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Ratgeber

SEO im Content-Marketing: 8 Tipps für effektivere Blog-Artikel

(Grafik: Shutterstock)

Blogs sind ein beliebtes Mittel im Content-Marketing. Viele Unternehmen haben schon ein eigenes und befüllen es kontinuierlich mit Inhalten. Darauf sollten aber, wie bei anderen Blogs auch, SEO-Aspekte nicht vergessen werden. Unser Gastautor gibt 8 Tipps für den Einstieg. 

Content-Marketing ist in aller Munde. Fast jeder macht’s oder will seine Tätigkeit darin intensivieren. Genauer gesagt wollen 67% der Unternehmen im Jahr 2016 noch mehr Inhalte entwickeln als noch im Vorjahr (Aus Studie „Content Marketing in Europe; 2016“ von Hubspot). Das Lieblingsmedium zum Content Marketing ist dabei das Blog: 75% der Marketer nutzen es. Das liegt daran, dass Blogging einer der wichtigsten Hebel in der Suchmaschinenoptimierung ist. Doch wie kann man Blog Posts noch besser zur SEO nutzen?

1. Relevante Themen identifizieren

Blogging beginnt bei der Themenauswahl. Die wichtigste Frage lautet: Welche Themen sind wirklich interessant und stellen gleichzeitig einen Hebel zur Suchmaschinenoptimierung dar? Darüber zerbrechen sich täglich hunderttausende Marketer und Kommunikatoren den Kopf. Am einfachsten ist es jedoch, seine Zielgruppe und Kunden zu fragen, anschließend die Ideen zu prüfen und dann die Inhalte einfach auszuprobieren.

Um die eigenen Kunden und Interessenten zu fragen, kannst du einerseits das Telefon in die Hand nehmen oder E-Mails versenden. Allerdings bieten sich auch kurze Umfragen dazu an. Einen sehr interessanten Ansatz dafür bietet das Tool Stomt: Hier brauchst du nur eine einfache Umfrage zu starten, die Software fasst anschließend automatisch ähnliche Antworten und Vorschläge zusammen. So kannst du neue Ideen bestmöglich priorisieren.

Zur Verifizierung neuer Themen hast du unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten. Eine eigene Einschätzung der Erfolgschancen für jedes Thema ist eine gute Vorsortierung. Besser wird’s, wenn du die Themen anhand der monatlichen Nachfrage priorisierst. Mit dem Google AdWords Keyword Planer und Google Trends geht das kinderleicht. So lässt sich die Nachfrage mit Google Trends ermitteln:

<script type="text/javascript" src="//www.google.de/trends/embed.js?hl=de&q=content+marketing&geo=DE&cmpt=q&tz=Etc/GMT-2&tz=Etc/GMT-2&content=1&cid=TIMESERIES_GRAPH_0&export=5&w=500&h=330"></script>

Das Ausprobieren funktioniert am besten, indem du vorab den einen oder anderen Post auf Facebook platzierst und dann die Reaktionen misst. Auch ein erster Blogbeitrag und die Messung der Reaktionen über eine Website-Statistik bieten sich dazu an.

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2. Titel und Metadaten optimieren

Neben einem ansprechenden Thema sollten aber auch die Überschrift, die Einleitung sowie die Vorschau in Google attraktiv sein.

Beim Titel – der in der Regel gleichzeitig die Überschrift 1 ist oder ihr stark ähnelt – kannst du mit einer spitzen These arbeiten oder eine Vorschau geben, was den Leser erwartet. Listen wie „7 Tipps für effektivere Blog-Posts“ sind dazu besonders geeignet – auch wenn sie ziemlich häufig eingesetzt werden.

Außerdem solltest du darauf auchten, die Überschrift 1 nur exakt einmal pro Blog Post einzusetzen. Andere Überschriften dürfen dagegen beliebig oft gesetzt werden und sollten hierarchisch angeordnet sein.

