E-Commerce

Onlinehandel der Zukunft: Miteinander statt gegeneinander

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Thirdparty-Fulfillment oder die Monetarisierung von Kernprozessen

Dass das Beispiel von Amazon Schule machen kann, wurde in diesem Jahr deutlich. Anfang 2011 startete der französische Private-Sales-Pionier vente-privee.com mit seiner „Digital Commerce Factory“. Darin bietet er seine E-Commerce-Kernprozesse auch anderen Anbietern an. Weitere E-Commerce-Plattformen ziehen bereits nach oder bereiten entsprechende Schritte vor. Alle folgen dabei der strategischen Überzeugung, dass der kritische Erfolgsfaktor nicht mehr nur der Handel an sich ist (neben all den Sourcing- und Marketingmaßnahmen), sondern die eigentlichen Prozesse im Fulfillment. Denn hierbei werden nicht nur Wettbewerbsvorteile erzielt, sondern durch das Anbieten der Services an Mitbewerber auch lukrative Mehreinnahmen generiert. Sind die Prozesse richtig aufgesetzt, können sie nicht nur skalieren, sondern sich zu relevanten Umsatzfaktoren entwickeln.

Auch Amazon bietet neben den bereits erwähnten Checkout- und Paymentservices das Fulfillment als zusätzliche Sellerdienstleistung an. Onlinehändler können nun alles aus einer Hand beziehen, von der Entgegennahme der Lieferantenlieferungen, der Lagerführung, der Artikelauszeichnung, Kommissionierung, Verpackung, Versand bis hin zu Retouren und Wiederaufbereitung der Produkte. Ähnliche Ambitionen werden auch dem Logistikdienstleister der Deutschen Post DHL zugetraut, der mit seiner Plattform MeinPaket.de erste Schritte dahin geht. Neben der Shopplattform für angeschlossene Händler steht auch ein kompletter Checkout-Prozess bereit, der in den eigenen Shop integriert werden kann. DHL übernimmt dabei von der Bezahlung bis zur Lieferung alle nötigen Prozessschritte, die zu seinem Kompetenzbereich gehören.

Wer heute als Onlinehändler startet, tut gut daran, sich solche Fulfillment-Dienstleistungen genau anzusehen. Shopbetreiber können sich damit nicht nur besser auf ihr eigenes Kerngeschäft und ihr kreatives Verkaufskonzept konzentrieren, sondern auch die prozessintensiven Bereiche Payment und Fulfillment lassen sich mit dem Outsourcing an externe Partner elegant lösen und gut kalkulieren. Ein wichtiger Nebeneffekt: Die Bereiche sind dadurch situativ skalierbar, ohne die eigenen Ressourcen zu beeinflussen.

Shopübergreifende Warenkörbe

Onlinekunden nehmen vor allem shopübergreifende Warenkörbe wahr. Bislang gibt es sie vor allem in Onlineshops, die über Schwestershops derselben Gruppe verfügen. Ein Beispiel ist die US-Kleiderkette GAP. In einer übergeordneten Navigation wird ein Warenkorb geführt, der nicht nur Einkäufe bei GAP erlaubt, sondern auch aktiv das Shopping bei Banana Republic, Old Navy, Piperlime oder Athleta forciert. Alle Brands gehören zur GAP Inc., die damit einzelne und fokussierte Shops betreiben kann, individuelle Zielgruppen erreicht und auch das Marketing darauf ausrichten kann. Zugleich profitiert GAP davon, dass die einzelnen Zielgruppen an die anderen Sortimente herangeführt werden. Der zentrale Checkout über den übergreifenden Warenkorb bringt zudem wichtige Marketingdaten sowie ein vereinfachtes Fulfillment, vor allem was die Payment-Prozesse betrifft. Zudem können strategisch interessante Loyalitätsprogramme markenübergreifend gefahren werden. Angefangen von der gemeinsamen Kundenkarte über Sonderangebote bis hin zu spannenden Multi-Channel-Aktionen, da GAP mit seinen Marken weltweit über ein dichtes Verkaufsstellennetz verfügt.

