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Mehr Mut zur Selbstständigkeit! Tipps für ein erfolgreiches Freiberufler-Dasein

Mehr Mut zur Selbstständigkeit! Tipps für ein erfolgreiches Freiberufler-Dasein

Der Weg in die Selbständigkeit bietet große Chancen. Was Angestellte oft quält und worauf angehende Freiberufler zu achten haben, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Mehr Mut zur Selbstständigkeit! Tipps für ein erfolgreiches Freiberufler-Dasein

Mehr Mut zur Selbstständigkeit! (Foto: Flickr-John Hope / CC-BY-2.0)

So gut wie jeder Arbeitnehmer wird sich an einem Punkt in seinem Berufsleben fragen, ob er den Schritt in die Selbstständigkeit wagen soll. Sein eigener Chef sein, ist ein erstrebenswertes Ziel. Selbstbestimmt arbeiten, langweilige Projekte ablehnen und interessante Projekte umsetzen – davon können Angestellte in der Regel nur träumen. Für viele Menschen ist der Schritt in die Selbstständigkeit deshalb auch ein Schritt zur Selbstverwirklichung. Jedoch trauen sich viele Arbeitnehmer nicht, den eigenen Job zu kündigen und der lohnenswerten Veränderung eine Chance zu geben.

Ängste gehören dazu, sollten aber die Motivation nicht unterdrücken

Schuld sind oft konkrete Ängste, die die Menschen umtreiben. So glauben viele Angestellte, dass zur Selbstständigkeit auch die notwendige Attitüde eines Verkäufers gehört. Wer von einem Produkt oder einer Dienstleistung leben möchte, muss Kunden werben, sich anbieten und nicht selten um Preise feilschen. Das braucht – so die Skeptiker – ein gewisses Maß an Ellenbogen-Mentalität. Wer die nicht mitbringt, wird nicht konkurrieren können und nicht engagiert. Und wer schlussendlich nicht genug Aufträge einholt, wird früher oder später scheitern. Unmittelbar damit zusammen hängt auch die Angst, als Selbständiger einen großen Teil der Freizeit aufgeben zu müssen. Im Urlaub oder am Wochenende erreichbar sein, gilt häufig als Alptraum unter Angestellten. Die Bereitschaft dazu ist jedoch notwendig, um Kunden zufriedenzustellen und die schwer eingeholten Aufträge nicht zu riskieren. Inwieweit das Spiel gespielt wird, entscheidet jedoch jeder selbst.

„Es ist gut, dass das Projekt ‚Selbstständigkeit’ nicht völlig naiv angegangen wird.“

„Es ist gut, dass das Projekt ‚Selbstständigkeit’ nicht völlig naiv angegangen wird. Und selbstverständlich sind einige Ängste nicht ganz unbegründet, allerdings sollte die Skepsis nicht die eigene Motivation unterdrücken“, meint Unternehmer Felix Kopp. Der Hamburger hat vor 13 Jahren den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. Zuerst als freier TYPO3-Programmierer und später als Inhaber einer eigenen Agentur, die inzwischen mehreren Mitarbeitern einen Arbeitsplatz sichert. Für seine Kunden realisiert Kopp umfangreiche Web-Projekte, für deren Umsetzung das Wissen oder die personellen Kapazitäten fehlen – darunter befinden sich inzwischen Auftraggeber wie die Frankfurter Rundschau, Vodafone oder Globetrotter.

„Wichtig ist vor allem, dass man etwas anbietet, das potentielle Kunden nicht können und wofür die Menschen bereit sind zu zahlen“, meint Kopp. Den Ideen sind da tatsächlich keine Grenzen gesetzt. Berufe wie Hundetrainer oder Tagesmutter haben ebenso eine Chance erfolgreich zu sein, wie die des Programmierers oder Grafikers. Wer zudem an sein Angebot glaubt, wird auch keine Probleme haben es zu bewerben und einen fairen Preis festzulegen.

Der Weg zum Freiberufler: Auf Stärken fokussieren und Probleme erkennen

Freiberufler werden und selbstbestimmt arbeiten. Ein Traum, der in Erfüllung gehen kann. (Foto: Flickr-John Hope / CC-BY-2.0)
Freiberufler werden und selbstbestimmt arbeiten. Ein Traum, der in Erfüllung gehen kann. (Foto: Flickr-John Hope / CC-BY-2.0)

Der Schlüssel liegt auch und vor allem darin, sich und seinen Fähigkeiten ein eigenes Profil zu verschaffen. Die Konzentration auf die Stärken und Schwächen ist dahingehend unabdingbar. Haben angehende Freiberufler beispielsweise klar identifiziert, was sie besonders gut können, sollten sie sich vollends darauf fokussieren. Selbständige, die überall mitmischen wollen und sich zu breit aufstellen, laufen Gefahr bei den Suchenden auf wenig Gehör zu stoßen. Kunden möchten immerhin Experten auf ihrem Gebiet einkaufen. Zudem gilt, je höher der Grad an Professionalisierung, desto mehr ist das Angebot wert.

Auf dem Weg in die Selbstständigkeit gibt es einige weitere Punkt zu beachten, die mindestens hilfreich sind und die ersten Jahre deutlich erleichtern:

  • Finanzenplanung

Freelancer und Gründer sind gut beraten sich genau über ihr Geschäftsmodell klar zu werden und die Finanzen zu planen. Letzteren wird dahingehend in der Regel auch ein Businessplan ans Herz gelegt. Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten, hilft zudem die Stundensätze besser kalkulieren zu können.

  • Zahlungsziele überbrücken

Von der Annahme des Auftrages bis zum Geldeingang können einige Monate ins Land ziehen. Allein wenn der Auftrag erledigt und die Rechnung gestellt ist, gilt üblicherweise eine Zahlungsfrist von 30 Tagen. Vor allem zu Beginn der Selbstständigkeit müssen Zahlungsziele daher oft mit privaten Vermögen überbrückt werden.

  • Netzwerke aufbauen

Ein gutes Netzwerk ist das A und O für einen erfolgreichen Unternehmer – das wird sich auch nach mehreren Jahren nicht ändern. Insofern ist es unabdingbar sich dort zu tummeln, wo potentielle Kunden zu finden sind – das können Messen oder Konferenzen sein. Auch der Kontakt zu Mitbewerbern ist wichtig, um im Austausch über Stundensätze oder Fortbildungen zu bleiben.

  • Schadensersatzansprüche versichern

Freiberufler sind verpflichtet für etwaige Schäden, die einem Kunden oder Auftraggeber aufgrund eines Fehlers entstanden sind, aufzukommen. In der Regel übernimmt eine Berufshaftpflichtversicherung die Schadensersatzansprüche in Höhe einer festgelegten Deckungssumme. Die Versicherung sollte abgeschlossen werden, damit die Selbstständigkeit im Falle eines Falles kein jähes Ende erfährt.

Die Grundlagen der Kundengewinnung

Wer gewisse Formalien hinter sich hat und über sein Angebot im Klaren ist, darf nicht versäumen es klar zu definieren und auffindbar zu machen. Dafür bietet sich in erster Linie eine Webseite an, deren erste Kosten in der Regel überschaubar sind. Der eigene Webauftritt hilft einerseits von potentiellen Kunden gefunden zu werden und dient anderseits auch als digitale Visitenkarte, in der Kontaktinformationen, Arbeitsproben und die persönliche Biografie aufgeführt sind. Freiberufler können anschließend Anfragen an Unternehmen schicken oder sich auf ausgeschriebene Projekte bewerben und für tiefergehende Informationen auf das professionelle Aushängeschild verweisen.

Essentiell ist zudem, sich ständig umzuhören und über sein Geschäft mit anderen Menschen zu sprechen. Oft erhalten diejenigen Personen die interessantesten Jobs und Projekte, die sich mit Freunden oder Freunden von Freunden auf einen Kaffee oder einer Veranstaltung treffen und über ihr Angebot reden. „Auftraggeber sind meistens nur eine Nachbarschaft entfernt“, meint auch Felix Kopp. „Schüchtern sein, hilft insofern kaum einem Selbstständigen.“

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15 Antworten
  1. von Christian Wächter am 30.07.2014 (09:44 Uhr)

    Ich mache mich in 2 Tagen selbständig! Deshalb bin ich aber noch lange kein Freiberufler. In dem Beitrag klingt es aber so als sei ein Gründer ein Freiberufler. Selbst Freelancer sind automatisch Freiberufler. Ich habe nach einigen Erkundungen und Rücksprache mit dem Finanzamt meine Selbständigkeit als Online Marketing Manager nicht als Freiberufler "durchbekommen" und musste somit ein Gewerbe anmelden. Daher wird jetzt auch Gewerbesteuer fällig. Es gibt auch noch ein paar Kleinigkeiten die für einen "echten" Freiberufler von Vorteil sind:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Freier_Beruf_%28Deutschland%29
    Wer in meinem Bereich als Freiberufler arbeitet möchte sich doch bei mir mal melden, würde mich interessieren, mit welchen Argumenten er das durch bekommen hat.

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    • von Werner am 30.07.2014 (10:08 Uhr)

      Hallo Christian.
      Du hättest du dich eher bei (d)einem Steuerberater beraten lassen als beim FA, die Jungs wissen ganz gut wie man das macht, als Freiberufler eingestuft zu werden und können dein FA (die Widerstände/Sachbearbeiter) gut einschätzen.

      Im allgemeinen sind es Ingenieur Berufe (z.B. Software Dev., Beratung) oder eben auch WebDesigner (Tipp: Zugang zur Künstlersozialkasse).
      Hoffe, es hilft dir weiter. Kreativität im Umgang mit Behörden...

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  2. von Christian Wächter am 30.07.2014 (09:46 Uhr)

    FALSCH: "Selbst Freelancer sind automatisch Freiberufler" muss heissen:
    "Selbst Freelancer sind NICHT automatisch Freiberufler" - sorry

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  3. von dasbootistvoll am 30.07.2014 (10:03 Uhr)

    Lieber nicht. Es gibt schon genug am Hungertuch nagende Freiberufler.

