Ratgeber

So kannst du Online-Marktplätze effektiv nutzen

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Als Mitbewerber finden Onlinehändler hier kleine Shops ebenso wie große Marken. Rakutens Schwachpunkt ist jedoch der internationale Verkauf: Deutschland soll erst im Laufe dieses Jahres auf die globale Plattform RMSg wechseln, nach Großbritannien und Spanien.

Deutlich kleiner sind die nächsten Portale: Der DHL-Online-Marktplatz Allyouneed bietet einen Verkaufskanal für Technik, Fashion, Spielzeug und Wohnaccessoires. Laut DHL nutzen 3,5 Millionen Kunden in Deutschland das Angebot aus mehr als 15 Millionen Produkten von rund 3.000 Händlern. Auch Hood.de ist eher noch ein Geheimtipp: Die Komplettlösung mit eigener Shop-URL, Logo, Warenkorb, Verwaltung von Lagerbeständen, Kundendaten und Bestellungen sowie Anbindungen an Google-Shopping, PayPal, DHL und andere Service-Dienstleister zählt nur drei Millionen Besucher pro Monat. Und die Metro-Vertriebslinie real übernahm jüngst das Kölner Shopping-Portal Hitmeister mit rund 2,5 Millionen Kunden und mehr als 10.000 Produkten in 5.000 Kategorien.

Regional: Yatego und HierBeiDir

Yatego ist Heimat für mehr als 7.000 Händler und rund fünf Millionen Produkte, von Gartenmöbeln bis zu Mode. Im August 2015 startete Yatego Local in Bamberg, Braunschweig und Regensburg. HierBeiDir ist ebenfalls ein lokales Einkaufsportal, das Produkte des regionalen, stationären (Einzel-)Handels im Internet vertreibt und diese in vielen Städten innerhalb von nur zwei Stunden per Fahrradkurier nach Hause liefert.

Diese Marktplätze wollen vor allem stationäre Läden ohne eigenen Onlineshop dabei unterstützen, ihren Handel ins Internet
zu verlängern. Und das könnte sich auszahlen: Drei von vier Deutschen
(76 Prozent) suchen nämlich regelmäßig online nach Informationen zu
Geschäften und Dienstleistern in ihrer Stadt, so die europäische Studie „Local Listing Report 2015” im
Auftrag des Webhosting-Anbieter 1&1.

Der neueste Clou dabei: HierBeiDir bietet gemeinsam mit Grey Window Shopping eine interaktive Schaufenster-Display-Lösung an. Kunden können dabei über ihr Smartphone mit dem Monitor kommunizieren und zum Beispiel online Dinge bestellen, die im Schaufenster zu sehen sind – auch, wenn der Laden geschlossen ist.

Der Marktplatz HierBeiDir will vor allem den stationären Einzelhandel unterstützen, in dem er lokale Portale in unterschiedlichen Städten anbietet. Einzelhändler und kleine Ketten vor Ort können sich über die Plattform eine Online-Präsenz erstellen. Kaufen können die Kunden dann auch offline im Laden. (Screenshot: t3n)

Special Interest: Zalando

Während die bisherigen Portale von A bis Z fast alles anbieten, gibt es auch spezialisierte Marktplätze. Diese Nischen- oder Special-Interest-Portale sind für alle Onlinehändler ideal, die sich nicht überall tummeln können. Für handgefertigte und kreative Produkte eignen sich Dawanda und Etsy, für Mode Zalando oder Otto. 17,9 Millionen aktive Kunden zählt Zalando, der durchschnittliche Warenkorbwert liegt bei 68 Euro. Glaubt man einer Studie des Instituts für Handelsforschung (IFH), des Wirtschaftsprüfers KPMG sowie des Bundesverbands Deutscher Textilhandel (BTE), so stehen dem Modespezialisten erfolgreiche Zeiten bevor: Sein Online-Anteil am Fashion-Markt von heute 21 Prozent soll bis 2025 auf rund 36 Prozent steigen. Das soll besonders zulasten der Umsätze stationärer Geschäfte gehen. Vor allem Internet-Pure-Player werden laut Studie ihren Marktanteil auf etwa elf Prozent verdoppeln.

