Kolumne

ICO-Fieber: Wer bleibt als Amazon der Blockchain-Blase über?

Wer wird das Amazon der Blockchain? (Foto: Akarat Phasura/Adobe Stock)
Lesezeit: 10 Min.
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Blockchain ist das neue Internet – zumindest erinnern die Millionen-Finanzierungen neuer Blockchain-Unternehmen mit Kryptogeld an die Auswüchse der Dotcom-Ära. Was wird bleiben? Die Neuland-Kolumne.

Der steile Aufstieg der Kryptowährung Bitcoin in den vergangenen Jahren hat die Blockchain-Technologie bekannt gemacht. Dabei nutzt Bitcoin die Blockchain – eine dezentral verteilte Datenbank, die Transaktionen mittels Kryptografie absichert – nur für einen einzigen Zweck: Nachzuhalten, wer welche Anteile an Bitcoin besitzt und an wen übertragen hat. Bitcoin hat sich damit als das digitale Gold des Internets etabliert – wenn es an den Krypto-Märkten kriselt, fliehen Anleger inzwischen zu Bitcoin als sicherer Hafen.

Der zweite Star unter den Krypto-Projekten – Ethereum – zeigt in der Praxis, dass die Blockchain deutlich mehr kann. Das Projekt kämpft aber mit Problemen wie Hacks, die laut Kritikern auch in der grundlegenden Architektur von Ethereum begründet liegen. Die Hoffnung auf eine neue Blockchain-Technologie, die Ethereum ablöst, hat einen neuen, komplett unregulierten Goldrausch ausgelöst: Massenhaft stecken überwiegend Privatinvestoren ihr Geld in Blockchain-Startups, die die Blockchain 3.0 versprechen und Ethereum ablösen sollen – die sogenannten ICOs und Token Sales. Tatsächlich könnte diese gerade jetzt entstehen und das Fundament für eine neue Art des Internets legen.

Doch der Reihe nach: Ethereum bildet in der Blockchain eine komplette Programmiersprache ab. Daher können darüber auch Verträge geschlossen werden, sogenannte „Smart Contracts.“ Dank der dezentral berechneten Blockchain kann jeder einen dieser Verträge in Code schreiben und auf der Blockchain laufen lassen – ohne irgendjemanden dafür um Erlaubnis zu fragen.

Die programmierten Verträge brauchen keinen Richter oder Gerichtsvollzieher, um durchgesetzt zu werden – denn im Code selbst steckt der Vertrag. Wer einen solchen Vertrag eingeht – in der Regel, indem er die Digitalwährung Ether an eine Adresse schickt – sollte den Code also genau lesen und verstehen. Durchgesetzt wird der Vertrag über die Logik der Blockchain und die sogenannten Miner, die Rechenkraft zur Verfügung stellen, um Transaktionen gegen Gebühr sicherzustellen oder neue Coins zu minen.

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Dass die Smart Contracts nicht immer ganz so smart sein müssen, zeigen eine ganze Reihe von spektakulären Hacks. In allen bisher bekannten Fällen wurden die Verträge schlampig programmiert, wodurch Angreifer Ether in Millionenhöhe erbeuten konnten. Die Tatsache, dass Code immer anfällig für Fehler ist – fahrlässige wie böswillige – sehen manche als grundsätzliches Problem von Ethereum.

ICO-Boom: Ist die Zeit reif für eine Blockchain 3.0?

Vor allem  die Programmiersprache von Ethereum namens Solidity mit einer Syntax ähnlich der zu Javascript wird häufig wegen Sicherheitsproblemen kritisiert. Der Vorwurf: Statt sich an der wissenschaftlichen Forschung zum Thema Smart Contracts zu orientieren, erlaube sie zu viel und führe so schnell zu Programmierfehlern wie im Falle der auf Ethereum basierenden selbstständigen „dezentralen autonomen Organisation“ DAO – dem Versuch, eine automatisierte Investmentfirma auf Basis der Blockchain aufzubauen.

Ethereum erlaubt Smart Contracts – nicht ohne Risiko. (Illustration: Vitaminco/Shutterstock)

Doch statt die Teilnehmer von DAO reich zu machen, führte es in die bislang größte Krypto-Katastrophe: Aufgrund eines Programmierfehlers wurden vor mehr als einem Jahr 3,6 Millionen Ether von DAO unbrauchbar gemacht – damals hatten sie einen Wert von 65 Millionen Euro, heute wären sie rund 700 Millionen Euro wert. Die Ausnutzung der Schwachstelle im Code führte zur Spaltung des Ethereum-Projekts in Ether und Ether Classic – bei Ether fand das Geld den Weg zu seinen Besitzern zurück, in der Classic-Welt hat die Rückabwicklung der DAO-Transaktionen nie stattgefunden.

Und die beiden Krypto-Stars Bitcoin und Ethereum haben weitere Probleme: Wer aktuell eine Bitcoin-Transaktion durchführen will, wartet teilweise mehrere Stunden, bis die Transaktion bestätigt ist – zum Kaufen eines Burgers ist Bitcoin schon lange nicht mehr praktikabel. Bei Ether geht das zwar schneller – allerdings nur, wenn nicht gerade wieder einer der begehrteren ICOs – die Finanzierung eines neuen Startups meist im Blockchain-Bereich mit Hilfe von Ether – stattfindet. Dann ist die Blockchain schnell verstopft.

ICO steht für Initial Coin Offering und lehnt sich sprachlich an die vor allem in den USA gebräuchliche Bezeichnung für einen Börsengang – IPO, Initial Public Offering – an. Um die strenge amerikanische Börsenaufsicht SEC nicht unnötig aufzuschrecken, werden die meisten der ICOs inzwischen aber als Token Sale bezeichnet. Anders als bei den hochregulierten Börsengängen ist bei ICOs und Token Sales allerdings höchst fraglich, was die Investoren rechtlich gesehen genau erwerben. Vermutlich, um sich vor Klagen zu schützen, lautet die juristische Antwort der meisten Unternehmen, die ICOs oder Token Sales derzeit durchführen: juristisch gesehen nichts. Die Tokens sind ein digitaler Spielstein, von dem derzeit niemand so genau sagen kann, wofür er mal gut sein wird. Einige der ICOs sind auch klarer Betrug.

Der Run auf die ICOs wird durch die Hoffnung auf eine Blockchain 3.0 verstärkt: Bitcoin bildete die Blockchain 1.0, Ethereum wird von manchen durch die Fähigkeiten der Smart Contracts als Blockchain 2.0 gesehen. Die Probleme bei der Skalierbarkeit und Anfälligkeit für Angriffe lassen zahlreiche Blockchain-Experten zu dem Schluss kommen, dass die Zeit für eine neue Blockchain-Technologie reif sein könnte. Diesmal vielleicht eine, die den Standard für viele Jahre setzt – oder sogar Jahrzehnte. Die Marktkapitalisierungen von Bitcoin mit rund 45 Milliarden US-Dollar und Ethereum mit rund 21 Milliarden Dollar befeuern dabei die Phantasien für eine solche mögliche neue Basistechnologie.

Schaffen EOS oder Tezos einen Ethereum-Killer?

Tatsächlich haben gerade einige der Projekte besonders viel Geld eingesammelt, die so eine Blockchain 3.0 in Aussicht stellen: Das EOS-Projekt beispielsweise verspricht im White Paper, durch eine Parallelität der Blockchain-Berechnungen Millionen von Transaktionen durchführen zu können. EOS soll so ein kommerziell nutzbares Betriebssystem für dezentrale Applikationen werden, die auf der Blockchain aufsetzen. Tezos mit Sitz im schweizerischen Zug will eine neue Blockchain schaffen und sogar mit einem „kleinen Nationalstaat“ verhandeln, damit er die digitale Tezos-Währung als offizielle Landeswährung anerkennt.

Tezos startet nach seinem ICO mit einer 232-Millionen-Dollar-Finanzierung in Ether – und stellte damit zunächst einen neuen Rekord auf. EOS sammelte bereits jetzt noch mehr Geld in Form von Ether ein – mit einem ICO, der noch fast ein Jahr läuft. Schon nach fünf Tagen waren umgerechnet 185 Millionen Dollar zusammen, inzwischen sind es mehr als 300 Millionen Dollar und täglich kommen etwa drei Millionen dazu, Tendenz steigend. Ein EOS-Token wird derzeit für rund 1,64 Euro gehandelt – am Ende soll es eine Milliarde davon geben.

Das sind die fünf wertvollsten Krypto-Währungen der Welt
Immer noch unbestritten die Nummer eins unter den Kryptowährungen: Bitcoin mit einer Marktkapitalisierung von rund 280 Milliarden US-Dollar. (Stand: Anfang Dezember 2018) (Foto: Shutterstock/Julia Tsokur)

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Es ist nicht einmal sicher, dass die Käufer der auf Ethereum basierenden Tokens diese später auch in die auf Basis der neuen Blockchain entwickelte EOS-Währung tauschen können. Die Tokens stellen auch keine Beteiligung am Unternehmen dar – das Unternehmen hinter EOS namens Block.one mit Sitz auf den Kaiman-Inseln ist durch klassisches Wagniskapital finanziert. EOS-CTO Dan Larimer genießt unter Blockchain-Enthusiasten einen guten Ruf, weil er zwei der bisher technisch besten Blockchains wesentlich mitentwickelt hat: Steem und Bitshares. Und in Zeiten wie diesen reicht das offenbar, um dreistellige Millionensummen – perspektivisch über eine Milliarde Euro – für Tokens einzusammeln, von denen heute niemand so genau sagen kann, wofür sie einmal gut sein werden.

Wie viele der Token Sales wird auch der von EOS durch China angetrieben: Dort hat die Bitcoin-Koryphäe Xiaolai Li den ICO eines weiteren Blockchain-Startups namens Press.one angekündigt, das auf EOS aufsetzen soll. 50 Prozent der angestrebten Finanzierungssumme von 200 Millionen Dollar sollen durch die derzeit gehandelten EOS-Tokens zustande kommen. Um sich an einem ICO zu beteiligen, müssen die Investoren also zunächst an einem anderen teilnehmen – oder die Tokens über eine der Kryptowährungsbörsen wie Kraken tauschen, wo diese gehandelt werden.

Das FOMO-Phänomen: Fear of missing out

Doch es ist noch etwas anderes, was das Geld in die ICOs und Token Sales spült: Die kometenhafte Preisentwicklung von Bitcoin, Ether und einigen anderen Kryptowährungen wie Zcash und Monero, die auf Anonymität setzen oder Ripple, das die Unterstützung einiger Banken hat, führt zu einem Phänomen, das auch wesentlicher Treiber der Dotcom-Blase um die Jahrtausendwende war: das FOMO-Syndrom – „Fear of missing out“ –, die Angst, den nächsten Krypto-Hype (wieder) zu verpassen. Der Gedanke dahinter: Nachdem jetzt schon gefühlt die halbe Tech-Welt mit Bitcoin und Ether reich wurde, bin ich jetzt aber auch mal dran.

Von der klaren Mehrheit , vielleicht sogar allen derzeitigen Unternehmen, die oftmals mit nicht mehr als einer Idee Millionensummen in Ether einnehmen, wird in zehn Jahren niemand mehr sprechen. Da wird sich der derzeitige Krypto-Boom nicht anders verhalten als der Dotcom-Boom rund um die Jahrtausendwende, als viele Millionen in Startups versenkt wurden, von denen heute niemand mehr redet.

Doch Kennzeichen der Dotcom-Ära war es auch, dass neben vielen gescheiterten Startups Amazon und Google entstanden. Amazon wurde 1994 in einer sehr frühen Phase des Internet-Booms gegründet, Google 1997. Vielleicht also entstehen ja auch gerade die Amazons und Googles der Blockchain? Dann hätte,  wer genug Expertise hat, um auf das richtige Startup zu setzen, die Chance, sehr früh in ein erfolgsversprechendes, vielleicht sogar revolutionäres Unternehmen investieren.

Was bringt die Blockchain wirklich?

Doch ist die Blockchain tatsächlich die vielversprechendste Technologie seit der Erfindung des Internets, wie derzeit so viele behaupten? Das Internet hat den global-vernetzten Informationsaustausch gebracht – die Kopie steht hier im Vordergrund. Die Blockchain mit ihren auf mathematischen Berechnungen basierenden Absicherungen etabliert das Prinzip des digitalen Besitzes – digitale Informationen, die sich gerade nicht beliebig kopieren lassen und dadurch Wert bekommen.

Ein beliebtes Beispiel für den Einsatz der Blockchain über Kryptowährungen hinaus ist das deutsche Startup Slock.it, das bereits jetzt mit RWE am Einsatz der Blockchain für die Elektromobilität zusammenarbeitet und Ethereum unter anderem als Grundlage nutzen will, um Fahrräder zu verleihen. Slock.it entwickelt ein Schloss, das sich mit der auf Ethereum basierenden Währung Ether öffnen lässt, wodurch gleichzeitig ein Vertrag geschlossen wird. Doch welches Problem löst das wirklich? Fahrräder lassen sich auch heute per App ausleihen – und den Nutzer dürfte es nicht interessieren, ob dafür eine Blockchain oder eine normale Datenbank zum Einsatz kommt.

Bei vielen dieser und ähnlichen Visionen bekommen derzeit vor allem Anhänger der Idee von Dezentralisierung feuchte Hände. Nicht selten steht dahinter auch eine politische Ideologie. EOS-CTO Dan Larimer beispielsweise ist ein radikaler anarchokapitalistischer Libertärer, der sich als „Voluntarist“ bezeichnet und sogar staatliche Polizei und Gefängnisse ablehnt. Häufig wird in den Visionen der Anhänger der Technologie alles über die Blockchain abgewickelt – bis zum Bezahlen der Stromrechnung. Am Ende wird dadurch der Staat überflüssig, das gesamte Leben nur noch in gegenseitigen per Code durchgesetzten Verträgen zwischen Individuen auf Basis der Blockchain verhandelt.

Es bleibt dabei aber oft rätselhaft, warum normale Verbraucher ein Interesse daran haben sollten. Der praktische Nutzen für mögliche Kunden und Anwender bleibt häufig eher abstrakt. Am Ende leiht er sich im Falle von Slock.it ein Fahrrad, in anderen Visionen sind das Autos oder Wohnungen – doch all diese Geschäftsmodelle gibt es heute schon auf Basis von Plattformen wie etwa Airbnb für Wohnungen. Die Idee, dass dies alles dezentral passiert, scheint derzeit vor allem Blockchain-Enthusiasten zu begeistern. „Wenn Vertrauen oder Robustheit kein Thema sind, gibt es nichts, was eine Blockchain bietet, das nicht auch mit einer regulären Datenbank umgesetzt werden kann“, schrieb der Blockchain-Unternehmer Gideon Greenspan bereits 2016.

Ein wenig wirkt die Blockchain-Technik auch nach jahrelanger Diskussion daher immer noch wie das alte Informatiker-Phänomen: Habe Lösung, suche Problem. Dennoch: Es gibt sicherlich Geschäftsmodelle, bei denen Dezentralität, Robustheit und Vertrauen die entscheidenden Faktoren sind – beispielsweise bei internationalen Geld-Transaktionen. Die Möglichkeiten des Internets offenbarten sich auch noch lange nicht bei seiner Erfindung oder seinem Durchbruch als Massenmedium.

Auf Grundlage der Blockchain werden sicher Geschäftsmodelle etabliert werden. Eine erste „Killer-Applikation“ der Blockchain ist sogar schon gefunden: Bei allen Übertreibungen am Markt sind ICOs und Token-Sales eine einfache Möglichkeit der globalen Crowdfinanzierung, die derzeit massenhaft zum Einsatz kommt – aktuell noch vorbei an jeder Regulation. Letzteres wird sich sicher ändern – aber die Technologie ist da und wird genutzt.

