Entwicklung & Design

Cloud Hosting: Die richtige Vorbereitung für den perfekten Umstieg

Seite 3 / 3

Spezialanbieter vor: E-Mails

Ebenfalls nicht im Programm der Cloud-Hoster findet man E-Mail-Dienstleistungen. Die eigenen, zur gehosteten Domain gehörenden E-Mail-Konten lassen sich aber zuverlässig über Google Apps [14] verwalten; hier stehen alle von Gmail bekannten Möglichkeiten zur Verfügung. Mit bis zu zehn Nutzerkonten ist der Dienst sogar kostenlos nutzbar. Da sich beliebig viele Nutzer- und Domain-Aliasse hinzufügen lassen, kann man den Dienst bei Bedarf weit ausreizen, bis man in den kostenpflichtigen Bereich rutscht.

E-Mails, die von der eigenen Webapplikation beim Versenden von Zugangsdaten, Bestellbestätigungen etc. erstellt werden, können auch bei Cloud-Hostern über die in der Programmiersprache vorhandenen Mailfunktionen wie mail() verschickt werden. Besser ist es jedoch, auch für solche „Transaktions-Mails“ spezialisierte Zusatzdienstleister wie SendGrid [15], Postmark [16] oder Amazon Simple Email Service [17] zu nutzen. Der Vorteil dieser Anbieter liegt darin, dass man sich als E-Mail-Absender per DNS über SPF- und DomainKey/DKIM-Records identifizieren lassen kann. Dadurch steigt die Zuverlässigkeit beträchtlich, auf dem Weg zum gewünschten Empfänger nicht als Spam eingestuft zu werden. Zusätzlich helfen Übersichten über die Anzahl versendeter E-Mails sowie Informationen zu zurückgewiesenen oder vom Empfänger als Spam markierten Nachrichten, allfällige Probleme innerhalb der eigenen Anwendung ausfindig zu machen.

Postmark zeigt übersichtlich die Anzahl verschickter Transaktions-E-Mails und lässt auf einen Blick erkennen, ob Zustellungsprobleme aufgetreten sind.

Vergleichen lohnt sich

Wie bereits gesehen, unterscheiden sich die Cloud-Hosting-Anbieter in verschiedenen Aspekten. Da jedes Projekt andere Bedürfnisse hat, lohnt es sich, die wichtigsten Dienstleister aus eigener Optik zu prüfen. In die engere Auswahl fallen aktuell wohl der deutsche Anbieter cloudControl, die in Portland (Oregon, USA) beheimateten Jungs von PHP Fog und Orchestra.io aus Irland. Besonders zu beachten ist dabei, ob die gewünschte Datenbank unterstützt wird, wie die Preisgestaltung und die Verrechnung von Zusatzdiensten aussieht, wie und wann Supportleistungen angeboten werden und welche Informationen zu geplanten Ausbauten vorhanden sind. Konkrete, individuelle Anforderungen, etwa der Einsatz von Cronjobs, SSL-Verschlüsselung, die Verwendung mehrerer Domains oder Memcached sollten ebenfalls im Voraus geprüft werden, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Im Auge zu behalten ist auch der Cloud-Hosting-Platzhirsch Heroku, der als Plattform für Ruby On Rails und Node.js bekannt wurde. Seit kurzer Zeit wird dort auch Cloud Hosting für PHP unterstützt, was aus einer Zusammenarbeit mit Facebook für Anwendungen innerhalb des sozialen Netzwerks entstand. Es dürfte somit nur noch eine Frage der Zeit sein, bis diese Möglichkeit auch für Projekte außerhalb von Facebook zur Verfügung steht.

Fazit

Lohnt sich der Aufwand, Projekte für ein Hosting in der Cloud anzupassen? Wenn das Bedürfnis nach Skalierbarkeit vorhanden ist oder ein Projekt neu aufgebaut wird, auf jeden Fall. Denn sämtliche Anpassungen haben nicht spezifisch etwas mit Cloud Hosting zu tun, sondern mit der Tatsache, dass die Webanwendung verteilt über mehrere Server laufen kann. Der Unterschied besteht darin, dass diese Möglichkeit früher Firmen mit großem Budget vorbehalten war, heute hingegen auch kleine Start-Ups und Projekte von Beginn an für den großen Erfolg gewappnet sein können. Umso schöner, wenn dann die Technologie bereits mitspielt und man sich anderen Anliegen widmen kann.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

2 Kommentare
sprain

PHPFog hat gerade verkündet, dass neue Apps auch kostenlos gehostet werden können:
http://blog.phpfog.com/2011/12/06/php-fog-is-free-forever-and-now-even-more-free/

Perfekt, zum es mal Ausprobieren, oder?

Antworten
Frank Lämmer
Frank Lämmer

Toller Einsteigerartikel ins Thema, ich hoffe der kommt gut an. Als Fachidiot hätte ich natürlich ein paar Details zu bemängeln:

Es ist nicht unterschieden worden, zwischen PaaS & IaaS.

Hier noch mehr PaaS Anbieter, alle Sprachen:
https://twitter.com/#!/peakscale/paas/members

Hier unsere Übersicht zu PHP PaaS Anbietern (plumpe Eigenwerbung):
http://blog.fortrabbit.com/comparing-cloud-hosting-platforms/

Ich finde die Sache mit den Runtime-Daten ist oft noch nicht richtig gelöst, da fehlt es etwas an Abwärtskompatibilität. Git only und keine Schreibrechte klingt als Konzept erstmal gut. Wenn man von 0 anfängt lässt sich das auch gut berücksichtigen. Nur gerade bei PHP sind die Bedürfnisse doch oft anders. Hier werden viele CMS Systeme und Frameworks eingesetzt – die setzten eine klassische LAMP Umgebung vorraus und wollen auch Dateien schreiben. WordPress lässt sich einfach am bequemsten durch den wepupdater upgraden.

Sourcetree könnte noch als Alternative zu Tower genannt werden, für Windows weiss ich nicht so genau. Linux user brauchen wohl kein GUI ;)

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung