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Ratgeber

ICO erklärt: Das steckt hinter dem Finanzierungsmodell der Blockchain-Szene

(Foto: Shutterstock)

Mit dem sogenannten Initial Coin Offering hat sich in der Welt der Kryptowährungen ein neues Finanzierungsmodell entwickelt. Wir erklären, was es damit auf sich hat und welche Risiken damit verbunden sind.

Initial Coin Offering: Was bedeutet ICO eigentlich?

Der Begriff Initial Coin Offering (ICO) orientiert sich an dem englischen Terminus Initial Public Offering (IPO). Darunter versteht man einen Börsengang, bei dem Aktien aus dem Bestand von Altaktionären oder aus einer Kapitalerhöhung auf einem Kapitalmarkt angeboten werden. Während bei einer solchen Erstplatzierung jedoch Firmenanteile verkauft werden, geht es bei einem ICO um den Verkauf sogenannter Tokens.

Diese Tokens könnt ihr euch im Grunde als digitale Coupons vorstellen, deren Funktion je nach ICO variieren kann. In den wohl meisten Fällen dienen sie als die Währung für das Projekt, das mit ihnen finanziert wird. Investoren erhalten in dem Fall also die Möglichkeit, frühzeitig in eine Kryptowährung zu investieren, die eigentlich noch gar nicht verfügbar ist. Die Idee: Wenn das Projekt Erfolg hat, dann sollte auch der Wert des Tokens über den ursprünglichen Ausgabepreis steigen.

Dass immer mehr Anleger darin eine lohnenswerte Investitionsmöglichkeit sehen, zeigt sich daran, dass alleine 2017 schon mehr als 180 Millionen US-Dollar in verschiedene ICOs investiert wurden. 2016 lag dieser Wert laut Smith + Crown noch bei nur 101 Millionen US-Dollar. Und auch für die Entwickler von Kryptowährungen und Blockchain-Produkten ist das Modell sinnvoll, denn sie können ihre Arbeit so ohne den Umweg über die traditionellen Kapitalmärkte finanzieren.

Die Kurserfolge von Bitcoin und Ether haben auch das Interesse an anderen Kryptowährungen erhöht. (Grafik: Shutterstock)

Token können, wie erwähnt, aber auch mehr als nur einen rein monetären Wert darstellen. Ein Beispiel dafür ist der auf dem Etherum-Blockchain basierende DAO, was kurz für „decentralized autonomous organization“ steht, also dezentrale autonome Organisation. Über die bei der ICO verkauften Tokens erhalten die Besitzer ein Stimmrecht über die Zukunft der Organisation. Damit ähneln die Token in gewisser Hinsicht einer klassischen Aktie, nur geht es nicht um Stimmrecht bei einer Firma, sondern einer rein digitalen Organisation.

Ein anderes Beispiel sind Storjcoins. Die wurden von Storj.io, einem Anbieter eines dezentralen Cloud-Speichers bei einem ICO verkauft. Sie können wie eine ganz normale Kryptowährung gehandelt werden, lassen sich aber auch direkt zum Bezahlen von Speicherplatz bei dem Anbieter nutzen. Ihr seht: Bei einem ICO verkaufte Tokens müssen nicht zwangsläufig als reine Investitionsmöglichkeit betrachtet werden.

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ICO: Und was ist mit den Risiken?

Die traditionellen Kapitalmärkte unterliegen allerlei Regulierungen, die vor allem dem Schutz der Anleger dienen. Für ICOs hingegen gelten diese Vorgaben nicht. Das wird, abhängig davon, wen man fragt, entweder als Nachteil oder Vorteil angesehen. Fakt ist aber, dass Investoren sehr genau hinschauen sollten, bevor sie in ein ICO Geld stecken.

Es ist auch kein Zufall, dass viele ICOs genau diesen Begriff vermeiden und stattdessen von einem „Crowdsale“ oder bisweilen sogar einer Spende sprechen. Dauerhaft dürften die dafür zuständigen Regulierungsbehörden aus aller Welt diesem Treiben aber vermutlich nicht zusehen. Daher sorgen sich viele Insider bereits davor, dass die US-Börsenaufsicht mit harten Mitteln gegen ICOs durchgreifen könnte. Auch viele Investoren wünschen sich etwas mehr Sicherheit. Denn derzeit bleibt bei jedem ICO nur ein ganz genauer Blick auf das jeweilige Projekt.

Fazit

ICOs stellen eine extrem spannende Entwicklung dar, über die Risiken sollte sich aber jeder bewusst sein. Wer sich nicht ausreichend mit dem Thema auseinandersetzt, der kann sich sehr schnell die Finger verbrennen.

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