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Hardware

Jawbone UP: Buntes Fitness-Armband im Test

    Jawbone UP: Buntes Fitness-Armband im Test

Seit einiger Zeit ist der Activity-Tracker Jawbone UP auch in Deutschland erhältlich. Wir haben das Konkurrenz-Produkt zu Fitbit Flex, Withings Pulse und Co. auf Herz und Nieren getestet und sagen euch, was es kann.

Das Jawbone UP gibt es in vielen Farben und drei verschiedenen Größen. (Foto: Jawbone)
Das Jawbone UP gibt es in vielen Farben und drei verschiedenen Größen. (Foto: Jawbone)

Activity-Tracker liegen voll im Trend, alleine in den vergangenen Monaten sind in Deutschland mehrere vergleichbare Geräte auf den Markt gekommen – unter anderem das Fitbit Flex, das Withings Pulse und eben das Jawbone UP. Das Armband des durch Bluetooth-Headsets bekannt gewordenen Herstellers ist aktuell zu einem Preis von 129,99 Euro zu haben, das Fitbit Flex und das Withings Pulse kosten zum Vergleich 99,95 Euro. Doch hält das UP, was der Preis verspricht? Wir haben das Gerät ausgiebig für euch getestet.

Jawbone UP – Verarbeitung und Grundfunktionen

Auf den ersten Blick wirkt das Jawbone UP ziemlich klobig und steif, und vor allem an der Oberseite, in der ein Großteil der Technik verbaut ist, ist das Armband alles andere als flexibel. Die Unterseite hingegen ist aufgrund der offenen Bauweise eher das Gegenteil. Da das UP auch hier noch gut fünf Millimeter dick ist, dürfte es gerade Schreibtischtäter am Anfang ziemlich stören – wer das Handgelenk sonst einfach auf dem Tisch aufliegen lässt, wird schnell genervt sein. Nach kurzer Zeit aber habe ich mich umgewöhnt und das UP von Tag zu Tag weniger wahrgenommen. Ganz ignorieren aber kann ich es auch heute noch nicht.

Dazu kommt, dass das UP keinen Verschluss hat wie etwa Nikes Fuel Band oder das Fitbit Flex. Die beiden losen Enden, an denen der einzige Button des UP sowie der Klinkenstecker zum Laden und Synchronisieren (hierzu später mehr) angebracht sind, überlappen sich einfach – was leider zur Folge hat, dass man mit dem Band ziemlich regelmäßig an allen möglichen und unmöglichen Kleidungsstücken oder Gegenständen hängenbleibt.

Die Verarbeitung des UP hingegen macht einen soliden Eindruck. Die Oberfläche ist gummiert und fühlt sich angenehm an, die Kappe, die den Klinken-Stecker verschließt, und der Button am anderen Ende des UP wirken gut verarbeitet. Lediglich an einer Stelle hat sich die Gummierung meines UP nach etlichen Wochen im Dauertest ein wenig vom Band gelöst, es bildete sich eine kleine Blase, das Band selbst aber funktioniert nach wie vor ohne Probleme. Und auch etliche Tests unter der Dusche hat das Band anstandslos mitgemacht – laut Hersteller ist es jedoch nicht wasserdicht, sollte beim Schwimmen also besser ausgezogen werden.

Die richtige Größe finden

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Die richtige Größe ist nicht so leicht zu finden. (Bild: Jawbone)

Während die Farbe noch Geschmackssache ist, sollten Käufer sich bei der Wahl der richtigen Größe etwas mehr Zeit lassen. Mit drei Größen bietet Jawbone für das UP nicht gerade eine flexible Palette an – etliche Menschen dürften genau zwischen zwei Größen liegen, wie es auch bei mir der Fall war. Hier solltet ihr bedenken, dass das Jawbone fast überall getragen werden kann und soll – beim Sport und unter der Dusche, im Bett und auf der Arbeit.

