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Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück! [Kolumne]

Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück! [Kolumne]

Stephan Dörner glaubt, die digitale Revolution wird schon bald erstmals ins bürgerliche Herz der Gesellschaft treffen: Wenn auch geistige Arbeit von Automatisierung betroffen ist. Damit rückt endlich die entscheidende wirtschaftspolitische Frage des 21. Jahrhundert in den Mittelpunkt.

Die Digitalisierung macht uns arbeitslos – zum Glück! [Kolumne]

Die digitale Revolution wird bald ins bürgerliche Herz der Gesellschaft treffen…

Das „Ende der Geschichte“ ist noch nicht erreicht

Politischen Umwälzungen gehen häufig technische Revolutionen voraus – der Französischen Revolution Verstädterung, Handelswege und Manufakturen, der sozialistischen Revolution die industrielle Revolution samt automatischer Webstühle und Dampfmaschinen.

Die digitale Revolution scheint bislang kaum soziale oder politische Revolutionen hervorgebracht zu haben, vom Arabischen Frühling vielleicht abgesehen. In der westlichen Welt aber scheint die politisch-soziale Ordnung stabil wie nie: Kapitalismus, Freiheit und Demokratie sind der Dreiklang, in dem der neokonservative Vordenker Francis Fukuyama nach dem Fall des Eisernen Vorhangs bereits das sprichwörtliche „Ende der Geschichte“ sah.

Längst ist klar geworden, dass die Digitalisierung Wirtschaft und Leben der Menschen in ähnlich allumfassender Weise durchdringt und verändert wie einst die Industrielle Revolution. Die politisch-gesellschaftlichen Folgen dagegen scheinen derzeit sehr überschaubar. Wenn ich tippen müsste, welche technologische Folge eine mögliche weitere politisch-soziale Revolution auslöst, dann wäre mein Tipp: die Entwertung menschlicher Arbeit.

"Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt." (Foto: Shutterstock)
„Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt.“ (Foto: Shutterstock)

Die Digitalisierung der Arbeitswelt

Die Entwertung menschlicher Arbeit ist kein neues Phänomen, sie war schon das Thema der Ludditen – die Maschinenstürmer des 19. Jahrhunderts, die die aufkommenden Fabriken und Maschinen zerstörten, weil sie dadurch ihre Arbeit bedroht sahen. Doch so lange durch die Digitalisierung vor allem einfache Jobs bedroht waren, verursachten die digitalen Erschütterungen in der Arbeitswelt noch keine politischen Erdbeben. Denn der Druck auf Beschäftigte einfacherer Tätigkeiten wuchs schon spätestens seit dem Siegeszug der automatischen Fertigung, die in den 1970er Jahren neue Höhepunkte erlebte. Ein Großteil der ehemaligen Arbeiterschicht Europas verfiel schon damals in politische Agonie.

„Ganze Berufsfelder sind von der Digitalisierung bedroht.“

Doch die umfassende Digitalisierung der Arbeitswelt ist der erste technische Trend in der Menschheitsgeschichte, der nicht nur einfache menschliche Arbeiten überflüssig macht. Das Online-Banking hat bereits für eine Verschlankung des Personalbedarfs bei Banken gesorgt, andere bürgerliche Branchen werden folgen. Immer bessere Computeralgorithmen treten in den Wettstreit mit dem menschlichen Geist – die weltweite digitale Vernetzung erhöht den Druck selbst auf gut ausgebildete Arbeitnehmer wie Programmierer, weil diese zunehmend mit der globalen Billigkonkurrenz aus allen Teilen der Welt konkurrieren müssen. Hinzu kommt, dass durch das Internet Geschäftsmodelle unter Druck kommen, die von der Verbreitung ehemals knapper Informationen und anderer künstlerischer Werke gelebt haben.

„Ganze Berufsfelder sind von der Digitalisierung bedroht“, warnte Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi zum Jahresausklang. „Die Frage ist, inwieweit auf die Automatisierung der Muskelkraft eine Automatisierung des Denkens folgt.“ Wenn zunehmend auch Geistesarbeiter durch Maschinen ersetzt werden, ist die bisherige Antwort der Politik auf jede Umwälzung der Arbeit durch Technik obsolet geworden: Das ewige Mantra „mehr Bildung und Qualifizierung“ funktioniert dann nicht mehr.

Entwertung anspruchsvoller Tätigkeiten

Jaron Lanier kritisiert die Rolle der Massen in der digitalen Welt. (Screenshot: jaronlanier.com )
Jaron Lanier kritisiert die Rolle der Massen in der digitalen Welt. (Screenshot: jaronlanier.com )

Wenn gesellschaftliche Stellung und Einkommen von Geistesarbeitern bedroht sind, trifft es nicht mehr nur die weitgehend in politische Agonie verfallene ehemalige Arbeiterklasse Europas – dann trifft die digitale Revolution ins bürgerliche Herz der Gesellschaft. Erste Vorzeichen können schon beim Blick in die Feuilletons des Bürgertums beobachtet werden: So feiern Deutschlands Bürgerliche moderne Maschinenstürmer wie den Internet- und Open-Source-Kritiker Jaron Lanier, dem unter großem Applaus von Deutschlands bürgerlicher Elite vergangenes Jahr der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde.

Was folgt auf die Entwertung auch anspruchsvollerer menschlicher Tätigkeiten durch Computer? Wenn wir Glück haben, rückt dadurch endlich das entscheidende wirtschaftspolitische Thema des 21. Jahrhunderts in den Mittelpunkt: Wie verteilen wir die Früchte der Automatisierungsdividende? Der Begriff beschreibt die Tatsache, dass uns der gesamtgesellschaftliche technische Fortschritt bei immer weniger notwendiger menschlicher Arbeit immer reicher macht, weil ein wachsender Teil der Wertschöpfung von Maschinen übernommen wird.

Digitalisierung kann eine Chance sein

Bisher profitieren dabei vor allem die Produktionsmittelbesitzer – also die Besitzer von Unternehmen und die Manager, die über den Einsatz des immer wertvolleren Kapitals entscheiden, während die Lohnentwicklung von Arbeitnehmern in westlichen Staaten überwiegend weit hinter der Entwicklung der Produktivität zurückbleibt. Die Folge ist eine Vergrößerung der Ungleichheit von Einkommen und Vermögen.

Finden wir als Gesellschaft eine gerechte Antwort darauf, wie die Früchte der Automatisierungsdividende verteilt werden, sodass nicht mehr nur ausschließlich Kapitaleigner und hoch bezahlte Manager davon profitieren, bieten uns Automatisierung und Digitalisierung eine großartige Chance.

Es gäbe dann keinen Grund mehr, Automatisierung und Rationalisierung künstlich aufhalten zu wollen. Mehr Arbeitslosigkeit bedeutete dann nicht mehr eine Zunahme von Armut, sondern mehr Freizeit, mehr Wertschöpfung und Wohlstand. Die Maschinenstürmer des 21. Jahrhunderts wie Jaron Lanier könnten einpacken.

Die Kollegen von Mobile Geeks beleuchten das Thema Automatisierung in einem lesenswerten Artikel: Machen intelligente Maschinen uns arbeitslos?

Weitere Kolumnen-Artikel aus „Neuland“ findet ihr hier.
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29 Antworten
  1. von Daniel. am 11.01.2015 (13:02 Uhr)

    Ein sehr guter Artikel!
    "Mehr Arbeitslosigkeit bedeutete dann nicht mehr eine Zunahme von Armut, sondern mehr Freizeit, mehr Wertschöpfung und Wohlstand."
    Genau so ist es! Die Maschinenstürmer und technophoben Fortschrittsverhinderer sollten sich mehr mit der Schaffung von Werten befassen.

    Automation, egal ob mechanisch oder von Informationen, schafft uns Zeit für neue Arbeiten und Freizeit.

    Dennoch würde ich nicht von einer Entwertung der menschlichen Arbeit sprechen. Es wird immer Dinge geben, in denen der Mensch der Maschine überlegen ist.

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  2. von Stephan Dörner am 11.01.2015 (13:15 Uhr)

    Hi Daniel, vielen Dank erst mal!

    Völlig richtig - nicht jede menschliche Arbeit wird entwertet - kreative Berufe aber auch u.a. Pflegeberufe werden noch auf Jahrzehnte hinaus nur durch Menschen zu erledigen sein. Einige wahrscheinlich auch für immer.

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    • von Benjamin am 11.01.2015 (14:23 Uhr)

      Pflegeberufe werden schon jetzt durch Roboter erledigt und das wird sich sicher verbreiten mit mehr alten usw.

      Kreative Roboter gibts auch schon, zB. welche die Musik komponieren. Oder Artikel schreiben.

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  3. von Geld und Gravitation am 11.01.2015 (13:16 Uhr)

    Maschinen ersetzen Handarbeit, Computer ersetzen Kopfarbeit.
    Das wollte vor Jahren keiner hören.

    Im TV war vor 5-15 Jahren eine Auswanderer-Doku. Ein Deutscher vermittelt und bildet Handwerker in Australien aus. "Die studieren etwas (vermutlich geisteswissenschaftliches) und landen dann doch im Handwerk. Das haben sie aber nicht gelernt. Dementsprechend ist die Qualität."
    Diesem Zustand nähert sich Deutschland vielleicht auch.
    Siehe TV-Dokus über schlechte Reparatur-Firmen oder Bau- und Schrott-Ruinen. Gleichzeitig hat gefühlt jeder zweite ein Diplom.
    In den USA landen die Lebenseinnahmen der ersten 10-20 Arbeits-Jahre bei den Universitäts-Studien-Kredit-Gebern und nicht z.B. in der Real-Wirtschaft (Häuser, Autos,...) weil die fertigen Studenten sich kaum etwas leisten können weil das meiste Geld in die Studienkredite geht.

    Foxconn kauft zigtausende "Roboter" welche ich aber eher als "Automaten" bezeichnen würde, weil sie z.B. Dinge drehen und Lacke oder Farben gleichmäßig aufsprühen.
    Es hätte eine Woche gedauert, die Tiefkühlfabrik zu konfigurieren damit die einzelnen Teile Apfel- und Kirsch-Strudel korrekt und an richtiger Stelle zusammengefügt werden.
    Programmierbare Roboter zu konfigurieren dauert momentan vielleicht noch zu lange. Daher ist es besser, Handies von Menschen zusammensetzen zu lassen wenn man jede Woche ein anderes Modell liefern muss. Siehe Dokus wo Einkäufer bei Lieferanten Besuch machen und die Näherinnen jede Schicht etwas anderes zusammennähen.


    Unter dem Begriff " Lehmschicht " findet sich das aktuelle Problem: Verwaltungen sind zu groß. US-Firmen haben die Verwalter vielleicht zurückgefahren zugunsten physischer Arbeit. Dann ist der Top-Boni-Manager oder Minister natürlich persönlich verantwortlich. Also sind bisher in Diktaturen und Oligarchien 20stufige Verwaltungs-Stufen also eine gigantische Pyramide von Parteifreunden und ihren Verwandten üblich. Die schlankere Firma kann sich hoffentlich von der Konkurrenz absetzen und dann die fetten Firmen billig aufkaufen und verschlanken.
    Ein Tesla hat (wenn ich mich recht erinnere) 18 bewegliche Teile, ein normales Auto 2.300 (zweitausend-dreihundert). E-Cars sind für die Automechaniker und Ersatzteil/Verschleissteil-Industrie also nicht so toll. Hybrid-Autos verzögern die Durchsetzung von Tesla noch. Aber wenn das $35.000-Tesla-Modell kommt, kann Tesla für $200 ca. 3 MegaWatt (MEGA! Watt) am Großmarkt einkaufen und dem Kunden liefern. Im Gegensatz zur letzten DSL-Meile oder Strom-Meile kann er die Gigawatt ja an seine eigenen zentralen UltraHighMegaSpeed-Lade-Stellen liefern was die Sache enorm rentabel macht. Für $200 kriegt man 4 Barrel Öl die noch raffiniert und verarbeitet werden müssen. 4 Barrel sind 4*160 Liter (evtl 130 aber ich rechne mal optimistisch) als 640 Liter. Wie viel Tankfüllungen wären das ?
    Manche Ölfelder kosten nur $2 pro Barrel im Abbau. Das wären ohne Verarbeitungskosten 100 Barrel für $200 also 16.000 Liter. Wie viel Tankfüllungen sind das ? Bei 10 l/100 km wären das 160.000 Kilometer.
    Das reicht eine Weile, war aber nur eine optimistische Schätzung.
    VW könnte also billige Ölfelder aufkaufen und ein paar tausend Liter in den Preis (Leasing bzw. Kauf) einkalkulieren oder auf Elektro wechseln und die abgeschalteten Kraftwerke aufkaufen.
    VW muss 2000 bewegliche Teile optimieren. Tesla nur 18 oder so. Teslas Problem sind nur die Akkus die sich (viel viel zu langsam) extrem langsam verbessern. Die Handies werden nur schneller weil die CPUs immer weniger Strom brauchen und schlauer werden (Big-Little usw) aber nicht weil die Akkus besser werden.

    http://www.eex.com/de/marktdaten/strom/spotmarkt/kwk-index#!/2014/10/01 sagt 34Euro/MWh als Durchschnittspreis im letzten Quartal. Da sind viele Preis-Staffeln aber nicht immer klar was welches Produkt ist.
    Ein GigaByte kostet doch ca. 20 Cent. Wieviel im Mobilfunk-Netz ?
    Die Kabelnetz-Betreiber hätten Renditen von 90% auf den (US-)Kabelnetzen.
    Da sind also gigantische Arbitragen möglich.

    Vielleicht bleibt nur das Grundgehalt als Lösung.

    Wenn man Programmierung für 20% des üblichen US-Lohnes bekommen kann, ist der Fachkräftemangel wohl nicht so real. Studiert besser BWL und/oder Jura. Die kriegen wohl das meiste Geld im Unternehmen.
    t3n.de/news/verizon-entwickler-seinen-job-437366/

    Die Reichen und ihre Lobbyisten sorgen schon dafür, das sie immer mehr haben. Und vermutlich auf unsere Kosten.
    Bisher interessierte das keinen ausser mir. Aber wenn M$ 14.000 Leute entlässt oder ich glaube HP mehr als 1000 in Deutschland, seht ihr was vor 20 Jahren schon war: Tausende Ingenieure wurden entlassen. Jetzt jammern die Firmen das sie keine Ingenieure finden.
    Amerikaner wissen das man mit Tech-Jobs kaum seine Familie ernähren kann (weil z.B. die Miete nichts übrig lässt) und ständig nur Stress hat. Daher studieren sowas dort angeblich zu wenige.

    Uber ist nur ein Beginn von Auto-Sharing.
    Die jungen Leute sind wohl nicht nennenswert scharf auf PKW sondern würden lieber in Robo-Bussen oder Bussen mit WiFi fahren und ihre Kommunikation erledigen. Da brechen hunderttausende Jobs in der Auto-Branche weg die wir vor ein paar Jahren schon mit Abwrack-Prämie retten mussten. Wurde dieses Geld inzwischen zurückgezahlt ? Na also.

    Die meisten Verwaltungen sind optimierbar:
    Wenn man im Onlinebanking seine Buchungen dem Finanzamt mitteilen könnte, würden viele Jobs bei Steuerberatern wegbrechen und die Beamten könnten sich viel intensiver um die anderen Steuerpflichtigen kümmern.
    Wenn man Personalkosten auf der Arbeits-Amts-Webseite verwalten könnte, gäbe es mehr physische Arbeit und weniger Verwaltungs-Arbeit.
    Mit elektronischer Bildung die ich schon zu Neue-Markt-Zeiten wollte, gäbe es keine neuen Lehrer mehr, jeder lernt so schnell er kann und wo er kann und die Lehrer-Pensionen würden nicht mehr steigen.

