Anstatt sich selbst um die Software des Shops zu kümmern, wird dies bei einer Software-as-a-Service-Lösung (SaaS) einem Dienstleister überlassen und der Shopbetreiber kann sich vollständig auf den Verkauf und das Marketing konzentrieren. Darüber hinaus bieten viele Dienstleister Schnittstellen zu Bezahlsystemen und Versanddienstleistungen, der Shopbetreiber muss sich also auch um diese Dinge nicht kümmern und kann beispielsweise die Kosten für einen Programmierer sowie eigene Hardware einsparen. Bezahlt wird dieser Komfort bisweilen mit Einschränkungen in der Erweiterbarkeit und einem möglicherweise langweiligen Design nach Baukastenprinzip.
Im Folgenden stellen wir einige Anbieter solcher Software-as-a-Service-Onlineshops vor. Zu beachten ist, dass sich die Angebote bezüglich des Umfangs und der Zielgruppe stark unterscheiden. So richtet sich Demandware an Großkunden mit einem Millionenumsatz, die Zielgruppe von Tradoria sind hingegen kleine Unternehmen oder Privatpersonen, die eine geringe Anzahl von Artikeln online verkaufen möchten.
1&1 Shop
Die On-Demand-Lösung von 1&1 richtet sich vor allem an kleinere Unternehmen, die nur eine geringe Zahl von Artikeln haben. Zur Vereinfachung des Versands ist ein Assistent zur Versandkostenberechnung ebenso wie verschiedene Zahlungssysteme integriert. Die Preise für das Angebot starten bei 15 Euro im Monat.
Amazon Webstore
Seit kurzer Zeit bietet Amazon mit dem neuen „webstore“ einen SaaS-Onlineshop an und unterstützt mit diesem Angebot vor allem kleine und mittelgroße Händler. Interessant sind dabei vor allem die Synergien mit Amazon selbst: Nutzung von Amazon-Funktionalitäten, Integration der Amazon-Kundenbasis sowie die Einbindung von Amazon-Produkten.
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ATG
Eine On-Demand-Komplettlösung bietet ATG an. Alle für einen Onlinehandel relevanten Aspekte werden bei der Lösung von ATG abgedeckt, angefangen von der Zahlungsabwicklung bis hin zur Versandverfolgung. Zielgruppe sind besonders größere Unternehmen. Die Onlineshops sollten auch eine große Anzahl von Kunden verkraften. Preise für das Angebot nennt ATG auf Anfrage.
Commercetools
Commercetools stellt ein On-Demand-Shopsystem zur Verfügung. Die Lösung basiert auf der Java Enterprise Plattform (JEE5) und bietet einen großen Funktionsumfang. Anstatt einer monatlichen Gebühr fallen bei Commercetools transaktionsbasierte Kosten an. Weitere Informationen zu dem Angebot findet man auf der Website von Commercetools.
Demandware
Demandware richtet sich besonders an große Unternehmen, die mit der Lösung ihren Markenauftritt umsetzen können. So setzen etwa der Snowboardhersteller Burton sowie der Versandhändler Neckermann auf die Lösung des Intershop-Gründers Stephan Schambach. Preise kann man bei einem persönlichen Kontakt erfragen.
ePages
Die On-Demand-Shopsystem-Lösung von ePages verfügt über unzählige Features, etwa eine mögliche Anbindung an ein SAP-Warenwirtschaftssystem. Angeboten wird das System unter anderem von großen Internetdienstleistern wie Strato und Host Europe. Die Preise starten bei diesen Anbietern jeweils bei 10 Euro pro Monat. Eine Auflistung aller Provider, die Onlineshops auf ePages-Basis anbieten, findet man auf der ePages-Website.
FlyingCart
FlyingCart ist ein amerikanisches Unternehmen, das ebenfalls einen Shopservice anbietet. Innerhalb kürzester Zeit kann man dort einen Shop einrichten und seine Waren verkaufen. Als Zahlungsmöglichkeiten stehen für die Shops Paypal sowie Google Checkout zur Verfügung. Das Angebot kann kostenlos getestet werden, die kostenpflichtigen Dienste starten bei 15 Dollar im Monat.
