Bogomil Shopov setzt sich als Mitgründer der bulgarischen Piratenpartei für digitale Rechte ein. Das Angebot zum Kauf von 1,1 Millionen Datensätzen aktiver Facebook-Nutzer – vor allem aus den USA, Kanada und Europa – nahm er deshalb zum Anlass, um auf den mangelhaften Datenschutz von Facebook aufmerksam zu machen.
Mangelnder Datenschutz: Facebook Apps erleichtern Sammeln von Nutzerdaten
In seinem ersten Blogpost zum Thema, der am vergangenen Dienstag veröffentlicht wurde, erläutert Shopov die Details des Angebots. Für 5 US-Dollar verkaufte ein Händler über die Plattform Gigbucks 1,1 Millionen Datensätze. Diese enthielten demnach Namen, User-IDs und E-Mail-Adressen, die über Facebook Apps gesammelt und monatlich aktualisiert wurden. In den Datensätzen erkannte Shopov sogar einige seiner Bekannten, schreibt Forbes.
Sein Blogpost verteilte sich im Internet und erreichte auch das „Facebook Policy Team“, das wenig später Kontakt aufnahm. Am Telefon sollte er Auskunft über den Verkäufer geben, die Datensätze an das soziale Netzwerk weiterleiten und anschließend löschen. Zum Abschluss machte man ihm außerdem deutlich, er solle das Gespräch für sich behalten. Eine Ansage, die Shopov zum Anlass nahm, das Telefonat in einem zweiten Blogpost öffentlich zu machen.
Datenschutz: Facebook Apps stehen in Kritik deutscher Verbraucherschützer
Mangelnder Datenschutz seitens Facebook ist eigentlich keine Neuigkeit – dass Datensätze so günstig gehandelt werden, überrascht aber trotzdem. Da Facebook Apps in diesem Fall die Datenquelle sind, zeigt auf, wie wichtig es ist über Datenschutz aufzuklären. Als Facebook-Nutzer ist es deshalb empfehlenswert, sich vor dem finalen Klick über mögliche Konsequenzen im Klaren zu sein. Vor allem Facebook Apps sind unter Datensammlern sehr beliebt, weil Facebook seine Nutzer unzureichend über die Datenweitergabe informiert. Dessen vermeintlichen Verstoß gegen das deutsche Telemediengesetz kritisierte zuletzt auch der Bundesverband der Verbaucherzentralen.
Weitere Informationen
- Kritik am App-Center: Verbraucherschützer stellen Facebook ein Ultimatum – t3n News
- Spam, Hoaxes und Viren: Großer Ratgeber für mehr Sicherheit bei Facebook – t3n News
- Facebook Chronik: So schützt du deine Privatsphäre – t3n News
- Facebook Investigating How Bulgarian Man Bought 1.1 Million Users' Email Addresses For Five Dollars – Forbes









von justsaying 26.10.2012 (10:18Uhr) 1.
1.000.000.000 User / 1.000.000 * 5$ = 5.000$ sind die Daten von Facebook wert ;)
von Dominik 26.10.2012 (10:26Uhr) 2.
Dazu gibt es nicht mehr viel zu sagen...
von Alex 26.10.2012 (10:34Uhr) 3.
Das ist kein mangelnder Datenschutz seitens Facebook. Die Aussage ist Unsinn. Für Apps sind ausschließlich Drittanbieter verantwortlich. Die laufen ja nicht mal auf Facebooks Servern.
von Dominik 26.10.2012 (10:53Uhr) 4.
@Alex
Klar ist Facebook dafür verantwortlich, wenn Sie die Daten den Apps preisgeben.
Man könnte die Daten auch verschlüsseln, zumindest die E-Mailadresse, bei der ich mich eh frage wozu die Apps bitteschön meine private E-mailadresse brauchen, wenn es jetzt die Facebook-E-Mailadresse gibt?
von Tobias Bähr 26.10.2012 (10:54Uhr) 5.
In diesem Fall kann man dies aber nicht Facebook anprangern, außer vielleicht, macht die API-Schnittstelle dicht, fertig.
Daher würde ich eher die App-Entwickler anprangern, weil sie Datenmissbrauch durchgeführt haben. Was natürlich bei allen Services passieren kann, die eine Schnittstelle anbieten.
von Marcel Maaß via facebook 26.10.2012 (12:02Uhr) 6.
Gleiches kann man für Versicherungsunternehmen, Telekommunikationsunternehmen, Online-Versandportale, etc. gelten lassen. Das Internet ist nunmal nicht sicher. Wenn ich nicht möchte, dass meine Daten irgendwo erscheinen, darf ich ganz einfach nicht ins Internet gehen. Als wenn diese Meldung jetzt etwas Neues wäre ...
von Alex 26.10.2012 (12:11Uhr) 7.
@Dominik Facebook gibt aber die Daten der Apps NICHT preis! Mit dem Zulassen einer App gibt der User die entsprechenden Daten, über die er auch informiert wird, an den Betreiber der App weiter. Facebook hat darauf überhaupt keinen Einfluss, denn Daten, die Apps erheben, werden von den App-Anbietern in IHREN Datenbanken gespeichert! Tobias Bähr sagt es so, wie es ist.
Vielleicht erst mal informieren, wie Apps auf Facebook funktionieren, dann widersprechen?
von Lucas Scheel via facebook 26.10.2012 (12:14Uhr) 8.
Wie blöd, dass er das Originalbild nicht gelöscht hat ... ohne Worte
von Andreas Bf via facebook 26.10.2012 (12:15Uhr) 9.
