Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

Analyse

7 Dinge, die die Tech-Welt 2017 für immer verändert haben

Bitcoin. (Foto: dpa)

Vor zehn Jahren ist Apples iPhone erschienen und hat die Tech-Welt damit für immer umgekrempelt. Auch wenn 2017 nicht so sehr durch ein einzelnes Event in Erinnerung bleiben wird – in vielerlei Hinsicht wurden Weichen für die kommenden zehn Jahre gestellt.

1. Trump-Wahl und die Fake-News-Welle

Donald Trump gewann im November 2016 die Präsidentschaftswahlen gegen Hillary Clinton. Welche Rolle dabei von Russland finanzierte Propaganda in sozialen Netzwerken spielte, die darauf ausgelegt war, die US-Gesellschaft zu spalten und den Republikaner zu unterstützen, ist 2017 zu einem der großen Themen geworden.

Insbesondere Google und Facebook mussten sich 2017 mit dem Problem der sogenannten Fake-News auseinandersetzen. Nicht immer handelt es sich dabei um versteckte politische Propaganda – teilweise werden die Fake-News auch kommerziell produziert.

Im Februar berichtete Wired beispielsweise über eine kommerzielle Fake-News-Fabrik in Mazedonien, die gezielt falsche Nachrichten produziert, die in sozialen Netzwerken geteilt werden. Wichtig ist dabei nicht, zu berichten, was passiert ist, sondern was die Leute gerne lesen und teilen, weil es ihre Weltsicht bestätigt.

Foto: chrisdorney / Shutterstock

Laut Recherchen von Guardian und Buzzfeed war die mazedonische Stadt Veles mit knapp über 40.000 Einwohnern Standort für mindestens 100 Pro-Trump-Websites während des Wahlkampfs, die überwiegend Fake-News produziert haben. Dank automatisierter Werbung über Google Adsense waren die Seiten ein gutes Geschäft.

Die Google-Suche nach „Final election results“ direkt nach der Wahl im November 2016 zeigte die Fake-News-Seite „70news“ auf dem ersten Platz, die die falsche Behauptung aufstellte, Trump habe die Mehrheit der Stimmen auf sich vereint. Tatsächlich hat Clinton mehr Stimmen erhalten, Trump aber die Wahl gewonnen, weil die Wahlmänner der Bundesstaaten zählen.

Für die Tech-Welt bedeutete das im Jahr 2017, dass sich die großen Plattformen Facebook und Google noch stärker als bisher mit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auseinandersetzen mussten.

Anzeige

2. Bitcoin geht durch die Decke – ICO als neue Finanzierungsform

Anfang des Jahres stieg Bitcoin erstmals seit 2013 wieder über 1.000 Dollar. Mit wenigen Rücksetzern ging es ab dann nur noch steil bergauf: Zu Beginn des Jahres war ein Bitcoin noch weniger als 1.000 Euro wert – zuletzt stabilisierte sich der Kurs bei über 11.000 Dollar.

Noch kein t3n-Abo? Dann aber schnell! Wenn du jetzt bestellst, erhältst du die Ausgabe 49 und unseren t3n-Jutebeutel gratis dazu. Die Aktion läuft noch bis zum 01. Dezember 2017.

Die Gründe sind vielfältig, lassen sich bei dem „digitale Gold“ allerdings vor allem mit Psychologie erklären: Die Anzahl der Bitcoin ist auf maximal 21 Millionen begrenzt und Bitcoin findet als Zahlungsmittel vor allem für illegale Waren im Darknet reale Anwendung. Es ist damit also wie Gold nicht unbegrenzt verfügbar, gleichzeitig über das Internet aber frei handelbar. Kritisiert wird immer wieder der enorme Stromverbrauch der Digitalwährung, denn die Besitzverhältnisse sind über kryptografische Berechnungen in der sogenannten Blockchain, einer verteilten Datenbank, geregelt.

Im Fahrwasser des Bitcoins legten 2017 auch zahlreiche andere Kryptowährungen zu. Vor allem das Ethereum-Netzwerk und seine Währung Ether etabliert sich als klare Nummer zwei unter den Kryptowährungen. Einige bezeichnen Ethereum auch als Blockchain 2.0, weil es mehr kann als Bitcoin: Es bildet sogenannte Smart Contracts – also per Software geschriebene Verträge, die durch die Blockchain erfüllt werden. Immer wieder kommt es bei diesen aber auch zu Programmierfehlern, wodurch teilweise Millionensummen vernichtet oder gestohlen werden.

(Foto: Shutterstock / PixieMe)

Doch die Geschichte der Blockchain ist damit noch lange nicht zu Ende. Zahlreiche Projekte sind 2017 angetreten, um eine Blockchain 3.0 zu bauen. Die meisten davon versprechen eine Programmiersprache, die eine sicherere Umsetzung von Smart Contracts erlaubt als die an Javascript angelehnte Sprache Solidity. Vor allem aber versprechen sie alle mehr Schnelligkeit und Skalierbarkeit – etwas, woran vor allem Bitcoin krankt. Die langen Wartezeiten und extrem hohen Transaktionsgebühren haben Bitcoin inzwischen als Währung impraktikabel gemacht. Versuche, hier durch größere Blöcke Abhilfe zu schaffen, das sogenannte Segwit2, scheitern.

Die Jagd nach der Blockchain 3.0 verhilft 2017 auch einer neuen Finanzierungsform zum Durchbruch: Zahlreiche der Kryptoprojekte sammeln das Geld in Form von Smart Contracts mittels Ether ein – darunter beispielsweise IOTA (Marktkapitalisierung über vier Milliarden Dollar) und NEO (Marktkapitalisierung rund 2,3 Milliarden Dollar). IOTA beispielsweise setzt statt auf die Blockchain-Technologie auf eine Datenbank-Technik namens Tangle, die schlanker und schneller sein soll. Dadurch soll IOTA vor allem für die Maschine-to-Machine-Kommunikation im Internet of Things geeignet sein.

Die Unterstützer der Projekte bekommen im Gegenzug Tokens – digitale Münzen, bei denen in den meisten Fällen recht unklar ist, wozu sie einmal gut sein werden. 2,3 Milliarden Dollar wurden über ICOs und Token Sales eingenommen, berichtete Forbes im September. Inzwischen dürfte die Summe noch deutlich höher liegen. Die US-Börsenaufsicht SEC ist da natürlich alarmiert – die meisten der Token-Startups entstehen außerhalb der USA, weil sie die strenge Regulierung dort fürchten.

Wie auch immer die Kurse der Kryptowährungen sich 2018 entwickeln – und was auch immer sich als die dominante Blockchain-Technologie etabliert: 2017 wurde klar, dass die Idee digitaler Kryptowährungen nicht mehr verschwinden wird.

Finde einen Job, den du liebst

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.

Jetzt anmelden

Hinweis

Du hast gerade auf einen Provisions-Link geklickt und wirst in Sekunden weitergeleitet.

Bei Bestellung auf der Zielseite erhalten wir eine kleine Provision – dir entstehen keine Mehrkosten.


Weiter zum Angebot