Software

oder wie ein CMS Semantik lernt: Die Semantic Web Ernüchterung

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Damit hat man bereits ziemlich viele Entitäten für eine
Ontologie beisammen. Jetzt fehlen noch die Relationen. Auch diese werden teilweise
bereits durch die vorgegebenen Formulare implizit erzeugt und lassen sich
explizit ausdrücken: Schreibt ein Redakteur eine Plattenkritik zu Nirvanas
Album „Nevermind“, ließen sich daraus die Entitäten „Nirvana“ und „Nevermind“
generieren. Außerdem die Relationen „Nirvana ist ein Interpret“, „Nevermind ist
ein Werk“ und „Nirvana ist der Interpret von Nevermind“. Diese Entitäten und
Relationen können zusätzlich zu der
neuen Plattenkritik und automatisch in das semantische Netz des Portals
übernommen werden. Dort können dann die Entitäten von Hand über weitere
Relationen mit anderen Entitäten in Verbindung gesetzt werden, wie z.B. „Foo Fighters
sind Nachfolgeband von Nirvana“.

Da es sich hier um eine kontrollierte Umgebung
handelt, ist keine Verwechslung mit religiösen Erlösungszuständen zu
befürchten.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von semantischen Netzen
in geschlossenen Systemen ist ein semantisches Glossar. Jede Entität wird dabei
automatisch als ein Glossareintrag exportiert. Die mit dieser Entität über
Relationen verknüpften Entitäten werden ebenfalls und mit der Art ihrer
Relation zum eigentlichen Eintrag präsentiert. Dabei unterstützt die graphische
Präsentation durch die Position der assoziierten Entitäten die Interpretation
des Benutzers. So steht der zentrale Begriff hier in der Mitte. Oberbegriffe
finden sich darüber, Unterbegriffe darunter. Aus dem Glossar heraus kann dann
wiederum automatisch zu einzelnen Inhaltsobjekten verlinkt werden die mit dem
Begriff verbunden sind. Die Erzeugung des gesamten semantischen Glossars ist
vollständig automatisierbar.

Die Verhältnismäßigkeit der Mittel

Unser Beispiel zeigt einen Aspekt von Semantic-Web-Lösungen im
CMS-Kontext: Es macht in der Regel erst dann Sinn wenn man es mit
verhältnismäßig viel und verhältnismäßig wertvollem Content zu tun hat. Für
Malermeister Müller kann ein CMS zwar eine gute Lösung sein, weil er so seine
Inhalte selber pflegen kann, aber er wird wohl kaum ein Schlagwort-Netz von dem
Umfang brauchen wie eine Musikredaktion. Die Frage, ab wann der Einsatz von
SW-Technologien in Content Management Systemen sinnvoll ist, bleibt aus
Ermangelung einer weiten Verbreitung dieser Technologie bisher offen. Sicher
ist, dass Verlage, die große Mengen Wissen und vielfach wiederverwendbare
Inhalte verwalten, bereits in der einen oder anderen Form auf SW-Technologien
setzen.

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