    Solche Themen interessieren oft erst wenn es einen selber betrifft. Doch dann ist es zu spät und die Armutsrente sicher.

    Mexiko und Kanada haben schon sehr lange ein USA-Freihandelsabkommen. Wird es uns bald dank TTIP so gut gehen wie Mexiko und Canada ?

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  4. von irgendeinem Spinner am 11.01.2015 (17:15 Uhr)

    Kapitalismus, Freiheit und Demokratie? Kapitalismus definitiv, der bestimmt leider alles in unserer Gesellschaft, daher wird es durch die zunehmende Technisierung auch keinen gerecht verteilten Wohlstand geben. Man sieht doch jetzt schon in wessen Taschen die Kohle fließt. Warum sollte sich das jetzt ändern?

    Freiheit? Die wird doch schon heute kontinuierlich abgebaut und durch Überwachung ersetzt. Wenn man so will ein Vorbote dessen was uns erwartet. Es werden Kontrollstrukturen aufgebaut, damit die immer reicher werdende Oberschicht genug Mittel in der Hand hat die immer ärmer werdenden Massen zu kontrollieren.

    Demokratie? Wenn man die Farce die hier Demokratie genannt wird so nennen will, dann ja. Die Politiker sind doch längst Parteiübergreifend in kriminellen Vereinigungen wie der Atlantikbrücke organisiert. Klar wird demokratisch gewählt, nur sind die wählbaren Personen immer wieder die Gleichen und drücken auch genau die gleichen Interessen der Industrie durch. Das Interesse des Volkes interessiert dort niemanden, nur wo man nach seiner Politikkarriere einen gut bezahlten Job ergattern kann.

    Ich sage es wird sich nichts ändern. Die Situation ist so festgefahren, dass sich das System meiner Meinung nach auch nicht mehr selbst heilen kann. Eine Besserung wird nicht mehr eintreten und kann wohl nur noch mit Gewalt herbeigeführt werden insofern steuern wir schon auf die nächste Revolution zu - es ist nur noch eine Frage der Zeit.

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  5. von Jim S. am 11.01.2015 (17:43 Uhr)

    Es geht um, wer bekommt Zugriff (Access)? Immer mehr Unternehmen bieten erleichterten Access zu Produktions- und Konsumtionsmitteln, siehe Spotify, feedly, twitter, Google, duckduckgo, Finanzindustrie (ethereum, bitcoin, normale Banken), Trading Algorithms (Quantopian), Programmiersprachen, Informationsgrundversorgung aka Outernet, Globales-Dorf-Aufbau/Zivilisations-OpenSource-Set, github, Computerspiele, ProjectAra. Im Moment ist das noch vor allem Informationsindustrie, aber warum sollte es nicht so weit kommen, dass wenn Roboter finanziert sind, jeder Access auf sie erhalten kann, warum sollten die Marktkräfte hier anders wirken, als bei Serverhardware? Gleiches passiert nämlich bei Google. Ihre Server sind finanziert, der laufende Betrieb ist nicht so teuer; Amerika wurde von Europa entdeckt, die Früchte dieser Arbeit haben die Kosten zig mal wett gemacht, gleich die weitere Refinanzierung gesichert und waren revolutionär.
    https://www.google.de/search?&q=http://www.ft.com/cms/s/0/6851f286-288d-11de-8dbf-00144feabdc0.html%23axzz3M7JeV2ZF

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  6. von Hans Steiner am 12.01.2015 (11:10 Uhr)

    Wenn man die Menschheitsgeschichte betrachtet, verlor die Landwirtschaft an Bedeutung und der Kapitalismus zug mit der industrielle Revolution ein. Als Gegenmodell kam der Kommunismus mit dem Anspruch einer sozialen Gesellschaftsform - aber letzlich kläglich scheiterte aber immerhin nach dem blutigen Faschismus zu einer marktwirtschaftlichen 'Demokratien' führte.
    Das Problem war immer, einerseits nicht für alle gute Arbeitsplätze schaffen zu können und andererseits den nicht in der Erwerbswirtschaft tätigen einen angemessenen Unterhalt zu garantieren. Nun wird die Digitalisierung die Gesellschaft neu und grundlegend verändern. Hinzu kommt die Verschuldung der Staatshaushalte, die selbst bei geringem Wirtschatswachstum weiter steigen wird - bis zum Big Bang.
    Darum sollte man sich bereits jetzt dafür ein geeignetes Gesellschaftsmodell vorbereiten.

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  7. von G.K am 12.01.2015 (11:29 Uhr)

    Ich bin fast sprachlos, wie kann man so unverfroren eine solche Entwicklung als Erfolog werten? Letztlich bleibt doch immer die Frage, auf wessen Kosten eine solche Entwicklung vorgenommen wird, und wer denn nun eigentlich den angesprochenen Wohlstand erhält. Ich persönlich habe jedenfalls eine Menge Ideen, jedoch dennoch keine Möglichkeit diese umzusetzen. Ich bin auch kein Gegner von neuen Technologien, jedoch bleibt die Frage auch dort, wer denn eigentlich davon profitiert.
    Da der Prozeß wie beschrieben bereits stattfindet und außerdem die "Grenzen" fliessend sind, stelle ich mir die Frage, wann denn überhaupt jemand erkennt, was wann zu tun wäre. Daran habe ich ernste Zweifel.

