Ratgeber

React vs. Angular – wann ist was besser?

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Was spricht gegen React?

React alleine reicht kaum aus, um eine Website aufzubauen. Da es sich dabei nur um eine Bibliothek handelt, bietet es kein Grundgerüst, sondern nur einige spezifische Funktionen zum Schreiben von Anwendungen. Das kann in einem Projekt mit engem Zeitplan gegen React sprechen, da hier weitere Recherche nach zusätzlichen Lösungen einzurechnen ist. Und auch dann ist natürlich viel Kommunikation nötig, wie ein spezifisches Problem zu lösen ist, weil es immer mehrere Lösungsansätze geben dürfte.

React glänzt nur, wenn die Website, auf der es eingesetzt wird, stark auf Interaktivität setzt. Wenn das allerdings nicht der Fall ist, bietet React nicht besonders viel oder wird komplizierter als andere Bibliotheken.

Zuletzt gibt es einige Unsicherheiten, was die Lizenzsituation angeht. Facebook behält sich vor, die Lizenz zur Nutzung im Falle eines Patentstreits zurückzuziehen. Aufgrund von Unsicherheiten auf Seiten der Nutzer wurde dieser Teil angepasst, es ist aber noch immer so, dass jeder, der einen Patentstreit gegen Facebook anfängt oder finanzielle Interesse in einem solchen Streit hat, seine Lizenz verliert. Das ist eine Unsicherheit, die nicht zu unterschätzen ist, und es gibt Berichte dahin, dass Unternehmen deswegen auf React verzichten.

Was spricht für Angular?

Angular verbindet sich mit HTML, CSS und Javascript, also für die meisten Entwickler bekannte Konzepte. Innerhalb des HTML-Codes werden dann Angular-Befehle und -Syntax genutzt. Da Angular 2 in Typescript geschrieben ist, ist das auch der sinnvollste Dialekt für das Arbeiten mit Angular. Ob das ein Vorteil ist, hängt natürlich von persönlichen Vorlieben ab, in jedem Fall bietet Typescript mehr Möglichkeiten als Javascript. Insgesamt schreibt sich der Code kompakt, da im Grunde die HTML-Befehle nur erweitert werden, um Interaktivität zu ermöglichen. Vor allem Single-Page-Designs lassen sich so problemlos umsetzen und auch der Code dazu kann auf nur einer Seite konzentriert werden, statt zusätzliche Inhalte einbinden zu müssen.

Durch das Double-Bind-Feature sind Elemente aus View und Model einander zugeordnet und ein Austausch in beide Richtungen ist problemlos möglich. Passiert also auf einer Seite eine Änderung, wird diese direkt auf die andere Seite übertragen, ohne das dafür spezielle Funktionen wie listener nötig sind. Dadurch müssen natürlich weit weniger Inhalte geladen werden und Anwendungen sind auch hier sehr responsiv. Außerdem sind Seiten auch mit Angular extrem schnell.

Angular ist ein Framework, das bedeutet, es liefert direkt ein Grundgerüst zur Erstellung einer Website und kommt ohne zusätzliche Bibliotheken aus. Gerade, wenn nicht viele Komponenten für die Programmierung des Projekts genutzt werden sollen, ist Angular also durchaus eine sinnvolle Lösung.

Was spricht gegen Angular?

Da es ein Framework ist, ist Angular starrer in der Art, wie man damit programmieren kann, und gibt mehr Grenzen vor. Und trotzdem ist es auch hier möglich, ein Problem auf mehrere Weisen zu lösen, was dazu führen kann, dass in einer Gruppe mit mehreren Programmieren Schwierigkeiten auftreten. Hier müssen dann im Vorfeld klare Vorgaben gemacht werden, was natürlich zusätzlicher Planungsaufwand ist.

Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Versionen von Angular, die untereinander wenig kompatibel sind. Auch hier muss also im Vorfeld Konsens bestehen, mit welcher Version gearbeitet wird, damit das Projekt problemlos laufen kann.

Auch wenn die Syntax erstmal vergleichsweise bekannt ist, muss ebenfalls erwähnt werden, dass die Lernkurve von Angular steiler wird, wenn man wirklich das gesamte Framework erlernen will.

Fazit

Im Endeffekt ist die Antwort wie so oft „Es kommt darauf an …“. Am sinnvollsten ist es vor Beginn des Projekts zu überlegen, wohin man denn genau will. Wie interaktiv ist die Website, wie viele Ressourcen kann man in die Zusammenstellung von Bibliotheken legen, wie viele Entwickler teilen sich den Code und wo liegt deren Expertise?

Kurz zusammengefasst eignet sich React vor allem für sehr interaktive Projekte, in denen ohnehin weitere Bibliotheken zum Einsatz kommen und JSX für niemanden im Team ein Fremdwort ist.

Für Angular spricht hingegen die Tatsache, dass das Framework alles Nötige für den Aufbau einer Website bietet und daher die Orientierung für den Anfang leichter ist, weil keine zusätzlichen Tools nötig sind. Dafür bringt es natürlich als Framework sehr viele Funktionen mit, die bei kleineren Projekten nur unnötiger Ballast sein könnten und ist zuletzt restriktiver.

Hinweis: Der Artikel wurde aufgrund von Kommentaren zum Inhalt überarbeitet.

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15 Kommentare
Chris
Chris

„Zuletzt muss man außerdem anmerken, dass Angular clientseitig arbeitet, was potenziell ein erhöhtes Sicherheitsrisiko nach sich ziehen kann. “

– Sounds like Inkompetenz.

Hier wird doch nur vom Frontend geredet… klar gibt es SSR… aber jede Website ist „client-seitig“…. jede! Egal, welches Framework… Sprache… Server…

Zu dem… dieser Oberflächliche Blick auf die Frameworks/Libs… Leute reißt euch mal zusammen! Wenn ein „Modernes Medien Magazin“ so einen Artikel abliefert… ist mir klar, wieso die meisten Entwickler einfach so hoffnungslos mittelmäßig sind… Die Leute vertrauen euch…

Ihr geht auf solch Oberflächliche dinge ein, wie…. „Das ist ein Framework, das ist eine Bibliothek“ -> „Deshalb ist das eine zuwenig, und das andere zuviel“…. Wieso macht ihr nicht mal Benchmarks… wie Renderzeiten…. client-seitig und server-seitig… oder vergleicht mal die ToDo-Apps (überall auf Github) von Angular und von React und schaut euch mal an, was mehr oder weniger code ist…. für das gleiche Resultat.

Euer Magazin… also dieses t3n, wird ja ganz gut gelesen… Bildet die Leute doch mal weiter… und liefert Fakten, anstatt so kalten Kaffee.

Nicht falsch verstehen… ich lese t3n sehr gerne. Aber so ein Artikel… das macht mich traurig.

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alem_r

Bin absolut deiner Meinung.
Was ich hier sehr vermisse sind auch direkte Fallbeispiele wann und warum dies und warum nicht das usw.

Es wäre wirklich gut wenn man Entwickler die ein bisschen Redaktion können einstellen würde, anstatt Redaktoren die ein bisschen Web können.

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JS
JS

Weder React, noch Angular, sondern: VueJS https://vuejs.org

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Bastien
Bastien

„Angular arbeitet mit HTML, CSS und Javascript, also verlangt es sehr wahrscheinlich nichts Neues von einem Entwickler. “ Wahrscheinlich muss man wohlmöglich noch selbst angular erlernen ??? *kopfschüttel*

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Stefan S.
Stefan S.

Ich sag nur: https://www.it-madness.com/posts/233/

Nein mal im ernst, als wenn man nichts neues lernen müsste. Das ist Marketing-Bullshit. Sowohl React als auch Angular sind nicht immer sehr einfach und manchmal kommt man auch an Workarounds nicht vorbei, was aber okay ist, denn das hat man bei JEDEM Framework.

Also um zu dem Stand kommen kann, wo man sagen wird „I know my tools“ vergehen selbst bei sehr erfahrenen Entwicklern die neu zu etwas sind, ein paar Jahre und daher finde ich diesen Artikel schon etwas sehr an der Realität vorbei.

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C
C

Wow so ein schlechter Artikel.

Eines vorne weg, ich bin Angular-Entwickler. Der Vergleich ist einfach abgrundtief schlecht.

Allein folgender Satz beweist die technische Lücken des Autores:

„Und trotzdem ist es möglich, ein Problem auf mehrere Weisen zu lösen, was dazu führen kann, dass in einer Gruppe mit mehreren Programmieren Schwierigkeiten auftreten. “

Der Satz bezieht sich als Nachteil auf Angular, wenn dies für ein Framework gilt, dann gilt es für eine Bibliothek in jedem Fall noch mehr, dann hat der Satz nichts bei den Nachteilen Angulars zu suchen. Schließlich gibt ein Framework mehr Struktur vor als eine Bibliothek, das angesprochene Risiko ist also in einem Framework geringer.

Ich will aber keineswegs sagen, dass React ein schlechtes Produkt ist. React ist sogar verdammt gut. Dennoch wird hier die Lizenzproblematik gar nicht angesprochen. Und das ist nicht nur ein Problem für die Apache Foundation, auch ein Autobauer aus dem Süden Deutschlands hat React aus seinen Anwendungen verbannt da die rechtliche Situation nicht zufriedenstellend ist.

Der Nachteil von Angular mit TypeScript kam im Artikel auch nicht vor – ich sehe TypeScript als Vorteil – viele aber eben nicht und dieser Kritikpunkt sollte genannt werden.

Setzen 6.

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Stephan

Wer eine einfache aber dennoch komplette Lösung sucht, sollte sich mithril.js ansehen. Es basiert auch auf virtual DOM hat aber router, reactive streams und ajax-helper mit im Gepäck. Es ist zudem extrem klein (<9kb) und somit schnell zu laden und auch sehr schnell in der Ausführung. Auch braucht es keinen komplizierten Build-step um zu funktionieren. Die Lernkurve ist meiner Meinung nach flach wie bei keinem anderen framework. Man kann an einem tag das komplette Framework beherrschen wenn man firm in JavaScript ist.

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lulzBoB
lulzBoB

„Angular arbeitet mit HTML, CSS und Javascript, also verlangt es sehr wahrscheinlich nichts Neues von einem Entwickler. “ Diese Aussage ist falsch. Da sich hier die Autorin auf Angular und nicht AngularJS bezieht ist die Aussage schlichtweg falsch, da für Angular TypeScript eingesetzt wird. Ein einziger Aufruf des Wikipedia Artikels zu Angular hätte gereicht um an diese Information zu gelangen.

Leider der mit Abstand schlechteste Artikel seit langem.

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Matthias

Websites, die sehr dynamisch erst im Browser generiert werden sind aus SEO Sicht sehr unvorteilhaft. Der Google Bot für zwar CSS und JS aus, aber wenn man sich so eine Seite mal in der Google Search Console mit dem Tool „Abrufen wie durch Google Bot“ ansieht, ist das nicht selten eine ziemlich leere Seite. Das sollte von Anfang an bei der Entwicklung berücksichtigt werden.

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C
C

Das ist aus zweierlei Gründen quatsch. Erstmals kann der Google Bot JavaScript. Mit JS dargestellte Seiten werden also in den Index wandern. ;-) Habe selbst mehrere Seiten im Einsatz.

Und zudem gibt es sowohl für Angular als auch für React Server Side Rendering.

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Otto
Otto

Der Artikel ist leider genauso falsch wie der zuvor über React (https://t3n.de/news/react-heute-mehr-denn-je-lohnt-825079/). Es wäre schön, wenn t3n wieder mehr Wert darauf legen würde, technisch kompetente Autoren zu beschäftigen… so etwas ist einfach nur lächerlich.

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Daniel
Daniel

„Angular arbeitet mit HTML, CSS und Javascript, also verlangt es sehr wahrscheinlich nichts Neues von einem Entwickler. “

Das ist doch kompletter Nonsens. Selbst wenn wir von Angular 2/4 reden benötigt ein Entwickler Grundkenntnisse wie die Applikation aufgebaut ist. Ist ja nicht so als könne man einfach ein js file aufmachen und in gewohnter Manier Javascript schreiben. Da gehört ja schon etwas Mehr dazu.

„Für Angular spricht hingegen die Tatsache, dass das Framework alles Nötige für den Aufbau einer Website bietet und durch die Fokussierung auf HTML erst einmal einsteigerfreundlich ist. “

Einsteigerfreundlich? Ist das dein Ernst? Angular ist das komplette Gegenteil von einsteigerfreundlich. Alleine das Bootstrapping der Applikation ist nicht gerade trivial. (Die Angular-CLI vereinfach einiges und macht es Einsteigern zugänglicher, nichtsdestotrotz gehört es für einen Entwickler auch dazu grundlegende Prinzipien und Arbeitsweisen einer Technologie, eines Frameworks oder einer Library zu kennen und das ist bei Angular wohl um einiges komplexer)

Bei React im Gegensatz dazu fällt der Einstieg um einiges leichter. Selbst ohne CLI lässt sich ein Projekt ohne Weiteres fix aufsetzen ausbauen. Beim Hinzufügen von Komponenten und Services das gleiche Spiel -> React ist viel simpler als Angular.

Mit meinem Kommentar möchte ich weder Angular noch React gut oder schlecht darstellen, es geht lediglich um die falsche Darstellung im Artikel.

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Jens
Jens

Da habe ich mich so auf den Artikel gefreut und dann das.

Typescript wird gar nicht angesprochen irgendwie.

Ich finde Angular hat gerade am Anfang eine Steile Lernkurve. Am Anfang is es dann doch sehr holperig weil es einfach anders ist. Alleine das Setup ist ziemlich aufwendig.

Sich er das die der Autor mit beiden Frameworks Erfahrungen hat?

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Dirk Ecker
Dirk Ecker

Den Artikel hätte man sich auch sparen können. Da gibt es bessere Vergleiche im Netz.

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Sven Budak

„Ein weiteres Problem sind die unterschiedlichen Versionen von Angular, die untereinander wenig kompatibel sind. Auch hier muss also im Vorfeld Konsens bestehen, mit welcher Version gearbeitet wird, damit das Projekt problemlos laufen kann.“

Das stimmt einfach nicht!… Die Autorin meint vermutlich AngularJS und Angular. Das sind 2 vollkommen unterschiedliche Frameworks. Ist klar das die nicht miteinander Kompatibel sind. Seit Version 2, bis heute sind Upgrades auf neuere Versionen mega easy und es gibt sogar einen Update Guide: https://update.angular.io/

Einfacher geht es kaum… Zumal man wirklich nur minimalste Anpassungen machen muss… Es ist so schade wie viele Artikel auf basis von Halbwissen geschrieben werden die wiederum neugierigen Entwicklern falsche Informationen liefern…

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