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Marketing

Warum Unternehmen ein Corporate Blog betreiben sollten

    Warum Unternehmen ein Corporate Blog betreiben sollten
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Nach „Web 2.0“, „Social Media“ und „Content Marketing“ ist es an der Zeit, sich mit einem weiteren Trend zu befassen: dem „Corporate Blog“. Dieser Trend, der wie üblich in den USA schon viel stärker verbreitet ist als bei uns, kann dafür sorgen, dass Unternehmen sich selbst als viel transparenter und somit glaubwürdiger darstellen können, als das über Werbung funktionieren könnte. Richtig eingesetzt, ist das Corporate Blog keine Geheimwaffe, sondern eine Wunderwaffe.

Ein Corporate Blog ist eine einmalige Chance

Unternehmen haben in der Regel alle das gleiche Problem: Sobald eine bestimmte Größe erreicht ist, sind die Rollen innerhalb der Firma klar verteilt. Zwar gibt es für Presse und Marketing Personal. Der Gedanke aber, „Corporate Blogger“ einzustellen, ist bei vielen traditionellen Firmen noch nicht weit verbreitet.

Es reicht in der Regel bereits, wenn man diese Aufgabe im Bereich Presse und Öffentlichkeitsarbeit ansiedelt. Problem: Ein Corporate Blog besteht nicht aus der Verarbeitung von Unternehmens- und Pressemitteilungen. Solche Inhalte können sich potenzielle und bestehende Kunden auch über die Kanäle besorgen, die es schon seit Jahrzehnten gibt.

Corporate Blogs bieten einmalige Chancen. Ein Unternehmen kann sich transparent und glaubwürdig zeigen, wenn es gelingt, motivierte Mitarbeiter zu rekrutieren, die sich mit der Firma identifizieren. Außerdem müssen diese Personen auch in der Lage sein, Themen mit Bezug zum eigenen Unternehmen umzusetzen. Das bedeutet nicht, dass die Werbeabteilung für diese Aufgabe ungeeignet ist. Allerdings hat man immer eine gewisse „Betriebsblindheit“, wenn man sich lange in einem bestimmten Bereich aufhält.

Corporate Blogger sollten daher eher Allrounder als Spezialisten sein. Vorteil: Ist ein Allrounder mit der Unternehmensphilosophie vertraut und kennt er die Produkte oder Dienstleistungen, ist es für ihn leichter, Artikel aus einer übergeordneten Perspektive zu schreiben. Das führt dazu, dass solche Veröffentlichungen genau die schon angemerkte Transparenz und Glaubwürdigkeit ausstrahlen, die bei potenziellen und bestehenden Kunden gut ankommt.

Daimler – Vorzeigebeispiel für ein Corporate Blog

Der Corporate Blog von Daimler. (Screenshot: blog.daimler.de)
Das Corporate Blog von Daimler. (Screenshot: blog.daimler.de)

Ein Corporate Blog kann zudem Menschen enger an ein Unternehmen binden. Daimler zum Beispiel betreibt ein solches Corporate Blog. Dort werden natürlich auch Inhalte mit Bezug auf hauseigene Produkte veröffentlicht. Es findet aber auch ein ausgewogenes Maß an „Infotainment“ statt. Populäre Themen werden aufgegriffen und verarbeitet. Sinn der Veranstaltung: Daimler unter anderem in einem besseren Licht darzustellen.

Generell ist ein Corporate Blog sehr gut geeignet, um für eine positive(re) Außenwirkung eines Unternehmens zu sorgen. Aus diesem Grund sind auch Transparenz und Glaubwürdigkeit so wichtig. Nach außen muss deutlich werden, dass ein Unternehmen einen gewissen Status hat. Bei einem Anbieter von Dienstleistungen kann das die Expertise auf dem eigenen Fachgebiet sein. Für einen Hersteller von Produkten ist es denkbar, dass das Corporate Blog weiterführende Informationen anbietet, die für die Leser einen Mehrwert darstellen.

Es ist also sinnvoll, als Unternehmen auf ein eigenes Corporate Blog zu setzen, denn wie auch bei Privatpersonen kann es sich positiv auf die Reputation auswirken. Reputation wird in Zeiten sozial-digitaler Vernetzung immer wichtiger. Wer in der Öffentlichkeit als Autorität auf seinem Gebiet wahrgenommen wird, hat es leichter, sich Gehör zu verschaffen. Das kann sich selbstverständlich auszahlen, wenn es zum Beispiel um die Generierung neuer Geschäftskontakte geht.

Es muss allerdings nicht immer ums Geschäft gehen. Unternehmen, die ein gutes Corporate Blog führen, haben es auch leichter bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Weil das Blog kontinuierlich spannende Einblicke in ein Unternehmen geben kann, sind vor allem junge Menschen, die sich für einen entsprechenden Arbeitsplatz interessieren, schon sehr viel vertrauter mit dem Unternehmen. Beim Auswahlverfahren wird sich ein solcher Bewerber höchstwahrscheinlich besser schlagen als andere.

Ein weiterer, ganz simpler Vorteil eines Corporate Blogs ist die verbesserte Sichtbarkeit bei Google. Viele Firmen haben das Problem, dass ihre Unternehmensseiten statisch sind. Es gibt eine Startseite, dann die Firmenphilosophie, Beschreibungen von Produkten und Dienstleistungen. Alles Dinge, die sich relativ selten verändern. Folge: es passiert wenig auf der Website des Unternehmens und das trägt nicht wirklich zu einer guten Außendarstellung bei.

Google braucht als Suchmaschine immer wieder Futter und ein gutes Corporate Blog, der das Themenspektrum eines Unternehmens regelmäßig mit nützlichen und hilfreichen Artikel abdeckt, ist der beste Weg, um bei Google viel stärker stattzufinden. Wer hier echtes Content Marketing macht, wird mehr Sichtbarkeit erreichen, was letztendlich auch zu mehr Traffic führt.

Der gesteigerte Traffic kann in vielen Fällen direkt dazu genutzt werden, neue Leads zu generieren, aus denen dann Sales entstehen können. Dafür muss das Corporate Blog natürlich entsprechend positioniert sein und seine Hausaufgaben auch in solchen Bereichen wie zum Beispiel Conversion-Optimierung gemacht haben. Auf jeden Fall ist es eine Chance, durch das gesteigerte Aufkommen an Inhalten in der Öffentlichkeit mehr stattzufinden und besser auf sich aufmerksam zu machen.

Ein Corporate Blog kann eine echte Community werden

Der Blog von Ritter Sport. (Screenshot: ritter-sport.de/blog)
Das Blog von Ritter Sport. (Screenshot: ritter-sport.de/blog)

Ein Corporate Blog kann eine echte Community werden. Ritter Sport geht diesen Weg. Das Corporate Blog des Schokoladen-Herstellers bindet die User sogar in Entscheidungen ein. So sind auf diesem Weg in der Vergangenheit zum Beispiel schon diverse Sorten entstanden, die auch in den Handel gelangten. Der Vorteil hierbei: durch den Aufbau einer eigenen Community hat man mehr Kontrolle, als wenn das auf Facebook oder einem anderen sozialen Netzwerk stattfindet. Zwar lassen sich Facebook und Co. perfekt als Verstärker nutzen – der Traffic aber muss am Ende wieder auf der Website, zumindest aber auf dem Corporate Blog landen.

User-Bindung, Verbesserung der Außendarstellung und das direkte Feedback auf Produkte sowie eine höhere Sichtbarkeit und mehr Traffic durch Suchmaschinen wie Google sind also die hauptsächlichen Faktoren, warum ein Unternehmen ein Corporate Blog betreiben sollte. Sinnvoll ist es also auf jeden Fall, in Deutschland steckt dieses Thema bedauerlicherweise aber noch in den Kinderschuhen, ein Umdenken scheint jedoch stattzufinden.

Über den Autor

bjoern tantauBjörn Tantau arbeitet als Senior Manager Inbound-Marketing bei der Testroom GmbH  in Hamburg und ist seit Ende der 1990er Jahre im Online-Marketing aktiv. Er ist Spezialist für Suchmaschinenoptimierung, Social-Media-Marketing, Linkaufbau und Content-Marketing , bloggt auf seiner Website über aktuelle Themen aus diesen und anderen Bereichen, hat ein Buch über Google+ geschrieben  und ist als Speaker auf Konferenzen, Messen und Branchenevents  aktiv.

Weiterführende Links zum Thema „Corporate Blog“

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5 Reaktionen
Vanessa_Klein
Vanessa_Klein

Hallo Herr Tantau,

ein gelungener Artikel. Entscheidend finde ich Ihre Aussage: "Ein Corporate Blog besteht nicht aus der Verarbeitung von Unternehmens- und Pressemitteilungen. Solche Inhalte können sich potenzielle und bestehende Kunden auch über die Kanäle besorgen, ..." Meine Kollegin Andrea Wagner hat sich auch mit dem Thema befasst und einen Leitfaden erstellt, der neben den Vorteilen eines Corporate Blogs auch auf den Aufwand und die Risiken eingeht. Hier der Link dazu: http://blog.press-n-relations.de/?p=541

Viele Grüße, Vanessa Klein

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Sammy Zimmemanns
Sammy Zimmemanns

Hi Björn,

schöner Artikel, den ich mit unterschrieben kann. Es erstaunt mich, dass man hier in Deutschland immer noch nicht so weit ist. Das Thema Corporate Blog gibt es doch eigentlich schon seit Jahren.

Viele Grüße

Sammy

Antworten

Martin
Martin

Hi Björn,
danke für den interessanten Artikel. Oftmals reicht ein Blick in andere Branchen, wo die Firma schon transparent gelebt wird. Man zeigt seinen Kunden zu regelmäßigen Terminen einfach, wie die Firma funktioniert. Brauereien sind da ein schönes Beispiel, denn wer hat nicht mal einen Rundgang gemacht. Im Prinzip muss man diese Philosophie nur noch Web-tauglich machen und leben.

Ob man in Sachen Blog nun immer den Amis hinterherlaufen muss, weiß ich aber nicht. Jeder Unternehmer sollte da seinen eigenen Weg finden, die Kunden mit interessantem Content zu versorgen. Das kann auch ein Bild von den fertigen Produkten auf Facebook sein, was sich viral gut verbreitet - oder eben auch ein Blog bzw. eigenes Magazin mit zusätzlichen News aus der Branche.

Gruß Martin

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Sven
Sven

Ich würde in einem Punkt widersprechen. Sie schreiben: "[...]kann dafür sorgen, dass Unternehmen sich selbst als viel transparenter und somit glaubwürdiger darstellen können, als das über Werbung funktionieren könnte."
Eine transparente Darstellung allein reicht aber nicht. Was nur transparent aussieht aber nicht transparent ist, wird im Social Web schnell abgestraft. Ein Corporate Blog bietet also vielmehr die Chance Transparenz zu schaffen und dadurch an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Wahrscheinlich meinten Sie das auch so - und ich habe mich nur an Ihrer Formulierung gestört.

Antworten

Julian Moeser

Definitiv deiner Meinung Sven. Ein Corporate Blog ist immer nur ein Instrument. Es muss etwas dahinter stecken, sonst wird es unglaubwürdig und auf Dauer nicht erfolgreich.

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