Entwicklung & Design

Cloud Hosting: Die richtige Vorbereitung für den perfekten Umstieg

Seite 2 / 3

Ebenfalls zentral abzulegen sind sämtliche Dateien, die während des Betriebs der Website erstellt werden und anschließend dauerhaft zur Verfügung stehen sollen. Ein klassisches Beispiel sind Datei-Uploads durch Nutzer. Mit üblichen Upload-Methoden würde eine derartige Datei nur auf genau dem Server zur Verfügung stehen, der den Upload entgegengenommen hat. Als Auslagerungsort kann bei Verwendung der NoSQL-Datenbank MongoDB die Datei per GridFS [5] direkt in der Datenbank abgelegt werden.

Ansonsten bietet sich das Ablegen auf dafür spezialisierten Cloud-Diensten an. Amazon AWS bietet mit seinem Simple Storage Service S3 [6] eine weitverbreitete und äußerst kostengünstige (in vielen Fällen sogar kostenfreie) Lösung, die sich dank bestehender Klassen [7] einfach mit PHP implementieren lässt.

Die hochgeladene Datei ist anschließend wahlweise über eine öffentliche URL zugänglich oder kann im geschützen Modus wiederum über die Schnittstelle gelesen werden. Verschiedene FTP-Clients oder spezialisierte Apps wie 3Hub [8] erlauben den Zugriff auf S3 auch über eine grafische Oberfläche, was die Verwaltung der dort enthaltenen Daten erleichtert.

Datei-Upload auf Amazon S3

$s3 = new S3('amazon_aws_key', 'amazon_aws_secret');
$s3->putObjectFile($fileToUpload, $bucketNameOnS3, $filenameOnS3);

Spezialanbieter vor: DNS

Anbieter von Cloud Hosting sind Spezialisten. Ihre Kompetenz besteht darin, eine stabile Umgebung zu bieten, die den Betrieb und die Skalierung von Webapplikationen auf dem gewünschten Framework zuverlässig erledigt. Die Folge ist, dass einige Dienstleistungen, die man sonst von Hosting-Anbietern gewohnt ist, nicht immer zur Verfügung stehen. Das ist in erster Linie ein aktuelles Problem, da viele Anbieter aufgrund der Neuheit dieses Geschäfts noch in den Kinderschuhen stecken. Es ist daher nötig und oftmals ohnehin sinnvoll, gewisse Anwendungen auf weitere Dienste auszulagern, die sich wiederum auf den entsprechenden Service spezialisiert haben.

Ein Beispiel ist der Domain Name Server (DNS), der den Weg von der URL zum Server zeigt. Heute ist man gewohnt, dass der Hosting-Anbieter diesen Service bietet (sofern es nicht bereits der Domain-Registrator tut). Nicht so beim Cloud Hosting. Alternativen wie ZoneEdit [9] oder abermals Amazon springen hier in die Bresche. Bei Amazon kann der Besucher einer Website über deren DNS-Dienst Route 53 [10] an den richtigen Server geleitet werden. Als grafische Oberfläche bietet sich ergänzend interstate53.com [11] zur webbasierten und unkomplizierten Datenverwaltung an.

interstate53.com macht die Bearbeitung von auf Amazon Route 53 verwalteten DNS-Zonen sehr einfach.

Spezialanbieter vor: Cronjobs

Viele Webanwendungen kommen nicht darum herum, terminierte Aufgaben unabhängig von Benutzeraktionen auszuführen. In der Regel werden dazu Cronjobs eingesetzt – ein weiterer Service, der bei heutigem Cloud Hosting Einschränkungen unterliegt. So kann etwa bei cloudControl ein Cronjob maximal stündlich ausgeführt werden, bei deren amerikanischen Kollegen PHP Fog wird komplett auf eine Auslagerung solcher Dienste hingewiesen.

Abhilfe schaffen Drittanbieter wie EasyCron [12] oder MyWebCron [13], über die durch einfach gehaltene Web-Interfaces der Aufruf gewünschter URLs terminiert wird. Die Einschränkungen gegenüber echten Cronjobs sind allerdings beträchtlich: So müssen bei Verwendung dieser Dienste die auszuführenden Skripts öffentlich aufrufbar sein und die Ausführungszeit ist begrenzt durch potentielle Server- und Verbindungs-Timeouts. Letzteres kann unter Umständen durch den Einsatz von so genannten Workers abgefangen werden, die Arbeitsprozesse abarbeiten, ohne die eigentlichen Hauptprozesse zu belasten. Hierbei muss im Vorfeld beachtet werden, ob der gewünschte Cloud-Hosting-Dienstleister diese Funktionalität im Angebot führt.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

2 Kommentare
sprain

PHPFog hat gerade verkündet, dass neue Apps auch kostenlos gehostet werden können:
http://blog.phpfog.com/2011/12/06/php-fog-is-free-forever-and-now-even-more-free/

Perfekt, zum es mal Ausprobieren, oder?

Antworten
Frank Lämmer
Frank Lämmer

Toller Einsteigerartikel ins Thema, ich hoffe der kommt gut an. Als Fachidiot hätte ich natürlich ein paar Details zu bemängeln:

Es ist nicht unterschieden worden, zwischen PaaS & IaaS.

Hier noch mehr PaaS Anbieter, alle Sprachen:
https://twitter.com/#!/peakscale/paas/members

Hier unsere Übersicht zu PHP PaaS Anbietern (plumpe Eigenwerbung):
http://blog.fortrabbit.com/comparing-cloud-hosting-platforms/

Ich finde die Sache mit den Runtime-Daten ist oft noch nicht richtig gelöst, da fehlt es etwas an Abwärtskompatibilität. Git only und keine Schreibrechte klingt als Konzept erstmal gut. Wenn man von 0 anfängt lässt sich das auch gut berücksichtigen. Nur gerade bei PHP sind die Bedürfnisse doch oft anders. Hier werden viele CMS Systeme und Frameworks eingesetzt – die setzten eine klassische LAMP Umgebung vorraus und wollen auch Dateien schreiben. WordPress lässt sich einfach am bequemsten durch den wepupdater upgraden.

Sourcetree könnte noch als Alternative zu Tower genannt werden, für Windows weiss ich nicht so genau. Linux user brauchen wohl kein GUI ;)

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung