMS ein, so taucht TYPO3 am unteren Rand auf Platz 7 auf.

http://trends.builtwith.com/cms/open-source

Mir ist nicht klar, wie man dabei überhaupt von einem nennenswerten Anteil auf dem Markt sprechen kann.

Antworten
Jens
Jens

Pimcore wird sie alle packen!!!!

Antworten
Kick
Kick

Ich kann mich den vorangegangenen Kommentaren nur anschließen. Ich verstehe nicht wieso t3n sowas publiziert, das bleibt wohl das Geheimnis des Autors. Es stellt sich die Frage warum der Autor nicht auf die Kommentare eingeht und sich dazu äußert - bitte nachholen!
Setzen, 6.

Antworten
Andreas Knoll

Also jeder der Drupal kennt und bedienen kann weiss es zu schätzen. Typo3 ist sperrig und für Agenturen ein Geldsegen, bei Drupal geht es halt schneller und effektiver ohne eigene Scriptsprache :)

Antworten
Tina
Tina

@Andreas, dem ist nichts hinzuzufügen. Hoffentlich lesen auch alle, die den Artikel lesen, die Kommentare.

Antworten
C_Logemann
C_Logemann

> Während Drupal bislang de facto fast nicht aktualisierbar war, kann TYPO3 hier klare Vorteile aufweisen.

Die Aussage, daß Drupal nicht aktualisierbar sein soll, möchte ich so nicht unkommentiert lassen. Ich arbeite zur Zeit für einen Kunden an dem Upgrade einer großen Plattform mit mehreren hunderttausend Einträgen von Drupal 6 auf 7. Der Hauptteil meiner Arbeit liegt bei den eigenständigen Zusatz-Programmierungen, die vor allem mit externen Daten außerhalb des CMS zu tun haben. Dies wäre wohl auch in Typo3 eine Extra-Aufgabe. Das Kern-System lässt sich aber sehr wohl upgraden. Neben der Hürde von Eigenentwicklungen haben vor allem Hobbyisten und allgemein Nicht-Programmierer oft schlechtere Karten, da sie einerseits Schwierigkeiten haben, diverse Module untern den Zehntausenden sauber zu evaluieren und Ihnen dann bei einem Upgrade oft das Know how fehlt, selbst Hand anzulegen, um Probleme zu lösen bei schlecht gepflegten oder obsolet gewordenen Modulen. Das scheint leider auch viele Agenturen zu betreffen, die sich mit Drupal-Projekten übernommen haben obwohl das nötige Know How (noch) nicht vorhanden war. Aber bei den Projekten für "Websites von mittelständigen und großen Unternehmen" – die im Zentrum dies Artikel stehen –sollten Verantwortliche ja wohl grundsätzlich darauf achten, daß die Angestellten und Dienstleister, die ein Projekt umsetzen sollen, sich auch fundiert mit dem jeweils gewählten System auskennen.

Die eigentliche und immer wieder geäußerte Kritik der Upgrade-Problematik von Drupal zeigt meines Wissens auf eine von Anfang klar kommunizierten Strategie, daß Major-Versionen auch komplette API-Changes mit sich bringen können. Wer das übersehen oder ignoriert hat bei seinem Projekt, erlebt dann wohl auch eine böse Überraschung.
Ich frage mich, was die Aussage "bislang" bezüglich der fehlenden Upgrade-Fähigkeit bedeuten soll? Denn soweit ich weiß wird sich diese Strategie auch mit Drupal 8 nicht ändern und wir werden auch mit Drupal 9 und 10 API-Changes und komplette Neu-Entwicklungen bekommen. Soweit ich gehört habe, wird es mit Typo3 Neos das erste mal eine API-Änderung geben und eben dort Upgrades nicht mehr so funktionieren, wie bislang. Wir Druoal-Entwickler und unsere Kunden haben da jetzt schon lange Erfahrung mit.

> zum anderen ist es auch nicht so, dass die Amerikaner europäische Entwicklungen begeistert aufnehmen.

Drupal wird nicht nur nicht von Acquia entwickelt, sondern noch nicht mal in den USA entstanden. Der Gründer ist Belgier und hat es zuerst an der Uni Gent entwickelt. Wichtig ist dem Autor anscheinend vor allem die Argumentation, warum die Amerikaner nicht auch auf Typo3 stehen und das kann ja nur daran liegen, daß sie die angebliche höhere Qualität von Typo3 nicht benötigen ...

> wird Drupal 8 doch zumindest teilweise interoperabel sein mit Symfony-Anwendungen

Das ist erheblich mehr Extra-Nutzen als komplett auf einem alleinstehenden Framework und Template-System zu setzen, wie Typo3 das angeblich macht ...

Antworten
Tina
Tina

Der Artikel ist einfach nur peinlich. Er geht am Thema vorbei, könnte wohl eher heißen "Wie Acquia Drupal voranbringt". Und dann ist das, was drin steht, dermaßen falsch, daß einem die Haare zu Berge stehen.
Hat da etwa jemand Angst, weil Drupal immer populärer wird?
t3n, druckt ihr alles, was man euch liefert? Schade.