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2 Kommentare
Mashen wäre schon besser
Mashen wäre schon besser

Und wem gehören die Daten von z.b. einer ISBNummer ? Na also.
Trivialpatente und Abmahnungen. Sonst hätte ich längst die SQl-Datenbanken von Supermkärten mit deren Einwilligung ausgelesen . Aber praktisch alle relevanten Datenbanken sind protected und wollen notarielle Nutzungsverträge mit totaler Haftung oder sind nicht bezahlbare oder nicht lizensierbar.
Wenn Amazon die Daten outet kriegen die natürlich keine Abmahnung. Wenn man ähnliche Datenbanken (WikiData für alle Produkte mit ISBN oder EAN wollte ich schon vor über 5 Jahren machen als mein Nokia-Symbian-J2ME-Phone Barcodes scannern konnte) selber Wikipasiert aufbaut und z.b. die Inhalts-Stoffe fotografiert und scannt und OCRt um alle Produkte mit Glutosamat gelb zu markieren weil man das nicht verträgt oder alle Glutenfreien Produkte grün zu markieren oder sonstwas sinnvolles (Sucht mal Frühstücksflocken mit weniger als 69 Gramm Kohlehydrate pro 100 Gramm. Da kann man auch was mit 90 Gramm pro 100 nehmen und mit ****bix auffüllen um unter 70 zu kommen.) kriegt man doch vermutlich gleich Ärger.

Geht mal bitte in die KaufDa-App und zoomt auf die Supermärkte. Früher gabs ein paar Ketten die ihre Kataloge dort nicht drin hatten sondern bestenfalls die Öffnungszeiten.

Manche Warenwirtschaftsfirmen sind wenig an Vergleichbarkeit und alternativen Apps interessiert.
Manche Ketten sind wenig an Vergleichbarkeit interessiert.

Data-Hubs sollten kleine Anbieter schon lange haben. Ricardo, OFDB, Filmundo oder hitflip und tauschticket usw. Wenn man ein eigenes Angebot hat, kommt das natürlich zuerst. Aber wenn man keine Harry-Potter Erstausgabe hat, muss man halt die vom „Konkurrenten“ listen und sich die Provision teilen.

Schade das in meinungsfreien fair-use-Ländern keiner auf meine Idee kommt um sie mal durchzusetzen :-(
Die EU will mit Millionen Euros als ÖPNV-Pläne sammeln und Optionator-mäßig Verbindungen z.B. quer durch Berlin auflisten. Sowas würde ich werbefinanziert schon ewig machen indem jeder User die Sbahn-Pläne fotografiert, upped und sie ocrt, gescannt und gemasht werden. Wenn man aber für Sbahn-Pläne Copyright oder Abmahnungen bezahlen soll, lässt man die EU das für Millionen Euros machen. Kennt ihr ein kostenloses EU-Förder-Projekt ? Semantic-Web-Suche ? Galileo ? Elena ? Hercules ? Hartz4-Software ? Google ? Streetmap ? Wikipedia ? Wiki-School-Book ? Collective-Learners-Wiki ? Students-Collaborate-for-Lectures-and-Tutorias ? (Nicht EU oder nicht kostenlos oder nicht existierend)
Wenn nicht das CERN sondern die EU das HTML erfunden hätte. Hätten sie dann Gebühren für HTML und HTTP genommen ?

Diese ganzen Sites arbeiten nicht zusammen und wenn man z.B. die Filialdaten von 20-1000 proprieträren Firmen-Apps zusammenfügen würde, würde das irgendwem vermutlich nicht passen.
Das sind also nur fromme Wünsche wie barrierefreies Design (am Handy ist man handycapped, deshalb heisst es auch so weil man keinen 1920×1080 50″-Screen hat) oder responsives Design. Denn Ricardo und die anderen Gebrauchthändler oder diese zig Kleinanzeigenportale könnten längst zusammenarbeiten.
Oder Myhammer und Blauarbeit usw. wenn man zu wenig eigene Leute in der Gegend hat.
Cashburning ist für manche Sites wohl wichtiger als Kundenzufriedenheit.
Gibt es eine Site oder funktionierendes Firefox-Plugin wo man alle Amazons weltweit parallel abfragen kann ? Teilweise gibts z.B. bei Amazon-Italien deutsche DVD-Staffelboxen billiger als hier. Migranten und Mehrsprachlern ist die Version evtl auch egal Hauptsache billiger als 50 Euro für eine Staffelbox (Bluray natürlich). Und mit seinem Amazon.de-Konto kann man (komischerweise manchmal nur mit Kreditkarte glaube ich) auch bei Amazon.fr co.uk spanien italien usa einkaufen. Japan und China sind separat.

Mashen klingt nett, hat in der Praxis aber Probleme.
Leider unterstützt der EU-Verbraucherschutz oder antikapitalistische Organisationen solche Projekte nicht juristisch (Geld braucht man dafür nicht) und hostet sie in guten Ländern um dem Bürger den niedrigsten Preis, billige Beamerlampen und billige legale korrekte Ersatzteile zu bringen wie es der wahre Kapitalismus doch täglich verspricht.