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Was macht eigentlich ein … CDO?

Was macht eigentlich ein … CDO?

In unserer Reihe „Was macht eigentlich ... ?“ stellen wir euch regelmäßig einen digitalen Beruf vor und erklären, was zu seinen Aufgaben gehört, wo sein Platz im Unternehmen ist und welche Skills man mitbringen sollte. Diese Woche: der CDO.

Der Chief-Digital-Officer, kurz CDO, ist eine recht neue Berufsbezeichnung und in Deutschland noch selten anzutreffen. Der CDO ist für Digitalisierungsprozesse und -Strategien im Unternehmen zuständig – oftmals sogar auf Vorstandsebene.

Aufgaben

Der CDO treibt die digitale Transformation im Unternehmen voran und kümmert sich darum, dass alle Mitarbeiter auf diesem Weg mitgenommen werden. In Deutschland bauen derzeit zum Beispiel Media-Saturn, ProSiebenSat. 1 und Gruner + Jahr auf einen CDO. Zu seinen Aufgaben gehört es, eine digitale Strategie zu entwickeln und das vernetzte, digitale Arbeiten zu fördern. Dabei sollte er alle Unternehmensprozesse betrachten und sie auf die Frage hin prüfen, wo sie optimiert und digitalisiert werden können. Zur digitalen Strategie kann zum Beispiel gehören, den Umsatzanteil über die Online-Kanäle in einem festen Zeitraum zu steigern, aber auch die Entwicklung einer einheitlichen Plattform für Kundendaten und Kundenservices.

Kein zweiter CIO oder CTO

Der CDO ist kein Ersatz für den CTO oder den CIO. Er übernimmt Aufgaben, die weder ein CIO noch ein CTO einfach nebenbei erledigen können. Er identifiziert Zukunftsmärkte und sorgt dafür, dass das Unternehmen auch in den nächsten Jahren wettbewerbsfähig bleibt und sich den verändernden Märkten anpasst. Dazu gehört mitunter ein weiterer Blick als der, den etwa ein CIO als gut ausgebildeter IT-Fachmann mitbringt.

Das Profil

Was ist ein CDO
(Foto: Shutterstock)

Der CDO kann zum Beispiel aus den Bereichen Betriebs- oder Volkswirtschaft, Marketing, IT oder Produktentwicklung kommen. Bei der Eignung kommt es vor allem darauf an, welche Erfahrungen in der Praxis der Kandidat mitbringt. Er baucht Datenverständnis, Mut, Führungsqualitäten und Überzeugungskraft. In einem Interview mit Stefanie Waehlert, Chief Digital Officer bei TUI Deutschland, das auf Gründerszene erschienen ist, beschreibt die CDO den perfekten Kandidaten als Allrounder mit umfassender Erfahrung im E-Commerce sowie in mobilen Umfeldern. Zudem sollte er verschiedene digitale Geschäftsmodelle selbst verantwortet und weiterentwickelt haben. BWL-Know-how sei zwar die Basis, aber auch das technische Grundverständnis, um entsprechend mit dem CIO zu interagieren und die Anforderungen an die IT formulieren zu können, gehöre dazu. Auch erste Erfahrungen mit Transformationsprozessen seien hilfreich.

Mit wem er zusammenarbeitet

Der CDO arbeitet vor allem mit der Unternehmensführung zusammen. Da er aber nicht nur Stratege und Impulsgeber ist, sondern auch aktiv an der Durchführung der geplanten Maßnahmen mitwirkt, hat er auch viel Kontakt mit Abteilungsleitern. Kundenkontakt hat der CDO dagegen kaum bis gar nicht.

Das Gehalt

Das Gehalt hängt stark von der Größe des Unternehmens ab. Da bisher fast nur sehr große Unternehmen einen reinen CDO beschäftigen und dieser in der Regel auf Vorstandsebene beschäftigt ist, starten die Jahresgehälter hier vermutlich im unteren sechsstelligen Bereich.

Herausforderungen

Der CDO muss die eventuell fehlende digitale Kompetenz der Führungskräfte ausgleichen. Seine Vorschläge können zu großen Umwälzungen im Unternehmen führen, was vielleicht nicht allen recht ist. Daher ist auch der Sitz im Vorstand nötig. Er muss mit Skeptikern umzugehen wissen, Leute einbinden und sie überzeugen können.

„Man sollte sich von einem CDO nicht die besten Aufgaben im Job stehlen lassen", schreibt etwa ein Berater auf Forbes.com und richtet sich mit seinem Appell an CIOs und CTOs, die sich vom Digital-Officer möglicherweise in ihrem Aufgabenbereich beschnitten fühlen.

Die anderen Folgen unserer Serie „Was macht eigentlich ein ...?“ findet ihr hier.

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3 Antworten
  1. von lrrm am 11.01.2016 (08:43 Uhr)

    Oh und ich dachte schon schon es gäbe mal ein sinnvollen Artikel über den Chief Design Officer.

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  2. von Marc Nemitz am 11.01.2016 (09:23 Uhr)

    Hmm, würde mir da vor allem mal die deutsche Übersetzungen wünschen. Bei den ganzen Abkürzungen blickt doch kein Mensch mehr durch. Letztendlich schreibt der sich doch auch nur Vorstand aufs Kärtchen, damit er nicht peinlich auffällt.

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