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Jira-Alternativen: 6 Tools im Vergleich – von Redmine bis Trello

Jira-Alternativen: 6 Tools im Vergleich – von Redmine bis Trello

Wollen Entwicklungsteams ihren Projektprozess abbilden, nutzen sie dafür oft Jira . Doch welche anderen Tools gibt es? Wir haben sechs Jira-Alternativen unter die Lupe genommen und sagen euch, was sie taugen.

Jira-Alternativen: 6 Tools im Vergleich – von Redmine bis Trello

Tools für Entwicklungsteams. (Grafik: Shutterstock.com)

Jira-Alternativen: Von Open Source bis kostenpflichtig

Unter den Tools für operatives Projektmanagement und zur Fehlerverwaltung gilt Jira Software von Atlassian als unangefochtener Platzhirsch. Doch es gibt auch andere Tools wie Redmine, die den Entwicklungsprozess ähnlich gut unterstützen – und selbst Tools, die eher unter die Kategorie „Projektmanagement“ fallen, können eine Hilfe sein. Sie gibt es von Open Source bis kostenpflichtig.

Jira wird oft als sehr komplex bezeichnet, und für kleine Teams dürfte es durch die hohen Kosten eher ungeeignet sein. Auf der Suche nach vergleichbarer Software ist uns aufgefallen, dass viele Tools die Aufgaben von Jira nicht ganz erfüllen können, trotzdem verwenden Entwickler-Teams die verschiedensten Lösungen – und zur Not auch mal mehrere gleichzeitig.

In unserer Projektmanagement-Umfrage vom letzten Jahr ist ziemlich klar geworden: Jira und sind die Spitzenreiter. Dennoch hat die Kategorie „Other“ gezeigt, dass es deutlich mehr Anbieter auf dem Markt gibt. Wir haben sechs Tools rausgesucht, die Jira mit kleinen Einschränkungen ersetzen könnten, haben sie uns genauer angeguckt und nach Vor- und Nachteilen gesucht. Aber: „Projektmanagement-Tool“ bedeutet nicht zwingend, dass es auch zur Fehlerverwaltung für Entwickler-Teams geeignet ist – nicht jedes Tool ist für jede Team-Größe und jede Art von Projekten geeignet.

Was macht Jira so einzigartig?

So sieht das Agile Board bei Jira Software aus. (Bild: Atlassian)
So sieht das agile Board bei Jira aus. (Screenshot: atlassian.com)

Bevor wir andere Tools unter die Lupe nehmen, gehen wir erst mal darauf ein was Jira ist, für wen es gedacht ist und was es macht: Jira ist ein Fehler- und Projekttracking-System. Entwickelt wurde es von Atlassian, um Teams – vor allem für die Softwareentwicklung – bei Problemen zu helfen und zu einem reibungslosen Endprodukt zu verhelfen.

Leider sind viele Zusatzfunktionen im Basis-Paket nicht inbegriffen und kosten extra. All diese Add-ons zusammengefasst machen Jira ganz schön teuer. Es hängt deshalb vom Einzelfall ab, ob das Basis-Paket reicht oder man sich sein eigenes Jira zusammenstellt.

Jira kann in der Cloud oder auf dem eigenen Server gehostet werden – wer sich für den eigenen Server entscheidet, zahlt einen einmaligen Kaufpreis. Wer lieber eine monatliche Zahlung bevorzugt, kann für zehn US-Dollar pro Monat mit zehn Benutzern loslegen. Doch schauen wir uns jetzt die Alternativen an – und was sie können und was nicht.

1. Redmine

(Screenshot: Basecamp)
Eine der Jira-Alternativen: Redmine. (Screenshot: basecamp)

Die Projektmanagement-Software Redmine ist ein lizenzkostenfreies Open-Source-Projekt, das technologisch auf Ruby-On-Rails setzt. Redmine verfügt über alle gängigen Funktionen eines Projektmanagement-Tools wie Diskussionsforen, ein Wiki, eine Dokumentenverwaltung, eine E-Mail- oder eine Ticket-Verwaltung. Die Stärken von Redmine liegen in der Subversion und der Ticket-Verwaltung, die besonders bei der Entwicklung von Softwareprojekten in der Gruppe zum Tragen kommt.

Durch das schlichte Interface ist Redmine einfach zu verstehen – nichts fehlt, nichts ist zu viel. Die wesentliche Projektplanung- und verfolgung wird durch ein Gantt-Diagramm möglich, in dem Projekte, Besitzer und Dauer bestimmt werden können. Im Redmine-Wiki und im Dokumenten-Manager werden alle Projekte festgehalten und können zu jeder Zeit wieder aufgerufen werden.

Redmine ist ein Tool zum Selbsthosten, es benötigt also eine Installation auf dem eigenen Server. Auch für dieses Tool gibt es Apps für iOS und Android, diese sind allerdings inoffiziell.