Die drei großen Fragen der Blockchain 3.0

Die drei großen offenen Fragen in Bezug auf eine Blockchain 3.0 lauten allerdings:

  1. Wann wird es soweit sein?
  2. Wie stark werden diese Unternehmen unser Leben verändern und wie groß wird ihr Geschäft?
  3. Auf Basis welcher Blockchain-Technologie wird die Blockchain 3.0 entstehen – und wer profitiert davon?

Der aktuelle ICO-Boom ist natürlich eine Blase mit Ansage. Zu dem bereits seit längerem bestehenden Wildwuchs an Krypto-Währungen von bereits etablierteren Währungen wie Litecoin, Zcash oder Ripple mit jeweils validen Alleinstellungsmerkmalen bis zu abstrusen Erfindungen wie Beercoin gesellt sich aktuell ein Wildwuchs an Tokens. Sehr wenige davon versprechen glaubhaft Probleme zu lösen, die bisherige Blockchain-Technologien nicht leisten.

Und die Geschichte der Kryptowährungen zeigt, dass die Marktkapitalisierung wenn überhaupt nur lose damit verknüpft ist, wie gut die technische Grundlage ist. Bitcoin als Pionier und bekannteste Kryptowährung hat immer noch die mit Abstand größte Marktkapitalisierung. Dabei ist die technische Basis laut Experten schlechter als die fast aller anderen großen Kryptowährungen – immerhin konnten die von den Unzulänglichkeiten der Pionier-Währung lernen.

Ethereum und Ether, deren um Smart Contracts erweiterte Blockchain-Technologie recht früh startete, stehen unangefochten auf Platz zwei. Blockchain-Technologien, die laut vielen Experten technisch besser sind – darunter die vom heutigen EOS-CEO maßgeblich mitgeschaffenen Kryptowährungen Bitshares und Steem – stehen in ihrer Marktkapitalisierung deutlich hinter technisch weniger ausgefeilten, aber bekannteren Kryptowährungen.

Und dennoch könnte gerade jetzt tatsächlich das Amazon und das Google einer kommenden Blockchain-Ökonomie entstehen, das unser Leben in zehn oder zwanzig Jahren nicht weniger prägt, als es die beiden Unternehmen heute tun. Allerdings muss das auch nicht unbedingt eines der derzeit gehypten ICO-Startups sein.

Vielleicht entsteht es auch gerade mit klassischem Wagniskapital – das Blockchain-Konsortium R3 hat gerade 107 Millionen Dollar von zahlreichen Banken wie UBS, Barclays, ING, Wells Fargo, Banco Bradesco, Itaü Unibanco und Natixis eingesammelt. Vielleicht entsteht die kommende Blockchain-Baistechnologie aber auch in einer Studenten-WG ganz ohne Fremdkapital durch eine geniale Idee – oder als Open-Source-Projekt einer Community.

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8 Kommentare
David
David

Bei welchem Hack genau waren fehlerhafter Smart Contract die Schwachstelle?
Bei denen in 2017 lag es entweder am Wallet oder an der Internetseite.
Blockchain 3.0 dürfte dann IOTA sein.

Antworten
Alex
Alex

Hi, ich lese Eure Blockchain und Crypto Artikel echt gerne, aber es gibt schon 3.0 Lösungen, die über die herkömmliche Blockchain hinausgehen und bisherige Probleme auf einen Schlag lösen:

Directed Acyclic Graph, The Tangle Ledger

Keine Blöcke, kein Mining, keine Transaktionsgebühren, unendlich skalierbar, Quantensicher

IOTA

http://www.tangleblog.com/what-is-iota-what-is-the-tangle/

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Patrick
Patrick

„Ist die Zeit reif für eine Blockchain 3.0?“

Gibt es seit knapp zwei Jahren und nennt sich IOTA….
https://iota.org/IOTA_Whitepaper.pdf

