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Porträt

Die Kavaj-Story: Die abenteuerliche Reise zu 17 Millionen Umsatz bei Amazon

    Die Kavaj-Story: Die abenteuerliche Reise zu 17 Millionen Umsatz bei Amazon

Kai Klement und Jörg Kundrath. (Foto: Kavaj)

Auf Sofas in China geschlafen, aus Einkaufszentren in Italien geflogen, als Betrüger beschimpft – um dann 17 Millionen Amazon-Umsatz zu generieren: die Kavaj-Story. Aus der Serie E-Commerce kreativ.

Als die beiden BWL-Studenten Kai Klement und Jörg Kundrath sich nach dem Fußballspielen in Passau ausruhten, wussten sie noch nicht, dass ihre frische Studienbekanntschaft sie beide später auf eine aufregende Reise schicken sollte: von Passau nach München, dann auf verschiedenen Sofas quer durch das chinesische Festland in die Selbständigkeit mit einer eigenen Marke – aufgebaut zu 100 Prozent auf dem Marktplatz von Amazon.

(Foto: Kavaj)
(Foto: Kavaj)

Bis die beiden Schwaben bei ihrer eigenen Marke landeten, sollte viel passieren: ein Rausschmiß aus einem Einkaufszentrum in Mailand, abstruses Guerilla-Marketing in Paris und das Beinahe-Aus, als sie zu Unrecht als Betrüger und Schwindler beschimpft wurden. Heute verkaufen die beiden zusammen mit zehn Mitarbeitern im Jahr für rund 4 Millionen Euro Echtlederzubehör für Apple-Produkte und andere Marken unter ihrem Label Kavaj.

Kavaj: Echtleder-Produkte für Apple, Samsung und mehr

(Screenshot: Kavaj.de)
Die Website von Kavaj. Jedes Produkt hier wird direkt zum Einkauf zu Amazon verlinkt. (Screenshot: Kavaj.de)

Kavaj verkauft hauptsächlich Echtleder-Zubehör für Apple, Samsung und weitere Tablet- und Smartphone-Hersteller. Der Markenname Kavaj, das schwedische Wort für Mantel, steht für das Kernsortiment: Taschen und Hüllen in verschiedenen Variationen, entweder in Cognac-Braun oder elegantem Schwarz. Das Sortiment wird ergänzt durch Armbänder für die Apple Watch, eine Geldbörse, ein Reisepass- und ein Visitenkartenetui.

„Vier Millionen Umsatz im Jahr 2015!“

Die Produkte lässt Kavaj in China nach eigenen Entwürfen fertigen, labeln und verpacken. Zehn Mitarbeiter, die komplett von Zuhause aus arbeiten können, sowie die beiden Gründer in Biberach und Rostock verkaufen ihre Produkte in die gesamte EU, in die Vereinigten Staaten, nach Japan und China. Im letzten Jahr entsprach das etwa 130.000 Bestellungen mit einem Umsatz von rund vier Millionen Euro.

Trotz der großen Zahlen herrscht bei Kavaj ein flexibler und lockerer Arbeitsstil: Das Unternehmen organisiert sich komplett über Dropbox, Evernote und Slack, Mitarbeiter können nicht nur von Zuhause aus arbeiten, sondern auch ihre Arbeitszeiten komplett selbst bestimmen: Kernarbeitszeiten gibt es bei Kavaj nicht.

Der offizielle Sitz der Verwaltung ist in Biberach bei Gründer Jörg Kundrath, irgendwo musste der Sitz des Unternehmens platziert werden – und Jörgs Wohnort Biberach bietet einen niedrigeren Hebesatz für die Berechnung der Gewerbesteuer. Bevor sich Kai Klement und Jörg Kundrath aber um so staubtrockene Themen wie Gewerbesteuer kümmern konnten, mussten sie erst eine abenteuerliche Reise hinter sich bringen.

Lukas
Lukas

Die Kosten um nach China zu fahren hätte ich mir gespart und stattdessen eine Firma aus der DACH-Region mit Produktionsstätten in China gesucht. Die produzieren unter deren Aufsicht in China, was auch eine ordentliche und vor allem gleichbleibende Qualität garantiert. Dafür gibt es zum Beispiel KBAGS (http://www.kbags.at/) oder die Hintsteiner Group (https://www.hintsteiner-group.com/).

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Sven

Ein echt Interessanter Artikel, der die Geschichte mit knappen Worten gut gliedert! Vor allem die Motivation die empor geht ist unbeschreiblich, vielen Dank dafür!

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Jochen G.
Jochen G.

Gern geschehen. Und vielen Dank für das Lob. :-)

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

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Geschaeftsideen
Geschaeftsideen

Klassischer Painspotting bzw. Schumpeter Ansatz. Der eigene Ärger ist für Problemlösungen der beste Kompass. Hier gibt es kein Brainstorming, kein langes überlegen, was könnte ich, was sollte ich.

Painspotting ist radikal, ganz dem Ärger entsprechend. Diese Lösung des Ärgers ist gleichzeitig immer eine Geschäftsidee, denn unter geschätzten 7.2 Milliarden Menschen, bist du sicher nicht der einzige der dieses Problem hat. Aber vielleicht der Einzige der es lösen kann.

Jeder hat sich doch schon mal so richtig über etwas aufgeregt: schlampige Dienstleistung, mangelhafter Service, schlechtes Produkt dem eine Eigenschaft fehlt oder die viel zu viele hat. Da ist man ja sicher nicht der Einzige dem es so geht…und genau deshalb gibt es für die Lösung des Ärgers auch einen eigenen Markt. Painspotting ist ein sehr effektiver Weg Ideen und damit automatisch Lösungen für Probleme der zukünftigen Kunden zu finden.

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LordRonny
LordRonny

Interessanter Artikel. Danke

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Jochen G.
Jochen G.

Gern geschehen. :-)

Viele Grüße aus der Redaktion,
Jochen

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