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Affiliate-Experte Karsten Windfelder im Interview: Partnerprogramme effektiv einsetzen

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t3n Magazin: Aus der anderen Sicht: Warum ist ein Affiliate-Programm für den Anbieter überhaupt interessant?

Karsten Windfelder: Die Vorteile, ein Partnerprogramm zu starten, liegen auf der Hand: Das Modell beruht auf einer erfolgsbasierten Vergütung. Nur bei erfolgter Kundenaktion zahlt der Merchant an den Affiliate eine Provision (beispielsweise neuer Kunde oder direkter Verkauf). Außerdem wird die entsprechende Zielgruppe durch Werbeplatzierung auf thematisch passenden Websites direkt erreicht. Auch der Markenaufbau profitiert durch den x-fachen Einsatz des Partnerprogramms im Netz – und das ohne Kosten, wenn die Werbemittel vom User zwar unterbewusst wahrgenommen, aber nicht geklickt werden. Sündhaft hohe Kosten für Zeitungsanzeigen oder Werbespots nach dem Gießkannenprinzip fallen erst gar nicht an.

t3n Magazin: Worauf sollten Anbieter achten, wenn sie aus ihrem Affiliate-Programm das Meiste herausholen wollen?

Karsten Windfelder: Wie eine Branchenumfrage ergeben hat, gibt es ein paar wesentliche Punkte, die den Erfolg eines Partnerprogramms ausmachen. Affiliates setzen auf die Bewerbung von Shops in zeitgemäßer Optik, mit einfachen Bestellprozessen sowie guten Beschreibungen und Bildern zu den Produkten. Seiten mit auffälliger Bestell-Hotline sind weniger beliebt, da User-Bestellungen darüber meist nicht erfasst (getrackt) werden und somit dem Affiliate die Provision flöten geht. Aber auch die Soft-Facts spielen eine große Rolle: Eine aktive Kommunikation zwischen Merchant und Affiliate sowie eine persönliche Betreuung ist förderlich, um das Programm erfolgreich zu vermarkten. Offenheit gegenüber Ideen und Anregungen von Affiliates bereichert beide Seiten. Und: Ein Merchant sollte sich fair und ehrlich gegenüber seinen Partnern verhalten. Stellschrauben sind damit zum einen der Service gegenüber den Affiliates, zum anderen die Usability der Website und das Werkzeug, das der Merchant zur Verfügung stellt. Also zum Beispiel die ausführliche Erklärung der Produkte, die Bekanntgabe neuer Angebote, dazu moderne Werbemittel und regelmäßig aktualisierte Produktdatenlisten per CSV oder XML.

t3n Magazin: Und auch hier: Was kann man sich in der Regel als Anbieter sparen? Wo lauern Zeitfresser, die zu wenig einbringen?

Karsten Windfelder: Startet der Merchant ein Partnerprogramm, sollte er im Vorfeld eine Strategie festlegen, wie er sein Partnerprogramm auf dem Markt platziert. Je nach Unternehmensgröße und Erfahrung in Sachen Affiliate-Marketing kann das auch variieren. Grundsätzlich empfehle ich, ein Partnerprogramm bei maximal drei Netzwerken zu starten. Jedes weitere bringt vielleicht fünf Prozent mehr Affiliates, aber ein Vielfaches an Mehraufwand für Dinge wie Statistikauswertung, Lead- und Sale-Freigabe, Werbemittelanpassung und Abstimmung. Eine weitere Frage ist die Betreuung der Affiliates. Möchte ich diese inhouse platzieren oder einem Netzwerk oder einer Agentur übergeben? Mitarbeiterkapazität und Know-how beim Merchant sind hier entscheidend. Die Nutzung des Erfahrungsschatzes von Agentur oder Netzwerk kann Gold wert sein.

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