    Und gerade so seine Rechnungen bezahlen zu können ist nicht unbedingt wirklicher Wohlstand, schließlich ergeben sich viele Dinge erst durch gesellschaftliche Normen, die erfüllt werden sollen/müssen.

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  8. von bgekoeln am 12.01.2015 (17:41 Uhr)

    Automatisierungsdividende für alle – Roboter müssen unsere Rente sichern

    Maschinen werden besser als Menschen, in allen Branchen. Eine Revolution bahnt sich an. Doch wir können die Folgen steuern: Wenn uns Roboter und Algorithmen in der Arbeitswelt ersetzen, sollten sie auch unseren Platz als Steuerzahler einnehmen.

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/automatisierungsdividende-fuer-alle-roboter-muessen-unsere-rente-sichern-11754772.html

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    • von Jim S. am 12.01.2015 (17:46 Uhr)

      Nein, das wäre ein Anreiz Roboter und Algorithmen NICHT zu entwickeln. Jeder muss stattdessen in die Lage versetzt werden sich Kapital anzueignen.

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      • von bgekoeln am 12.01.2015 (18:05 Uhr)

        Man könnte erst mal damit anfangen, alle Einkommen sämtlicher am Unternehmensgewinn beteiligten natürlichen Personen gleich hoch zu besteuern (z.B. mit 50% Flat Tax auf alle Einkommensarten) und dafür dann Unternehmen als juristische Personen steuerfrei zu stellen. Als Ausgleich erhalten dann die natürlichen Personen ein bedingungsloses Grundeinkommen (die Unternehmen natürlich nicht).

        Oder man besteuert irgendwann nicht mehr die Arbeitsprozesse (auch nicht durch Sozialabgaben) sondern nur noch den Konsum und den Verbrauch von bestimmten Ressourcen (Rohstoffe, Boden, Mobilfunkfrequenzen etc.) und finanziert dadurch die Automatisierungsdividenden …

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  9. von Jutta Suthau am 12.01.2015 (19:48 Uhr)

    Eigentlich hätte ich erwartet, dass auch ein paar Beispiele für geistige Arbeiten genannt werden, die in Zukunft digitalisiert werden könnten. Ich glaube nicht, dass irgendwelche Computer/Automaten/Roboter in ein paar Jahren oder auch nur in 10 Jahren so denken können wie ein qualifizierter Mensch. Wenn, dann können sie vielleicht irgendwelche Tätigkeiten übernehmen, die zwar der Mensch mit dem Hirn erledigt, die aber doch irgendwelchen simplen Regeln folgen, z.B. zwei Texte gegeneinander Korrektur lesen und dabei synchronisieren.
    Ein Computer kann sicherlich Unterschiede beseitigen, indem er in Text 2 alle abweichenden Phrasen mit einer Formulierung aus Text 1 ersetzt. Aber zwei Texte vergleichen und dann jeweils entscheiden, welcher Text an einer bestimmten Stelle besser formuliert und somit zu behalten ist, das wird so schnell kein Computerprogramm können.
    Vor Jahrzehnten sprach man davon, dass "bald" Übersetzungen von Computern gemacht werden (und sogar gebildete aber fachfremde Menschen glaubten das), mir ist aber bisher noch kein Übersetzungsprogramm untergekommen, das wirklich menschliche Arbeit ersetzt hätte! (Sogenannte "Automatische Übersetzungen" sind grottenschlecht, manchmal sogar unverständlich, und müssen auf jeden Fall von qualifizierten Übersetzern bearbeitet werden, um zu echten Übersetzungen zu werden.)
    Um das zu erreichen, muss noch sehr, sehr viel Programmierarbeit geleistet werden! Und ich glaube nicht, dass wir das noch erleben ...

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  10. von barczek am 12.01.2015 (20:04 Uhr)

    Jawoll @Doener — sehr schön geschrieben!

    Meine steile These:

    A: Entweder wir investieren die Dividende Digitalisierung/Automatisierung in Bildung und Lebensraumerhaltung oder

    B: Wir werden weniger.

    Na? An was wird erfolgreicher gearbeitet während die, welche es angeht stillhalten und schockstarren? Na? Na?

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  11. von Rudolf Quetting am 12.01.2015 (21:36 Uhr)

    Lanier ist alles andere als ein "Maschinenstürmer". Ich lese gerade sein Buch "Wem gehört die Zukunft?". Er beklagt lediglich, dass sich einige wenige die Daten aneignen und zu Geld machen, die andere mehr oder weniger ahnungslos ins Netz stellen. Und er macht Vorschläge, wie dem begegnet werden könne, ohne seine Vorschläge als allein seligmachend hinzustellen. Der Ansatz, den er verfolgt, ist rein kapitalistisch, weil er davon ausgeht, dass der Mensch nun mal so denke. Nicht auch nur ein Ansatz von Maschinenstürmerei. Ob sein Ansatz gut ist oder nicht, will ich hier gar nicht diskutieren. Ich will nur zum Ausdruck bringen, dass ihr Artikel verantwortungslos schlecht recherchiert ist und mit falschen Unterstellungen arbeitet.

