Interview

KI-Experte zu SUV-Unfall: So hätte autonomes Fahren Menschenleben retten können

Seite 2 / 2

t3n: Was würde das Auto dann idealerweise mit den Infos machen?

Das Auto würde eine Umfelderkennung durchführen und mit den Daten eine typische Trajektorie planen. Es würde feststellen, dass die selbst geplante Trajektorie stark von der Trajektorie abweicht, die der Fahrer eingeschlagen hat. Über die Innenraumüberwachung würden dann Informationen kommen, die nahelegen, dass der Fahrer nicht voll da ist. Alles zusammengenommen würde die Notfallbremse aktivieren und das Fahrzeug hält an.

t3n: Das Fahrzeug merkt, dass das nicht der richtige Weg sein kann, und stoppt?

Die Fahrzeuge müssen ein sogenanntes Minimal-Risk-Manoeuvres für die Situation beherrschen, sonst werden sie nicht zugelassen. Auf einer Autobahn könnte das zum Beispiel sein, auf dem Standstreifen zum Stehen zu kommen. Welches jeweils das optimale Minimal-Risk-Manoeuvre ist, ist noch nicht abschließend geklärt. In einer Situation in Berlin könnte es zum Beispiel sein, Energie aus dem System herauszunehmen – in anderen Worten, bremsen.

t3n: Wie nahe ist die Industrie schon dran, solche Autos zu bauen?

Die Systeme gibt es alle, sie werden überall auf der Welt erprobt. Wann es eine hinreichend hohe Wahrscheinlichkeit gibt (und genug autonome Autos auf der Straße), dass das Auto in so einem Unfall tatsächlich so reagiert und so ein Unfall verhindert werden würde, ist eine andere Frage. Es könnte noch bis zu 20 Jahre dauern, damit man mit hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen könnte, dass das betreffende Fahrzeug in einem Unfall das kann. Aber Autos, die so etwas demonstrieren können, gibt es schon, von eigentlich allen Herstellern. Da steht eben noch die regulatorische Hürde davor.

t3n: Es würde also schon Autos geben, die auf einem Testgelände in so einer Situation rechtzeitig bremsen würden?

Nicht nur auf dem Testgelände. Auch in Berlin gibt es schon Teststrecken in der Stadt, auf denen unbemerkt Autos fahren, die das vielleicht schon können. Natürlich noch mit Fahrern drin, zur Sicherheit. Und die deutschen Hersteller können das eigentlich alle schon bauen: BMW, Daimler, Audi und VW arbeiten an Level-Drei-Autos. Auch die Zulieferer könnten diese Autos eigentlich schon bauen.

t3n: Vielen Dank für das Gespräch.

Mehr zum Thema:

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

3 Kommentare
A.R.
A.R.

Irgendwie ist das Interview solala oder der Titel einfach falsch. Denn wenn ein Auto Autonom fahrt gibt es keine Eingabe vom Menschen und somit wäre solch ein Unfall nicht passiert.

Auch hätte das Auto nicht überprüfen müssen ob jetzt die Eingabe vom Menschen korrekt oder inkorrekt ist.

Antworten
Kalli030
Kalli030

Bei solchen theoretischen Betrachtungen … wird immer vergessen, dass diese System ALLE von Menschen programmiert sind und Menschen machen Fehler bzw. werde NIE alle potenziellen Szenarien vorhersehen.
Das heißt … ein sogenanntes autonomes Fahrzeug wird genauso wenig fehler- bzw. unfallfrei sein, wie ein Mensch mit Routine & Erfahrung.
WENN … Maschinen in der Lage sind sich selbst zu programmieren … dann Gnade uns Gott!! … dann sind Visionen a la Terminator nicht mehr fern, denn warum sollten die „perfekten“ Maschinen sich mit „fehlerhaften“ Menschen abgeben?

Und eine noch … WER haftet, wenn ein autonomes Fahrzeug doch mal einen Unfall verursacht?
#1 Der Programmierer?
#2 Der Qualitätssicherer bzw. der die Annahme der SW gemacht hat?
#3 Der Hersteller des Fahrzeug
#4 Der Halter des Fahrzeug (einen Fahrer gibt es ja nicht …)
#5 ??

Bei #4 … dann brauche ich kein autonomes Fahrzeug! .. dann fahre ich liebe selber!
Bei #1 und #2 … wohl kaum!
Bei #3 … möglich … aber in welcher Form? Wenn z.B. ein Sensor am Fahrzeug verschmutzt war, haftet dann der Halter/Fahrer, weil er diesen nicht gereinigt hat?. .. oder hält das Fahrzeug dann an und bitte „Einmal Sensor-Reinigen bitte!“??

Es wir Szenarien für sogenannte autonome Fahrzeuge geben, z.B. im Katastropheneinsatz … aber im städtischen Verkehr?

Antworten
xordinary
xordinary

Gähn … Wenn dich diese „brennenden“ Fragen wirklich interessieren würden, dann hättest du dir die Mühe gemacht und ein bisschen recherchiert. Sie sind nämlich alle längst und schlüssig beantwortet.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung