t3n 17

E-Commerce: Wie sich Magento an externe Systeme anbinden lässt

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Schnittstellenarten

Die Schnittstellen für Magento lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen. So gibt es beispielsweise Anbindungen an bestehende Content Management Systeme wie Joomla! [2], Drupal [3] oder TYPO3 [4] sowie an die weit verbreitete Blog-Software WordPress [5]. Außerdem lassen sich E-Mail-Dienstleister wie MailChimp [6] oder eZ Newsletter [7], Affiliate-Dienste [8] sowie Produkt- und Preisvergleichsportale wie Ciao [9], Idealo [10], Kelkoo [11] und Yatego [12] mit Magento verbinden. Auch für Web-Controlling wie das von eConda [13] und selbst für Twitter [14] gibt es mittlerweile frei verfügbare Module für Magento. Nicht zuletzt gibt es auch Erweiterungen, mit denen Shopbetreiber Magento an Logistik- beziehungsweise Fulfillment-Dienstleister anbinden können. Auf diese wird im weiteren Verlauf dieses Artikels noch genauer eingegangen.

Mit „Dataflow“ können Magento-Shopbetreiber Produkt- und Kundendaten im- und exportieren.
Mit „Dataflow“ können Magento-Shopbetreiber Produkt- und Kundendaten im- und exportieren.
Ausgeklammert werden an dieser Stelle die unterschiedlichen Payment-Schnittstellen. Auf diese wurde bereits in einer der vergangenen t3n-Ausgaben im Detail eingegangen [15]. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass viele Payment-Provider wie Payone, Ogone, Expercash, Heidelpay, UOS, ipayment oder ClickandBuy kostenlose Magento-Module bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt angeboten haben, um ihre jeweiligen Dienstleistungen zu unterstützen [16].

Eines haben die oben genannten Module gemeinsam: Sie beziehen sich fast ausschließlich auf Dienste, die ebenso wie Magento webbasiert sind. Da jedoch viele Unternehmen Warenwirtschaftssysteme verwenden, die auf lokalen Rechnern oder Netzwerken installiert sind, ist die Verfügbarkeit solcher Anbindungsmöglichkeiten besonders interessant.

Warenwirtschaftssysteme

Um es gleich vorwegzunehmen: Der Markt an Schnittstellen für Warenwirtschaftssysteme, die für den deutschsprachigen Raum relevant sind, ist noch recht überschaubar. Zwar bieten mittlerweile immer mehr Agenturen an, Magento individuell an die gewünschten Systeme anzupassen. Standardprodukte sind aber noch die Ausnahme. Die Ursachen dafür sind zahlreich: Da Magento eine noch recht junge und damit noch nicht so weit verbreitete Software ist, sehen potenzielle Anbieter dieser Schnittstellen das wirtschaftliche Potenzial möglicherweise noch nicht und investieren daher teure Entwicklungszeit zumindest vorerst in alternative Projekte. Gängige Standards wie beispielsweise BMECat als standardisiertes XML-Austauschformat für Katalogdaten wurden daher in Bezug auf Schnittstellen bisher noch gar nicht berücksichtigt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Prozesse, die innerhalb eines Unternehmens ablaufen, angefangen von der Bestellungs- und Kundenverwaltung bis zum Management der Retourenverwaltung, sehr spezifisch sind und individuell abgebildet werden müssen. Dazu kommen Fragen nach der Richtung, in die die jeweiligen Daten fließen sollen (bidirektional vs. unidirektional) und nach dem Timing des Datenaustauschs (Echtzeit vs. Zeitsteuerung/Cronjob). Die Anforderungen an eine Schnittstelle sind daher so unterschiedlich wie die Unternehmen selbst, sodass Standardlösungen vor diesem Hintergrund wenig sinnvoll sind.

In einer Kurzerhebung des Shopbetreiber-Blogs aus dem Frühjahr 2008 ging hervor, dass Onlinehändler vor allem Produkte der Firmen Lexware (z. B. Buchhalter und QuickOffice) und Sage (z. B. Office Line/Classic Line) nutzen [17]. All diesen Programmen ist gemein, dass es bisher keine Schnittstellen für Magento gibt, die zu einem Festpreis angeboten und samt einer leicht verständlichen Installationsanleitung sowie einem kompetenten Support angeboten werden. Zwar finden sich bei intensiver Recherche vereinzelt Anbieter, die für sich beanspruchen, passende Schnittstellenprodukte anzubieten, diese machen aber entweder keine genauen Preisangaben oder präsentieren sich in einer nicht gerade vertrauenserweckenden Weise.

Für die nachfolgend beschriebenen Warenwirtschaftssysteme liegen bereits Schnittstellen vor, die out-of-the-box benutzbar sind. Die Auflistung erhebt dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit und orientiert sich hauptsächlich an Informationen, die im Internet zur Verfügung stehen.

Ein vollwertiges ERP-System, für das schon früh eine Magento-Schnittstelle [18] vorlag, ist OpenERP (früher TinyERP). Diese Software wird vom belgischen Unternehmen Tiny sprl entwickelt und als freie Software unter der GPL veröffentlicht. Über verschiedene Module wie Produkt-, Einkaufs- und Verkaufsmanagement sowie Finanzbuchhaltung lässt sich die Software auf individuelle Bedürfnisse anpassen und erweitern.

Das kommerzielle Produkt Amicron-Faktura [19] wartet mit zahlreichen Möglichkeiten zur Lieferanten-, Kunden- und Bestellverwaltung auf. Hierzu wird auf Magento Connect eine Schnittstelle angeboten, die laut Herstellerangabe einen bidirektionalen Datenaustausch zwischen Magento und Amicron ermöglicht [20].

Das englische Unternehmen Holbi, das sich im deutschsprachigen Raum vor allem auf Dienstleistungen rund um osCommerce konzentriert, bietet für die Warenwirtschaft Sage50 einen Magento-Connector für rund 550 Euro an [21].

Für die in der xt:Commerce/osCommerce-Welt bestens bekannte Warenwirtschaft JTL-Wawi [22] ist zurzeit noch kein Magento-Konnektor vorhanden. Im Forum des Magento-Hosters rack::SPEED findet sich jedoch der Ansatz einer Lösung, mit der immerhin die Bestellungen aus Magento exportiert und in die JTL-Wawi importiert werden können [23].

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3 Reaktionen
Robin Meyer

Mich wundert es, daß die Schnittstelle dmConnector hier nicht erwähnt wird, mit dem sich über 10 verschiedene Warenwirtschaftssysteme mit Magento verbinden lassen...

Jan Christe

Hallo Stef,

freut mich dass Dir die Artikel gefallen. Zu Deiner Frage: Wenn sich etwas explizit nur auf die Closed-Source bzw. kommerzielle Version bezieht, schreiben wir es auch dazu. Ansonsten liegt unser Fokus klar auf Open Source.

Stef

Danke für die nützlichen Artikel zu Magento, die immer wieder im Magazin und im Web erscheinen. Leider vermisse ich dabei immer Hinweise, ob es sich bei den beschriebenen Features um die Community oder kommerzielle Version handelt. Kann ich bei T3N davon ausgehen, dass immer das Open Source Produkt gemeint ist?

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