Marketing

Webanalyse: Die wichigsten Anbieter im Überblick

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E-Commerce & Tag-Management

Viele Web-Analyse-Anbieter haben eigene Shop-Module. Bei der Auswahl spielen die Möglichkeiten zur detaillierten Erfassung von Produktmerkmalen eine Rolle (Kategorien, Material, Farben oder Größen). Auch Bestellmerkmale (Volumen, Bestellnummer, Artikel-Anzahl, Lieferart, Rabatte) und Kundeninformationen sollten erfasst werden. So kann man gute Kennzahlen über Effektivität von Marketingkanälen (Cost per Order oder Costumer Acquisition Cost) oder auch zur Performance von Sortimenten (View-to-Cart-Rate, Cart Abandonment Rate) erstellen. Nur wenige Systeme berechnen jedoch die Customer Lifetime Values wirklich gut. Auch Stornoraten und Deckungsbeiträge kann man oft nicht ohne Weiteres einbeziehen.

Online erfasste Verhaltensdaten müssen mit internen Kunden-, Produkt- oder Logistik-Daten verknüpft werden, um das volle Potenzial der Web-Analyse ausschöpfen zu können. Man spricht dabei von Big Data. Viele Systeme bieten hierfür einen Daten-Export in Rohform, also die Detail-Daten auf Besuchs- und Klick-Ebene ohne jede Vorberechnung. Einfachere Systeme liefern oft nur vorberechnete Daten, die den Blick in einzelne Besuche, Bestellungen oder Customer Journeys verhindern. Aber die Herausforderung von Big Data liegt auch nicht bei den Systemen, sondern bei der Kunst, Geduld und Entschlossenheit, diese zusammenzuführen. Doch Unternehmen, die tatsächlich datengetrieben arbeiten, sind ihrer Konkurrenz deutlich überlegen, wie man am Beispiel von Zalando und Amazon sehen kann.

Odoscope ist ein Vorreiter bei der Visualisierung, hier etwa mit Hilfe einer Timeline.
Odoscope ist ein Vorreiter bei der Visualisierung, hier etwa mit Hilfe einer Timeline.

Die Implementierung und Pflege von Tracking-Codes bindet inzwischen erhebliche IT-Ressourcen. Manche Websites enthalten heute mehr als dreißig Tracking-Codes. Dazu kommen noch die Conversion-Codes von Google, Affiliate-Networks oder Retargeting-Systemen. Die Sache wird unübersichtlich, pflegeintensiv und fehleranfällig. Tag-Management-Systeme (TMS) wie Ensighten, Tag Commander, SuperTag oder Tealium sollen den Umgang mit Tracking-Codes vereinfachen. Sie konfigurieren mit einem Tag-Container beliebig viele Tags. Im einfachsten Fall muss man also nur den TMS-Tag einfügen und kann dann alle weiteren Systeme per Web-Oberfläche steuern. Seit Oktober bietet auch Google einen Tag-Container an, der sich jedoch fast auf die Steuerung anderer Google-Produkte (GA, Adwords, Floodlight) beschränkt.

Web-Analyse-Systeme

Der Markt für Web-Analyse-Systeme ist groß. Die folgende Liste kann daher nicht vollständig sein und will es auch gar nicht. Vielmehr gibt sie einen guten Überblick über die wichtigsten Lösungen und Optionen. Wir haben die Anbieter in kostenpflichtige und kostenfreie (weiter unten) unterteilt und alphabetisch sortiert.

Adobe

Wo die meisten Anbieter von Big Data sprechen, redet Adobe von Big Picture. Und dieses Big-Picture-Modell soll – mit Hilfe der Digital Marketing Suite – neue Weg für den Umgang mit Daten aufzeigen. Mit CQ5 (CMS), SiteCatalyst (Web-Analyse), Discover (Segmentierung), Test&Target (Testing), Social Analytics, Szence7 (Aussteuerung unterschiedlicher Bildformate) sowie noch einigen anderen Tools liefert Adobe eine Gesamtlösung, die im Enterprise-Markt Maßstäbe setzt.

AT-Internet

In Frankreich ist AT-Internet die ungeschlagene Nummer eins und auch
in Deutschland hat das Unternehmen in den letzten Jahren große Kunden
gewonnen. Es handelt sich um ein rundum professionelles System mit Echtzeit-Segmentierung,
starker Ausprägung in der Analyse der Traffic-Quellen und einer Data
Query, mit der sich Daten etwa in einem xls-Dokument aktualisieren
lassen. Das Tag-Management-System „Soft Tagging“ ist ein besonderes
Feature. Nachdem der AT-Internet-Tag in die Site integriert ist, kann
man die anderen Tags im Manager anpassen. Dieser setzt nicht etwa ein
Pixel auf die Seite, sondern Variablen in seine Spezifizierung ein, die
die Website bereits enthält. Das kann eine URL, ein „Json“ oder Ähnliches
sein.

comScore

comScore hat letztes Jahr den niederländischen Anbieter Nedstat gekauft und geht den Weg der Web-Analyse und Reichweitenmessung. Das gut
ausgestattete Tool wurde zügig überarbeitet und ausgebaut, die
comScore-Services (vor allem das Audiende-Modul), mit denen man
demoskopische Daten in die Web-Analyse einfließen lassen kann, wurden
integriert. Das Reporting ist jetzt in der Web-Analyse platziert und
lässt sich mit externen Grafiken, Tabellen und anderem ausstatten.
Daneben wurde die Click Map ausgebaut. Das Modul „Monetization“ zeigt
Mediaplanern und Werbetreibenden, wie man Site-Bereiche besser
vermarkten kann.

Das Reporting von comScore ist jetzt in der Web-Analyse platziert
Das Reporting von comScore ist jetzt in der Web-Analyse platziert

Econda

Die Spezialisierung auf den E-Commerce treibt das Karlsruher
Unternehmen zu immer neuen Features seines Tools ShopMonitor an. Dazu gehört
etwa eine Cross-Selling-Lösung, mit der Online-Shop-Besucher Kaufempfehlungen bekommen, oder das standardmäßig integrierte RFM-Modell, das ein Scoring mit den
Bewertungskriterien Recency (R –
Aktualität des Kaufs), Frequency (F – Häufigkeit eines Kaufs) sowie
Monetary Value (M – Kaufumsatz) umfasst.

Der Anbieter Econda liefert besondere Analysen für Shop-Betreiber.
Der Anbieter Econda liefert besondere Analysen für Shop-Betreiber.

Etracker

Mit seinen Suites besitzt das Hamburger Unternehmen etracker das meistgenutzte kostenpflichtige Tool in Deutschland. Durch die Preisstrategie gewinnt etracker jene Nutzer, die vom kostenfreien Google Analytics zu einer günstigen SaaS-Lösung wechseln wollen, die Datenschutzkonformität verspricht – ein Einsteigertool mit einigen Marketing-Features.

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8 Kommentare
Stefan W.
Stefan W.

Die Autoren sind offenbar nicht ganz auf dem aktuellen Stand oder alles andere als anbieterneutral. Als Webtrekk Consultants versuchen sie hier anscheinden andere Tools, die Webtrekk die Kunden wegnehmen, schlechter darstehn zu lassen. Echte Spezifika der Tools werden bewußt verschwiegen.

Beispiel econda: Der Ad Performance Monitor ist gerade für Agenturen ein super Werkzeug für mandantenfähige Kampagnensteuerung. Übersichtlich und ein echtes Highlight. Wird leider nicht mal erwähnt.

Beispiel etracker: Das die Suites Werkzeuge wie Mousetracking = Blickverlaufsanalyse, Zufriedenheitsbefragungen und eine high-end Kampagneanalyse enthalten, die keiner der Konkurrenten bietet, wird verschwiegen. Grotesk es als Einsteigertool zu bezeichnen, da es von allen Tools gerade große Datenmengen am schnellsten verarbeitet und insbesondere große Kunden, wie Air Berlin oder OTTO auf das System setzen.

Beispiel: Odoscope. Greade durch die hohe Interation in das CMS bietet Odoscope einzigartige Features und eine genial einfache Bedienung, die bei generischen Systemen fehlen.

Beispiel: Mindlab. Insbesondere für große Anwender bietet nur mindlab eine vollständige individuelle Anpassung an das (komplexe) eigene Geschäftsmodell. Damit sind individuelle Auswertungen und Kombinationen mit unternehmensinternen Datenquellen möglich, die kaum ein anderes Standardtool bietet. Das Ganze hat natürlich fast den Preis einer Individualentwicklung – die passt dann aber wie die Faust aufs Auge.

Sogar das Dickschiff Adobe wird nur kurz erwähnt obwohl es wie kein anderes Tool Kreation, Publikation, Analyse und Testing verbindet. Das absolute Top-Tool wirkt gerade neben der Webtrekk Bescheibung eher klein und bescheiden.

Schade das t3n solche gefärbten PR Artikel publiziert und keine seriösen Überblick anbietet. Ich bin schwer enttäuscht.

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Mark W.
Mark W.

Mir hilft der Artikel bzw. die Übersicht ganz gut beim evaluieren. Da ich mich nicht sonderlich gut auskenne würde ich mich über aktuele tiefgehendere Vergleichsartikel die 5-10 Webanalyse Tools vorstellen sehr freuen.
@stefan: welche meinst du da bzw. wo gibt es solche (möglichst deutsch)?

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e2marketing.de
e2marketing.de

Hallo zusammen,

ich habe 2 Jahre mit etracker gearbeitet…das Kampagnenmanagement war zwar sehr gut, jedoch haben sehr wichtige Features gefehlt. Ist aber auch schon 3 Jahre her…so waren keine eigenen Metriken möglich. Auch die Ersellung von angepassten Reports oder Import externen Daten nicht.

Bin jetzt seit 3 Wochen mit Adobe unterwegs und bis jetzt wirklich begeistert!