Ich habe mit Größe L und Größe M zwei UP-Bänder ausprobiert und während ich zunächst dachte, das auf den ersten Blick etwas zu kleine Band in M würde mich auf Dauer einengen, saß das etwas zu große Band in L zu locker, es rutschte ständig hoch und runter – zudem blieb ich mit diesem Band noch öfter irgendwo hängen. Spätestens beim Sport dann hat sich die engere Variante, die ich am Ende gewählt habe, bewährt – bei jeder Laufrunde bin ich heute froh, dass das UP relativ fest am Handgelenk sitzt. Und: Ich habe das Gefühl, dass das Band mit der Zeit ein ganz klein wenig flexibler wird.

Bedient wird das UP über den kleinen Button am Ende des Bandes, mit Hilfe verschiedener Muster werden die einzelnen Funktionen gestartet und gestoppt. Drückt man den Knopf beispielsweise einmal kurz, zeigt das Band mit einer kleinen, blumen- oder mondförmigen Diode an der Unterseite an, ob es sich gerade im Wach- oder im Schlafmodus befindet, drückt man den Button etwas länger, wechselt es den Modus. Einmal kurz, einmal lang drücken aktiviert den Trainingsmodus, zweimal kurz, einmal lang ein Nickerchen (dazu und zum Trainingsmodus später mehr). Alle Kombinationen findet ihr in der App im linken Menü (siehe Bilderstrecke) unter Hilfe und „Lerne Dein Band kennen“. Eine Kombination allerdings, die hier nicht beschrieben ist, ist die zum Löschen aller Daten auf dem Jawbone UP – hierzu drückt ihr den kleinen Button zehnmal kurz und dann einmal so lange, bis die kleine Diode rot leuchtet.

Bedient wird das Jawbone UP über den kleinen, flachen Button am Ende des Armbands. (Foto: Jawbone)
Bedient wird das Jawbone UP über den kleinen, flachen Button am Ende des Armbands. (Foto: Jawbone)

Synchronisation per Klinkenstecker – das Jawbone UP setzt nicht auf Bluetooth

Wer übrigens geglaubt hat, Jawbone setze aus Traditionsgründen auf Bluetooth zur Übertragung, wird enttäuscht. Die einzige Möglichkeit, das UP mit dem Smartphone zu synchronisieren, ist der Klinkenstecker am Ende des Armbands – auch einen USB-Stecker sucht man vergebens. Der Verzicht auf Bluetooth sowie USB hat zwar den Vorteil, dass Jawbone einige Bauteile gespart hat, das UP somit etwas schlanker ausgefallen sein dürfte als mit diesen Features und der Akku tatsächlich bis zu zehn Tage hält, es gibt jedoch auch einige kleinere und größere Nachteile: Zum einen versucht die App natürlich auch dann ein Armband zu erkennen, wenn Kopfhörer oder Lautsprecher an der Kopfphörerbuchse des Smartphones angeschlossen sind – was sich durch einen kurzen Aussetzer der Musikwiedergabe bemerkbar macht. Zum anderen lässt sich das UP nicht einfach über die Kopfhörerbuchse laden, das funktioniert nur mit Hilfe eines eigenen, mitgelieferten USB- auf Klinke-Adapters. Hat man den irgendwo vergessen, fällt das Laden aus.

Die Synchronisation erfolgt über den Klinkenstecker. (Foto: Jawbone)
Die Synchronisation erfolgt über den Klinkenstecker. (Foto: Jawbone)

Das UP selbst kann eigentlich nur eine einzige Sache: Schritte messen. Einmal eingeschaltet, zeichnet das Armband über den eingebauten Bewegungssensor auf, wie viel man sich bewegt – mit einer Genauigkeit, die im Rahmen der Möglichkeiten aktueller Activity-Tracker liegt, doch dazu später mehr. Weder bietet das UP eine Uhr wie beispielsweise das FuelBand von Nike, noch verfügt es über einen Pulsmesser wie etwa das Withings Pulse. Alle zusätzlichen Funktionen funktionieren daher nur mit der App, die es aktuell für iOS und Android gibt.

Mit dieser App können nicht nur die Sonderfunktionen des Armbands genutzt werden, sie ist auch die Schnittstelle zur UP-Community, bei der Nutzer so genannte Teams bilden können, zu denen via Facebook, Twitter oder die eigenen Kontakte neue Mitglieder hinzugefügt werden können. Über die App können Nutzer außerdem eine Art Tagebuch führen, in das neben den automatisch synchronisieren Bewegungsdaten beispielsweise auch die eigenen Stimmung (von „Total erledigt“ bis „aufgedreht“) eingetragen werden kann – alle Einträge können von Team-Mitgliedern auch kommentiert werden. Sehr schade: Jawbone unterscheidet hier etwas zu kategorisch zwischen positiven und negativen Stimmungen. Bin ich beispielsweise „Erschöpft“, kann das positiv sein wie etwa nach einer Laufeinheit, oder auch negativ wie nach einem stressigen Arbeitstag.

Schön gestaltet, aber wenig flexibel: die Stimmungs-Emoticons des Jawbone UP. (Screenshot: Jawbone-UP-App)
Schön gestaltet, aber wenig flexibel: die Stimmungs-Emoticons des Jawbone UP. (Screenshot: Jawbone-UP-App)

Synchronisation mit RunKeeper, Withings oder IFTTT

Außerdem können Nutzer in der App vermerken, was sie gegessen und getrunken haben. Hier kann entweder aus einer Galerie ausgewählt werden, in der sich Kategorien wie „Getränke“, „Frühstück und Gebäck“, „Obst, Gemüse und vegetarische Gerichte“ oder „Fleisch, Fisch und Bohnen“ befinden oder mit Hilfe einer Datenbank – wobei Jawbone hier auf eine eigene Lösung zurückgreift. Besonders bei Eingabe von Getränken aber fallen zwei Dinge negativ auf: Erstens kann die Menge eines Getränks nur über einen recht ungenauen Schieberegler eingegeben werden, eine Eingabe über den Nummernblock sieht die App nicht vor, zweitens gibt die App am Ende des Tages nicht aus, wie viel ich insgesamt getrunken habe.

Doch auch bei der Eingabe von Mahlzeiten zeigt die App noch einige Schwächen. Wähle ich aus der Galerie beispielsweise die Kategorie „Gängige Gerichte“ aus, muss ich danach erst eine Unterkategorie wie „Rindergulasch“ wählen, dann den Button „Tippe für Nährwertangaben“, anschließend in der Datenbank das Gericht nochmals suchen und auswählen und auf „Weiter“ klicken, jetzt die Menge angeben – wobei ich meist aus vier oder mehr Angaben wie „Tasse“, „Gramm“ oder „Ounce“ wählen kann und abschließend speichern. Acht Schritte für eine Mahlzeit? Das geht einfacher.

Was mir vor allem aufgefallen ist: Es stresst, jede Mahlzeit und jedes Getränk in der App einzutragen, vor allem, weil die Technik eben noch nicht so weit ist, dass ich mein Essen einfach fotografiere und die App automatisch erkennt, was ich gegessen habe und wie viel davon. Deshalb habe ich mich nach einiger Zeit darauf beschränkt einzutragen, wenn ich Wasser trinke, um ein wenig den Überblick darüber zu behalten. Gerade hier aber wäre eine Statistik über die genaue Menge wünschenswert – bislang zeigt mir die App nur an, wie viele Portionen es gewesen sind.

Für etliche Funktionen bietet Jawbone allerdings auch Schnittstellen zu anderen Apps. So lässt sich die Jawbone-App mit RunKeeper, MyFitnessPal und MapMyFitness syncen, daneben lassen sich der Automatisierungsdienst IFTTT und etliche andere Apps wie Withings oder der Workout-Dienst Wello verbinden.

Das Jawbone UP soll den perfekten Zeitpunkt zum Aufwachen finden

Den perfekten Zeitpunkt zum Aufwachen findet das Jawbone UP zumindest bei mir noch nicht. (Foto: Jawbone)
Den perfekten Zeitpunkt zum Aufwachen findet das Jawbone UP zumindest bei mir noch nicht. (Foto: Jawbone)

Im rechten Menü der App schließlich verbergen sich all die Funktionen, die aus dem UP mehr machen als nur einen Schrittmesser: der intelligente Alarm, die Inaktivitätseinstellungen, die Anleitung für die Stoppuhr und die Nickerchenfunktion. Außerdem kann ich hier manuell Schlaf oder Trainigseinheiten nachtragen, wenn ich das Band mal vergessen habe oder nicht tragen möchte.

Bis zu vier intelligente Alarme lassen sich beim UP einstellen. Hierzu gibt der Nutzer eine Weckzeit ein und definiert dann ein Zeitfenster von bis zu 30 Minuten. Das Band trackt dann den Schlaf des Nutzers und misst anhand der Bewegungen die Tief- und die Leichtschlafphasen und merkt, wenn der Nutzer aufwacht. Anhand dieser Daten soll das Band dann den optimalen Zeitpunkt ermitteln, den Nutzer mittels des eingebauten Vibrationsmotors zu wecken. Mich allerdings weckt das Band bislang prinzipiell spätestens 25 Minuten vor dem gewünschten Termin, egal, ob ich tief und fest schlafe oder fast schon wach bin. Vielleicht lernt das Band noch dazu, aktuell aber bin ich von dieser eigentlich vielversprechenden Funktion noch ziemlich enttäuscht. Übrigens: Wer glaubt, von einer Vibration am Handgelenk nicht wach zu werden – das habe ich auch gedacht. Von wegen!

Die Inaktivitätsfunktion des UP erinnert den Nutzer auf Wunsch daran, wenn er sich eine Zeit lang nicht bewegt hat. Zwischen 15 Minuten und zwei Stunden lassen sich hier eintragen, zudem kann die Tageszeit angegeben werden, in der diese Funktion aktiv sein soll. Sitzt man dann beispielsweise eine Stunde mehr oder weniger bewegungslos am Schreibtisch – Tippen oder Telefonieren scheint das UP nicht als Bewegung zu registrieren –, macht das UP seinen Besitzer mit einem freundlichen Vibrieren darauf aufmerksam, doch mal wieder ein paar Schritte zu gehen.

Die dritte, ebenfalls sehr praktische Funktion des UP ist die Nickerchenfunktion. Mit ihr kann ein Power-Nap von bis zu zwei Stunden gestartet werden – wobei die App bei der Schlafdauer auch die Auswahl „Optimal“ anbietet, womit das Armband aufgrund der bisher erhaltenen Daten selbst bestimmt, wann es Zeit ist, wieder aufzuwachen. Für diesen Fall lässt sich zusätzlich die Höchstschlafdauer festlegen – ein praktische Funktion beispielsweise für einen Mittagsschlaf oder für Pendler, die im Zug noch mal kurz die Augen zu machen wollen, ohne ihren Bahnhof zu verpassen.

Was bei Jawbone besonders positiv auffällt, ist die Gestaltung der App. Sie ist ausgereift und liebevoll gemacht, die Emoticons, mit denen ihr beispielweise eure Stimmung beschreibt, sehen wirklich klasse aus und die Fotos der Mahlzeiten-Galerie sind durchaus schick. Auch läuft die App zumindest auf iOS sehr stabil, alle Funktionen funktionierten einwandfrei. Einen schönen Überblick über die App und ihre Funktionen bekommt ihr in der folgenden Bildergalerie.

