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Ratgeber

Was macht eigentlich ein … Scrum-Master?

    Was macht eigentlich ein ... Scrum-Master?

 (Foto: Shutterstock)

Beim Scrum-Master handelt es sich nicht einfach nur um eine andere Bezeichnung für Projektmanager. Wie seine Arbeit aussieht und wo sein Platz im Unternehmen ist, liest du hier.

Scrum-Master ist man aus Passion

Scrum ist eine agile Methode in der Software-Entwicklung. Bei dieser Methode organisiert sich das Entwicklerteam selbst und benötigt keinen Projektleiter. Der Scrum-Master dient hier als Moderator und Vermittler zwischen den verschiedenen Rollen und sorgt zudem dafür, dass der Entwicklungsprozess nicht abbricht.

Eine gewisse Passion für die Materie sollte jedem Scrum-Master inne sein. In einem Interview beschreibt es Scrum-Master Stefan Stautner im genua-Blog ganz treffend: „Wenn mich jemand fragt wie lange es dauert, Scrum-Master zu werden, sage ich immer: ,Da gibt es zwei Antworten – zwei Tage und ein ganzes Leben.‘ Für die Zertifizierung zum Certified Scrum-Master durch die Scrum-Alliance bedarf es tatsächlich nur zweier Tage und eines Abschlusstests. Wer aber vorher nicht zum Scrum-Master geeignet war, ist es nach den zwei Tagen sicherlich auch nicht.“

(Grafik: Ian mitchell (Own work) [CC BY-SA 4.0 or CC0], via Wikimedia Commons)
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Die Aufgaben

Der Scrum-Master trägt die Verantwortung für den Scrum-Prozess und dessen korrekte Implementierung. Er unterstützt und vermittelt zwischen den verschiedenen Rollen und strebt neben maximalem Nutzen die ständige Optimierung des Prozesses an. Eine seiner Hauptaufgaben ist es, Hindernisse aus dem Weg zu räumen und den Informationsfluss zwischen Product-Owner und Team sicherzustellen. In den täglichen Scrum-Meetings ist er der Moderator. Er hat die Aktualität der Scrum-Elemente im Blick und schützt das Team vor unberechtigten Eingriffen während des Sprints.

Weitere Aufgaben im Tagesgeschäft sind: Retrospektiven mit dem ganzen Team und in Einzelgesprächen zu führen, Teamregeln aufzustellen und auf deren Einhaltung zu achten, Konflikte zu erkennen und zu moderieren sowie die Akzeptanz für den Prozess im ganzen Unternehmen zu etablieren. Eine ausführliche Liste aller Aufgabe hat It-agile hier in einem PDF zusammengefasst.

Mit wem er zusammenarbeitet

Der Scrum-Master ist in seiner kommunikativen und vermittelnden Rolle eine Person, die im Unternehmen sehr viele Anknüpfungspunkte hat. Neben der engen Zusammenarbeit mit seinem Team hat er Kontakt zu Product-Ownern aus verschiedenen Abteilungen. Er sollte also gern im Team arbeiten und auch in der Lage sein, gut mit Kollegen zu kommunizieren, die nicht zu seinem direkten Team gehören.

(Foto: Shutterstock)

Das Profil

Fest steht: Scrum-Master wird man nicht als Berufsanfänger. Ein guter Scrum-Master braucht Projekt- und Teamerfahrung und sollte idealerweise schon mal eine andere Rolle in einem Scrum-Team oder einer anderen agilen Methode gehabt haben.

Das spiegeln auch die Stellenausschreibungen in diesem Bereich wider, die überwiegend eine mehrjährige Berufserfahrung verlangen. Zudem wird meist ein abgeschlossenes Studium, vorzugsweise der Informatik, vorausgesetzt. Kenntnisse in anderen agilen Methoden und/oder im Projektmanagement sowie der sichere Umgang mit Scrum-spezifischen Werkzeugen (zum Beispiel Jira), Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Motivation und Engagement sind ebenfalls Voraussetzungen.

Eine Zertifizierung zum Scrum-Master nach Scrum.org oder der Scrum-Alliance sind von Vorteil, aber nicht immer zwingend. Wer sich das Framework autodidaktisch angeeignet hat und nachweisen kann, dass er seine Kenntnisse bereits im Unternehmensumfeld erfolgreich beweisen konnte, dem sollten die Türen ebenfalls offen stehen.

Ausbildung und Weiterbildung

Wie weiter oben schon erwähnt, dauert die Zertifizierung zum Scrum-Master lediglich zwei Tage. Man kann sich aber anschließend weiter projektbegleitend coachen lassen. Ob sich jemand danach als Scrum-Master bewährt, hängt jedoch von unterschiedlichen und vor allem auch menschlichen Faktoren ab. Aller Wissensstand bringt nichts, wenn der Scrum-Master vom Team und den Product-Ownern nicht respektiert wird und er nicht für das Framework begeistern kann.

Gehalt

Gehaltsprognosen lassen sich nicht wirklich zuverlässig treffen, da der Verdienst letztendlich von der Größe der Firma, der Erfahrung, dem Standort und dem Verhandlungsgeschick abhängt. Auf Gehalt.de wurde aus 2.077 Datenangaben eine Range von 3.446 bis 5.029 Euro pro Monat errechnet.

Herausforderungen

Das Prinzip von Scrum und seine Rollen zu kennen, reicht allein nicht aus, um ein guter Scrum-Master zu sein. Als Scrum-Master lernt man permanent weiter.

Problematisch könnte es werden, wenn der Scrum-Master gleichzeitig auch Vorgesetzter des Teams ist, oder aber wenn eine Person aus dem Kreis des Teams zum Scrum-Master bestimmt wird. Ist der Srum-Master gleichzeitig auch Vorgesetzter, kann es passieren, dass das Team in die gewohnten Rollen fällt. Hier kann eine Einführung durch einen externen Scrum-Master sinnvoll sein. Hatte der Scrum-Master vorher eine andere Rolle im Team inne, ist es ebenso wichtig, darauf zu achten, dass er nicht in eine Doppelrolle rutscht.

Offene Stellen als Scrum-Master findet ihr zum Beispiel auch auf t3n.de/jobs.

In der Reihe „Was macht eigentlich ... ?“ stellen wir euch regelmäßig einen digitalen Beruf mit seinen Aufgaben, Voraussetzungen und Herausforderungen vor. Alle Teile der Reihe findet ihr <a href="http://t3n.de/tag/digitale-berufe">hier</a>.

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3 Reaktionen
Uli
Uli

Wir haben einen Erfahrungsbericht unseres Scrummasters in unserem Blog veröffentlicht. Da wird schon deutlich, wie sich das Projektmanagement ändert. https://blog.adacor.com/scrum-paradigmenwechsel-im-projektmanagement_2888.html

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Rainer Eschen

Dem Text fehlt die Erfahrung. Zwischen den Zeilen kommt immer wieder das Bild des klassischen Teamleiters zum Tragen. Wen die Rolle wirklich interessiert sollte sie die Blogs von Ken Schwaber, Jeff Sutherland, Mike Cohn, Boris Gloger oder Roman Pichler anschauen. Als Literatureinstieg sind die Bücher der Mike Cohn Signature Reihe oder Roman Pichler sehr sinnvoll.

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Jens Werkmann
Jens Werkmann

Der Scrum Master war mir schon immer ein Rätsel. Bei unseren Scrum Meetings war der Scrum Master stets in einer passiven Rolle. Er hat eher abgefragt, Informationen eingeholt, bei Nachfragen war er dagegen meist nicht auskunftsfähig und verwies an andere Posten. Kann sein, dass ich da negative Erfahrungen mit einem Einzelfall gesammelt habe, aber insgesamt war für unser Projekt der Scrum Master wenig hilfreich. Auch während der Sprints war er praktisch nie zugegen und hat auch nicht interveniert, wenn etwas aus den Fugen zu geraten drohte. Für mich daher eine (ironische, aber) treffende Zusammenfassung: https://businesstrash.blogspot.fr/2017/02/scrum-master-functions-and-tasks.html

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