RedminePM / Redmine Client-App
Entwickler: project mode, Inc.
Preis: Kostenlos
RedminePM - Redmine Client-App
Entwickler: project mode, Inc.
Preis: Kostenlos

2. Stackfield

Stackfield – Clientseitige Verschlüsselung bietet Sicherheit (Screenshot: stackfield.com)
Stackfield – clientseitige Verschlüsselung bietet Sicherheit. (Screenshot: stackfield.com)

Stackfield bietet eine Projektmanagement-Lösung als SaaS, funktioniert darüber hinaus aber ähnlich wie andere Tools. Es lässt sich recht intuitiv bedienen, ist sehr schnell und bietet Echtzeit-Kollaboration, Projektmanagement, Listen, Aufgabenverwaltung, Notizen und Dateien.

Wichtig für eine SaaS-Lösung: Stackfield verschlüsselt die Kommunikation seiner Nutzer – und zwar clientseitig direkt im Browser. Das bedeutet, dass laut Betreiber alle Daten auf dem Server verschlüsselt ankommen und Stackfield so keinen Einblick in die Kundendaten und Dateien hat.

Das UI von Stackfield ist leicht verständlich, alle Einstellungen und Rechte bleiben dem Anwender überlassen. Das Dashboard gibt einen Überblick über alle Tasks – von „Zu erledigen“ bis „Erledigt“. Leider kann auch bei diesem Tool durch die listenartige Darstellung schnell der Überblick verloren werden.

Das Starter-Paket kostest 7,50 Euro pro Monat und bietet Platz für fünf Nutzer. Wer mehr braucht, kann auf die Pakete Business oder Enterprise aufrüsten.

3. Target Process

(Screenshot: targetprocess.com)
(Screenshot: targetprocess.com)

Target Process ist ein agiles Projektmanagement-Tool und für Entwickler-Teams – die auf Kanban oder Scrum setzen – konzipiert. Daneben lassen sich auch eigene Prozesse und Boards einrichten.

Neben der gut durchdachten Usability – die zum hochwertigen UI beiträgt – bietet das Produkt-Backlog eine übersichtliche Darstellung aller kommenden und priorisierten Aufgaben – ebenso die detaillierte Erfassung und Auswertung sämtlicher Arbeitszeiten. Um den Projektfortschritt zu visualisieren, bietet Target Process umfangreiche Reportings.

Das Tool richtet sich an Profis, die ihre Softwareprojekte systematisch planen und umsetzen wollen. Die gut umgesetzten Apps, die offene API und die angebotenen Integrationsmöglichkeiten sprechen für den hohen Reifegrad der Software.

Mit bis zu 1.000 Einträgen kann man mit der Basis-Version kostenlos starten, für mehr Einträge und Support benötigt man die Company-Version für 25 US-Dollar. Neben der Web-Version ist Target Process auch als App für iOS und Android erhältlich.

Targetprocess
Entwickler: Taucraft Limited
Preis: Kostenlos

4. Sprintly

(Screenshot: sprint.ly)
(Screenshot: sprint.ly)

Sprintly ist eine weniger bekannte, aber nennenswerte Alternative zu Jira. Die in Colorado entwickelte Anwendung verfolgt einen interessanten Lösungsansatz, bei dem die effektive Zusammenarbeit von Software-Entwicklern und Management-Teams im Vordergrund steht. Auch Sprintly bietet regelmäßige Reportings für den besseren Überblick.

Durch die aufgeräumte und moderne Oberfläche wird ein einfacher Zugang zu elementaren Funktionen wie dem Task-Board ermöglicht. Sprintly unterstützt den Benutzer bei der Erstellung von Anforderungen, indem es Vorgaben hinsichtlich der Formulierung und Detailtiefe macht. Die starke Verknüpfung mit Add-ons wie Github ermöglicht eine integrierte Arbeitsweise.

Auch Sprintly ist allerdings keine ganz günstige Lösung, erhältlich ist es ab 19 US-Dollar im Monat für sechs Benutzer, fünf Gigabyte Speicher inklusive. Wer mehr benötigt, kann auf vier weitere Versionen aufstocken. Als App ist Sprintly für iOS erhältlich.

Sprinter
Sprinter
Entwickler: Terracoding Ltd
Preis: 3,99 €

5. Trello

Trello ist eine praktische Lösung zum Projektmanagement. (Screenshot: Trello)
Trello ist eine praktische Lösung fürs Projektmanagement. (Screenshot: trello.com)

Trello wird in der Cloud gehosted und ist eigentlich kein Tool für Entwicklungsprojekte, sondern ein allgemeines Projektmanagement-Tool. Dennoch ist es eins der meist benutzten Tools – ein Grund dafür ist das schlichte und benutzerfreundliche UI.

