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Falschmeldungen entlarven: So kannst du überprüfen, ob ein Viral ein Fake ist

Falschmeldungen entlarven: So kannst du überprüfen, ob ein Viral ein Fake ist

Falschmeldungen im Netz zu entlarven, ist nicht immer leicht. Doch einige Fakes können ziemlich schnell auf ihre Glaubwürdigkeit überprüft werden. Ein Beispiel und drei Tools im Überblick.

Falschmeldungen entlarven: So kannst du überprüfen, ob ein Viral ein Fake ist

(Grafik: Shutterstock)

Im Internet verbreiten sich Nachrichten enorm schnell – vor allem, wenn sie emotional aufgeladen sind. Im Zusammenhang mit kriminellen Flüchtlingen und Gräueltaten des IS kursieren derzeit extrem viele Falschinformationen in den sozialen Medien, doch auch andere Reizthemen provozieren offenbar Fakes, die leider oft viral gehen.

So kommt es vor, dass Bilder mit Überschriften und Teasern kombiniert werden, die überhaupt nicht in einem Zusammenhang stehen. Gleiches geschieht massenhaft mit hochgeladenen Videos. Im Netz ist insofern nicht immer alles, wie es zunächst scheint. Eine bittere Pille, die aber geschluckt werden muss.

Eine von vielen Falschmeldungen: IS tötet angeblich 17 Schulmädchen

Falschmeldungen entlarven. Im Netz gelingt das nicht immer, doch einige Tools können dabei helfen. (Screenshot: Mimikama)
Falschmeldungen entlarven. Im Netz gelingt das nicht immer, doch einige Tools können dabei helfen. (Screenshot: Mimikama)

Für einige Nutzer sind derartige Meldungen jedoch auch ein gefundenes Fressen. Sie werden nicht hinterfragt und reflexartig auf Facebook, Twitter und Co. geteilt, da sie viel zu oft das eigene Weltbild bestätigen. Seit dieser Woche kursiert beispielsweise eine Nachricht im Netz, die auch Mimikama, ein Verein zur Aufklärung von Internetmissbrauch, auf der eigenen Webseite thematisiert hat: „Vor wenigen Stunden: ISIS-Terroristen ermordeten 17 Schulmädchen“, heißt es dort. Ein Twitter-Nutzer hat die Ursprungsmeldung mit dem Zusatz „Auch das verschweigen uns die Medien!“ geteilt.

Die Bilder dazu sind äußerst verstörend. Zu sehen sind weibliche Mordopfer, deren blutverströmte Körper in einem Waschraum liegen. Die Darstellung, so Mimikama, ist allerdings nicht „wenige Stunden“ alt, wie es der Absender suggeriert. Tatsächlich ist sie schon im Jahr 2014 im Zusammenhang mit einem angeblichen Massaker in Bagdad zum ersten Mal aufgetaucht – wobei auch die erste Nachricht nicht einwandfrei glaubwürdig erscheint, wie die Autoren wissen lassen.

Das aktuelle Posting hingegen kann eindeutig als „Fake“ entlarvt werden, da die dargestellten Bilder zweifelsfrei erneut instrumentalisiert wurden.

So können Falschmeldungen entlarvt werden: 3 Tools für den Schnelltest

Mit diesen drei Tools kann man Falschmeldungen im Netz schnell entlarven. (Grafik: t3n.de)
Mit diesen drei Tools kann man Falschmeldungen im Netz schnell entlarven. (Grafik: t3n.de)

Um derartige Bilder zu überprüfen, müssen Nutzer jedoch keinesfalls Journalisten sein und auf Quellen im Nahen Osten zurückgreifen. Bisweilen kann das auch mit Tools geschehen, die sogar kostenlos im Internet zur Verfügung stehen. Im Rahmen der oben aufgeführten Meldung lässt sich beispielsweise die umgekehrte Bildersuche von Google hervorragend nutzen – was Mimikama übrigens auch getan hat.

Das Google-Tool ermöglicht es, eine Bild-Datei oder -URL hochzuladen und sie unter anderem auf das Veröffentlichungsdatum hin zu überprüfen. Die Suchmaschine gleicht die Eingabe mit Treffern aus der Vergangenheit ab und bringt so manche Überraschung ans Licht. Sobald klar ist, dass ein Bild in einem anderen Zusammenhang schon mal aufgetaucht ist, dürfte es mit der Glaubwürdigkeit vorbei sein.

Gleiches lässt sich auch mit YouTube-Videos anstellen. Der YouTube DataViewer von Amnesty International arbeitet auf die gleiche Weise und untersucht die Video-Plattform nach identischen Inhalten, die schon mal gepostet worden sind. So lassen sich auch hier des Öfteren unterschiedliche Zusammenhänge erkennen und Betrügereien zweifelsfrei aufdecken.

Hilfreich sind auch sogenannte EXIF-Reader. Mit ihrer Hilfe lassen sich beispielsweise die Metadaten von Fotos, Videos und Tonspuren überprüfen. Dazu gehören Informationen zur Marke der benutzten Kamera sowie Angaben zum Datum, der Zeit und dem Ort der zu überprüfenden Aufnahme. Zweifelt man an, dass ein Bild beispielsweise tatsächlich am Vortag in der jeweiligen angegebenen Region aufgenommen wurde, lässt sich so ein erster Schnelltest durchführen.

Das Internet erfordert völlig neue Kompetenzen

Es steht außer Frage, dass sich mit dem Internet die Art und Weise, wie und welche Informationen wir konsumieren, drastisch verändert hat. Die Gatekeeper-Rollen klassischer Medien lösen sich zunehmend auf. Es war insofern auch nie leichter, wichtige Neuigkeiten in kürzester Zeit auf der ganzen Welt zu verbreiten. Jedoch gilt das auch für dreiste Lügen und Falschmeldungen. Journalisten müssen sowieso seit jeher damit umgehen und in der Lage sein, sie zu entlarven.

Doch auch Nutzer sollten bei der Masse an Informationen, die täglich durch das Netz geistern, eine erhöhte Medienkompetenz aufbauen, um die Glaubwürdigkeit von Nachrichten im Internet zu hinterfragen. Denn klar ist auch, dass klassische Medien nicht überall sein können, um jeden Unfug immer sofort zu entkräften. Auch wenn sie anfangs gerne geglaubt werden und oft nachvollziehbar erscheinen. Dass der IS – wie im oberen Beispiel – mordend durch das Land zieht, ist ja kein Mythos sondern grausame Realität.

In dem konkreten Fall aber liegt die Meldung deutlich neben der Wahrheit – und vor allem: wurde die nicht von den Medien unter Verschluss gehalten, wie es der Twitter-Nutzer behauptet.

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