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Porträt

Nur SEO, kein Vertrieb: Wie Maschinensucher 5.000 Kunden nur über Google gewann

    Nur SEO, kein Vertrieb: Wie Maschinensucher 5.000 Kunden nur über Google gewann
Thorsten Muschler hat sein Unternehmen Maschinensucher von 18 Jahren aufgebaut – ohne fremde Hilfe. (Foto: Maschinensucher)

Fast zehn Jahre lang werkelte Thorsten Muschler allein an seiner Plattform Maschinensucher – ohne Vertrieb, ohne Technik, ohne Investoren. Trotzdem konnte er Tausende Kunden gewinnen. 

Das Erfolgsrezept von Thorsten Muschler ist so einfach, dass man es sich fast nicht zu schreiben traut: Learning by doing. Als er 1999 seinen Marktplatz Maschinensucher startete, auf dem Unternehmen gebrauchte Maschinen anbieten oder kaufen können, musste er irgendwie Nutzer auf die Plattform bekommen. Weil ihm das Geld fehlte, setzte er auf Google. Sein Ziel: „Möglichst viele Leute auf meine Seite bekommen“, erklärt der Gründer rückblickend.

Anfangs konzentrierte er sich auf Metawörter: „Maschinen gebraucht“ oder „gebrauchte Maschinen“. Aber schnell stellte er fest: Das bringt nicht viel. Was seine Kunden wirklich suchten, waren ganz konkrete Geräte: eine Moranda KL 12, eine Ryobi 522 HXX, einen Siemens 1FT5. Die Maschinen, die sie wirklich benötigten. Also warb auch Muschler mit den konkreten Schlagwörtern. Der große Vorteil: Die Kunden fanden wirklich auf seine Seite. Werbeprospekte, Telefonanrufe, Vertrieb? Brauchte er nicht.

Mit dieser ausgefeilten SEO-Strategie hat Thorsten Muschler einen digitalen Hidden Champion hochgezogen. Maschinensucher ist nach eigener Aussage der größte Marktplatz für gebrauchte Maschinen in Europa. Mittlerweile zählt der Gründer aus Essen mehr als 5.000 Anbieter, auf der Plattform finden sich rund 130.000 Angebote, eine Million Besucher rufen die Website monatlich auf. Arbeitete Muschler die ersten neun Jahre noch alleine, so beschäftigt er heute 19 Mitarbeiter und arbeitet an der Expansion ins europäische Ausland – alles finanziert aus eigener Tasche.

Maschinensucher: Bootstrapping since 1999

„Wir haben genug Kapital, um in andere Märkte zu gehen“, sagt Muschler im Gespräch mit t3n.de. „Die Pfeile zeigen alle nach oben.“ Investoren hat Maschinensucher nie gehabt. Er habe immer darauf achten müssen, dass er nicht mehr ausgebe, als er einnehme. Das seien keine einfachen Zeiten gewesen. „Heute ist es sehr beruhigend, dass wir nicht von Investorengeldern abhängig sind.“ Auch in der Zukunft will der Gründer und Geschäftsführer lieber ohne Geldgeber auskommen.

Die Website von Maschinensucher im Jahr 2000: bunt, schrill und statisch. (Screenshot: Wayback Machine)

Dabei hatte Muschler mit Maschinen während seines Studiums gar nichts am Hut. Der 44-Jährige studierte damals Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Psychologie. Nicht unbedingt die Themen, die in der klassischen Industrie sofort weiterhelfen. Er habe die Fächer auch nur gewählt, um sich Zeit zu kaufen, sagt er rückblickend. Er habe immer gewusst, dass er irgendwann selbstständig arbeiten wolle. Die studentische Mitarbeit bei einem Unternehmen für Kunststoffverarbeitungsmaschinen führte ihn schließlich zu Maschinensucher.

Für seinen Arbeitgeber sollte er 1999 eine Website bauen. „Ich war der IT-Verantwortliche“, erzählt Muschler. Über die Internetseite sollte er auch alte Maschinen verkaufen. Damals war das WWW noch ziemlich bunt und statisch. Damit ein Unternehmen sein Inserat ändern konnte, musste es eine E-Mail formulieren. Muschler dachte: Das kann ich besser. „Das war eine naive Vorstellung“, sagt Muschler rückblickend und lacht. „Es war sehr viel schwieriger als gedacht.“

Sein Plan: Er wollte eine Datenbank für Unternehmen anlegen, auf denen sie Maschinen einerseits verkaufen, aber auch kaufen können. Programmieren hatte er sich selbst beigebracht. „Wie ein Wilder“ habe er die Website aufgebaut, schrieb ein neues Skript und zog Maschinensucher hoch. Heute habe sich die Technik professionalisiert. „Da würde mein „Code“ von damals nicht mehr reichen“, sagt Muschler.

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4 Reaktionen
Benjamin Löwen

https://www.cmc-versand.de/ ist ähnlich gewachsen, wenn auch nicht ganz so groß geworden.

Es gibt bestimmt noch viele derartige Erfolgsgeschichten.

Toll, dass so zu schreiben, das macht auch anderen mehr Mut.

Daumen hoch!

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Regina Bottom
Regina Bottom

"Er habe immer darauf achten müssen, dass er nicht mehr einnehme als er ausgebe." - ein wahres Luxusproblem ;-)

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Lisa Hegemann

Haha, danke für den Hinweis, ist ausgebessert. ;)

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MichiX

Durch die Hervorhebung, deines Zitats, musste ich ebn auch lache. :)

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