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  4. von Ivo Engelhardt am 30.07.2014 (10:05 Uhr)

    Stimmt, Freelancer und Freiberufler werden oftmals verwechselt. Dies kann aber teuere Folgen haben. Die Geschichte mit der Gewerbesteuer lässt sich aber recht einfach umgehen ;)

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    • von Hannes am 30.07.2014 (10:12 Uhr)

      Das würde mich jetzt aber auch mal interessieren!

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      • von Ivo Engelhardt am 30.07.2014 (10:19 Uhr)

        In einem beliebigen Land ausserhalb der EU ein Business-Visum besorgen und auf den Rechnungen die Adresse mit Hinweis auf die "Umkehr der Steuerschuld" anbringen. Dann braucht es in DE kein Gewerbe, also auch keine IHK Zwangsmitgliedschaft etc. So mache ich es und es gab noch nie Probleme. Ob man wirklich dort ist, interessiert das FA nicht. Man sollte dann aber lieber alles Online abwickeln. Ich zum Beispiel sitze in Sihanoukville/Kambodscha... Keine Gewerbesteuer, kein IHK und trotzdem legale Rechnungen die von jeder Firma gebucht werden können.

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    • von dzubf am 30.07.2014 (10:28 Uhr)

      Steuern haben durchaus ihre Berechtigung....

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  5. von Dave am 30.07.2014 (14:31 Uhr)

    Ich kann dem Artikel nur bedingt zustimmen. Es gehört Reife, Interesse fürs Business allgemein, Verbissenheit und ein stützendes System dazu den Sprung zu wagen.

    Junge Leute, die sich selbstständig machen wollen, hyperfokussieren aber gerne mal auf ihre Nische und blenden das trockene Handwerk drumherum nur allzu gerne aus. Ergebnis - kaum Aufträge und Überforderung mit der Bürokratie.

    Will sagen - man muss tatsächlich eine geschäftsmännische Ader + Know How und ausreichend Rationalität mitbringen. Einfach begeistert sein und das Hobby zum Beruf machen funktioniert nicht. Auch nicht mit Ausbildung, aber ohne Berufserfahrung. Praxis und Reife sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine Selbstständigkeit.

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  6. von Jeremy am 31.07.2014 (16:00 Uhr)

    Hi liebe T3N leser,

    Neulich haben wir zu diesem Thema einen Blogeintrag verfasst, welcher genau an die o.g. Punkte anknüpft. Wir sind ein Experten-Pool aus erfahrenen Freelancern mit über 10 Jahre Arbeitserfahrung. Daraus haben wir folgende 10 wichtige Freelancer Regeln ableiten können: http://bit.ly/1o8lxDm
    Vielleicht helfen euch diese Punkte weiter und können euch dabei unterstützen den Weg ins Freiberufler-Dasein pflastern.
    Lasst mich gern wissen, wie eure Meinungen dazu sind.

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  7. von GeraldM am 12.12.2014 (11:53 Uhr)

    Hi Andreas,

    Du kennst es ja schon, aber hier gerne nochmal unser Tipp für Freelancer und alle die es werden wollen. Macht einen Finanzplan und kalkuliert den Stundensatz ernsthaft, was gerne vergessen wird ist die Auslastung. Man verkauft ja leider nie mehr als 75% seiner Zeit. Einen kostenlosen Honorarrechner könnt ihr bei uns ausprobieren.

    Stundensatzrechner mit Auslastung, Urlaubsplanung, Wochenarbeitszeit etc:
    http://www.mein-tagwerk.de/tagwerk/#stundensatzrechner

    Beste Grüße
    Gerald

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  8. von janaleehm am 17.12.2015 (10:43 Uhr)

    Es sind viele Hürden zu meistern. Neben der Sicherung der Finanzierung gehören auch die unvermeidlichen und wichtigen Ausgaben für Versicherungen, u.a. Vermögensschadenhaftpflicht (vgl. http://www.klugversichert.de/versicherungen/gewerbeversicherung/vermogensschadenhaftpflicht/ ). Denn Ereignisse wie Brand, Überflutung etc. wird meist nicht berücksichtigt. Aber wenn das Büro unter Wasser steht, steht man vor dem Nichts und das ist existenzbedrohend.

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  9. von Keyyz am 22.03.2016 (09:52 Uhr)

    Kunden kann man nur mit Selbstbewusstsein, ein bisschen Charme und einem gewissen Maß an Selbst-Marketing gewinnen. Wenn ich selbstständig bin und potentielle Kunden zum Meeting einlade, will ich sie nicht in meine Privatwohnung einladen, sondern in eine stilvolle Büroeinrichtung. Als Selbstständiger kann man anfangs natürlich kein Großraumbüro mieten. Aber solche Räumlichkeiten wie hier unter http://www.ubc-collection.com/ im Collection Business Center liegen im finanziellen Rahmen!

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