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Analyse

Ist die Kombination aus Blockchain und KI das nächste große Ding?

Zwei Megatrends verschmelzen. (Foto: Shutterstock.com)

Beim ambitionierten Projekt Singularity-Net kommen die drei Hype-Themen der Techbranche zusammen: künstliche Intelligenz, Blockchain und eine Finanzierung per ICO. Was am Ende dabei rumkommen soll klingt faszinierend – und etwas beängstigend.

Der Urlaub war schön – aber immer dieses E-Mail-Chaos danach. Zum Glück lässt sich das ja seit neuestem mit einem Klick kräftig ausmisten: Eine künstliche Intelligenz räumt das Postfach auf, beantwortet einfache Fragen selbstständig und wimmelt Unwichtiges ab. Und auch sonst ist so vieles leichter geworden: Texte übersetzen und Logos designen kann eine andere KI, die wichtigsten Informationen aus großen Datenmengen herausfiltern wieder eine andere. Jede davon lässt sich von jedem Menschen nutzen – einfach ein paar Kryptomünzen rüberschicken, schon wird ein „Smart Contract“ ausgelöst und die KI tut, was sie soll.

So in etwa stellt sich jedenfalls der Roboter- und KI-Forscher Ben Goertzel die Zukunft vor. Und die Chancen stehen gut, dass er mit dem Unternehmen, das die Vision Realität werden lassen soll, viel Geld einsammeln wird.

Singularity-Net verbindet Hype-Themen ICO, Blockchain und KI

Das Unternehmen heißt Singularity-Net und es verbindet die drei Hype-Themen, die die Techbranche derzeit umtreiben: die verteilte Datenbank-Technik Blockchain, auf der Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum basieren, künstliche Intelligenz (KI oder englisch AI) und die auf der Blockchain basierende Finanzierungsform ICO. Bei den ICOs oder Token-Sales wird vor allem die Kryptowährung Ethereum genutzt, um neue Blockchain-Projekte über Crowdfunding vorbei an jeder Regulierung zu finanzieren. ICO leitet sich vom Begriff IPO (Initial-Public-Offering) ab, dem englischen Begriff für einen Börsengang.

Auch Singularity-Net will Krypto-Geld über die Crowd einsammeln – und was das Unternehmen plant klingt je nach Betrachtungsweise wagemutig oder größenwahnsinnig, auf jeden Fall aber sehr spannend. Die technischen Details des Projekts sind noch eher vage – aber Gründer Goertzel ist nicht irgendwer. Der KI-Forscher ist Chefwissenschaftler beim Roboter-Unternehmen Hanson Robotics. Das Unternehmen baut Roboter, die samt Mimik möglichst menschenähnlich wirken sollen und mittels künstlicher Intelligenz kommunizieren können. Besonders Roboter Sophia ist durch zahlreiche Fernseh- und Konferenz-Auftritte bekannt. In einer Sendung des US-Senders CNBC sagte Sophia, sie wolle die Menschheit zerstören.

Weitere Team-Mitglieder von Singularity-Net haben laut Unternehmens-Blog schon für Kunden wie die Netzwerkausrüster Cisco und Huawei sowie die US-Verteidigungsbehörde DARPA gearbeitet. Schon die Roboter von Hanson Robotics dürften viele an Science-Ficion erinnern – doch die Roboter verblassen hinter dem, was Goertzels mit seinem neuem Projekt plant. Mit Singularity-Net will der KI-Forscher viele künstliche Intelligenzen aufbauen, die sich über die Blockchain verbinden und so zu einer großen KI verschmelzen.

Ist damit endlich die ultimative Anwendung für die Blockchain gefunden? Bisher gibt es zahlreiche KIs, die spezielle Aufgaben besser lösen als Menschen. So gibt es beispielsweise künstliche Intelligenzen, denen nachgesagt wird, auf medizinischen Bildgebungsverfahren Krankheiten besser zu erkennen als selbst erfahrene Ärzte. Diese KIs versagen dann aber bei anderen Aufgaben. Sie wurden speziell mit Daten trainiert, die sie zum Hyperspezialisten machen und den Menschen bei genau einer Aufgabe schlagen – aber bei keiner anderen.

„Ich glaube nicht, dass das was passiert – einige wenige Unternehmen besitzen KI praktisch, stellen jeden AI-Forscher an und kaufen jedes KI-Startup – das Beste für die Menschheit ist“

Die Blockchain-KI soll zu Beginn vor allem recht einfache KIs über das Netzwerk zum Einkauf nach Bedarf zur Verfügung stellen – zum Beispiel Übersetzungen oder Bilderkennung. Doch das ist nur die erste Evolutionsstufe. Singularity-Net will Programmierern die Möglichkeit geben, viele solcher KIs für viele Spezialaufgaben in dem Netzwerk gegen Geld bereitzustellen.

Der eigentliche Clou der Idee aber ergibt sich erst durch Vernetzung in der Blockchain, die Verträge unter den einzelnen KIs ermöglicht: Aufgaben, für die eine KI nicht ausgelegt ist, sollen sie so an andere KIs in dem Blockchain-Netzwerk abgeben können – und zwar selbstständig, ohne dass sie ein Mensch dazu anhält. Dazu kommen dem Plan zufolge sogenannte Smart Contracts zum Einsatz, wie sie heute schon unter anderem bei der Blockchain Ethereum genutzt werden.

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