How-To

Serverless Computing: Buzzword oder ernsthafte Infrastruktur-Technologie?

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Die wichtigsten Anbieter

Kein Wunder daher, dass die Zahl der Serverless-Computing-­Anbieter in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Hierzu gehören zum Beispiel Alibaba, Databricks, Iron.io, Joyent, Oracle, Pubnub, Red Hat, Serverless oder Webtask. Alle haben jedoch eines gemeinsam: Ihre Angebote spielen im weltweiten Vergleich und insbesondere bei uns Deutschland derzeit noch eine untergeordnete Rolle. Ein genauer Blick lohnt sich daher derzeit nur auf die Angebote der großen Public-Cloud-Anbieter Amazon Web Services, Microsoft Azure, Google Cloud und IBM Cloud, die die Serverless-Computing-Dienste schon seit längerem in ihrem Portfolio haben.

Amazon Web Services (AWS)

AWS gilt als Innovationstreiber und Entwickler hinter dem ­Serverless-Computing-Konzept. Lambda lässt sich als Herzstück und Zugangspunkt zu fast jedem vorhandenen AWS-­Service ­betrachten. Das macht die Entwicklungsarbeit für Kunden sehr ­bequem. Es droht aber auch die Gefahr eines Lock-in. AWS ist eine Public Cloud und unterstützt die Programmiersprachen Node.js, Python, Java, C#. Zu den Kunden zählen unter anderem so namhafte Marken wie Thomsen Reuter, Coca-Cola, Nordstrom, Periscope, Netflix, Associated Press, Ferrero, Glomex oder The ­Seattle Times.

Microsoft Azure

Azure Functions ist Microsofts Gegenstück zu AWS Lambda und kam 2016, also rund zwei Jahre später, auf den Markt. Microsoft arbeitet daran, die funktionalen und auch konzeptionellen Lücken gegenüber AWS zu schließen. Allerdings ist das Cloud-Portfolio von Microsoft im Vergleich deutlich kleiner. Der Funktionsumfang von Azure Functions ist damit derzeit vergleichsweise eingeschränkt. Das Betriebsmodell ist Public Cloud oder On-Premise. An Programmiersprachen sind Node.js, Python, PHP, JS, C# oder F# möglich. Kunden, die Microsoft Azure bereits einsetzen, sind unter anderem Accuweather, Plexure, FujiFilm, FirstGlas, Quest oder Carmax.

IBM Cloud

IBM Cloud Functions kam ebenfalls 2016 unter dem Namen IBM Bluemix Openwhisk auf den Markt. IBM setzt hier wieder einmal auf seine langjährige Open-Source-Geschichte, wodurch sich eine eigene IBM-Cloud-Functions-Instanz (Apache Openwhisk) auf dem eigenen Server betreiben lässt. Cloud Functions verfügt über eine integrierte Docker-Container-Unterstützung und lässt sich zusammen mit IBM Watson Services einsetzen. Anders als die Serverless-Computing-Dienste AWS Lambda, Microsoft Azure Functions und Google Cloud Functions kann jedes externe API-­angestoßene Ereignis eine IBM Cloud Functions auslösen. Dabei kann es sich auch einfach nur um einen neuen Eintrag in einem RSS-Feed handeln. Weiterhin unterstützt IBM Cloud Functions Apples Programmiersprache Swift, womit der Serverless-Dienst als Backend für iPhone- und iOS-Anwendungen dienen kann. Als Betriebsmodell kommen Public Cloud oder On-Premise zum Einsatz. Möglich sind die Programmiersprachen Node.js, Python, Java und Swift. Zu den Kunden von IBM Cloud gehören zum ­Beispiel Greenq, articoolo oder Sitespirit.

Google Cloud

Googles Serverless-Computing-Dienst Cloud Functions erschien im Februar 2016 und befindet sich weiterhin im Beta-Status. Das erklärt auch den Funktionsumfang: So lassen sich Funktionen lediglich in Javascript schreiben und nur auf Googles internen Event-Bus auslösen. Hinzu kommt, dass Cloud Storage und Cloud Pub/Sub die einzigen Google-eigenen Cloud-Dienste sind, die Entwickler derzeit mit Cloud Functions integrieren können. Andere geschäftsbedingte Trigger sind nicht vorhanden. Google Cloud ist eine Public Cloud. Meetup und Semios sind beispielsweise bereits Kunden des Serverless-Computing-Dienstes.

Fazit

Mit Serverless Computing können sich Unternehmen und ihre Programmierer – sofern sie damit leben können, gewisse ­Freiheiten aufzugeben – ganz und gar auf die Entwicklung ihrer Applikation konzentrieren. Das bringt eine Einfachheit mit sich, die dazu führt, dass sich Serverless Computing schneller ent­wickeln und etablieren wird, als alle anderen Paradigmen zuvor. Das unterstreicht die stetig steigende Adaptionsrate: Die Zahl der AWS-­Lambda-Nutzer beispielsweise hat sich von 12 Prozent (2016) auf 23 ­Prozent (2017) fast verdoppelt. Und mit AWS ­Fargate steht bereits die nächste Evolutionsstufe vor der Tür. Der Dienst ermöglicht es Kunden, einen Container (Amazon ECS oder Amazon EKS) zu ­betreiben, ohne Server oder Cluster zu verwalten. Also im ­Prinzip ein Serverless-Container-Service. Das dürfte dann der nächste Meilenstein sein, um Software noch bequemer zu entwickeln.

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