GSI Commerce
GSI Commerce stammt aus den USA und die Zielgruppe sind große Unternehmen. So setzen etwa der Sportartikelhersteller Adidas sowie Palm, der Hersteller von PDAs und Mobiltelefonen, für ihre amerikanischen Websites auf die Plattform von GSI Commerce. Preise werden auf Anfrage genannt.
Plenty Markets
Plentysystems bietet mit Plenty Markets eine E-Commerce-Komplettlösung an. Besondere Features sind eine Anbindung an eBay Marktplatz sowie weitere Marktplätze. Plenty Markets kann zusammen mit einem Warenwirtschaftssystem genutzt werden. Die Preise sind nach den getätigten Aufträgen gestaffelt und beginnen bei 9,90 Euro.
Prestabox
Der französische Hersteller der Open-Source-Shoplösung Prestashop hat seit einiger Zeit ebenfalls eine SaaS-Lösung im Pro- gramm. Unter dem Namen Prestabox bietet das Unternehmen kleineren Onlinehändlern eine schnelle und einfache Möglichkeit, einen Onlineshop zu eröffnen.
Shopify
Shopify ist eine amerikanische Shoppinglösung, die sich vornehmlich an kleinere Händler wendet. Shopify verfügt über eine API und einen App Store, mit dem man das System erweitern kann. Shopify ist eine interessante Alternative, die vorgefertigten Themes überzeugen zudem durch ihr Design. Zu beachten ist allerdings, dass Shopify sich primär an amerikanische Shops wendet. Einen ausführlichen Bericht zu Shopify findet man in unserem Heftarchiv
Symmetrics Magento Saas
Symmetrics aus Hannover bietet das Shopsystem Magento als (SaaS) an. Für eine monatliche Pauschale übernimmt Symmetrics das Hosting, den Support, die Updates sowie die Servicepartner-Anbindungen wie Payment, Zertifizierung, Tracking, ERP, Affiliate, Maildienste und weitere Services. Das Angebot richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen, die mit Magento einen Shop umsetzen möchten. Die Preise für das SaaS-Angebot starten bei 349 Euro zzgl. MwSt.
Tradoria
Tradoria ist eine Komplettlösung für Shopsysteme und eine Kombination aus Shop und Marktplatz. Kunden können ihren eigenen Shop betreiben und gleichzeitig ihre Produkte über den Tradoria-Marktplatz anbieten. Ein Vorteil von Tradoria ist die automatische Zertifizierung durch Trusted Shops. Zusätzlich zu den Monatsgebühren von 39 Euro fallen Verkaufsgebühren von bis zu 8,5 Prozent an.
Truition
Truition stammt aus Kanada, die deutsche Niederlassung befindet sich in Jena. Die Lösung des Unternehmens heißt CMS E-Commerce-Plattform und ist als On-Demand-Modell konzipiert. Sämtliche Geschäftsprozesse lassen sich mit der Software umsetzen. Als zusätzliches Feature ist die Lösung von Truition für Trusted Shops vorzertifiziert. Preise für das System erfährt man auf Anfrage.
Venda
Venda stammt aus Großbritannien und bietet verschiedene Shopvarianten an. So existiert für kleinere Unternehmen ein Shopsystem, mit dem sich relativ einfach eine Verkaufsplattform erstellen lässt. Venda übernimmt gegen eine monatliche Gebühr die komplette Abwicklung eines Shops. Die Preise bei Venda beginnen bei 49 Pfund, für große Unternehmen lassen sich die Preise erfragen.
Websale
Websale bietet eine Shoplösung unter dem Namen „WEBSALE eCommerce“ an. Das System ist in drei verschiedenen Modellen verfügbar, die sich im Funktionsumfang unterscheiden. Das kleinste Angebot ermöglicht bis zu 1.000 Artikel in einem Onlineshop. Die Preise bei Websale starten bei 69 Euro im Monat für das kleinste Angebot.