Eine gute Überschrift 1 besteht durchschnittlich aus 6 Wörtern und enthält möglichst exakt dein Thema (also idealerweise den Suchbegriff, unter dem du Ranken willst). Verwendest du die Überschrift 1 auch als Meta Titel, sollte sie zwischen 50 und 70 Zeichen lang sein – das ist das aktuelle Maximum, das Google zulässt. Ist der Titel schlecht oder zu lang, wird Google ihn in den Suchergebnissen austauschen. Dies führt oft dazu, dass du auch Rankings verlierst, da die automatischen Titel nicht so effizient sind wie die manuell optimierten Titel.

Ein Beispiel für eine ansprechende Vorschau (Snippet) in den Suchergebnissen von Google. (Screenshot: Google)
Ein Beispiel für eine ansprechende Vorschau (Snippet) in den Suchergebnissen von Google. (Screenshot: Google)

Die Einleitung dient als Unterstützung der Überschrift. Ist sie interessant, beispielsweise durch eine offene Frage, kannst du damit noch mehr Nutzer über Suchmaschinen und Social Media anziehen. Ob du die Einleitung auch als Meta-Beschreibung nutzt, bleibt dir überlassen.

Bei der Meta-Beschreibung solltest du darauf achten, nicht mehr als 170 Zeichen (ebenfalls inklusive Leerzeichen) zu verwenden. Da Google aber auch hier aktuell mit den Limits spielt, ist es sicherer, wenn du dich in Richtung 160 Zeichen orientierst.

3. Social Media Metadaten und strukturierte Daten anbieten

Im Bereich der Metadaten sind auch strukturierte Daten für deine Blog Posts zu beachten. Ganz neu sind Google’s Rich Cards, welche Rezepte, Veranstaltungen, Produkte und Bewertungen besonders prägnant in den Suchergebnissen hervorheben.

Beispiele für Google-Rich-Cards. (Bild: Google)
Beispiele für Google-Rich-Cards. (Bild: Google)

Aber auch allgemeine strukturierte Daten wie Firmenname und Breadcrumbs (das sind Navigationspfade) sind wichtige Informationen im Meta-Bereich. Diese Informationen werden im Quelltext hinterlegt. Testen kannst du die Infos mit dem „Structured Data Testing Tool“ von Google.

Zusätzlich solltest du Metadaten für die optimale Vorschau in Social Media bereitstellen: Dazu brauchst du Open-Graph-Informationen für Facebook und eine Twitter-Cards-Verifizierung (geht nur mit einem Twitter Konto). Zum Testen benutzt du am besten das Debug-Tool von Facebook oder den Twitter-Cards-Validator.

4. Die richtigen (Vorschau-) Bilder einbetten

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Artikel- und Vorschaubilder müssen also innerhalb von Sekundenbruchteilen deine potenziellen Besucher ansprechen. Bereite also für jeden Beitrag entsprechendes Bildmaterial vor oder kauf es ein:

Lizenzierte Stock-Fotos und Grafiken funktionieren dazu zwar ganz gut in Social Media, im Google-Ranking werden sie allerdings zum Nachteil, da sie dort meistens schon indexiert sind. Besser ist es, eigene Fotos zu schießen, mehrere Stock Bilder zu einem neuen Werk zusammenzustellen oder Grafiken einfach selber zu layouten. Je besser und einmaliger dein Bild, desto präziser passt es zu deinem Thema und desto mehr kannst du damit auch erreichen.

Ob Bilder im Hoch- oder Querformat eingebaut werden, ist eigentlich egal. Das Querformat halte ich persönlich als Vorschaubild für gängiger. Das Hochformat eignet sich besser für Infografiken und Erklärungen, da diese einfacher zu scrollen und besser auf mobilen Endgeräten darstellbar sind.

Wichtig ist, dass du inhaltlich relevante Bilder nicht als Hintergrund, sondern als richtiges Bild (im HTML-Format) in deinem Blog Post einbettest. Der Grund: Hintergrundbilder sind kaum relevant für die Bildersuche von Google und werden nicht als Vorschaubilder in Social Media dargestellt. Nutze außerdem die Titel- und Alt-tags für Bilder, um das Motiv zu beschreiben und Suchbegriffe zur Bilder-SEO dort einzubauen.

Um Bilder in allen Medien bestmöglich darzustellen, solltest du ein Seitenverhältnis von etwa 2:1 zu verwenden: Mit einer Auflösung von 1400 x 735px (b x h) kannst du beispielsweise randabfallende Titelbilder in deinem Blog verwenden, die als Vorschaubilder sowohl in Social Media als auch in Google genutzt werden können. Darüber hinaus entspricht die Dimension auch den Voraussetzungen, um in der Google Bildersuche als „groß“ identifiziert zu werden.

Blueprint für das perfekte Web-Vorschau-Bild. (Grafik: Severin Lucks)
Blueprint für das perfekte Web-Vorschau-Bild. (Grafik: Severin Lucks)

Im zentralen Quadrat des Bildes muss aber immer die Botschaft und das Hauptmotiv abgebildet werden, da manche Plattformen eine quadratische Vorschau bevorzugen.

Deine Bilder sollten von den Dimensionen her so groß wie nötig und von der Dateigröße so klein wie möglich sein, um bestmögliche Performance zu erreichen. Zur Reduzierung der Dateigröße bieten praktisch alle Bildbearbeitungsprogramme entsprechende Funktionen an. Auch CMS und Blogsysteme wie WordPress haben eine Bildkomprimierung an Board. Wer darauf nicht setzen kann, ist mit Komprimierungssoftware wie ImageOptim (Mac) gut beraten.

5. Medien richtig einsetzen

Videos sollten über strukturierte Daten so optimiert werden, dass sie auch als Video Cards angezeigt werden. Um eingebettete YouTube-Videos zu optimieren, eignet sich beispielsweise der Video-SEO-Generator von Sistrix.

Über Social Media (YouTube, Pinterest & Co) bereitgestelltes (Bewegt-) Bildmaterial sollte von dir außerdem auf der jeweiligen Plattform mit relevanten Schlagwörtern (engl. „tags“ oder „hashtags“) gekennzeichnet werden.

6. Handlungsaufforderungen verwenden

Außerdem solltest du dir vor dem Texten klar machen, was du mit dem Post erreichen möchtest. Denn letztendlich rechtfertigen nur die erreichten Ziele (engl. „Conversions“) das Content Marketing – oder eben auch nicht.

Diese Handlungsaufforderungen sollten, je nachdem ob sie Primär- oder Sekundärziel sind, „above“ oder „below the fold“ (vor oder nach dem skrollbaren Bereich) eingebaut werden. Soll heißen: Wichtige Aktionen wie Kaufaufforderungen, Kontakt-Buttons etc. – also Primärziele - sollten in den ersten 600px Seitenhöhe gepackt werden, damit sie sofort sichtbar sind. Zweitrangige Funktionen wie Social Sharing Buttons und andere Empfehlungen dürfen (auch) darunter erscheinen, also im nicht von Anfang an sichtbaren Bereich.

Willst du nur zur Diskussion anregen, dann sollte der Inhalt zu einer Frage hinführen. Möchtest du mehr Social Shares oder Anfragen bekommen, endet der Text idealerweise mit einer Handlungsaufforderung (engl. „Call to Action“). Über Lesetipps und Empfehlungen weiterer relevanter Inhalte oder Produkte kannst du Nutzersignale optimieren und so Google zeigen, dass alle deine Inhalte interessant sind und deine Seite oder Blog es verdient hat, besser gerankt zu werden. Es gibt aber auch Formulare, Warenkorb-Funktionen und sogar Terminbuchungssysteme (wie z.B. Timify), die sich problemlos in einen Blogbeitrag einbetten (lassen sollten).

7. Links verwenden

Du hast gerade schon gelernt, dass Handlungsaufforderungen und weiterführende Links die Nutzersignale deiner Seite verbessern können. Setze also in deinem Blog-Post Verlinkungen sinnvoll ein. Soll heißen: Nur thematisch passende Links sollten eingefügt werden. Solltest du in deinem Beitrag eine Linkliste verwenden, bitte nur mit individueller Beschreibung jeder Zielseite. Denn ansonsten steigt das Risiko, als Spam oder einfach nur mangels Mehrwert von Google abgewertet zu werden.