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    • von Stephan Dörner am 12.01.2015 (23:56 Uhr)

      Es stimmt, dass die Bezeichnung "Maschinenstürmer" für Lanier etwas verkürzt ist - allerdings ging es mir hier auch eher darum, wie er von der bürgerlichen Elite wahrgenommen wird.

      Ausführlicher mit Lanier habe ich mich in dem im Kommentar verlinkten Artikel beschäftigt: http://stephandoerner.tumblr.com/post/100092151497/was-die-lanier-debatte-verdeckt-nicht-das

      Ein aus meiner Sicht durchaus maschinenstürmerisches Element ist, dass er seine berechtigte ökonomische Kritik allein auf das Internet und seine Unternehmen richtet, obwohl der von ihm beobachte Trend durch Technisieurng und Rationalisierung von Arbeit allgemein bedingt ist.

      Darüber hinaus war Lanier als Anhänger des Cyberspace aber auch immer ein Kritiker der Textbasiertheit des Internets sowie verschiedener Konzepte wie der Schwarmintelligenz der Wikipedia, die das Internet hervorbrachte.

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  12. von Jörg Stimmer am 12.01.2015 (23:29 Uhr)

    Der Artikel ist sehr gelungen und beleuchtet auch einige sehr wichtige Aspekte der Digititalisierung. Richtig ist sicher, dass nun auch die Leistungen von "Wissensarbeitern" betroffen sind. Es wird viele umwälzungen geben, wobei ich allerdings mehr Chanen sehe. Die Digitialisierung schafft eine Menge Chancen, wenn man diese erkennt und kreativ ist (was Computer noch lange nicht sein werden). Und gerade die Digitalisierung schafft ja dem einzelnen oder kleinen Unternehmen globale Marktzugänge, was ja - etwas philosophisch betrachtet - ein echte Alternativen zu einer festen Anstellung bei einem Konzern bietet. Mich reizen insbesondere die Chancen ein globales B2B Geschäft aufauen zu können, ohne immer auf Reisen sein zu müssen (was mit digitalen Gütern ja gut geht).

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  13. von bgekoeln am 13.01.2015 (00:18 Uhr)

    Digitaler Großangriff – Technischer Fortschritt räumt Arbeitsmarkt ab

    Zwei angesehene Ökonomen des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, eine der berühmtesten Hochschulen der USA, zogen aus, die neuesten Errungenschaften der IT (Intelligent Technology)-Branche zu erforschen. In einem Buch wollten sie darlegen, wie gut der technische Fortschritt der gesamten Wirtschaft bekommt. Dabei stießen die beiden Größen aus dem Elfenbeinturm der ökonomischen Akademie, Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson, auf einen Faktor, den sie nicht erwartet hatten: So wie die Dinge liegen, vernichtet der technische Fortschritt unterm Strich mehr Arbeitsplätze als er neue schafft.

    http://bgekoeln.ning.com/profiles/blogs/digitaler-gro-angriff-technischer-fortschritt-r-umt-arbeitsmarkt

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  14. von MaxiL am 14.01.2015 (11:30 Uhr)

    Klar, einige Berufe werden auf jeden Fall fast komplett "aussterben"(zumindenst in der westlichen Welt), aber in anderen Fällen finde ich, dass man sich nur gut genug an die Digitalisierung anpassen muss und sie zu seinem Vorteil nutzen kann/muss!Beispiel: Der Einzelhandel wird ja, dadurch dass der Onlinekauf nun immer mehr bevorzugt wird, als etwas angesehen, dass ja sowieso bald Geschichte sein wird!
    Aber , wenn ein Einzelhändler die neuen und moderneren Methoden aneignen würde Kunden in ihre Läden zu kriegen , wie z.B in dem man sich Shoppinghelfer-Apps zu nutze macht, um so Kunden an sich zu binden, die es schätzen einfach noch mal eine persönliche Beratung zu erhalten!

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    • von MaxiL am 14.01.2015 (11:32 Uhr)

      Mit solchen, wie von z.B Meinprospekt, Kaufdaa, etc.. , könnten warscheinlich so einige Einzelhändler ihr Existenz sichern!

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    • von Jim S. am 14.01.2015 (11:54 Uhr)

      Absolut, oder Lieferservice, macht ein Bioladen bei uns so und die Bestellsumme um sich die Lieferkosten zu sparen ist relativ gering :)

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  15. von bgekoeln am 14.01.2015 (14:07 Uhr)

    1. Arbeitsleistung zur Grundlage der Teilhabe am Wohlstand zu machen, ist gerecht, solange Wohlstand überwiegend durch menschliche Arbeitskraft erzeugt wird. Heute aber wird menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch "Maschinen" (Automaten, Computersoftware) ersetzt.
    Halten wir dennoch an der ausschließlichen Verteilung von Einkommen über Arbeitsleistung fest, führt das entweder zu steigender Arbeitslosigkeit oder zu sinkenden Einkommen.