VersaCommerce
Die SaaS-Lösung VersaCommerce bietet kleineren Händlern einen schnellen Einstieg in das Thema E-Commerce. Besondere Merkmale sind dabei die Möglichkeit, das Shop-Design komplett über HTML und CSS zu gestalten und die Möglichkeit, alle abge- legten Daten wie Produkte, Bilder, Kunden und Bestellungen ein- fach exportieren zu können.
Xsite
Xsite bietet eine On-Demand-E-Commerce-Lösung an, die sich hauptsächlich an größere Unternehmen wendet. Xsite kümmert sich um sämtliche Aufgabenbereiche eines Onlineshops, angefangen von der Anbindung an ein Warenwirtschaftssystem bis hin zur Bestellabwicklung, dem Versand sowie der Zahlungsmöglichkeit. Preise für das Angebot können bei Xsite erfragt werden.
Da eine solche Auflistung niemals vollständig sein kann, bitten wir um weitere Hinweise in den Kommentaren.
Bildnachweis für die Newsübersicht: © LoopAll - Fotolia.com
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17 Antworten
von Dirk 18.11.2009 (16:48Uhr) 1.
Schade, die Idee finde ich super, aber die Liste ist weder vollständig noch richtig. Zunächst einmal ist SaaS nicht gleich Hosting, sondern beinhaltet etwas mehr. Lösung wie 1&1 sind leider nicht SaaS, sondern Mietshops. Zudem fehlen viele Spieler im Markt: Venda (UK), Truition (Kanada/Deutschland) und commercetools (Deutschland) sind da sicherlich nicht zu vergessen. Forrester und Gartner liefern auch schöne Übersichten, wer was macht. Ich hoffe da mal auf die Printausgabe...
von Dirk 18.11.2009 (16:50Uhr) 2.
Und Burton macht in Europe eindeutig commercetools...hätte man bei Nachfrage bei Burton auch direkt erfahren...eieieieiei.
von Andreas Lenz 18.11.2009 (17:58Uhr) 3.
@dirk: Die Übergänge und Grenzen sind fließend, wir freuen uns aber über Hinweise und Links deinerseits zur Vervollständigung der Liste. Haben hier ja nie einen Vollständigkeitsanspruch erhoben und wüschen uns Ergänungen wie diese.
Kennst du neben Commercetools, Truition und Venda noch weitere E-Commerce-On-Demand Lösungen?
von Dirk 18.11.2009 (18:32Uhr) 4.
@Andreas: Nun, es gibt noch ein paar, die den Anspruch erheben bzw. zumindest eine hosted Lösung anbieten: Auf die schnelle fallen mir noch websale (Deutschland), ATG und GSI (USA) ein, wobei letztere sich nur an sehr große Kunden richten.
von Andreas Lenz 18.11.2009 (19:50Uhr) 5.
@dirk: Wow, was da es da doch noch alles gibt... wären also folgende zu ergänzen:
1. Commercetools
2. Truition
3. Venda
4. Websale
5. ATG
6. GSI Commerce
Weiter habe ich noch die sehr simple und Shopify ähnliche Lösung Flyingcart gefunden.
Gibt es nicht eigentlich auch Oxid basierte On Demand Lösungen!? Kann da leider nichts konkretes finden leider...
von Marc 19.11.2009 (12:59Uhr) 6.
Magento On Demand - http://www.symmetrics.de/de/magento-services/magento-saas/modell.html
von Michael Vieten 19.11.2009 (19:37Uhr) 7.
Wir haben unseren On-Demand-Shop vor Jahren aufgeben, weil die Pflege sehr zeitaufwändig war, einzelne Funktionen nur in Paketen hinzugekauft (gemietet) werden konnten, unsere Daten auf dem System des Anbieters lagen und nicht bei uns (Kopie würde uns ja reichen), wir nie wirklich auf unsere Bedürfnisse anpassen konnten, uns das shared hosting System zu langsam war und wir den Shop nicht offline pflegen konnten. Hat sich an dieser Situation etwas geändert?
von Toby Ruckert 28.11.2009 (11:41Uhr) 8.