Die Jawbone-UP-App – liebevoll gestaltet und ausgereift

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Jawbone UP unterstützt auch beim Training

Mit all den Daten, die Jawbone über das Band und die selbst eingetragenen Mahlzeiten, Getränke und Stimmungslagen erhält, füttert der Hersteller nun seine Datenbank, die wiederum über die App kleine Tipps oder Informationen ausspuckt. Das kann die Anzeige der durchschnittlichen Schritte oder der aktiven Zeit sein, aber auch Tipps wie „Eine regelmäßige Bettzeit bedeutet ein regelmäßiger Schlaf“ oder „Regelmäßiges Schwitzen beim Training verbessert die Qualität deines Schlafs“ sein. Alles in allem vollführt Jawbone hier keine Wunder, so mancher Tipp aber ist zumindest interessant.

Neben dem Schrittzähler verfügt das UP allerdings auch noch über eine Trainingsfunktion. Einmal kurz und einmal lang auf den Button des UP gedrückt und schon startet das Band eine Einheit, die selbe Kombination stoppt sie wieder. Auch in diesem Zeitraum tut das UP nichts anderes als Schritte zählen, anders als bei den alltäglichen Schritten aber kann ich hier im Nachhinein präzisieren, was genau ich gemacht habe. Ich kann zwischen 17 Aktivitäten, darunter Sportarten wie „Rennen“ (Ja, die Übersetzungen sind teilweise wirklich noch etwas holprig), „Radfahren“, „Basketball“, „Tennis“, „Fußball“ oder „Skifahren und Trainingseinheiten wie „Crosstraining“, „Pilates“ oder „Yoga“ wählen und anschließend die Startzeit und die Trainigsdauer präzisieren sowie den Anstrengungsgrad stufenlos angeben.

Jawbone UP oder Nike Sportswatch – wer hat Recht?
Jawbone UP oder Nike Sportswatch – wer hat Recht?

Spätestens bei dieser Funktion allerdings offenbar das UP die bei Activity-Trackern üblichen Schwächen. Seit etwa einem Jahr laufe ich privat mit der Sportswatch von Nike, die über einen GPS-Sensor sowie einen Schrittzähler im oder am Schuh die Entfernung misst und durch diese Kombination recht ordentliche, wenn auch keine ganz exakten Werte ermittelt. Trotzdem habe ich diese mit den Werten des UP verglichen und deutliche Abweichungen festgestellt. Beim ersten Training hat das UP beispielsweise gut 8500 Schritte ermittelt, die Sportswatch 8200, das UP hat 11,42 Kilometer gemessen, die Sportswatch 9,02.

Ungenaue Daten – ein Problem aller aktuellen Activity-Tracker

Allerdings besitzt das UP über die App die Möglichkeit, Trainingseinheiten im Nachhinein zu kalibrieren. So kann ich beispielsweise beim Laufen Werte nachträglich korrigieren, was das Band bei jeder neuen Trainingseinheit zu berücksichtigen versucht. Und tatsächlich: UP und Sportswatch näherten sich mit jedem Lauf einander an, inzwischen liegen die beiden Geräte zwar immer noch deutlich auseinander, was die Anzahl der Schritte angeht, bei der Entfernung aber sind es oft nur noch weniger als 100 Meter. Zwar ist auch das für ein professionelles Training noch deutlich zu viel, für Hobbyläufer aber, die bloß eine ungefähre Ahnung davon haben wollen, wie viel sie trainiert haben, reichen diese Daten aus.

Leider aber gilt für alle Geräte, die derzeit auf dem Markt sind, dass die Daten, die sie sammeln oder die über Apps von Nutzern eingetragen werden, noch immer recht hohe Fehlerquoten aufweisen. Alleine schon in der Kombination aus Schrittanzahl und dem ausschließlich aus Alter, Geschlecht, Gewicht und Größe ermittelten Kalorienverbrauch stecken fünf mögliche Fehlerquellen, hinzu kommen die vom Nutzer eingetragenen Lebensmittel, die ohne enormen Aufwand nie exakt sein können. Wer stellt sich schon bei jeder Mahlzeit in die Küche und wiegt Inhaltsstoffe oder sein fertiges Essen grammgenau ab? Ich zumindest hätte dazu auf Dauer keinen Nerv.

