Entwicklung & Design

Fileserver in der Cloud: Darauf sollte man bei der Anbieterwahl achten

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Google Drive

Google Drive [3] ersetzte vor einiger Zeit Google Docs, verfügt aber über sämtliche Funktionen von Docs und fungiert gleichzeitig als eigenständiger Cloud Storage Service. Der Vorteil besteht somit darin, dass sich Dateien auf Google Drive hochladen lassen und dort auch bearbeitet werden können. Mit einer Client-Software lassen sich Dateien zwischen Windows- und Mac-Systemen synchronisieren und man kann per iOS- und Android-App mobil auf die Daten zugreifen. Google Drive bietet 5 GByte kostenlosen Speicher und kann etwa für 2,49 US-Dollar monatlich um 25 GByte erweitert werden. Die Kosten für 100 GByte betragen 4,99 US-Dollar pro Monat. Maximal vermietet Google 16 TByte für 799,99 US-Dollar pro Monat.

Drive steht ebenfalls für Unternehmenskunden der „Google Apps for Business“-Lösung zur Verfügung. Damit lässt sich auch im Team unter einer privaten Domain gemeinsam an Daten arbeiten. Google Drive for Google Apps unterscheidet sich hauptsächlich in den Kosten. Auch hier sind zunächst 5 GByte kostenloser Speicherplatz enthalten. Die kleinste Erweiterung (20 GByte) kostet 4 US-Dollar pro Monat, die größte (16 TByte) 1430 US-Dollar.

Amazon S3

Der Amazon Simple Storage Service (Amazon S3) [4] stellt über einen Webservice eine Schnittstelle (API) bereit, über die sich von überall aus eine unbegrenzte Menge an Daten in der Amazon Cloud speichern und abrufen lässt. Der Service ist nicht so bequem zu bedienen wie andere Cloud Storage Services, da er sich auf die professionelle Nutzung über REST- und SOAP-Schnittstellen konzentriert. Amazon selbst bietet keinen eigenen lokalen Client für die Synchronisation der Daten.

Über die API lassen sich Daten in der Amazon Cloud als Objekte speichern, lesen und löschen. Dabei kann jedes Objekt eine maximale Größe von 5 GByte haben. Objekte werden in so genannten Buckets abgelegt, die vergleichbar mit Ordnern sind. Über Authentifizierungs-Mechanismen wird sichergestellt, dass die Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Die Objekte können als privat oder öffentlich gekennzeichnet werden. Jeder Benutzer kann unterschiedliche Zugriffsrechte auf Objekte erhalten. Kostenpflichtige Clients für den Zugriff auf Amazon S3 werden von Drittanbietern wie beispielsweise CloudBerry oder JungleDisk angeboten.

Die Preise für Amazon S3 unterscheiden sich je nachdem, in welcher Amazon-Region die Daten gespeichert werden. So kostet 1 GByte Speicherplatz für das erste verbrauchte TByte 0,125 US-Dollar pro Monat in der EU-Region. Hinzu kommen Gebühren für den ausgehenden Datenstransfer, die in der EU-Region für das erste monatliche GByte inkludiert sind. Bis 10 TByte monatlich kostet der Traffic dann 0,12 US-Dollar pro GByte.

Amazon Glacier

Amazon Glacier [5] ist ein Cloud Service für die Datenarchivierung und das Langzeit-Backup von Daten. Dateien, die per Glacier gesichert werden, sollen laut Amazon eine Langlebigkeit aufweisen, die bei einer Speichermenge von 100 Milliarden Objekten dem Verlust eines einzelnen Objekts jährlich entspricht.

Der Speicher ist sehr günstig. Kleine Datenmengen können ab einem US-Cent (!) pro GByte monatlich gesichert werden. Um den Speicher so günstig anzubieten, ist der Service, im Vergleich zu Amazon S3, für solche Daten gedacht, auf die selten zugegriffen wird und bei denen die Zugriffszeit mehrere Stunden betragen darf. Daten in Amazon Glacier werden als ein Archiv gespeichert. Dabei kann ein Archiv aus einer einzigen oder mehreren zusammengefassten Dateien bestehen, die in einem sogenannten Tresor organisiert werden. Der Zugriff auf einen Tresor wird über den „AWS Identity and Access Management“-Service (IAM) gesteuert. Um ein Archiv von Glacier zu laden, ist ein Auftrag erforderlich. Die Bearbeitung eines Auftrags benötigt Amazon zufolge „in der Regel“ 3,5 bis 4,5 Stunden.

