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Social Web in China: Wie deutsche Unternehmen im Reich der Mitte erfolgreich sind

Aus dem
t3n Magazin Nr. 27

03/2012 - 05/2012

Jeder vierte Internetnutzer ist Chinese. Damit ist die Volksrepublik für jedes Unternehmen, das international agieren will, ein höchst relevanter Kommunikationsmarkt. Der digitale Eintritt ist allerdings nicht einfach: Aus politischen und vor allem ökonomischen Gründen sind im Reich der Mitte die meisten der im Westen populären Social Networks ausgesperrt. Wer das größte nationale Internetpublikum der Erde auf sozialen Plattformen erreichen möchte, muss sich mit den einheimischen Netzwerken und Gepflogenheiten auseinandersetzen. Wie das geht, erklärt der folgende Artikel.

Social Web in China: Wie deutsche Unternehmen im Reich der Mitte erfolgreich sind

Chinesen sind vor allem eines: viele! 300 Millionen Social-Media-Nutzer, fast 500 Millionen, die in den nächsten zwei Jahren erwartet werden – China mausert sich hinter den Mauern der Sprachbarriere zur größten Social-Networking-Nation der Welt. Trotzdem bleibt das chinesische für deutsche Unternehmen oft ein schwarzes Loch, da nicht auf den hier bekannten Kanälen kommuniziert werden kann. Facebook, Twitter, YouTube oder XING sind in Peking oder Shanghai schlicht nicht erreichbar und Google+ funktioniert nur mobil oder eingeschränkt. Diese Tatsache macht es deutschen Unternehmen schwierig, Zugang zu chinesischen Nutzern zu bekommen.

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In China sind zahlreiche der im Westen gängigen Social-Media-Plattformen gesperrt.

Auf der anderen Seite tummeln sich immer mehr deutsche Unternehmen und internationale Accounts inmitten der begeisterten chinesischen User. Denn während Facebook und Twitter ausgesperrt sind, füllt sich das Netz zunehmend mit bunten chinesischen Web-Gewächsen. Hier findet der chinesische Hunger nach digitaler Verknüpfung und Teilhabe Nahrung. Wer im chinesischen Social Web mitmischen will, muss einiges beachten. Zunächst einmal verwehren die für Westler kryptischen chinesischen Zeichen oftmals den Zugang zu erfolgreichen Netzwerken wie Sina Weibo, RenRen oder QQ. Daneben bekommen manche Unternehmen auch den chinesischen Shitstorm zu spüren. Doch wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird unter Umständen mit einer riesigen Nutzerschaft belohnt.

Die Social Networks Chinas

An der Spitze der Bewegung steht Sina Weibo, die Nummer eins unter den chinesischen Microblogging-Diensten („Microblog“ heißt auf Chinesisch „Weibo“). Sina Weibo bietet in etwa die Funktionen von Twitter. 250 Millionen User teilen hier Kurznachrichten, followen und entfollowen und tun auch sonst eine Menge Dinge, die wir im Westen von Twitter kennen. Neben Sina Weibo gibt es viele weitere Microblogging-Systeme – die Nummer zwei ist Tencent Weibo aus der chinesischen Online-Schmiede Tencent und befindet sich als stärkster Konkurrent für Sina Weibo in Lauerstellung. Sehr erfolgreich ist auch Renren, das „chinesische Facebook“ mit derzeit 160 Millionen Usern. Das Netzwerk ist vor allem bei Studenten sehr beliebt, die sich mit bereits im echten Leben existierenden Freunden und Kommilitonen verknüpfen wollen.

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Die VW-Kampagne „The People's Car“ nutzte zur Aktivierung von Ideengebern neben Sina Weibo auch chinesische Content-Plattformen wie Youku.

Wer dies eher beruflich tun möchte, der nutzt die LinkedIn-Entsprechung Ushi – ein chinesischer Begriff, der das „Elitäre“ betont – für das Business-Networking. Bei den eher „Hosting“-orientierten Netzwerken stechen Youku als Videoplattform und YouTube-Ersatz sowie die Fotoplattform Yupoo hervor, die trotz der aktuellen Zugänglichkeit von Flickr floriert. Neuere westliche Plattformen wie Soundcloud oder Instagram sind in China meist frei zugänglich, solange sie noch im „Underground“ operieren. Möglicherweise auch deshalb, weil sich die Etablierung von chinesischen Pendants wirtschaftlich noch nicht lohnt.

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