Die Basis-Version von Trello ist kostenlos und soll das – nach Angaben der Entwickler – auch bleiben. Das ist bemerkenswert, da die Basis-Version schon ein ziemlich ausgeklügeltes System bietet. Die Listen und Karten nämlich lassen sich für beinah die komplette Projektplanung nutzen – und das auch im Team. Jeder Liste könnt ihr so viele Karten hinzufügen wie ihr wollt, wobei Karten eigentlich alles sein können: Tasks, Termine, Abteilungen oder was euch sonst so einfällt. Der größte Vorteil von Trello ist gleichzeitig auch der größte Nachteil: die Flexibiltät der Karten.

Dafür ist Trello als App für Android und iOS erhältlich und ermöglicht dir so einen sofortigen Einblick in deine Projekte.

Für weitere Team-Funktionen bietet Trello noch die „Business Class“, die bei 8,33 US-Dollar pro Nutzer und Monat anfängt, sowie die Enterprise-Version, die ab 20,83 US-Dollar kostet.

Trello
Trello
Entwickler: Trello, Inc.
Preis: Kostenlos*
Trello
Entwickler: Trello, Inc.
Preis: Kostenlos

6. Jixee

(Screenshot: blog.jixee.me)
(Screenshot: blog.jixee.me)

Das Herzstück von Jixee sind vier sogenannten Workboards, die zusammengenommen den gesamten Entwicklungsprozess – vom Backlog über die Entwicklung hin zur Qualitätskontrolle und der Veröffentlichung – in einer schlichten wie optisch ansprechenden Benutzeroberfläche abbilden sollen. In den jeweiligen Workboards können Nutzer wahlweise einzelne Aufgaben, Fehlerstellen oder ganze Sprints und Meilensteine anlegen und in Echtzeit verwalten.

Die Macher von Jixee werben für die Workboards mit flexiblen Workflows, idiotensicherer Konfiguration und der Einbindung populärer Entwickler-Tools. Und: Genauso wie bei Jira, lässt sich auch Jixees System wahlweise auf einem eigenen Server hosten und betreiben.

Abhängig von der Zahl der Nutzer (10 bis 500) bietet Jixee unterschiedliche Preispläne auf Monats- oder Jahresbasis an. Entscheidet man sich beispielsweise für eine Nutzung von Jixee mit einer Laufzeit von einem Jahr bei bis zu 25 Mitgliedern, werden monatlich 79 US-Dollar fällig. Zum Vergleich: Jira verlangt bei gleichen Konditionen rund 150 US-Dollar.

Wenn euch Jixee anspricht, solltet ihr euch unseren ausführlichen Artikel über Jixee als Jira-Alternative durchlesen.

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6 Antworten
  1. von planio am 12.03.2016 (16:55 Uhr)

    Hi Jessy,

    vielen Dank für die tolle Übersicht! Eine kurze Ergänzung in eigener Sache: Wer Redmine nicht selbst hosten möchte, der nimmt einfach Planio (https://plan.io/de/). Wir kümmern uns um die Backups, Sicherheitsupdates und Wartung und haben noch diverse Erweiterungen wie Agile Board, CRM und Team Chat im Angebot.

    Dabei ist natürlich alles in Deutschland gehostet und damit zu 100% mit den Anforderungen des § 11 BDSG vereinbar.

    Viele Grüße aus Berlin

    Jan

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  2. von PabricatorUser am 12.03.2016 (18:45 Uhr)

    Es fehlt http://phabricator.org Entweder zum selbst hosten (OSS) oder auch als Service.

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  3. von Benjamin Schweizer am 13.03.2016 (08:50 Uhr)

    Hallo,

    für alle die Trello anspricht, dir es aber selber hosten müssen oder möchten: Wekan ist eine Open Source Kanban Tool das Trello nachahmt und aktiv weiterentwickelt wird.

    https://github.com/wekan/wekan/blob/devel/README.md


    VG
    Benjamin

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  4. von Georg am 14.03.2016 (00:23 Uhr)

    Wenn ihr Redmine verwendet, dann tut euch den Gefallen und installiert das Plugin MegaCalendar.

    VG Georg

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  5. von Redmine-Hosting.de am 14.03.2016 (14:35 Uhr)

    Danke für die großartige Übersicht. Das Redmine als erstes genannt wird und als nahezu perfekte Alternative zu Jira bezeichnet wird hat uns ebenfalls sehr erfreut.

    Wir von Redmine-Hosting.de haben unser Herz an Redmine verloren und bieten seit vielen Jahren alle Dienste rund um Redmine an. Hosting, Entwicklung, Schulung und Beratung.

    Bei Interesse gerne mal auf unserer Website vorbei schauen oder sich unverbindlich mit uns in Verbindung setzen.

    Lieben Gruß aus Köln
    Michael Pütz von Redmine-Hosting.de

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  6. von demaya am 11.05.2016 (10:09 Uhr)

    Als Alternative, welche zudem kostenlos + Open Source ist, sollte man in jedem Fall Kanboard (http://kanboard.net) nennen. Auf meiner Seite gibt es eine kleine Einführung + Artikelserie: https://demaya.de/kanboard-artikelserie/

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