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Chal-Tec: Hobby-DJ schmeißt das Studium und macht heute 100 Millionen Euro Umsatz auf Amazon und eBay

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Die Chal-Tec Story

Als Kind verkaufte Peter Chaljewski auf dem Schulhof Tic-Tacs aus dem USA-Urlaub. Die Geschmacksrichtungen waren in Deutschland nicht zu haben und dementsprechend waren die Schulkameraden bereit, einen Aufpreis für die Süßigkeiten zu bezahlen. Den Grundstein für sein späteres Geschäft legten aber keine klebrigen Süßigkeiten, sondern etwas, das bei vielen erfolgreichen Gründerstorys den Grundstein legt: der eigene Bedarf. „Ich habe mich schon als 12-jähriger für DJ-ing und Musik insgesamt begeistert. Zu Schulzeiten hatten meine Freunde und ich das Problem, dass das notwendige Equipment einfach extrem teuer war“, erzählt Peter in einem Interview. Also recherchierte der Abiturient und fuchste sich in die Handelswelt ein, dabei stellte er schnell fest, dass an einem teuren Mischpult, für das er ein Jahr lang Geld zurücklegen musste, einige Mittelsmänner verdienen.

Also marschierte Peter auf die internationale Funkausstellung in Berlin. Seine Idee: Er wollte sich DJ-Equipment direkt vom Hersteller besorgen und günstiger verkaufen. Leider stellte sich heraus, dass die Idee doch etwas blauäugiger war als gedacht – denn containerweise konnte Peter damals keine Waren übernehmen. Der freundliche asiatische Hersteller vermittelte ihm auf der Messe jedoch den Kontakt zu einem französischen Importeur. Ein erstes Mischpult war schnell bestellt, jetzt musste das Produkt nur noch an den Mann gebracht werden. Sein erstes Kapital bestand aus seinen Ersparnissen von 25.000 Euro, die unter anderem aus Nebenjobs und Ferienjobs stammten.

Einer von Chal-Tecs eBay-Accounts: Elektronikstar. (Screenshot: eBay)
Einer von Chal-Tecs eBay-Accounts: Elektronikstar. (Screenshot: eBay)

Das Geschäftsmodell von eBay hat Peter schon früh fasziniert und der junge Gründer war überzeugt davon, hier absatzstarke Kanäle zu finden. „Mit einem einzigen Produkt sind wir damals auf eBay gestartet“, erzählt Marken-Managerin Mariana Lewitanus. Peter konzentrierte sich auf eBay und erzielte dort stetig steigende Umsätze, das ganze schien Potential zu haben. Der Abiturient schmiss sein Studium und gründete 2005 Chal-Tec. Im ersten Jahr verkaufte das junge Unternehmen nur DJ-Equipment, die großen Umsätze waren noch nicht da. Aber profitabel war Chal-Tec von Anfang an. Das erste Geschäftsjahr schloss Peter mit dem symbolischen Gewinn von 3000 Euro ab.

Vom Private Label zur Eigenproduktion und Eigenmarke

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, die Botschaft von den ausgeschalteten Mittelsmänner hatte sich festgesetzt bei Peter. Nach einem Jahr war Chal-Tec 2006 soweit, um einen ersten Versuch zu starten, den nächsten Mittelsmann auszuschalten: den Importeur. Peter kontaktierte den asiatischen Hersteller und stellte seinen Einkauf auf Direktimport um. Die ersten Ausflüge auf asiatische Messen und die Suche nach Herstellern begann.

Die Fußballweltmeisterschaft 2006 brachte mit einer Wandhalterung für Flachbild-Fernseher das erste selbst produzierte Produkt, laut Brand Eins verkaufte Peter Tausende dieser konkurrenzlos günstigen Artikel – der Marktpreis lag bei 200 Euro, das Chal-Tec-Produkt lag bei 80 Euro. Mittlerweile waren mit dem Onlineshop elektronikstar.de und einem Amazon-Account weitere Verkaufskanäle hinzugekommen. Peter ließ ein Mischpult produzieren und kurz darauf einen Audio-Controller. Das Mischpult für 49,90 Euro war das erste Mischpult in dieser Preisklasse mit einem USB-Anschluss.

2007 folgte ein weiteres Produktsegment mit der neu erschaffenen Marke Auna, die ab sofort für Consumer-Electronics stehen sollte. Zusammen mit der 2008 entstandenen Marke Klarstein, der Marke für Haushaltsgeräte, bilden diese Marken die wertvollsten der Chal-Tecs Markenlandschaft. Es folgen noch mindestens elf weiteren Marken, die für unterschiedliche Produktsegmente stehen. Vom Haushaltsgerät über Outdoorartikel bis hin zu Sportartikeln.

EIn weiterer Chal-Tec eBay-Account: Elektronik guenstiger. (Screenshot: eBay)
Ein weiterer Chal-Tec eBay-Account: Elektronik guenstiger. (Screenshot: eBay)

Die starken Eigenmarken sind das Wesentliche, das Chal-Tec von einem klassischen Onlinehändler unterscheidet. Sie ermöglichen dem Unternehmen zum einen die komplette Wertschöpfungskette zu kontrollieren, zum anderen aber auch, sich im preistransparenten Onlinehandel unabhängig zu machen von Preiskämpfen. Interessanterweise führen die Marken bei Chal-Tec sozusagen ein Eigenleben: „Der Kunde nimmt im Wesentlichen die einzelne Marke war, wir wollten uns selbst nicht in den Vordergrund stellen in der Kundensicht“, erklärt Mariana Lewitanus. Tatsächlich wird das gemeinsame Markenpotential nämlich nur unauffällig auf der Ebene der Vertriebskanäle zusammengeführt. Beispielsweise sind im Shop elektronikstar.de zwar alle Marken erhältlich – es steht aber nicht im Vordergrund, dass es sich um Chal-Tec-Marken handelt. Die Marken haben also eine eigenständige und von Chal-Tec unabhängige Identität, die mit eigenständige Markenwebsites und Onlineshops gepflegt wird, beispielsweise zu finden unter Klarstein.com.

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2 Reaktionen
Heinrich S.
Heinrich S.

Interessanter Artikel! Besonders die Anmerkung: Wie notwendig es ist, durch "Diversifizierung (...) größtmögliche Unabhängigkeit zu erreichen", trifft meiner Meinung nach den Nagel direkt auf den Kopf.

In vielen Online Nachrichten-Artikeln geht die Information unter, warum die Chal-Tec GmbH als Start-Up so ein erfolgreiches E-Commerce Unternehmen werden konnte. Hier wird im Punkt Geschäftsmodell noch richtiger Wert darauf gelegt. Die Selbst entwickelten Produkte der Eigenmarke unter Chal-Tec setzen die Firma von der Konkurrenz ab.

Mehr Informationen zur Firma findet man auch unter
http://www.internetworld.de/e-commerce/internet/ehemaliger-ebay-powerseller-richtigen-shop-marke-282294.html

oder als Audio Version unter
http://www.narando.com/articles/peter-chaljawski-mit-19-verkaufte-der-chal-tec-grunder-auf-ebay-heute-setzt-er-70-millionen-um

Sabine Bauer
Sabine Bauer

Wir brauchen mehr solche innovative und mutige Köpfe. Die Lehren, die Chal-tec in der Anfangsphase machen musste, sollten andere Start-Ups vor Augen haben. Der Kunde ist immer immer König, egal in welcher Branche.

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