Software

oder wie ein CMS Semantik lernt: Die Semantic Web Ernüchterung

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Vom Stichwort zum Wissensnetz

Im Bereich der Inhaltsverwaltung gibt es in bestehenden
Content Management Systemen bereits Semantic-Web-Konzepte, fast ohne Kenntnis der
Entwickler: Schlag- und Stichwortkataloge mit denen man einzelne Inhalte
auszeichnen kann finden sich in praktisch jedem besseren CMS. Ein solcher
Katalog kann unter bestimmten Umständen als kontrolliertes Vokabular
bezeichnet werden und ist dann eine sehr simple Form einer Ontologie. In
einem Musikportal könnte es einen
Schlagwortkatalog mit dem Titel „Genre“ geben, der Begriffe wie „Jazz“,
„Rock“, „Pop“, „Elektro“, „Hip Hop“ und
„Klassik“ enthält.

Damit endet in der Regel die Funktionalität der meisten CMS,
nicht aber die Wünsche der Benutzer. Schnell würde sich eine Beispielredaktion
genötigt fühlen, den Schlagwortkatalog um „Heavy Metal“, „Stoner Rock“,
„Grunge“, „House“, „Techno“ oder „Drum and Bass“ zu ergänzen. Die Einordnung
dieser Begriff neben die bereits bestehenden Begriffe ist ebenso naheliegend
wie falsch, denn „Grunge“ ist offensichtlich ein Unterbegriff von „Rock“. Ist ein
Artikel über ein Album als „Grunge“ gekennzeichnet so wird er nicht gefunden,
wenn ein Besucher nach „Rock“ sucht, obwohl es sich doch dabei um Rock-Musik handelt.
Für dieses Problem gibt es eine richtige und eine falsche Lösung. Die Falsche
wäre, den Artikel zusätzlich als „Rock“ auszuzeichnen. Das würde bereits
kurzfristig in einen erheblichen Mehraufwand für die Redakteure ausarten, was
praktisch der Untergang jedes Semantic-Web-Konzepts ist. Der Einsatz von SW-Technologien
steht und fällt mit der Disziplin der Redakteure und Autoren, auch in geschlossenen
Systemen.

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