    2. Der Wohlstand unseres Landes ist der Wohlstand aller Bürger. Er geht auf die Leistungen aller Bürger zurück, auch auf die Leistungen vorangehender Generationen.
    Deshalb gebietet es die Gerechtigkeit, alle Bürger an diesem Wohlstand zu beteiligen.

    3. Unser Wohlstand ist das Ergebnis erfolgreicher Innovationen. Innovationen steigern die Produktivität und befördern die Wertschöpfung: Sie ermöglichen es, Arbeitsabläufe zu automatisieren und menschliche Arbeitskraft einzusparen.
    Arbeitslosigkeit ist kein Zeichen von Armut, sondern ein Ausdruck der Produktivität und des Vermögens unseres Landes.

    4. Verzicht auf Innovationen ist Verzicht auf Wohlstand und damit auf Freiheit von unnötiger Arbeit.
    Freiheit der Bürger ist auch Freiheit von unnötiger Arbeit, die durch programmierbare Automaten verrichtet werden kann.

    5. Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger zur Arbeit zu zwingen, mißtraut ihrer Gemeinwohlbindung und schränkt die bürgerlichen Freiheiten ein.

    6. Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, daß Arbeitslose und Arbeitnehmer für die wirtschaftliche Produktivität unseres Landes bestraft werden.
    Sie werden gezwungen, ihre Arbeitskraft zu sinkenden Löhnen und Gehältern bei reduzierter sozialer Absicherung zu verkaufen, obwohl ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird.

    7. Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, daß Bürger - ohne Not - dauerhaft zu Tätigkeiten gezwungen werden, die automatisierbar sind. Automatisierbare Arbeit ist ersetzbare Arbeit; ersetzbare Arbeit kann nicht sinnstiftend sein.
    Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung geht somit für eine steigende Anzahl von Bürgern mit dem Verlust beruflicher Sinnstiftung einher.

    http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/de/thesen

    8. Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung zieht eine Verschwendung von Lebenszeit der Bürger nach sich, weil sie an geisttötende, unwürdige Arbeiten gebunden werden. Die Zeit wird sinnlos "abgesessen" und kann nicht für sinnvolle Tätigkeiten genutzt werden; die Würde des Menschen wird mißachtet.

    9. Wenn Würde und Integrität von Menschen nicht mehr die oberste Richtschnur politischer Entscheidung sind, wird das politische Gemeinwesen in seinen Grundfesten erschüttert.

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    • von Rudolf Quetting am 14.01.2015 (22:16 Uhr)

      Grundsätzlich könnte man vorstehendem zustimmen, wenn Arbeitslosigkeit in unserer Gesellschaft nicht doch in der Regel Armut mit sich brächte. Vor allem dann, wenn sie länger andauert. Wo bei es nicht die Arbeitslosigkeit an sich ist, sondern das Fehlen von Einkommen. Letzteres führt jedoch automatisch auch zur Schrumpfung der Märkte und damit letztlich zu einer kollektiven Verarmung der Gesellschaft. Der heutige Stand derAutomation und die für die nahe Zukunft absehbare Entwicklung legen nahe, dass bald auch eine noch so gute Ausbildung und die beste Qualifikation kein Garant mehr sind, für ein gesichertes Einkommen. Und genau da muss unserer Gesellschaft ziemlich bald etwas einfallen, denn die herkömmlichen Gesellschaftstheorien oder Weltanschauungen bieten hier nichzt einmal ansatzweise Lösungskonzepte. Und so gilt der Nachsatz "- zum Glück" zur Überschrift des hier diskutierten Artikels erst und nur dann, wenn das Problems der Sicherung der Einkommen gelöst ist und für die Lösung ein gesellschaftlicher Konsens gefunden wurde. Zum heutigen Zeitpunkt besteht noch kein Anlass zum Jubeln; nicht einmal für die, die guten Mutes sind, dass die Menschheit das schon schaffen wird.

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      • von bgekoeln am 14.01.2015 (23:46 Uhr)

        http://www.freiheitstattvollbeschaeftigung.de/de/thesen

        Wir schlagen vor:
        Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger …

        … stärkt die Familie. Sie kann sich der Erziehung und der Fürsorge für ihre Kinder widmen, ohne sich um ihre Einkommenssicherung zu sorgen.

        … fördert Innovation in allen gesellschaftlichen Bereichen und ermöglicht die dazu erforderliche Muße. Innovative Ideen können frei entwickelt werden, ohne daß sie vom Absatz an einem Markt abhängig sind.

        … stärkt die Unternehmen. Sie können automatisieren, ohne sich Sorgen um entlassene Mitarbeiter zu machen. Sie können auf leistungsbereite Mitarbeiter setzen, denn Erwerbsarbeit wird freiwillig geleistet.

        … stärkt die Volkswirtschaft. Unproduktive Industrien und Wirtschaftszweige müssen nicht mehr subventioniert werden.

        … ermöglicht einen umfassenden Abbau von Bürokratie, auch in den Sozialsystemen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt weitestgehend bestehende Sozialleistungen.

        Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger stärkt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und gibt ihnen die Freiheit dazu.

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  16. von ben am 17.01.2015 (03:06 Uhr)

    danke!

    "Finden wir als Gesellschaft eine gerechte Antwort darauf, wie die Früchte der Automatisierungsdividende verteilt werden, sodass nicht mehr nur ausschließlich Kapitaleigner und hoch bezahlte Manager davon profitieren, bieten uns Automatisierung und Digitalisierung eine großartige Chance."