Hier findet ihr übrigens einen Artikel von mir: 10 Web Analytics Tipps vom Web Analyse Experten

http://www.e2marketing.de/web-analytics/10-web-analyse-tipps-vom-experten

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Marcus_IdealObserver
Marcus_IdealObserver

@stefan w.
die Unterstellungen von Stefan W. sind falsch. Wir arbeiten beide nicht für Webtrekk, sondern entsprechend den Angaben zu den Autoren im Text für verschiedene Unternehmen. Aber ja – und das ist ja wohl selbstverständlich – haben wir Erfahrungen in der direkten Arbeit mit Systemen wie u.a. Adobe, Coremetrics, Google Analytics, Etracker, Webtrends, econda und auch Webtrekk.

IdealObserver war und ist einzige Quelle, die umfassend Systeme vergleicht, ohne dass die Betreiber der Unternehmen über Werbeschaltungen oä. Einfluss auf die Beschreibung und Wertung nehmen können.

Wir haben uns sehr genau überlegt, was wir über die Anbieter schreiben. Im Vorfeld haben wir mit Anbietern und Nutzern der Web Analytics Tools gesprochen, um möglichst die Punkte in den Artikel einfließen zu lassen, die für die Leser der t3n relevant sein könnten.

Sicher gibt es noch viele andere Features, die für den einen oder anderen relevant sein könnten. Doch das Wesentliche ist hier erwähnt und zwar nicht aus den Marketingmaterial der einzelnen Anbieter zitiert, sondern auf Basis unserer Erhebungen und Prüfungen der einzelnen Tools.

Die von Stefan W. gemachten Aussagen zu den Systemen sind in einigen Punkten richtig, haben aber aus Platzgründen nicht den Weg in den Artikel finden können, sind in anderen Punkten aber grob falsch. Dass etwa etracker ‚von allen Tools gerade große Datenmengen am schnellsten verarbeitet‘ wird wohl nicht mal etracker selbst behaupten und dass ’nur mindlab eine vollständige individuelle Anpassung an das (komplexe) eigene Geschäftsmodell [bietet]‘ muss ein Gerücht sein, jedenfalls kennen wir sehr viele Unternehmen, die für die genannte Anpassung ganz gut ohne Mindlab auskommen. Und auf welcher Website von Otto ist eigentlich etracker Im Einsatz? Jedenfalls nicht auf otto.de, wie jeder leicht im Quelltext dort sehen kann.

Marcus Nowak-Trytko & Frank Reese

Antworten
Rene Meissner

@stefan w: Deine möglicherweise berechtigte Kritik wird leider durch Deine Anonymität untergraben. Offensichtlich kennst Du den Markt und insbesondere etracker gut. D.h. damit bist Du möglicherweise selbst Berater und damit ein direkter Konkurrent der beiden Autoren oder Du bist mit einem der Anbieter verbundelt (mit welchem wohl?). Transparenz über Deinen Background wäre hilfreich gewesen, denn Kritik ist in diesem Markt durchaus angebracht und damit auch an einem Artikel der eine Marktübersicht geben will.

Die Spannweite der verfügbaren Tools ist nach meiner Meinung zu groß als dass sie sich vergleichen ließen. Mit dem einen kann man bereits nach 10 Minuten erste Ergebnisse sehen und mit dem zweiten erst nach 3 Monaten Entwicklungsarbeit. Die Unterschiede sind beim Preis sogar noch größer. Es wäre als würde man bei einem Autovergleich noch Fahrräder und Flugzeuge mit einbeziehen.

(Die Kritik an dem Artikel soll übrigens nicht die Glauwürdigkeit der Autoren in Frage stellen. Ich kenne einen von ihnen und halte die Arbeit des IdealObserver für wertvoll. So kommt ein wenig Transparenz in einen von Verkäufern bestimmten Markt. Wer die Vergleiche länger verfolgt merkt, dass der Wettbewerb dadurch erheblich belebt wurde.)

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Karsten.Peters
Karsten.Peters

Hallo Zusammen!

Ich würde OWA gern mal verwenden. Gibt es Infos darüber, ob und wenn ja wie das Tool datenschutzkonform (so wie mittlerweile „Piwik“) eingesetzt werden kann?

Danke im Voraus!

Antworten
mwld
mwld

Auf die Möglichkeiten von Mouse-Tracking als Ergänzung wird in dem Artikel leider nicht Eingegangen. Mehr zum Thema: http://blog.yunit.org/2015/01/was-ist-mouse-tracking

Antworten
Marcus_IdealObserver
Marcus_IdealObserver

Hallo Martin Möhnwald,

der Artikel handelt von Web Analytics Tools und nicht von Usability Tools.

Auf Deiner Website steht „YUNIT, die deutsche datenschutzkonforme Alternative zu ClickTale, CrazyEgg, M-Pathy und Etracker“.
Heißt das M-Pathy und Etracker nicht datenschutzkonform sind ?

Grüße.
Marcus

P.S. generiert man Backlinks auf den eigenen Blog so am Besten?

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