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Wearables: Schöne neue Welt mit neuen Herausforderungen an Technik und Design

Wearables: Schöne neue Welt mit neuen Herausforderungen an Technik und Design

Technik, die man nicht mehr sieht, ist heute überall. Neuestes Beispiel für maximale Technik bei minimaler Größe sind die inzwischen omnipräsenten Smartwatches – mit der und als bekannteste Vertreter ihrer Zunft. Fitnessarmbänder und Uhren sind aber nur die Spitze des Eisbergs. sind viel mehr als Armbänder mit einem Mikrocontroller. Ein Blick zu den Makern zeigt, was demnächst alles auf uns zukommt.

Wearables: Schöne neue Welt mit neuen Herausforderungen an Technik und Design

(Bild: Motorola)

Tragbare Elektronik gibt es schon viele Jahre, sei es nun der Laptop, das Smartphone oder Tablet – wobei diese Geräte bekanntlich zu den mobilen Computern zählen. Da die Miniaturisierung in den letzten Jahren ständig weiter vorangetrieben wurde, wundert es nicht, dass tragbare Elektronik inzwischen so klein ist, dass man diese nicht mehr sieht. Schon 1991, als Computer noch „große Kisten“ waren, überraschte Mark Weiser, Visionär und Chief-Scientist beim US-amerikanischen Xerox Parc, als er vorhersagte, was heute umso mehr stimmt: „The most profound technologies are those that disappear“(Scientific American, 1991, pp. 66–75).

Bei den Nutzern geht es heute längst nicht mehr um Megahertz und Speicherausstattung. Stattdessen sind Nutzen und Themen wie Eleganz und in den Vordergrund gerückt. Hier ist auch schon eines der wichtigsten Unterscheidungskriterien zwischen mobilem Computer und Wearable: sei es nun eine , ein intelligenter Schuh, pulsmessende Unterwäsche oder die Jacke mit integriertem Navi: Sie müssen gut aussehen! Wearables werden am Körper getragen und das stellt ganz neue Anforderungen an das Design. Waren Punkte wie Mode und Ästhetik bei vielen IT-Firmen bislang eher zweitranging, spielen sie bei Wearables jetzt eine zentrale Rolle. Apple beispielsweise definiert seine Apple Watch als Schmuck, das teuerste Modell kostet aktuell 18.000 Euro.

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Aus der Kategorie der teuren Wearables: Die Apple Watch Edition für 18.000 Euro. (Bild: Apple)

Der Markt für Wearables ist riesengroß. Das Marktforschungsunternehmen CCS Insight berichtet in einer Studie, dass im Jahr 2018 insgesamt 350 Millionen Menschen Wearables nutzen werden. Dies wird somit ein wichtiger Markt für viele Unternehmen. Insbesondere der Point-of-Sale, der gerade damit beschäftigt ist, sich der Herausforderung „Mobile“ zu stellen, wird sich zukünftig auch auf Wearables und die damit verbundenen neuen Möglichkeiten einstellen müssen. In diesem Zusammenhang werden auch Location-Based-Services weiter an Bedeutung gewinnen.

Ein bunter Strauß an Wearables

Wearables gibt es heute in verschiedenen Ausprägungen und Anwendungen. In aller Munde, beziehungsweise an vielen Armen, sind die Smartwatches. War Pebbles Medienecho beim Launch noch vergleichsweise gering, schlug die Markteinführung der Apple Watch natürlich sehr viel größere Wellen. Neben der Apple Watch und Pebble gibt es aber schon eine ganze Reihe anderer Smartwatches, deren Hersteller inzwischen aus den unterschiedlichsten Branchen kommen. Googles Antwort auf das Apple-Watch-Kit ist Android Wear, eine spezielle Android-Variante für Wearables. Microsoft hingegen hat das sogenannte Microsoft Band entwickelt, ein Fitnessarmband, das auch einige Smartwatch-Eigenschaften bietet, wie zum Beispiel das Anzeigen eingehender Nachrichten und Anrufe. Als Hersteller von Unterhaltungselektronik hat Sony seine SmartWatch 3 in diesem Jahr überarbeitet und sogar Autobauer Audi hat auf der diesjährigen Consumer-Electronics-Show in Las Vegas eine Smartwatch in Zusammenarbeit mit LG gezeigt, die als Ersatz für den Autoschlüssel via NFC-Technologie sowohl die Autotür öffnen als auch den Motor starten kann. Apple hat seine Apple Watch natürlich in das vorhandene iOS-Ökosystem integriert und bietet ein eigenes SDK (Apple Watch Kit) zur Entwicklung von Apps für die Apple Watch an. Eine App agiert dabei immer mit einer iPhone-App, jedenfalls in der jetzigen Ausprägung der Apple Watch.