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  17. von Rudolf Quetting am 17.01.2015 (11:05 Uhr)

    @ bgekoeln: Ich glaube nicht, dass die Idee "Bedingungsloses Grundeinkommen für alle" funktionieren kann. So schön das auch klingt, es entspricht leider nicht der menschlichen Natur. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass er Anerkennung will für eine Leistung, deren Erbrinmgung er selbst steuern kann. Daher wird eine neue Definition von Wertschöpfung benötigt, die allen ermöglicht, sich daran zu beteiligen und die diejenigen, die sdas tun, entsprechend ihrem Beitrag entlohnt. Was immer man auch automatisieren kann und wird: Es werden immer menschliche Tätigkeiten bleiben, die für die Gesellschaft von Nutzen sind und die daher als wertschöpfend betrachtet werden können. Eine reale Gesellschaft funktioniert offensichtlich nur dann, wenn es für möglichst viele ihrer Mitglieder Anreize gibt, solchen Tätigkeiten nachzugehen. Und @ ben: Wenn alle auf Grund ihrer Wertschöpfungsbeiträge ein hinreichendes Auskommen haben, braucht man sich über die Verteilung der Autamatisierungsdividente keine Gedanken zu machen, das regelt dann (aber auch nur dann) der Markt.

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    • von Jim S. am 17.01.2015 (11:55 Uhr)

      Wie wärs mit (B)GE aka negativer Einkommenssteuer um die Bürokratie einzusparen und doch niemanden verhungern zu lassen?
      Oder Quantitative Easing von der Zentralbank auf dein Konto?: http://www.economist.com/blogs/buttonwood/2014/11/reviving-economy :D

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    • von bvrulez am 23.02.2015 (23:49 Uhr)

      BWL studiert? anerkennung nur in geld messbar? wie hoch ist der wertschöpfungsbeitrag von internetmilliardär nick hanauer, der nach eigenem bekunden 20.000 dollar pro stunde verdient? geh wieder schlafen!

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      • von rudolf.quetting am 24.02.2015 (13:26 Uhr)

        Nein, nicht BWL sondern Mathe. Natürlich ist Anerkennung nicht nur in Geld messbar. Am meisten zählt für mich die inmaterielle Anerkennung (eber auch Kritik) von Leuten, die mir etwas bedeuten und deren Urteil ich aus verschiedensten Gründen schätze.
        Trotzdem ist auch die materielle Anerkennung für jeden Wertschöpfungsbeitrag, den man für die Gesellschaft leistet, sinnvoll. Die Frage ist hier nur, was die Gesellschaft als Wertschöpfungsbeitrag anerkennt. Doch gerade dort toben sich die Interessenskonflikte der verschiedenen Gruppe aus.
        Wie hoch der Wertschöpfungsbeitrag von Herrn Hanauer ist? Aus meiner Sicht steht der in keiner irgendwie auch nur halbswegs vernünftige Relation zu den 20.000 $/h. Aber das sieht er auch wohl selbst so. Immerhin scheint er aus der Geschichte gelernt zu haben, dass
        Kasten wie die seine, die sich einen übermäßigen Anteil des Gesellschaftsvermögens angeeignet haben, früher oder später von den verarmten Massen zum Teufel gejagt zu werden. (siehe: http://www.fr-online.de/gerechtigkeit/nick-hanauer-us-milliardaer-befuerchtet-gewaltausbrueche,28235374,28413708.html)
        Stabil ist eine Gesellschaft nun mal nur so lange, wie unter allen in ihr vorhandenen Gruppierungen ein angemessener und fairer Interessenausgleich stattfindet und ein ausreichender Lebensstandard für alle gesichert ist.
        Und da sich die Bedingungen stöndig dynamis h verändern, wäre schlafen der falsche Ansatz. Das überlasse ich lieber den Ideologen jedweder Coleur, die da meinen, ihre Meinung sei die einzige, auf ewig richtige.

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  18. von exidon am 23.02.2015 (20:49 Uhr)

    Ich finde den Artikel nicht so gut durchdacht! Was durch die Digitalisierung doch in erster Linie einmal passiert, ist dass einfache Arbeit verschwindet, fuer die jemand gute Software programmiert hat. Die Post wird vom Roboter oder der Drohne, die GPS nutzt ausgeliefert, der Bankberater beraet nicht mehr, was jeder bequemer im Internet lesen kann. Der Patient gibt seine Symptome im Internet ein, bevor er die teure Beratungsstunde des Arzten in Anspruch nimmt. Dadurch trennt sich die Arbeitswelt im wesentlichen in menschen, die programieren und gestalten koennen, und Menschen die mehr und mehr durch maschinen ersetzt werden oder immer weniger eigenstaendig denken muessen. Bildung wird also immer wichtiger, um komplexere anforderungen der Zukunft bewaeltigen zu koennen. Bleibt zu hoffen das die Rationalisierung irgendwann das Berufsbild des Politikers abschafft, es ist dringend geboten, das System den realitaeten des 21. Jahrhunderts anzupassen, in denen die Generierung von Wissen, viel wichtiger sein sollte, als auf Oel geboren zu sein.

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