Antworten
Sven Culley
Sven Culley

Vielleicht sollte sich der Autor mal an den CMS Garden e. V. (www.cms-garden.org) wenden um sein Sachverständnis aufzufrischen. Hier sind alle Open Source CMS unter einem Dach aktiv und organisieren gemeinsam Events ohne das allseits bekannte "Bashing" untereinander.

Antworten
Meckerererer
Meckerererer

Ich weiß gar nicht, was dieser Artikel soll. Drupal ist immerhin schon bald bei Version 8, während typo immer noch (und zwar schon seit Jahren) auf Version 3 hängen bleibt. Passiert da eigentlich noch irgendwas, oder ruhen die Entwickler sich auf ihren Loorbeeren aus?

Antworten
gegenmeckerer
gegenmeckerer

Typo3 ist ein eigenname^^ Typo3 CMS ist mittlerweile in der Version 7 und Typo3 Neo mit einer neuen Codebasis in der version 1.2

Antworten
Andreas
Andreas

Der war echt gut! :D Netter Versuch.

Antworten
Jens
Jens

Ich lach mich schlapp

Antworten
Anja Schirwinski

Es fällt schwer, diesen Artikel ernst zu nehmen. Schon in der Einleitung sieht man, wie schlecht die Kenntnisse des Autors zum Thema Drupal sind. Wie andere vor mir bereits sagten, ist Drupal nicht Acquia's Software. Die Aussagen zu schlechter Code-Qualität finde ich überraschend.

Der Autor beschäftigt sich als Managing Director einer der führenden TYPO3-Agenturen viel mit TYPO3, jedoch nicht mit Drupal. Bei mir ist es andersrum, weshalb ich mir keinen Artikel über die nächste TYPO3-Version zutrauen würde. Ich hoffe, das andere Leser dieses Artikels ebenfalls die Hintergründe durchschauen und sich nicht davon abschrecken lassen, Drupal für sich zu berücksichtigen.

Die Drupal-Community versucht sich immer in respektvollem Umgang mit anderen Systemen, weil man voneinander lernen kann. TYPO3 und Drupal kann man auch nicht wirklich 1:1 miteinander vergleichen, ich sehe für beide Systeme eine Daseinsberechtigung, beide können der "Platzhirsch" sein, weil sie unterschiedliche Stärken haben.

Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch auf den schon etwas älteren Artikel "CMS Battle: TYPO3 vs. Drupal" hinweisen: http://t3n.de/news/cms-battle-typo3-drupal-275320/. Dort kommt jeweils ein Vertreter der Systeme zu Wort.

Antworten
Insomnia88
Insomnia88

Bin gespannt, zumal bei Drupal 8 ja angeblich viele wichtige Entwickler aus Drupal 7 abgesprungen sind, eben weil es komplett "neu" wird und damit nicht immer auf Verständnis gestoßen ist ;) Deshalb auch die lange Entwicklungszeit.

Antworten
Julian Pustkuchen

Sorry, ein schöner Beitrag aber ein RIESIGES VETO gegen die Aussage, die Codequalität bei Drupal wäre im Vergleich zu Typo3 nicht ausreichend.

Diese Aussage kann wirklich nicht von Experten kommen, die sich ernsthaft mit beiden Projekten beschäftigt haben. Das kann man so nicht stehen lassen.
Ich sehe hier eher einen Lagerkrieg und Typo3 Experten reden dann so über Drupal... Drupal Experten vermutlich auch über Typo3?

Diese Behauptung entbehrt jedenfalls jeder Grundlage. Gerade die Qualitätssicherung ist bei Drupal sehr gelungen.

Antworten
Mathias Schreiber

Ist jetzt wirklich kein Gebashe oder so, aber in dem Artikel steht, dass die Antwort bzgl. der Codequalität oft käme - nicht, dass der Autor glaubt, dass es auch so ist.

Antworten
Thomas
Thomas

Hat er ja auch nicht behauptet ;-) Der Kommentar bezieht sich auf die Aussagen der "Experten" der dt. Agenturen.

Lurpad
Lurpad

Typo3 ist nicht im europäischen Markt führend, sondern im deutschsprachigen. Und das hat wohl eher historische Gründe, als technische.

Antworten
Christian Ziegler

Momentan werden 2399 EntwicklerInnen gelistet, die an Drupal 8 gearbeitet haben. In den top 5 ist nur einer, der bei Acquia angestellt ist. http://ericduran.github.io/drupalcores/

Hier von Drupal 8 als "Acquias Software" zu sprechen ist mehr als falsch und unfair gegenüber der großen Mehrheit der EntwicklerInnen, die nicht bei Acquia sind.

Antworten
Nico Grienauer

Bitte das CMF Drupal nicht mit der Firma Acquia verwechseln/vergleichen!
Drupal ist ein Open Source System, das von der Community entwickelt und weiterentwickelt wird (ich denke bei Typo3 ist das genau so).

Im Artikel entsteht der Anschein, dass Drupal 8 von Acquia entwickelt wird. Acquia ist die Firma des Erfinders von Drupal, Dries Buytaert. Diese unterstützt natürlich die Weiterentwicklung, jedoch ist die Community die treibende Kraft!

Wohin es mit Drupal geht entscheidet die aktive Community und nicht eine Firma.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n-Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Abbrechen