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sam_liban
sam_liban

Erst einmal – Super Artikel, ausgewogen, gut recherchiert und insgesamt einfach ein Genuss – Danke dafür!
Zu dem Beispiel der „Geschäftsmodelle“, die „es alle doch schon gibt“ eine Anmerkung, wo ein disruptives Merkmal schlummert:

AirBnB ist ein gutes Beispiel (bei mir Seite 3 des Artikels):

AirBnB würde auf der Blockchain einfach „nur“ zu einem Vertrag und die wirtschaftlichen Akteure (Vermieter und Mieter) müssten so wesentlich weniger „Mittler-Gebühren“ zahlen – ggf. sogar „nur“ die Blockchain Gebühren an sich. D.h. statt 20% ggf. nur noch 0,5 %.

D.h. Mittler jeder Art (engl. Middlemen) könnten theoretisch mittels der Blockchain ausgehebelt werden: Banken (Bitcoin, DASH, usw. – daher ja der Beginn des Hypes in der Finanzwirtschaft), Versicherungen (Versicherung auf Gegenseitigkeit = Vertrag), Urheber (t3n mit eigener SteemIt-Implementierung?), Handelsplätze jeglicher Art, Energie Distribution, digitale Vermittlungsplatformen, usw.

Dabei ist gesellschaftlich beängstigend wie viele Arbeitsplätze das wären, die durch Code ersetzt würden…wenn es denn so käme.

Tatsächlich basiert die Theorie des SmartContract als Ersatz des Mittlers ja auf einer wesentlichen Annahme: Dass Betrug ausgeschlossen ist – bei dem AirBnB Beispiel also ginge es nur, wenn auch die Wohnung mittels IoT so angeschlossen ist, dass der Vertrag den Zutritt und die Nutzung durch den Mieter regeln kann – wenn dieser bezahlt hat und alle anderen Konditionen des Vermieters (auch unbedingt digital nachvollziehbar) erfüllt wurden.

Und weiter könnten Mittler weitere Dienste als nur die Sicherheit bieten.

Im Falle von Unternehmen aber wie Uber, die die eigentlichen Leistungserbringer versklaven, würde es zumindest mich freuen, wenn SmartContracts die hier investierten 60 Milliarden in den Wind schießen könnten.

Denn darüber reden viel zu wenige – dass die „Sharing Economy“ zu einer Prekarisierungs-Maschinerie verkommen ist und unsere Gesellschaften keine wirkliche Antwort darauf haben.

Blockchain 3.0 ist aus meiner Sicht nur ein Hype-Begriff – wie so viele andere.

Wie Du beschreibst, gibt es immer noch Herausforderungen der 1.0 Technologie (Skalierung, Herbeiführung von Veränderungen in dezentralisierten Systemen (s. Bitcoin Debatte)), die noch gelöst werden müssen oder bisher nur begrenzt auf wirkliche Robustheit geprüft sind (PoS, DPos, usw. sind meines Erachtens nach noch nie wirklichen Prüfungen ausgesetzt gewesen).

Insofern bieten Tezos und EOS eben nichts Neues außer dem Versprechen, etwas Neues zu bieten…

Ethereum wird sich weiter entwickeln und hat durch die gute Vernetzung in die Wirtschaft (s. Ethereum Alliance) gute Chancen, eine sehr ausgereifte Technologie zu werden. Gerade weil es private, konsortial- und die öffentliche Blockchain gibt.

Lisk ist meiner persönlichen Meinung nach auch eine mögliche Option für die Zukunft, wenn eben auch mit DPoS…da ist bei mir einfach das Vertrauen noch nicht ausgeprägt genug ;-)

Aber die Idee der Lisk-Gründer, auf Javascript als Sprache zu setzen und das Konzept der Sidechains (für Anwendungen auf der Blockchain) wirken auf mich erfolgsversprechend – das werden wir aber eben auch erst 2018 sehen, denke ich.

