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Bezahlen in 2 Sekunden: Wie Apple, Samsung und Co. Schwung ins Mobile Payment bringen

Aus dem
t3n Magazin Nr. 41

09/2015 - 11/2015

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Mobil bezahlen? Das wird sich so schnell nicht durchsetzen – sagen die einen. Die anderen sehen darin den nächsten großen Trend. Große Player wie Paypal, Apple, Google und Samsung experimentieren schon längst fleißig mit den Möglichkeiten. Im Rahmen unserer Themenwoche Zukunft des Geldes schauen wir, wie es tatsächlich um das Mobile Payment in Deutschland und im Rest der Welt bestellt ist.

Bezahlen in 2 Sekunden: Wie Apple, Samsung und Co. Schwung ins Mobile Payment bringen

Mobile Payment (Foto: Onfokus / iStock)

Es könnte so schön sein: Smartphone zücken, Piep abwarten, Zahlung bestätigen – und schon kann man die Kinokarte, den Wocheneinkauf oder die Benzinquittung mitnehmen. „In Zukunft wird die Mobile Wallet die Geldbörse komplett ersetzen“, behauptet BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Eine gewagte These angesichts der geringen Begeisterung in Deutschland für mobiles Bezahlen.

Gerade mal rund ein Drittel aller deutschen Smartphone-Nutzer wollen Rechnungen per Handy begleichen, sagen Umfragen des Branchenverbandes BITKOM und des Marktforschungsinstituts Fittkau und Maaß. Dennoch sehen fünfzig Prozent der Händler das Zahlen per Near Field Communication (NFC) als den technologischen Nachfolger des Bargelds, in erster Linie in Form kontaktloser Kartenzahlung und App-Payments. Das hat eine Umfrage von SIX Payment Services im Februar 2015 ergeben.

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Die neue Ausgabe des t3n Magazin erscheint am 26. August im Handel.

Apple Pay: Erfolg in den USA und UK

Wie so oft ruht die Hoffnung auf Apple. Apple Pay startete im Oktober 2014 mit 200.000 Akzeptanzstellen in den USA sowie bei In-App-Käufen – etwa in den Apps von Best Buy, Delta Air Lines, Dunkin’ Donuts oder Kickstarter. In den USA arbeitet Apple mit den Kreditkarten-Unternehmen Visa, American Express und MasterCard sowie einigen lokalen Banken zusammen. Seit Juli 2015 erfreut Apple Pay nun auch britische Kunden.

Dabei autorisiert ein einmaliger, individueller und dynamischer Sicherheitscode jede Überweisung. Der Konzern versichert, weder Nummern der Kredit- noch die der Bankkarte auf seinen Servern zu speichern. Stattdessen wird eine individuelle Geräte-Kontonummer erstellt, verschlüsselt und in einem sogenannten „Sicheren Element“ auf dem Gerät gespeichert, das notwendig ist, um Apple Pay nutzen zu können.

Bislang nur in den USA und Großbritannien verfügbar: Apple Pay ermöglicht mobiles Bezahlen via iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch. (Screenshot: apple.com)
Bislang nur in den USA und Großbritannien verfügbar: Apple Pay ermöglicht mobiles Bezahlen via iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch. (Screenshot: apple.com)

Das „Sichere Element“ gibt es aber erst auf den Gerätegenerationen iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch, was die Zahl potenzieller Apple-Pay-Kunden erheblich minimiert. Dennoch feiert Apple in den USA Erfolge: Die Kunden der Supermarktkette Whole Foods zahlten binnen drei Wochen rund 150.000 Mal mit Apple Pay. McDonald's kassiert laut Handelsblatt jede zweite mobile Zahlung über Apple Pay. Noch attraktiver soll Apple Pay mit iOS 9 sein: Dann unterstützt das mobile Zahlungssystem auch Bonusprogramme sowie Kundenkredit- oder -bankkarten in den USA.

Für Deutschland dürften die Prognosen nicht so rosig sein. Apple hält hierzulande einen deutlich niedrigeren Anteil am Smartphone-Markt. Außerdem sind Kreditkarten – das Kernelement von Apple Pay – deutlich weniger verbreitet. Gerade mal jeder dritte Deutsche besitzt in Deutschland eine Kreditkarte.

Samsung Pay: Beta-Test in Südkorea

Auch Samsung ist nicht untätig. Mit dem Galaxy S6 will der Konzern seinen Konkurrent Apple einholen und setzt dabei – anders als bisherige Lösungen – nicht nur auf NFC, sondern auch auf Magnetstreifen. Dazu hat Samsung im Februar das Mobile Wallet LoopPay gekauft und in Samsung Pay verwandelt. Bezahlen können Nutzer per Fingerabdruck. Die entsprechende Hardware ist im Galaxy S6 und im S6 edge schon integriert.

Im Namen der Sicherheit arbeitet Samsung bei jeder Zahlung mit einem Token, der nur einmal gültig ist. Die Kartennummer überträgt auch Samsung Pay nicht. In Südkorea testen gerade 1.000 registrierte Nutzer im Rahmen eines geschlossenen Betatests das mobile Bezahlsystem. Dazu hat Samsung Visa, Mastercard und acht lokale Kreditkartenanbieter ins Boot geholt. Laut einem Bericht von BusinessKorea gibt es jedoch noch Probleme bei der Verifizierung der Fingerabdrücke. Vor allem alte Kartengeräte sollen zudem noch nicht immer zuverlässig mit der Magnetic Secure Transmission (MST) zusammenarbeiten.

Doch das sind Kinderkrankheiten, die Samsung früher oder später überwinden wird. Ein größeres Problem könnte Samsungs sinkender Marktanteil im weltweiten Mobiltelefonmarkt werden. Seit Jahren zeichnet sich der Abwärtstrend ab: Laut dem Statistik-Dienstleister Statista sank die Verbreitung von Samsung-Smartphones von 32,5 Prozent (2013) auf derzeit 21,7 Prozent.

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Eine Antwort
  1. von Schlieder4 am 25.08.2015 (11:34 Uhr)

    Man muss schauen welcher Dienst sich etablieren kann, bis dahin habe ich lieber Bares und Online Banking.

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