Hi Michael,
ja hat es. Wir haben vor Jahren (2004) bereits ein Modell für ein On-Demand-Shop Konzept mit dem Namen PuzzleCommerce entwickelt was aber damals genau aufgrund der von Dir genannten Gründe den Durchbruch nicht geschafft hat. Die neue Version behebt diese Mängel nun wiefolgt:
- Der Shopteil ist Open-Source und kann on demand gehostet oder auf eigenen Server(n) installiert werden. Design ist komplett und Code weitgehend anpassbar.
- Das Backend ist in der Tat On-Demand, die Daten sind aber jederzeit vollständig exportierbar.
- Sowohl der Shopteil kann individuell angepasst werden als auch das Backend für welches ein API selbstprogrammierte Erweiterungen erlaubt.
Es tut sich also was. Die neue Homepage ist noch nicht online - kannst Dich aber per E-Mail eintragen, wir schicken Dir die News dann zu.
Viele Grüße,
Tobi
von Michael 01.12.2009 (21:46Uhr) 9.
und die ganzen kleinen feinen Agenturen wie TWT http://www.twt.de und Wiethe fehlen da leider noch in der Liste...
von Monika 15.12.2009 (17:42Uhr) 10.
Ich finde die Arbeit, die sich der Autor hier gemacht hat, wirklich toll. Es ist doch ein Start, wenn man auf der Suche ist. Jeder muss ja letztendlich doch selbst entscheiden, war er für sich nutzt. Da sind aber solche Hinweise schon sehr nützlich.
Wer schon über die Shopsoftware nachdenkt, ist mir einen Schritt voraus. Ich studiere derzeit alles über die Nischenfindung.Das ist ja wohl das A und O.
Möchte hier einen Tipp weitergeben, falls es jemandem auch so geht wie mir:
auf http://www.hww-media.de/verlosung.html wird derzeit ein Crashkurs verlost, wo es um das Thema Nischenfindung geht. Wer eine Nische hat, braucht offenbar für Werbung nicht so viel Geld auszugeben, weil man dadurch eher eine Top-Platzierung bekommt.
Ich habe mir diese Seite hier aber auch gebookmarkt, damit ich mich nach meiner Nischenfindung um das Shopsystem kümmern kann. Danke für die Tipps.
von Thomas 19.02.2010 (16:14Uhr) 11.
Nur der Korrektheit halber - Shopify ist ein kanadischer Anbieter ;-)
von werner_graz 30.06.2010 (09:56Uhr) 12.
In der Auflistung würde ich Volusion (http://www.volusion.com/) und BigCommerce (http://www.bigcommerce.com/) ergänzen. Beide sind zwar nicht auf den deutschen Markt ausgelegt (vorallem was Kennzeichnung von Steuer, Versandt und rechtliche Situaiton betrifft), sind aber dennoch relevant aufgrund von Größe und eines teilw. interessanten Funktionsumfangs
von Roland Brühwiler 26.08.2010 (10:22Uhr) 13.
Es fehlt noch PhPepperShop. Dieses Shopsystem kann wahlweise beim Shophersteller gehostet oder als Kaufversion auf dem eigenen Server installiert werden.
von Rob 08.09.2010 (00:35Uhr) 14.
Danke an den Autor für den Rundumschlag zu SaaS und On-Demand! Diese lebendige Online-Liste ergänzt auf jedenfall die der aktuellen Print-Ausgabe. Eine gute Ergänzung bietet die Liste von shopanbieter.de: http://www.shopanbieter.de/shop-software/e-commerce/11/shop-software/mietshopasp/
von Magento Stratus – Magento-Shops als Sa… 04.01.2011 (14:00Uhr) 15.
[...] Übersicht möglicher Konkurrenten von Magento Stratus - t3n News [...]
von Cloud-Commerce: Handeln in der Wolke »… 16.11.2011 (12:22Uhr) 16.
[...] 3014Links und Literatur [1] http://t3n.de/news/saas-on-demand-shopsysteme-258949Übersicht von On-Demand-Shopsystemen[2] [...]
von marco 17.12.2011 (23:01Uhr) 17.
ich würde noch hinzufügen