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Startups

5 PR-Tipps für Startups: Darum haben wir eure Pressemitteilung ignoriert

    5 PR-Tipps für Startups: Darum haben wir eure Pressemitteilung ignoriert

(Grafik: Shutterstock)

Hunderte Pressemitteilungen und E-Mails erhalten wir jeden Monat von Startups. Nur ganz wenige von ihnen münden in einem Artikel. Warum?

5 gute Gründe, eine Pressemitteilung zu ignorieren

Jeden Tag erreichen uns Dutzende E-Mails und Pressemitteilungen von Startups. „Revolutionäre“ Produkte werden angepriesen, „bahnbrechende“ Finanzierungsrunden gefeiert und „prestigeträchtige“ Personalentscheidungen verkündet. Das Ziel hinter alledem ist klar: Ein Artikel oder wenigstens ein gewinnbringendes Feedback soll es sein. Allerdings bleibt der Löwenanteil der E-Mails unbeantwortet, Frust entsteht. Trotzdem gibt es oft sehr gute Gründe dafür, eure Pressemitteilung bewusst zu ignorieren. Wir sagen euch, welche das sind.

1. Eure Pressemitteilung ist keine Nachricht wert

Startups, die lediglich eine Personalentscheidung zu vermelden haben, sollten sich jegliche Mühe um Aufmerksamkeit in Redaktionen sparen. (Grafik: Shutterstock)
Startups, die lediglich eine Personalentscheidung zu vermelden haben, sollten sich jegliche Mühe um Aufmerksamkeit in Redaktionen sparen. (Grafik: Shutterstock)

Ohne Frage der häufigste Grund, warum eine E-Mail zielsicher ins Leere läuft. Klassiker: Als Startup konntest Du gerade einen neuen Mitarbeiter als CTO an Bord holen, der viel Erfahrung und zuvor vielleicht bei einem klangvollen Unternehmen wie Google oder Apple gearbeitet hat. Glückwunsch, die Konkurrenz wird jetzt zumindest hellhörig werden. Für ein Tech-Medium wie beispielsweise t3n aber ist diese Meldung kurz und knapp gesagt: zu kleinteilig.

2. Eure Pressemitteilung ist thematisch irrelevant

Leider erfreuen sich Presseverteiler bei Startups wegen ihrer Reichweite großer Beliebtheit. Irgendwie verständlich, lässt sich so doch viel Geld, Zeit und Arbeit sparen. In der Konsequenz aber erhalten wir immer wieder Pressemitteilungen zu Themen, über die wir ganz offensichtlich nicht schreiben. Darunter fallen natürlich Personalentscheidungen (siehe Punkt 1), aber auch Finanzierungsrunden in nicht nennenswerter Höhe, Auszeichnungen oder marginale Updates zu eurer App.

3. Eure Pressemitteilung kommt zur falschen Zeit

Manchmal erwischt man einfach den falschen Zeitpunkt. (Grafik: Shutterstock)
Manchmal erwischt man mit einer Pressemitteilung einfach den falschen Zeitpunkt. (Grafik: Shutterstock)

Manchmal kommt es vor, dass eure Pressemitteilung zwar inhaltlich interessant ist, aber einfach aus Zeitmangel nicht redaktionell verwertet werden kann. Tech-Redakteure treiben sich immer wieder auf Konferenzen herum, stecken im Tunnel fürs nächste Heft oder haben thementechnisch derzeit einfach andere Prioritäten. In diesem Fall könnt ihr aber mit einer Rückmeldung rechnen – zumindest solange das Thema auch problemlos einige Wochen später bearbeitet werden kann.

4. Eure Pressemitteilung ist unpersönlich

„Sehr geehrter Damen und Herren von tn3, …“, „Hallo David Hefner, Sie schreiben doch immer mal was zu neuen Firmen oder?“ – fängt eine E-Mail schon so an, sinken die Chancen auf eine Rückmeldung ins Aussichtslose. Es gehört – wie bei jeder Bewerbung um einen Job – dazu, ein Anschreiben richtig zu adressieren und den Redakteur vor allem deutlich zu machen, dass man sich mit ihm und dem Medium auseinandergesetzt hat. Wer sich dafür genug Zeit nimmt, vermeidet übrigens auch, durch das Raster der Punkte 1, 2, und 3 zu fallen.

5. Eure Pressemitteilung ist eine Trotzreaktion

Mit neiderfüllten E-Mails als Reaktion auf Berichte zur Konkurrenz kommt man in der Regel nicht weit. (Grafik: Shutterstock)
Mit neiderfüllten E-Mails als Reaktion auf Berichte zur Konkurrenz kommt man in der Regel nicht weit. (Grafik: Shutterstock)

Sehr beliebt sind auch E-Mails, in denen Startups mit Verweis auf einen kürzlich erschienenen Artikel über ihren unmittelbaren Konkurrenten um einen Artikel werben. Bitte nicht falsch verstehen: Das zeugt von Aufmerksamkeit und vielleicht ist euer Produkt ja wirklich schicker, ausgereifter, günstiger oder durch eine ähnlich lesenswerte Gründerstory entstanden. Trotzdem: Am Ende zählt auch die thematische Abwechslung auf der Website oder im Heft.

Fazit

Natürlich ist das Umschiffen dieser fünf Fallstricke noch lange keine Garantie dafür, eine Rückmeldung beziehungsweise einen Artikel spendiert zu bekommen. Gelegentlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle, zum richtigen Thema gehört eben immer auch das nötige Quäntchen Glück dazu. Weitere PR-Tipps für Startups haben wir in unserem Artikel „Pressearbeit für Startups: 5 Schritte, um Redaktionen zu überzeugen“ zusammengetragen.