@Marcel, das Problem ist nicht das Internet an sich und man zum gläsernen User wird (was auch nicht mein Problem ist) sondern dass Facebook mit voller Absicht sensible Daten verscherbelt - das geht auch mir einen Schritt zu weit wenn ich nicht weiß was dort herausgegeben wurde. Mir ist egal ob da meine FBUID oder E-Mail Addi herausgegeben wird (macht sowieso jedes Unternehmen) und Spam Mails kann man filtern, aber wenn es um meine private Telefon-Nr. oder andere Daten geht die keinem etwas angehen geht hab ich da schon was dagegen - frag mich eh, wozu Facebook meine Telefon-Nr. braucht^^
von Stephan Jäckel via facebook 26.10.2012 (12:27Uhr) 10.
Fallen die Preise der Datensätze wegen des fallenden Aktienkurses oder fällt der Aktienkurs weil die Datenpreise verfallen? :-D
von Marcel Maaß via facebook 26.10.2012 (12:30Uhr) 11.
Grundsätzlich sind alle Daten, die Du hier bei Facebook angibst, erstmal verfügbar. Egal, ob Facebook diese offiziell herausgibt, oder ob diese Daten automatisch durch ein externes Programm (Crawler, Ausnutzung von Lücken im System, etc.) ermittelt wurden. Wenn Du von Daten redest, die niemanden etwas angehen, frage ich mich zangsläufig, warum Du diese sensiblen Daten bei Facebook angegeben hast?
Nicht jedes Unternehmen gibt derartige Daten heraus. Das ist ein Gerücht. Aber auch nicht jedes Unternehmen kann sich davor schützen, dass Dritte sich einen Zugang zu diesen Daten verschaffen. Sony war doch so ein schönes Beispiel, welches an die Öffentlichkeit gelang. Ich denke, dass die Dunkelziffer von Unternehmen, die ganz einfach ein Sicherheitsleck (sei es digitaler oder menchlicher Natur) haben, sehr viel höher ist. Es ist einfach ziemlich blauäugig zu glauben, dass Eure Daten in irgend einer Hinsicht im Internet sicher wären.
von Daniel Web via facebook 26.10.2012 (13:10Uhr) 12.
Gibt es da nich dieses Datenkraken-Projekt der deutschen Versicherungs- und Finanzbranche, wo alles zusammengeführt werden soll?
von Mathias Möller via facebook 26.10.2012 (13:17Uhr) 13.
100%ige Sicherheit bei der Speicherung von persönlichen Daten gibt es nirgends, auch nicht beim Finanzamt (Beispiel: Steuerhinterziehung in der Schweiz)
... in diesem Fall hier, hat nicht Facebook die Daten verkauft sondern ein Anbieter über Plattform Gigbucks und die Daten kommen von Drittanbieter der FB-Apps, die von jedem einzelnen Nutzer an den App-Anbieter weitergegeben wurden. Bei der Nutzung einer App kann und sollte man sich darüber informieren, welche Daten man an die jeweiligen Drittanbieter freigibt.Daher sollte sich auch jeder genau überlegen welche App man nutzt und welche nicht!
von Andre Bude via facebook 26.10.2012 (13:20Uhr) 14.
Für $5 würde ich auch paar Datensätze kaufen :)
von fosstux.net » Goodbye Facebook! Ic… 26.10.2012 (14:15Uhr) 15.
[...] ziehe ich mich aus Facebook zurück. Die Restriktionen, aufgezwungenen Änderungen sowie die neulich gekauften Userdaten sind der Auslöser für meinen [...]
von Willhelm Worms via facebook 26.10.2012 (14:16Uhr) 16.
Klasse, jetzt hat er 1,1 Mio. Namen und dazugehörige eMail-Adressen - Spammer könnten jetzt wenigstens eine freundliche persönliche Anrede verwenden. Und darüber hinaus?? Genau! Gähnende Leere. So eine Liste ist m.E. vollkommen nutzlos. Ausserdem gibts davon mehr als eine. Wer weiß, wo man suchen muss, findet wesentlich größere (> 200 Mio.) und nützlichere Listen sogar kostenfrei zum Download. :-D
von Jens Peters via facebook 27.10.2012 (00:43Uhr) 17.
Bekomme ich bei 100 Millionen Datensätzen Rabatt? ;-)
von Susi 30.10.2012 (12:22Uhr) 18.
Mann, immer dieses lapidare Argument, man solle doch nicht ins Netz gehen, wenn man nicht möchte, dass Daten öffentlich werden. Ihr redet nicht mehr so, wenn es Euch mal an einer Stelle erwischt, wo Ihr nicht damit rechnet.
von Alex 30.10.2012 (12:40Uhr) 19.
Ich sehe das wie Susi. Solche Ratschläge sind nicht zielführend und gehen am Problem vorbei
@Marcel Maaß klar kann man Daten auch im Internet sehr sicher ablegen. Das ist gar nicht blauäugig, wenn man weiß, was man tut. Das Stichwort heißt asymmetrische Verschlüsselung. Wenn der private Schlüssel beim User liegt und er die Daten nur lokal entschlüsselt, liegt es an ihm, wie sicher die Daten sind.
von Gastartikel: Datenschutz auf Facebook -… 01.11.2012 (13:56Uhr) 20.
[...] Gefahr ist der Verkauf von privaten Daten. Ein Mitbegründer der bulgarischen Piratenpartei hatte, wie t3n vor Kurzem berichtete, ein Online-Angebot bekommen, 1,1 Millionen Datensätze von Facebook-Usern zu kaufen. Da die Daten [...]