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Die Motorola Moto360 ist eine der erhältlichen Android-Wear-Smartwatches. (Bild: Motorola)

Der Markt der Wearables boomt und neben den Smartwatches zählen auch Fitnessarmbänder, Bluetooth-Hörgeräte und -Headsets sowie Datenbrillen zu den Wearables. Wenn du dir diverse Crowdfunding-Plattformen wie zum Beispiel Kickstarter ansiehst, findest du zahlreiche Wearable-Projekte und erhältst einen guten Einblick in das, was noch kommen wird. So zeigt zum Beispiel der sogenannte Volvorii Timeless, ein Schuh und heute noch ein Exot unter den Wearables, dass Kleidung in Zukunft ihr Aussehen verändern kann, in diesem Fall steuerbar durch eine Android- oder iOS-App. Ein weiteres Projekt, das einen Ausblick auf die kommende Wearable-Welle gibt, ist RocketSkates – Rollschuhe mit Elektroantrieb und verbunden mit dem Smartphone.

Für Maker: Wearables einfach selbst gebaut

Technisch gesehen ist das Herzstück der aktuellen Wearables der verwendete Prozessor und dessen Elektronik. Je kleiner der Prozessor in Bezug auf seine physischen Dimensionen ist und je geringer die Leistungsaufnahme, umso besser ist dieser für ein Wearable geeignet. Auf der CES 2015 hat Intel den Curie vorgestellt, der eine Weiterentwicklung des Intel Edison darstellt, aber nur so groß wie ein Sakkoknopf ist – inklusive Batterie! Curie basiert auf einem 32-bit Intel Quark und hat 384 Kilobyte Flashspeicher und kann über Bluetooth Low Energy kommunizieren. Als Betriebssystem kommt ein Echtzeitbetriebssystem (RTOS) zum Einsatz.

Ein Prozessor für Wearables: Der von Intel auf der CES 2015 vorgestellte Curie. (Foto: Intel)
Ein Prozessor für Wearables: Der von Intel auf der CES 2015 vorgestellte Curie. (Foto: Intel)

Wenn du nun selbst ein Wearable kreieren möchtest, gibt es dafür bereits einige Platinen zur Auswahl. Der Intel Curie selbst ist leider noch nicht am Markt, aber auf Arduino-Basis gibt es das LilyPad. Hier handelt es sich um einen runden Arduino, der gut in Kleidung integriert werden kann. Das Board gibt es einmal mit dem ATmega168 und dem mächtigeren Bruder ATmega328V. Programmiert wird das LilyPad mit der Arduino IDE, so wie die anderen Arduino-Boards auch. Auch Flora ist ein Arduino-Board für Wearables. Wenn du Ideen für ein eigenes Wearable benötigst, solltest du dich auf Instructables umsehen. Hier kannst du dir zwar nicht unbedingt ein schönes Objekt ansehen, dafür aber Anregungen holen für die technische Umsetzung deiner Idee.

Auch auf der Developer-Week, eine der größten unabhängigen Entwicklerkonferenzen Europas, wird das Trendthema Wearables eine zentrale Rolle spielen: In zahlreichen Vorträgen und Workshops erhalten Software-Entwickler geballtes Wissen rund um den Themenkomplex Wearable. Die Developer Week findet vom 15. bis zum 18. Juni 2015 im NCC in Nürnberg statt. Alle weiteren Infos zur Konferenz findet ihr hier.

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