Ebenfalls schade: Anders als beispielsweise Nikes FuelBand oder das Fitbit Flex zeigt das Jawbone UP nicht an, wie viel des Tagespensums an Bewegung man schon geschafft hat – eine Motivationsfunktion, die ich mir für eine eventuelle Version 2 des Acitivity-Trackers definitiv wünschen würde.

Jawbone UP: Datenschutz und Support

Kommen wir schlussendlich noch zu einem oft – und auch im Fall von Jawbone – leidigen Thema: Umgang mit Daten und Support. Bis vor kurzem nämlich hatte es das Unternehmen Nutzern nicht ermöglicht, mit einem oder zumindest wenigen Klicks bei Bedarf ihre Accounts zu löschen – diese Funktion gibt es erst seit wenigen Wochen. Obwohl auch andere Netzwerke und Anbieter für diese Unsitte schon ordentlich Schelte bezogen haben, musste man hierfür bis dahin den Support von Jawbone anschreiben und um Löschung bitten.

Apropos Support: Nach eigener Aussage will Jawbone auf jede Anfrage innerhalb von zwei Tagen reagieren – in unserem Test dauerte es drei Tage, bis die erste Antwort kam. Das ist im Rahmen. Auch wurde mein Wunsch, den Account löschen zu lassen, prompt an die zuständige Abteilung weitergeleitet. Leider aber – und hier wird es ärgerlich – war der entsprechende Account selbst anderthalb Monate nach der ersten Anfrage immer noch erreichbar. Hier muss Jawbone dringend nachbessern – auch, weil ein solches Vorgehen die Frage aufwirft, ob die Daten, die für das Unternehmen natürlich eine wichtige Grundlage darstellen, wirklich vollständig von den Servern des Unternehmens verschwinden. Nach eigenen Angaben ist das der Fall, und auf der entsprechenden Support-Seite zum Löschen des Accounts müssen User auch einen Haken bei der Option „You would like this data deleted on the Jawbone servers that comes from the selected source“ setzen.

Fazit

Insgesamt ist Jawbone mit dem UP ein schönes Spielzeug gelungen. Solide verarbeitet und mit einer gut gestalteten und rund laufenden App ist das Armband ein Lifestyle-Produkt, das sich ohne Weiteres mit der Konkurrenz messen kann – trotz auf den ersten Blick verwunderlicher Details wie dem fehlenden Bluetooth-Sync. Zwar zeigt das Withings Pulse schon heute, wo die Reise einmal hingehen dürfte (Funktionen wie Puls-Messung werden auch bei Fitness-Gadgets schon bald Standard sein – ebenso wie beispielsweise GPS-Tracking), für den Moment aber ist das UP auf der Höhe der Zeit. Einzig der im Vergleich zu anderen Produkten doch deutlich höhere Preis trübt den guten Eindruck etwas – doch wie bei den meisten Gadgets dürfte dieser in den kommenden Monaten noch sinken. Wenn es Jawbone dann noch gelingt, beispielsweise das Schlaf-Tracking zu verbessern oder die eingeblendeten Tipps zu präzisieren, wird sich schnell eine treue Fangemeinde für das UP gefunden haben.

Weiterführende Links zum Thema „Activity-Tracker“

Das Jawbone UP wurde uns vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

 

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2 Reaktionen
Florian Blaschke

War für mich leider auch keine Lösung, denn erstens ist dann das dicke Ende unten – was mich noch mehr gestört hat – und hängen geblieben bin ich auch so noch oft genug ... ;-)

Antworten

Denise
Denise

"was leider zur Folge hat, dass man mit dem Band ziemlich regelmäßig an allen möglichen und unmöglichen Kleidungsstücken oder Gegenständen hängenbleibt."

Die Lösung liegt dabei so nahe... Den Verschluss nach oben drehen. Sieht stylischer aus und nervt nicgt.

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