Am effektivsten sind Links zu weiterführenden Informationen auf der eigenen Seite. Aber auch Links zu externen Quellen sind erlaubt, wenn diese zum Thema passen. Falls solche externen Links einen finanziellen Hintergrund haben - also auf Affiliate Angebote verweisen oder bezahlt wurden – sollte sicherheitshalber der Link als „Werbung“ oder „Gesponsert“ gekennzeichnet werden, um Abstrafungen von Google und Abmahnungen zu vermeiden. Dazu muss neben dem Werbehinweis ein rel=“nofollow“ mit dem Link einprogrammiert werden.

8. Das Wichtigste: Der Text

Kommen wir nun zum eigentlichen Inhalt deines Blog Posts und beginnen gleich mit der Länge: Denn Web Texte werden immer länger und damit auch aufwändiger zu erstellen: Rund 2.300 Wörter ist eine Seite in den Top 10 Ergebnissen lang – peile mindestens die Hälfte der Länge bei einem guten Post an, der auch wirklich ranken soll.

Die durchschnittliche Länge der Google-Suchergebnisse. (Grafik: serpIQ)
Die durchschnittliche Länge der Google-Suchergebnisse. (Grafik: serpIQ)

Wenn man bedenkt, dass rund 300 Wörter einer Din A4-Seite in Word entsprechen, würde auch schon bei 1.150 Wörtern eine ziemliche Bleiwüste entstehen.

Damit du deine Leser in solch einer Bleiwüste nicht verdursten lässt, solltest du darauf achten, dass Absätze nicht länger als 40-55 Wörter sind: das entspricht der Displaygröße von einem Smartphone. Der Inhalt wird dadurch also absehbarer. Durch Zwischenüberschriften, Bilder, Handlungsaufforderungen und Auflistungen kannst du deine Texte außerdem auflockern.

Damit deine Inhalte von Google als relevant eingestuft werden, müssen sie also theoretisch sehr umfangreich sein. Du kannst aber auch kurze Texte schreiben, die sehr unterhaltsam und viral sind, idealerweise schaffst du es aber, beides zu kombinieren: relevante und virale Inhalte.

Fazit

Damit deine Blog-Kommunikation noch mehr Wirkung zeigt, solltest du deine Inhalte zusätzlich über andere Kanäle streuen. Wie dieses sogenannte „Seeding“ funktioniert, erfährst du hier.

Wichtig ist letztendlich aber immer, die Reaktionen zu messen und so die eigenen Blogbeiträge stetig zu verbessern. Denn mit einer steigenden Anzahl wenig qualitativer Web Inhalte steigt sonst auch das Risiko der „Content-Inflation“.

Diese Liste mit Tipps und Ratschlägen kann natürlich beliebig erweitert werden.

Welche praktischen Tipps kannst du noch geben? Sag’s uns in den Kommentaren!

Über den Autor

Severin Lucks ist Gründer der SEO- und Online-Marketing-Beratung DELUCKS aus München. Die Firma bietet auch ein WordPress SEO Plugin an, um direkt bei der Blog-Kommunikation Inhalte optimieren zu können.

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4 Reaktionen
nikolai_s
nikolai_s

Danke für diesen Artikel! Die wichtigsten Punkte zum Theme Content Marketing kurz und knapp auf den Punkt. Sehr angenehm ...

Retro99
Retro99

Social Media Manager, Marketing Content Manager usw, usw. In diesem Zusammenhang wird mit Berufsbezeichnungen um sich geworfen, ohne das man weiß, was einen dazu berechtigt diese Berufsbezeichnung zu tragen. Gut das, die IHK reagiert, http://www.content-marketing-manager.net , und Kurse dazu anbietet

Martin Stobinski
Martin Stobinski

Hallo, es gibt so viele schöne Buttons, aber leider keinen zum Drucken das Artikels!!! VG, sto

Sisalteppich

Danke für den echt ausführlichen Artikel, viele neue Details waren für mich enthalten, wie man die Rich Snipets einbindet habe ich allerdings nicht verstanden.

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