Doch Zalando ist nicht allein auf dem Laufsteg: About You will ebenfalls die führende Adresse für Online-Mode werden. Dazu lädt die Otto Group – oder besser gesagt, das von Otto gegründete Startup Collin – Entwickler ein, ihre Ideen in Apps umzusetzen und dafür am Verkauf der Modeartikel teilzuhaben. Recht erfolgreich ist hierbei das Promi-Shoppen. Stars empfehlen ihre Lieblingsoutfits und binden ihre Inhalte samt Produkt im Shop ein. Dafür bekommen Entwickler und Promi eine Umsatzbeteiligung. Der Reiz für die Kunden besteht in den exklusiven Inhalten. Zalando versucht dagegen, die Kunden mit einer persönlichen Modeberatung zu binden. In Zeiten, in denen Kunden angeblich nicht mehr loyal sind, sind solche Maßnahmen ein großes Plus.

Der noch junge Online-Marktplatz My Fashionary wiederum setzt auf junge Designer und inhabergeführte Boutiquen. Ein eigenes Profil mit einem Style-Guide inspiriert und berät die Kunden. Die gewünschten Artikel lassen sich online reservieren. Kaufen können die Nutzer die Kleider dann aber im Geschäft. Die standortbasierte Suchfunktion zeigt dazu ausgewählte Boutiquen, Filialen oder Manufakturen rund um einen bestimmten Ort. So sollen sich Einzelhändler, kleine Filialisten, Maßschneider, Manufakturen und Designer einen größeren Kundenkreis erschließen können. Mit dem Web-Shop, dem Online-Magazin „Fashionary Mag“, Social-Media-Aktivitäten, einem YouTube-Kanal voll eigens produzierter Formate sowie Events bietet My Fashionary Einzelhandelsunternehmen eine ganze Palette an Möglichkeiten. Dafür zahlen Händler eine jährliche Gebühr plus einmalige Setup-Kosten.

Individuell: Spreadshirt

Für individualisierte Produkte ist Spreadshirt das Richtige. Spreadshirt übernimmt von der Lagerhaltung über Produktion, Versand und Zahlungsabwicklung bis hin zum Kundenservice alle notwendigen Funktionen, um für Händler speziell bedruckte (Merchandising-)Produkte zu vertreiben. Die E-Commerce-Plattform erwirtschaftete 2015 einen weltweiten Umsatz von 85 Millionen Euro. In der DACH-Region waren es mehr als 29 Millionen Euro.

Deutschland ist damit für Spreadshirt der stärkste Markt in Europa, gefolgt von Frankreich, Großbritannien und Irland. Weltweit verschickte Spreadshirt im vergangenen Jahr mehr als 3,6 Millionen Produkte. Das teuerste in den USA: eine Decke mit vielen Motiven zum Preis von 335 Dollar. Europas Spitzenreiter: ein mit bunten Kreuzen gestaltetes T-Shirt für 318 Euro. Spreadshirt spricht vor allem Blogger, YouTuber, Musiker und Designer an.

Der ferne Osten: Alibaba

Wer auf dem chinesischen Markt mitmischen will, für den ist Alibaba die erste Adresse. Die chinesische Handelsplattform steigerte ihren Umsatz zwischen Oktober und Ende 2015 um 32 Prozent auf 5,2 Milliarden US-Dollar und war so mit einem Quartalsgewinn von 1,9 Milliarden US-Dollar hochprofitabel. Alibaba konnte ganz besonders stark mit Umsätzen per Smartphone punkten. Diese Bestellungen verdreifachten sich im Vergleich zum Vorjahr und liegen somit inzwischen bei 50 Prozent vom Umsatz.

Fazit: Amazon und Ebay sind Pflicht

Die Auswahl an Marktplätzen ist groß. Onlinehändler müssen genau schauen, welches die richtigen Marktplätze für ihr Geschäftsmodell sind. Amazon und Ebay sollten immer mit von der Partie sein, denn sie sind am bekanntesten und punkten mit einer entsprechend großen Reichweite. Auch das gute Reporting und die einfache Verwaltung zahlen sich aus. Dagegen spricht nur, dass die Plattformen auch die Kundendaten und somit das Erfolgsgeheimnis kennen. Für wen ein Nischenmarkt die bessere Alternative ist, der sollte sich die Umsätze, die durchschnittlichen Warenkörbe und die Marketing-Services der Marktplätze genau anschauen.

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