Microsoft SkyDrive

Microsoft SkyDrive [6] bietet 7 GByte kostenlosen Speicherplatz, der sehr kostengünstig erweitert werden kann. So kosten 100 GByte Speicher nur 37 Euro pro Jahr. Der primäre Zugriff erfolgt über die Web-Oberfläche, die für den mobilen Zugriff von Smartphones und Tablets optimiert ist. Weiterhin stehen mobile Apps für Windows Phone, iOS und Android sowie lokale Clients für Windows und Mac zur Verfügung. Damit lässt sich SkyDrive ebenfalls als Laufwerk direkt in das Betriebssystem einbinden, um die Daten automatisch zu synchronisieren. Der Dateiaustausch mit Freunden erfolgt über Links oder Freigaben. Dokumente können ebenfalls in Webseiten und Blogs eingebunden werden. Seit Microsoft Office 2010 und den Office Web Apps lassen sich Dateien auch direkt auf SkyDrive ablegen. Dadurch sind nun auch mehrere Benutzer in der Lage, parallel an denselben Dokumenten zu arbeiten.

CenterDevice

Der deutsche Anbieter CenterDevice setzt auf eine ordnerlose Struktur und kann gängige Dateiformate im Web darstellen.
Der deutsche Anbieter CenterDevice setzt auf eine ordnerlose Struktur und kann gängige Dateiformate im Web darstellen

Das in Bonn ansäßige CenterDevice [7] bietet ein Online-Dokumentenverwaltungssystem für Unternehmen. Die
Dateien lädt man über den Browser in die Ordner-lose Struktur hoch und
verschlagwortet sie auch dort direkt. Die Web-Oberfläche erlaubt
außerdem eine OCR-Volltext-Suche auch über Inhalte sowie eine
Online-Ansicht bekannter Dateiformate. Preislich liegt CenterDevice mit
monatlich 12 Euro (10 Euro bei 12-Monats-Bindung) für 5 Benutzer und 25
GByte Speicher eher im oberen Bereich. Der Zugriff ist mittels Apps auch
über Android, iOS und Windows Phone möglich.

TeamDrive

Der deutsche Cloud Storage Service TeamDrive [8] aus Hamburg ist für den Einsatz in Unternehmen gedacht, in denen mehrere Personen an denselben Dokumenten arbeiten. TeamDrive bietet eine kostenlose Variante mit 2 GByte Speicherplatz. Privatanwender können TeamDrive Personal für 29,90 Euro pro Jahr nutzen. Hier sind ebenfalls 2 GByte Speicher enthalten, der für 29,90 Euro monatlich bzw. 299 Euro pro Jahr um 50 GByte erweitert werden kann.

Unternehmenskunden zahlen für TeamDrive Professional pro Benutzer 5,99 Euro monatlich oder 59,99 Euro pro Jahr. Auch darin sind 2 GByte enthalten, die sich zu den gleichen Konditionen wie für Privat-Kunden erweitern lassen. Zusätzlich erweitert sich dabei der Funktionsumfang: TeamDrive bietet lokale Clients für Windows, Mac und Linux inklusive Daten-Synchronisierung; daneben stehen iOS- und Android-Apps zur Verfügung. Weitere Funktionen sind eine automatische Versionsverwaltung, eine Rechteverwaltung für beliebig viele Teams, AES-256-Verschlüsselung sowie eine LDAP-Synchronisierung, geschlossene Benutzergruppen und API-Unterstützungen. Darüber hinaus trägt TeamDrive das Datenschutz-Gütesiegel Schleswig-Holsteins.

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Ein Kommentar
Lukas Koch

Danke für diese klasse Zusammenfassung. Ich bin auch noch auf der Suche nach dem richtigen Cloud Dienst. Da kommt mir der Artikel sehr gelegen.

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