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Analyse

Führungskräfte aufgepasst: So funktioniert Empowerment

Führungskräfte sollen ihre Mitarbeitenden empowern. Aber was bedeutet das eigentlich – und wie kann es gelingen? Unser Gastautor geht dem Konzept auf den Grund.

Von Daniel Konrad
4 Min.
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Was genau steckt eigentlich hinter dem Begriff „Empowerment“? (Foto: Urbanscape/Shutterstock)

Nicht erst seit New Work und VUCA-Welt ist es eine zentrale Aufgabe von Führungskräften, Mitarbeitende zu befähigen und weiterzuentwickeln. Im agilen Universum hat sich dafür der Begriff „Empowerment“ entwickelt. Ein Blick hinter das Buzzword.

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Was ist und was kann Empowerment?

Empowerment vereint zwei Bedeutungen: Unter „Power“ wird im Deutschen sowohl Macht als auch Energie verstanden. Es geht beim Empowerment also einerseits um die Verteilung von Macht in Organisationen. Auf der anderen Seite sollen Mitarbeitende ihre Energie persönlich erleben und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit machen.

Empowerment kann in besonderem Maße in Change- und Transformationsprozessen zur Stärkung der Mitarbeitenden beitragen – und damit die Wertschöpfung von Organisationen steigern.

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Schnellere Entscheidungsfindung

Befähigte Mitarbeitende sind besser in der Lage, Entscheidungen in ihrem Verantwortungsbereich zu treffen. Bei einer klaren Verantwortungsübernahme durch die Mitarbeitenden muss keine Zustimmung von Vorgesetzten eingeholt werden. Dies beschleunigt die Reaktion in Situationen, die schnelle Antworten erfordern.

Erhöhte Belastbarkeit

In Zeiten mit hoher Veränderungsdynamik begreifen befähigte Mitarbeiter Unsicherheit und Komplexität eher als Chancen für Wachstum und Innovation, statt sie als Bedrohung zu betrachten. Sie sind angesichts von Widrigkeiten widerstandsfähiger und entwickeln Resilienz. Entsprechend sind sie besser darauf vorbereitet, mit Rückschlägen umzugehen und sich von Misserfolgen zu erholen, weil sie das Selbstvertrauen haben, weiter voranzukommen und aus ihren Erfahrungen zu lernen.

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Engagement und Motivation

Empowerment fördert den Sinn und die Bedeutung der Arbeit. Mitarbeiter, die sich befähigt fühlen, kennen ihre Rolle und wissen um ihren Beitrag bei der Erreichung des Ziels. Sie sind im Allgemeinen engagierter und motivierter.

Talentbindung

Empowerment ist ein wirksames Instrument zur Gewinnung und Bindung von Talenten. Wenn sich Mitarbeiter vertrauenswürdig und wertgeschätzt fühlen, bleiben sie einem Unternehmen eher treu. Dadurch kann die Fluktuation und die damit verbundenen Kosten gesenkt werden.

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Kundenorientierter Fokus

Befähigte Mitarbeiter können Entscheidungen treffen, bei denen die Bedürfnisse und die Zufriedenheit der Kunden im Vordergrund stehen. Dieser kundenorientierte Ansatz ist in volatilen und dynamischen Geschäftsfeldern von entscheidender Bedeutung.

Empowerment findet auf 2 Ebenen statt

Wenn Empowerment praktiziert wird, kommt es nicht nur den Mitarbeitenden zugute. Es kann auch zur allgemeinen Widerstandsfähigkeit, Innovations- und Anpassungsfähigkeit der Organisation beitragen. Ein ganzheitliches Verständnis des Themas umfasst strukturelles und psychologisches Empowerment, wobei beide Dimensionen sich wechselseitig verstärken.

Im strukturellem Empowerment werden die organisationalen Rahmenbedingungen, Strukturen und Prozesse so gestaltet, dass Mitarbeitende durch sie empowert werden. Flachere Hierarchien und die Möglichkeit, eigenverantwortlich zu handeln oder Teams selbst zu organisieren, können hier entsprechende Stellschrauben sein. Das Ziel ist, dass Mitarbeitende Freiräume und Entscheidungsbefugnisse erhalten und durch Feedbackprozesse in ihrer Weiterentwicklung unterstützt werden.

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Das psychologische Empowerment setzt individuell beim Mitarbeitenden an und hat eine affektive Seite. Mitarbeitende erkennen, dass ihre Bemühungen und ihre Kompetenz einen Unterschied machen, und sie Erfolgserlebnisse haben. Dadurch erleben sie die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit und steigern ihre Selbstwirksamkeit. Wenn sich Mitarbeiter gestärkt fühlen, ist es wahrscheinlicher, dass sie sich bei ihrer Arbeit engagieren, Initiative ergreifen und innovatives Verhalten an den Tag legen.

Mehr als Verantwortung delegieren

Erfolgreiches Empowerment besteht aber nicht allein darin, Mitarbeitenden mehr Verantwortung zu übertragen. Vielmehr geht es darum, ihnen die nötige Unterstützung, Anleitung und Anerkennung zu bieten, damit sie in ihren Rollen Verantwortung übernehmen und erfolgreich sein können.

Die Aufgabe, Mitarbeitende zu befähigen, kommt neben den Führungskräften beispielsweise auch Product-Ownern, Scrum Mastern oder Coaches zu. Zudem können Mitarbeitende ihre Bedürfnisse mit aktivem Self-Empowerment adressieren. In diesem Artikel liegt der Fokus auf Empowerment durch Führungskräfte.

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Hier einige hilfreiche Hinweise für Führungskräfte, die ihre Mitarbeitenden durch psychologisches und strukturelles Empowerment stärken wollen:

  • Klare Kommunikation: Die zielgruppengerechte Kommunikation von Mission, Werten, Zielen sowie der Strategie der Organisation hilft Mitarbeitenden, ihre Rolle und den Kontext ihrer Arbeit besser zu verstehen. Regelmäßige Einzelgespräche mit Mitarbeitenden können helfen, um Fortschritte, Herausforderungen und Ziele zu besprechen.
  • Offenes und konstruktives Feedback: Zur Stärkung der Mitarbeitenden brauchen sie regelmäßig positives und konstruktives Feedback ihrer Führungskraft, um sich in ihren Rollen zu verbessern und weiterzuentwickeln. Dabei spielen auch die Anerkennung und Wertschätzung der Beiträge, Erfolge und Bemühungen der Mitarbeitenden eine zentrale Rolle. Dies kann durch Lob, Belohnungen oder öffentliche Anerkennung erfolgen.
  • Delegieren von Autorität: Empowerment bedeutet, Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse entsprechend den Fähigkeiten und Fertigkeiten von Mitarbeitenden abzugeben. Das heißt, dass Arbeitserwartungen, Verantwortlichkeiten und Leistungsstandards vorab klar kommuniziert werden, damit die Mitarbeitenden wissen, was von ihnen erwartet wird.
  • Loslassen von Kontrolle: Im Zuge des Empowerments können der Führungskraft auch eigene Herausforderungen bewusst werden. Denn zum Delegieren von Aufgaben gehört auch das Loslassen von Kontrolle. Damit sind häufig auch lieb gewonnene Entscheidungsbefugnisse verbunden, die eine Hürde für die Führungskräfte sein können.
  • Fördern von Zusammenarbeit: Führungskräfte stärken effektive Zusammenarbeit und Teamarbeit, um letztendlich mit selbstorganisierten Teams arbeiten zu können. Empowerment ist zudem nicht auf ein einzelne Teams oder Abteilungen begrenzt: Auch Prozesse und Organisationsstrukturen müssen von Führungskräften so gestaltet werden, dass Mitarbeitende ohne Hindernisse und Umwege ihre Arbeit machen können.
  • Sichere Umgebung: Wenn sich Mitarbeitende wohlfühlen, teilen sie ihre Ideen und trauen sich, Fehler zu machen – ohne Angst vor Schuldzuweisungen oder Repressalien haben zu müssen. Aufgabe der Führungskräfte ist es also, so ein sicheres Umfeld zu fördern. In einem solchen Umfeld können sie dann Lernmöglichkeiten würdigen, die sich aus Fehlern oder Misserfolgen ergeben, und eine Wachstumsmentalität fördern.

Empowerment ist eine anspruchsvolle Aufgabe, deren Bedeutung in den letzten Jahren massiv zugenommen hat.

Mentoren oder Coaches können Führungskräfte dabei unterstützen, ihre Mitarbeitenden konkret bei ihrer Weiterentwicklung zu begleiten und sie zu befähigen. Dabei geht der Begriff Empowerment über die individuelle Befähigung von Mitarbeitenden hinaus, er bezieht organisationale und prozessuale Dimensionen mit ein.

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Insgesamt bildet Empowerment einen entscheidenden Aspekt von effektivem Management, liefert einen wichtigen Mehrwert und kann ein Schlüssel zum Erfolg von Organisationen sein. Entsprechend kommt dem Empowerment in volatilen und dynamischen Geschäftsumgebungen eine zentrale Rolle zu.

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