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Hackable Hardware: Spannende Gadgets mit Bastel-Potenzial

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Chumby

In eine andere Richtung zielt der Chumby [6]. In der ersten Version noch halb Radiowecker, halb Kuscheltier, ist die aktuelle Version (Chumby One) ein interessantes, aber durchaus auch in seriöseren Haushalten für den Nachttisch geeignetes Gerät, das eigentlich nur ein Linux-Computer mit einem kleinen Touchscreen ist. Der Hersteller vertreibt es als eine Art Hardware-Flash-Player und in der Tat kann man mit Flash sehr einfach neue Anwendungen für den Chumby entwickeln. Mit ein wenig Geschick kann man das Gerät auch für andere Zwecke umbauen.

Roomba

Roomba ist ein hackbarer Staubsauger.
Roomba ist ein hackbarer Staubsauger.
Der Roomba [7] gilt als Vorreiter der Roboterstaubsauger. Auch ohne Hacking macht der Roomba schon sehr viel Freude. Da sich der Hersteller iRobot recht offenherzig gibt, was das Innenleben des Roomba angeht, gibt es inzwischen sogar ein Buch, das sich mit Roomba-Hacking beschäftigt. An dieser Stelle sei dem geneigten Leser empfohlen, sich einmal die Youtube-Ergebnisse zum Begriff „Roomba“ anzusehen – insbesondere den Cat-Content.

Hack the Music

Im Musikbereich finden sich zahlreiche Beispiele für Hackable Hardware. Sehr bekannt und beliebt ist das so genannte Monome [8], das im Wesentlichen lediglich ein Gerät mit 8x8, 16x8 oder 16x16 Gummibuttons ist, die man einzeln beleuchten kann. Das Gerät verfügt über einen USB-Anschluss und es wird entweder komplett oder als Bausatz ausgeliefert.

 

Der Monome erfreut sich unter Musikern großer Beliebtheit. Es existieren mittlerweile auch viele Clones und Weiterentwicklungen.
Der Monome erfreut sich unter Musikern großer Beliebtheit. Es existieren mittlerweile auch viele Clones und Weiterentwicklungen.
Doch was fängt man mit einer derartigen Oberfläche an? Die Antwort liefert die Website des Projekts, wo inzwischen mehrere hundert Anwendungen warten. Neben den nicht sehr günstigen Monome-Originalversionen gibt es dank der Offenlegung der verwendeten Protokolle, Schaltpläne und Software inzwischen zahlreiche Clones, Weiterentwicklungen und Abwandlungen. Ein Beispiel ist das Launchpad von Novation [9] – eine Art Monome-Clon zur Steuerung der Musiksoftware Ableton Live. Es dauerte nicht lange, bis das MIDI-Protokoll des Launchpads per kleiner Adaptersoftware in das OSC-Protokoll des Monome umgewandelt war und man die meisten der Monome-Anwendungen auch mit dem deutlich günstigeren Launchpad steuern konnte.

Ein weiteres interessantes Projekt ist der gerade in der ersten Auslieferung befindliche Meeblip [10], ein minimalistischer, komplett als Open Source konzipierter Synthesizer. Auch interessant, weil eng mit dem Arduino verbandelt, ist der Midicontroller namens Minicommand [11] des Berliners Wesen.

Hackable Modelle

Die AR-Drone bietet Hackern ein SDK, um der Drohne neue Dinge beizubringen.
Die AR-Drone bietet Hackern ein SDK, um der Drohne neue Dinge beizubringen.
Im Modellbau erfreuen sich in letzter Zeit vor allem die so genannten Quadrocopter großer Beliebtheit. Das liegt daran, dass es inzwischen mit Hobbymitteln recht problemlos möglich ist, einen sich selbst stabilisierenden Quadrocopter zu bauen. Das ist zwar kein besonders günstiges Hobby und braucht auch viel Zeit, aber dafür eignen sich Quadrocopter sehr gut, um beispielsweise mit einer leichten Digitalkamera beeindruckende Luftbilder zu schießen. Es existieren einige sehr gut dokumentierte Projekte zu diesem Thema, die auf verschiedenen Hardware-Grundlagen komplette Quadrocopter-Steuersysteme gebaut und die dazugehörige Software unter eine Open-Source-Lizenz gestellt haben.

Ein Sonderfall in diesem Bereich ist die AR-Drone [12], die im Herbst letzten Jahres auf den Markt kam. Es handelt sich dabei um eine komplett fertige Hardware, die auch bereits mit funktionsfähiger Software versehen ist, und die es über eine iPhone-App ermöglicht, die Drohne über eine WLan-Verbindung fernzusteuern. Die Kamera der AR-Drone überträgt dabei Live-Bilder an das iPhone, sodass man die AR-Drone theoretisch aus der Egoperspektive steuern kann. Die AR-Drone würde allerdings nicht in diesen Artikel passen, wenn der Hersteller der AR-Drone (Parrot) nicht ein SDK (Entwicklungskit) bereitgestellt hätte, mit dem man der Drohne neue Dinge beibringen kann. Der Hersteller verspricht sich davon, dass die Community die AR-Drone als Plattform für Spiele nutzt.

Fazit

Wie man sieht, haben viele Hersteller das Potenzial erkannt, das in hackbarer Hardware steckt. Was man als Hersteller dazu braucht, ist ein bisschen Mut (denn man gibt natürlich die Kontrolle aus der Hand) und die Erkenntnis, dass man selber nie so viele Ideen bezüglich des Einsatzes des eigenen Produkts haben wird wie eine große Community, die nach interessanter, veränderbarer Hardware lechzt und sich im Zweifel sowieso über jede vorhandene Schranke hinwegsetzt.

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