Und für die Wirtschaft bietet die Blockchain viele Grundlagen für die Zukunft: Sicherheit durch Verteilung, (endlich) Verschlüsselung als Voraussetzung für digitales Wirtschaften, Konsortien statt Platformen oder z.B. einfach „nur“ eine Lösung die Cloud basierte Digitalisierung ernsthaft abzusichern.
Ich folge Dir jetzt mal auf Twitter – der Link von dem Larimer-Telegram-Nachrichten ist der Hammer ;-)
Danke für den tollen Artikel !

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Stephan Dörner

Danke für die Blumen und die hilfreichen Anmerkungen!

Antworten
Bertram Senkel
Bertram Senkel

Das größte Problem der Blockchain ist die Anonymität und das dir jeder dahergelaufene Codekopierer das Wunder der Zukunft verspricht! Warum sollte ich in Versprechungen investieren, für die ich später, den, der Versprechungen gemacht hat, nicht mal zur Haftung ziehen kann, wenn er seine Versprechungen nicht umsetzt oder einhält. Beim Dao war es doch genau so. Da wurde „schlampig programmiert“ von diesen oben erwähnten „slock.it“ Typen. Und wurde da jemals einer zur Rechenschaft gezogen? Nein!
Dann, der Bitcoin an sich. Programmiert oder geschaffen von einem Unbekannten? Hallo!!! Das dient vllt. für Kinder in einer Märchenstunde oder als Thema für eine Fantasy Geschichte aber für einen grundsoliden Geldanleger der Sicherheit verlangt ganz bestimmt nicht.
Es wird zwar alles fein säuberlich in einem Block abgespeichert, aber wir Menschen können es halt nicht lesen – es ist nicht transparent genug. Warum sollten wir dann eine Blockchain 3.0 brauchen wenn wir die Blockchain 1.0 nicht einmal verstehen!

Antworten
sam_liban
sam_liban

Anonymität: Das ist abhängig von der Art der Blockchain – bei „privaten“ (innerhalb einer Partei/eines Unternehmens) und „konsortialen“ (zwischen Parteien/Unternehmen) Blockchains ist Identität nicht notwendigerweise anonym.
Auch Bitcoin ist nicht wirklich anonym…aufgrund unterschiedlicher Begebenheiten wurde z.B. „Silkroad“ (diese Darknet Plattform für Drogen) gerade mittels der Bitcoin Blockchain geknackt…dazu gibt es einen interessanten Ted-Beitrag (https://www.youtube.com/watch?v=507wn9VcSAE).
Aber es gibt auch Währungs-Blockchains wie Monero, DASH oder ZCash, deren Intention eine wahre Anonymität sind.

Slock.IT: Gerade vorgestern hat die SEC das Ergebnis ihrer Untersuchung zum „The DAO“-Hack bekannt gegeben und den Urhebern (Slock.it) wie auch Investoren zumindest keine weitere Verfolgung durch die SEC zugesagt.
Aber jede andere Behörde in den USA kann sich auf die grundsätzliche Position zurück ziehen, dass Slick.It mit dem „The Dao“ US amerikanisches Recht gebrochen hat – wäre ich einer der damaligen „The DAO“-Entwickler, würde ich also zumindest nicht mehr in die USA reisen…aber wahrscheinlich passiert da nichts mehr.
Fairer Weise muss man auch sagen, dass in der Software-Welt der Slogan „Fail fast“ nicht umsonst existiert – auch wenn bei „The DAO“ etliche der Bugs vorher bekannt waren und den Machern kommuniziert wurden – grundsätzlich gilt eine höhere Akzeptanz für Fehler. Ohne diese würden wir wahrscheinlich noch in MS-DOS Screens arbeiten (bis diese grafischen UIs mal sicher funktionieren) ;-)

Blöcke: Man kann sehr gut lesen, was da passiert – die Adressen sind natürlich kryptografisch, aber wenn Du den letzten Bitcoin Block (1901) einsehen willst: https://blockchain.info/de/block/0000000000000000010bab5ca0fd3501e09c59ff1e4f85801045f9b065110dd9

Wie bei jeder techn. Dokumentation muss man natürlich wissen, was man da sieht – aber man seit es und kann es auch als Mensch lesen…

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