Zu guter Letzt aber haben wir noch einen Tipp, mit dem ihr bei jeder Redaktion für die Zukunft punktet: Vermeidet telefonische Anrufe, um euch zu vergewissern, ob eure Pressemitteilungen auch wirklich angekommen ist.

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5 Reaktionen
Daniel Hüfner

Hi Stephan,

Danke für Dein ausführliches Feedback!

Was die Überzeugungsarbeit angeht, hast Du natürlich insofern recht, als aussagekräftige Betreffzeilen in E-Mails natürlich für uns der erste Berührungspunkt mit einem Startup sind. Da sortieren wir schon viel aus und tatsächlich ist es so, dass man mit „Überzeugungsarbeit“ bei einer Pressemitteilung wie oben beschrieben dann auch nichts weiter erreichen kann.

Zum Unpersönlich: Die Schreibweise von „euch“, „du“ und „ihr“ orientiert sich an unseren Artikelrichtlinien, die ebenfalls auf Empfehlungen des Duden basieren. Darüber hat sich bislang auch noch keine nennenswerte Zahl von Lesern beschwert. Wir machen das nicht aus Unhöflichkeit, sondern weil wir das einmal so festgelegt haben. Gerne nehme ich Dein Feedback aber mit und wir diskutieren redaktionsintern noch einmal drüber. Falls es Dir aber hilft: Privat bevorzuge ich ebenfalls das große „Du“.

Beste Grüße aus Hannover,

Daniel

Antworten
Stephan
Stephan

hallo lieber Daniel,

mit besonders großem Interesse habe ich Deinen Artikel hier gelesen.

zu Punkt 5: "Eure Pressemitteilung ist eine Trotzreaktion" möchte ich anmerken: Ja stimmt, und während ich diesen Artikel

gelesen habe, dachte ich mir, "was für eine Trotzreaktion".

Bitte verstehe mich nicht falsch. Ich finde es toll, dass Ihr Euch der Sache angenommen habt. Aber (und wirklich nur ein

kleines "Aber"), meiner Meinung nach würde ich den Artikel "Pressearbeit für Startups: 5 Schritte, um Redaktionen zu

überzeugenzu" mehr pushen.

Will sagen: Erstmal erklären wie es funktioniert und dann trotzen ;-)

Und noch etwas:
Auch die dort zitierten Unternehmen geben sehr viel Geld für ihre Pressearbeit aus. Es ist also

widersprüchlich, was Ihr da schreibt. Die haben eine eigene Abteilung dafür. Die größe des Unternehmens ist nicht entscheidend für dessen Kreativität. Und wenn Ihr nur über große Firmen berichten wollt, dann entgehen Euren Lesern viele kleine gute, inspirierende Ideen.

Und noch etwas - auch wichtig:
Wenn ich einen Journalisten erst "überzeugen" muss, dann sollte sich der mal überlegen, ob er

den richtigen Job hat. Meiner Auffassung nach sollte ein Journalist zumindest so neugierig sein, anhand von Überschriften

(Email-Betreffzeilen) entscheiden zu können, ob ein Thema (inhaltlich) für das eigene Medium interessant ist. Wenn ja,

dann gut, wenn nein, dann halt nicht.

Unpersönlichkeit:
Was das Thema "unpersönlich" angeht. Gerade Ihr bei t3n schreibt ja selbst Eure "unpersönlich". Vielleicht ist es Dir nicht bewusst, aber das kleine "du" mag ich persönlich z. B. überhaupt nicht. Es gibt mir als Leser nämlich das Gefühl herabgesetzt zu werden. Selbst der Duden

empfiehlt, in möglichst vielen Fällen, ein großes "Du", "Euch" usw. Es ist quasi die Höflichkeitsform in der Ansprache des

Lesers. Einfach nochmal informieren. Und hier gleich ein "Positiv-Beispiel": http://www.marathonfitness.de/blog/ (ist nur ein x-beliebiges Beispiel aus dem Netz). Jedanfalls ließt es sich von der Optik her auch angenehmer. Die Kleinschreiberei verwirrt hin und wieder auch grammatikalischen Kontext. Macht es Euren Lesern bitte erstmal so einfach wie möglich, bevor Ihr hier große Reden schwingt.

So, nun denn. Möchte jetzt weiter arbeiten.

viele Grüße

Stephan

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Quocopenquo
Quocopenquo

Hier noch Grund #6:

Schrottige 'Pressemitteilungen' die schon via Praktikant über sämtliche Webkataloge verspamt wurden und nun versucht werden seriös unterzubringen.

Hier meine beiden Lieblings Pressemeldungen:

'500 faszinierte Referenzen' (Juhuu, meine Referenzen leben)
https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=%22500+faszinierten+Referenzen%22&start=10

'ein fiffiges Marketing Konzept' (auch bekannt als Wau-Effekt)
https://www.google.de/?gws_rd=ssl#q=%22ein+fiffiges+Marketing+Konzept%22

Antworten
Alex
Alex

"1. Eure Pressemitteilung ist keine Nachricht wert"

Man muss sich halt entscheiden. Pressemitteilung oder doch lieber noch ein Artikel der Sorte: "Die X beliebtesten/besten/tollsten/neusten was auch immer".

Da muss die Pressemitteilung halt mal das nachsehen haben. Man kann ja nicht so viel sinnvolle Mitteilung auf der Startseite haben. Da bekommt man sonst ja noch einen Schock ;)

Antworten
Heiner
Heiner

Böse Zungen haben noch einen sechsten Tipp:

6. Geht am besten direkt über die Anzeigenabteilung

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